Yoa, in meinem alten Job musste ich mich gezwungenermaßen viel mit Kindergärten auseinandersetzen. Der böse Schlippsträger, der den Damen gesetzliche Vorgaben und die Realität wirtschaftlich darlegen musste. Der Trend geht stark dahin, dass spätestens mit 3 Monaten die Kinder in die Krippe zur Vollzeit"erziehung" gebracht werden. Manche Kommunen denken ernsthaft über 24/7-Betreuungen nach... Wenn staatlich betriebene (Gemeinden und Städte) oder vom Staat größtenteils finanzierte Kitas von freien Trägern die frühkindliche Erziehung (0-6 Jahre) am relavanten Teil des Tages übernehmen, dann hat der Staat auch den relevanten Teil der Verantwortung weil die Eltern die Verantwortung kurzerhand abgegeben haben. Das hat nicht zwangsläufig etwas mit den finanziellen Mitteln oder Arbeitszeiten zu tun. Kita-Betreuung ist für die Eltern nirgendswo billiger als in Deutschland. Selbst die Speckgürtel-Regionen Frankfurt a.M. nehmen Elternbeiträge, die lächerlich gering im internationalen Vergleich sind.
"Da ist die Verlockung groß die Bälger loszuwerden."
Ein echtes Zitat aus meinen vielen Besuchen bei den Kita-Verantwortlichen der Gemeinden und Städte.
Dem widerspreche ich fundamental. Eltern geben keine Verantwortung ab, es wäre sogar in der frühkindlichen Erziehung fahrlässig die Kinder "nicht" in den Kontakt zu anderen, gleichaltrigen zu geben. Sieht man aktuell sehr schön durch Corona, wie negativ sich der mangelnde Kontakt zu Gleichaltrigen bemerkbar gemacht hat.
Aber fangen wir vorne an. Einen Trend zur Vollzeiterziehung bei Krippenkindern sehe ich nicht. Ich möchte es nicht abstreiten, allerdings deckst sich das in keinster Weise mit dem, was ich durch privaten und beruflichen Kontakt mit diversen Kita aktiv mitbekomme. Woher entnimmst du diese Info?
Kitas übernehmen grundsätzlich keine Erziehungsverantwortung für Kinder, sondern, sie begleiten diese pädagogisch angemessen bei ihrer Entwicklung. Die Verantwortung in allen Belangen liegt nach wie vor bei den Eltern. Und natürlich hat das was mit Arbeitszeiten zu tun denn, die Vergabe von Kitagutscheinen und der bewilligte Betreuungszeitraum hängt "maßgeblich" von der zu leistenden Arbeitszeit ab, neben ein paar anderen Faktoren, wie Härtefall und Co..
Kurz gesagt, Kitas übernehmen keine Verantwortung für die Erziehung der Kinder, noch einen relevanten Teil, viel mehr ist die Aufgabe von Kitas Eltern bei der Wahrnehmung ihrer Erziehungsverantwortung zu unterstützen, weswegen sie ja auch freiwillig sind und nicht verpflichtend. Es mag durchaus sein, dass es Eltern gibt, die ihre persönliche Verantwortung dahingehend abgeben, an der Stelle ist es gut für die Kinder, dass so etwas pädagogisch aufgefangen wird aber verallgemeinern kann man das nicht, wie ich finde, ich kenne aus dem Kita nahen oder fernen Umfeld wirklich niemanden.
MfG
Ich halte auch nichts davon Kinder schon mit wenigen Monaten in die Kinderkrippe abzugeben.
Bis 3 Jahre sollten Kinder bei den Eltern bleiben. Dafür gibt es ja auch Geld.
COrona hat excellent aufgezeigt, wie wichtig die soziale Interaktion mit Gleichaltrigen ist. Die Dreijahresthese ist so überholt und auch in der Praxis erwiesener Maßen nicht haltbar, dass ich nicht nachvollziehen kann, wie man das a) für sein Kinder befürworten kann und b) warum der Staat das trotz besseres pädagogischen Wissens auch noch fördert.
Ich halte davon gar nichts. Ab zwölf Monaten halte ich für einen guten Richtwert, was auch überwiegend so praktiziert wird, dass dreimonats Beispiel ist ein Extremfall und kommt i. d. R. nicht vor.
MfG