sehr interessanter thread zu dem ich auch mal meine meinung kund tun möchte:
es wird zuerst unterschieden in kognitive intelligenz und abstraktes denkvermögen. Beide arbeiten eng miteinander verknüpft. kognitive intelligenz ist hauptsächlich unterbewusst und simpel ausgelegt(ähnlich dem RISC-Prozessor). Außerdem ist es hauptsächlich unmittelbar situationsbezogen. Eben durch seine besondere Einfachheit ist es weniger Träge und wird hauptsächlich bei eher trivialen/alltäglichen Anwendungen genutzt. z.B.: "Ich möchte eine Banane essen(Ausgangssituation) - Die Banane schmeckt bitter(Problem) - Ich muss die Banane erst schälen(Problemlösung)". Bestimmte Tierarten sind hier dem Menschen sogar überlegen (Menschenaffe, Raben). Das abstrakte Denkvermögen allerdings ist um einiges interessanter und zeichnet den Menschen in seiner Andersheit, in Bezug zu Tieren, aus. Es werden Überlegungen angestellt und theoretisch im Gehirn durchgegangen welche so total ohne konkreten Belang oder Bezug zur Ausgangssituation sind. Nach zig solcher abstrakten Überlegungen kommen dann schließlich irgendwann eher zufällig auch Ergebnisse zu Tage welche irgendeinen direkten Nutzen haben. Diese Ergebnisse fließen dann mit in das kognitive Denken ein wo sie angewandt und benutzt werden können. Solche Denkprozesse bieten Lösungsvorschläge die einfache Situationsbezogenheit nicht bieten würde. Melanie Klein, eine Psychologin auf die sich u.a. Sigmund Freud beruft, stellte sogar die Theorie auf dass Neurosen ein Schlüssel zur Intelligenz sind. Meist sind diverse geistige Krankheiten also ein ungesundes Verhältnis von abstraktem Denkvermögen und kognitivem Denken, wobei meist dass abstrakte D. weiter ausgeprägt ist als Letzteres. Auf deutsch: Zu viele abstrakte Denkprozesse die der kognitive Part nicht umsetzen oder verarbeiten kann, finden statt oder andersrum: der kognitive Part ist verkümmert.
Als intelligent sind dann wohl Menschen zu bezeichnen bei denen die optimale Balance beider Arten vorhanden sind. Dies kann durch unterschiedlichste Faktoren geprägt werden. Die Gene spielen mMn wohl nur insofern eine Rolle wie sie in Kombination mithilfe der Eltern auch praktisch in Form von spezifischen Eigenschaften erlernt und genutzt werden können(Würde ich also falls überhaupt ausschlaggebend nur in Kombination mit Sozialisation für wichtig errachten. Also wohl eher zufällig als genetisch heranzüchtbar.). Das Umfeld spielt eine wirklich beachtliche Rolle, darunter: individuelle Aufgabenstellungen für das kognitive Denken, sprich: strenge Erziehung oder flachsige Erziehungsmaßnahmen, best. Spielzeug welches zum Denken anregt in Kombination mit dem Spieltrieb, Belohnungen für Faulheit oder Fleiß im Allgemeinen, Inspiration und versch. Einflüsse sowie diverse Andere eher äußere aber beeinflußbare Faktoren. Auf die Art Erlerntes kann dann den Grundbaustein für verwertbares abstraktes Denken liefern, weil beides immer nur in Kombination förderbar ist. Lenkrichtung dabei sind dann vor allem Charakteristika wie: Zielstrebigkeit (auch korrekter Umgang mit natürlicher Faulheit, Ausdauer(auch korrekte Verarbeitung mit emotionalem Frust), Eigener Antrieb (oder einfach nur blinder Gehorsam. Bei zu einseitiger Erziehung - führt dann zu Mangel an Kreativität dafür aber zu guter Aufnahme von rein theoretischem Wissen) u.s.w.u.s.f..
Der gesamte frühe Lebensweg(Hauptteil) plus das biologisch vorhandene Kapital(Nebenteil) sind also für das Reifen von Intelligenz ausschlaggebend. Mütterliche Liebe sowie väterliche Strenge und auch die Grundbasis welche sie für das Kind schaffen (Raum, Aufmerksamkeit, Spielzeug, u.s.w.) halte ich für wichtiger als den hingeklatschten Begriff: "Gene". Im späteren Lebensweg können sich wohlhabende Kinder deshalb besser entwickeln weil sie mehr physische Gegenstände besitzen welche zum abstrakten Denken anregen(z.B.: Konsole, Computer, sogar Fernseher, Bücher...). Ärmere Kinder sind dazu notgedrungen früher mit den Gegenbenheiten klar zu kommen und haben einfach keine Zeit relativ sinnlose abstrakte Denkprozesse durchzuführen - Die gegebenen Umstände sind schnell klar und es wird reagiert(Entwicklung geht schneller aber dafür weniger fortgeschritten). Die Gene stattdessen dafür verantwortlich zu machen halte ich sogar für leicht dekadent.
P.S.:
Den IQ-Test würde ich nicht als verlässliches Messverfahren bezeichnen weil er für das Militär entwickelt wurde also nur den praktischen Nutzen einer Menscheneinheit im Krieg wiedergibt. Logisches Denken, räumliches Denken et cetera sind also zu kategorische(Schubladen) Begriffe die nicht die tatsächliche Intelligenz wiederspiegeln die möglicherweise noch im Menschen schlummern. Ebenso sind gute Schulnoten zwar Indikator für eine große Menge an theoretischem Wissen, sagen aber nichts über Intelligenz aus(vor allem nicht in unserem Bildungssystem).
(sry ist ein bisschen lang geworden)
Soweit von mir.