Ich tippe auf folgendes: Intel wird mit dem 8-Kern Rocket Lake [...]
Die XT-Modelle haben hier schon bei Zen2 nichts Nenennswertes gebracht und AMD nutzt für Zen3 immer noch den gleichen Prozess, nur in einer minimal optimierten Version, d. h. es ist gar möglicherweise immer noch der N7, gesichert aber ein DUV-Prozess. Die Reserven nach oben hin werden daher hier ebenso gering sein, wie sie es schon bei Zen2 waren (vielleicht gar noch geringer, da man schon bei den XTs kaum was rausholen konnte und jetzt Zen3 noch etwas weiter ausgereizt hat ).
Und ein Port auf den N7+ ist kategorisch ausgeschlossen, da man das Design komplett neu er-/überarbeiten müsste, weil der Prozess vollkommen andere Design Rules verwendet, was für AMD mit ihrem kleineren Marktvolumen vollkommen unwirtschaftlich wäre, insbesondere, da man ja auch schon für Anfang 2022 Zen4 im N5(P?) erwartet. AMD wird aller Voraussicht nach niemals den N7+ verwenden, was schlicht der Wirtschaftlichkeit und Gewinnmaximierung geschuldet ist. *)
Darüber hinaus wird Intel voraussichtlich seine 14nm-Chips immer noch günstiger fertigen können als AMD seine Consumer-Zen2/Zen3-CPUs. Selbst Intel's aktueller 10-Kerner (inkl. seiner iGPU!) benötigt nur so viel Wafer-Fläche wie AMDs 8-, 6-, 4-Kerner und der Prozess ist deutlich günstiger und hinzu kommt noch, dass es Intel's InHouse-Fertigung ist. Darüber hinaus ist auch das Packaging für Intel günstiger, während AMD ein komplexes, viellagiges Substrat benötigt, das das Routing zwischen den einzelnen Chips ermöglicht. Unterm Stricht bleibt da also noch genügend Spielraum für einen schlechteren Yield bei Intel aufgrund des großen, monolithischen Chips (beim 10-Kern-Die, bzw. dann bei RKL beim 8-Kern-Die) und selbst hier können sie noch optimieren, indem sie teildefekte Chips bspw. als Sechskerner vermarkten (oder elektrisch mäßig gute Chips mit geringerem Takt).
Zudem sollte man ebenso zur Kenntnis nehmen, dass es in Spielen keine "massiven" Verbrauchsprobleme gibt und gab in 14nm, was schlicht an der vergleichsweise geringen Prozessorauslastung im Gaming liegt.
Intel könnte dieses Polster im worst case gar noch nutzen um RKL takttechnisch noch etwas höher zu treiben und erst dann wird der Verbrauch auch im Gaming relevant steigen. Absehbar wird man aber dennoch an den 125 W TDP als offizielle Angabe festhalten. Während aktuelle CPUs im Gaming deutlich unter dieser bleiben, könnte es sein, dass sich Rocket Lake dieser im Gaming ein klein wenig weiter annähern wird. Unterm Strich wird das aber so manchem Gamer egal sein, denn ob die CPU nun in bspw. SotTombRaider im Mittel 78 W oder 90 W zieht, wird wohl nur die wenigsten Enthusiasten interessieren, wenn dafür die Leistung stimmt.
Abschließend spricht Intel bei Rocket Lake von "Cypress Cove" als der backported Architektur. Die könnte Sunny Cove entsprechen, könnte aber auch einen Hybrid aus Willow Cove und Sunny Cove darstellen, bei dem z. B. die Caches verkleinert wurden, denn eine solche Architektur lässt sich nie 1:1 rückportieren auf einen vollkommen anderes aufgebauten Prozess und die deutlich größeren Caches würde auch mehr "verheizen", was bei den bevorstehenden 14nm durchaus ein Problem wäre.
*) Es hat durchaus seinen Grund, dass das Zen2-CCD, Renoir, die Konsolen-SoCs und auch das Zen3-CCD alle auf 7nm DUV basieren, damit man wesentliche IP-Blöcke wiederverwenden (und wo nötig mit geringem Aufwand überarbeiten) konnte. AMD ist immer noch relativ klein und muss mit seinen Ressourcen haushalten und kann es sich noch nicht leisten, wie Intel, viele unterschiedliche Chipdesigns aufzusetzen, insbesondere, da es bei ihnen ja nicht nur um das einfache Erwirtschaften von Gewinn geht, sondern man noch eine beträchtliche Kapitaldecke für das angestrebte Wachstum benötigt.
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