Also willst du damit sagen [...]
Eigentlich wollte ich nur das sagen, was ich auch geschrieben habe, mehr nicht.

Am Ende wird man konkrete Messungen abwarten müssen und zudem entscheidet natürlich auch noch der Workload. Wenn mein Tagesgeschäft im Videoediting oder 3D-Rendering liegt, bevorzuge ich selbstredend mehr Kerne und damit aktuell Ryzen. ***) Für den Mainstream sind hohe Kernzahlen jedoch weniger relevant, da die dort laufenden Applikationen nicht so stark parallelisieren (können) und das betrifft selbst den Mainstream-Hochlast-Workload schlechthin: Gaming. Im PCGH-Index liegt aktuell selbst ein 10700K@Stock noch vor allen AMD-CPUs.
Und wenn man sich ansieht, dass die neuen Spielkonsolen gerade mal *) acht Zen2-Kerne bei bestenfalls 3,8 GHz haben, kann man sich die Entwicklung diesbezüglich in den nächsten Jahren leicht selbst ausrechnen.
Man könnte jetzt folgende
Milchmädchenrechnung aufstellen: Ice Lake U mit Sunny Cove schafft die beworbenen +18 % IPC-Zugewinn tatsächlich und lässt Zen2 damit deutlich hinter sich. **) Geht man davon aus, dass Intel in Rocket Lake um die +12 % ICP-Zugewinn auf die 14nm+++ übertragen kann, dann könnte man bspw. konservative 4,4 GHz AllCore-Boost annehmen und +12 % rechnen, d. h. man käme auf ein Leistungsaquivalent von um die 5,0 GHz AllCore-Takt (
aufgerundet und @Stock).
Man könnte mit den Zahlen jetzt weiter rumspielen (
bspw. erreicht der 10900K 4,8 GHz AllCore-Boost), aber das ist mühselig, da das alles nur Spekulation ist, daher ja auch bewusst die Einleitung "
Milchmädchenrechnung".
Man darf zweifelsfrei nicht erwarten, dass Intel mit einem RKL-8-Kern einen Zen3-12-Kern im Rendering schlagen wird, aber wie gesagt, das sind bereits spezielle Workloads abseits des Mainstreams. Ich könnte mir durchaus vorstellen, dass Intel auch mit RKL weiterhin "
am Ball bleiben" können wird. Zum Jahresende hin wird man vermutlich bereits mehr wissen. RKL könnte auf der CES angekündigt/vorgestellt werden, denn dessen Produktion soll angeblich bereits zum Jahresende hin anlaufen.
*) Im Vergleich zum PC, bei dem es selbst einen 16-Kerner auf der Mainstream-Plattform gibt; wobei mal außer Acht gelassen, dass 700+ € für eine CPU natürlich deutlich jenseits des Mainstreams rangieren.
**) Und das ohne AVX-512, wie manche gerne behaupten. In einigen SingleCore-Tests der SPEC2017-Suite kann Ice Lake U (hier 3,9 GHz Boost) selbst ohne Taktbereinigung einen 3900X übertrumpfen, der zudem mit +700 MHz mehr taktet.
Über die ganze Suite taktbereinigt verglichen, errechnet AnandTech hier +10 % mehr Integer- und +13 % mehr FP-Leistung ggü. den Kernen des 3900X.
Die SingleCore-Ergebnisse sollte man nicht überbewerten, jedoch was man zumindest mitnehmen kann, ist, dass Sunny Cove im Vergleich zu seinen Vorgängern deutlich leistungsfähiger ist. Beispielsweise einen mitgetesteten Kaby Lake U (4,0 GHz Boost) übertrifft Ice Lake U/Sunny Cove um +32 % im Integer und +44 % in FP.
***) Je nach Fachbereich und Software kann eine notwendige Zertifizierung AMD hier aber auch wieder ausschließen.
[...]}Die Leute müssen endlich mal verstehen das Intel nicht deswegen nicht reagiert weil sie nicht können - sondern weil sie bisher nicht müssen.
Wirtschaftlich steht Intel weitaus besser als AMD da und wird das auch in den nächsten Jahren gesichert weiterhin, keine Frage.
Aber das "
weil sie nicht müssen", ist nicht zutreffend. Intel wird hier derzeit tatsächlich durch ihre Fertigungs- und Kapazitätsprobleme behindert. Freiwillig stellen sie den Desktop-Markt nicht hinten an. Ihren 10nm-Prozess auf hohe Taktraten zu bringen ist offensichtlich eine mühselige Aufgabe, auch wenn bereits 10nm++ deutliche Fortschritte machen. Und andererseits muss man sehen, dass man kapazitätstechnisch hinkommt, denn zurzeit jongliert man mit 14nm, 10nm und 7nm herum und die laufenden Umstellungen kosten ebenfalls (temporär) Kapazitäten. Im nächsten Jahr sollen bereits 7nm-Produkte gefertigt werden und wenn ihre Planung optimal läuft, dürfte man wohl versuchen in 2022 Granite Rapids SP in 7nm+ in den Markt zu bringen (gegen Zen4/Genoa), d. h. hier werden Fabs bereits umgestellt und eingefahren sein müssen, damit das klappt.
Die sind zurzeit zum Teil tatsächlich Skalve ihrer eigenen Fertigungsprobleme und müssen daher versuchen das Beste aus dem zu machen, was sie ressourcentechnisch haben. Aus dem Blick eines Consultants ist das das berühmt-berüchtigte "
Tal der Tränen" bevor es wieder besser werden wird. Ein interessanter Milestone wird sein, ob der 7nm-Start im 2HJ21 so wie geplant und mit der erforderlichen Prozessgüte erfolgen kann ...