Das ist nicht korrekt. Zen 4 bietet eine IPC Verbesserung von 10%+, RPL nicht. Zen 4 wird bei gleich vielen Kernen und gleichem Power Limit wesentlich schneller sein als sein Vorgänger, RPL nicht. RPL erkauft sich in der Tat die höhere Performance fast ausschliesslich durch mehr Kerne, die ein grösseres und teureres Design zur Folge haben, und höhere Power Limits. Das ist bei Zen 4 nicht der Fall.
Auch RPL wird IPC-Verbesserungen bieten (
anscheinend sogar Signifikante, wenn man letzte Vorabtests berücksichtigt), wie genau sich das am Ende im Vergleich darstellen wird, muss man jedoch erst mal abwarten. Zen4 ist klar das spannendere Produkt, aber ebenso deutet auch bereits relativ viel darauf hin, dass sich AMD nicht nennenswert absetzen können wird in Consumer-Workloads und man für deutlich Mehr den V-Cache benötigt.
Das "teuere Design" bei Intel ist übrigens ebenso vorerst und wahrscheinlich gar auch bis auf Weiteres unbestimmt, denn Intel fertigt hier in seinem inhouse-10nm-Prozess, während AMD hier in teueren 6nm und 5nm von TSMC fertigen lässt und zudem auch noch ein komplexeres Packaging benötigt. Darüber hinaus kann Intel mit seinem um ein Vielfaches größeren Marktvolumen entsprechende Salvage-Chips weitaus besser ausnutzen um die Gesamtkosten im Griff zu halten und die kleineren Dies werdern absehbar gesichert günstiger bei Intel in der Fertigung, da AMD unverändert in der gliechen Art fertigt, also mindestens ein CCD und ein IOD (zzgl. des teueren Packagings), nun jedoch jeweils in deutlich teueren Prozessen.
Interessanterweise scheint es gar nur Mehrkosten für AMD beim Ryzen zu geben, da gemäß den bisherigen Abschätzung von dem verfügbaren Bildmaterial weder das CCD noch das IOD nennenswert kleiner werden ggü. der Zen2/3-Vorgänger. Entsprechend wird ein CCD für AMD grob um die +80 % teuerer und ein IOD wird gar um die +130 % teuerer für AMD, da selbst dieses sich überraschenderweise trotz dem beträchtlichen Sprung auf den N6 nicht relevant zu verkleiner scheint, dafür aber einen immensen Sprung in den Kosten aufgrund des deutlich moderneren Prozesses macht.
Was heisst halbwegs mithalten? Single Core Performance? Klar, dafür ist das maximale Power Limit ja auch mehr als überdimensioniert. Zumal Intel noch zugute kam, dass AMD's IOD der Desktop Modelle noch im alten 12nm Prozess von Glofo gefertigt wurde. Was gerade auf die Package Power bei geringer Last deutlichen Einfluss hatte. Bezogen auf den Kern selbst lag Intel mit den 14nm Kernen schon deutlich hinter der Energieeffizienz von Zen 2/3.
Bis Zen3 waren Intel-CPUs für Enthusiast-Gamer die bessere Wahl und für viele andere Workloads spielte es schlicht keine Rolle was man nutzte. Zen3 konnte dann ein klares Zeichen setzen, wurde aber bereits ein Jahr später von Alder Lake überholt und konnte marketingtechnisch nur durch den sehr spät nachgereichten 5800X3D in Schach gehalten werden, der aber nur an der Portfoliospitze seine Muskeln spielen lassen kann (
nachdem er dann mal nochmals später in relevanten Mengen verfügbar war), während Intel mit seinem gesamtem ADL-Portfolio relativ gut aufgestellt war (
was zu drastischen Preisnachlässen bei AMD führte).
AMD hatte seit Zen2 einen klaren fertigungsgetchnischen Vorteil, den man dennoch bzgl. vieler Workloads nur in geringe Vorteile ummünzen konnte, insofern ist ein "Mithalten" seitens Intel (
trotz alter Fertigung), wenn man ganz allgemein von den Consumer-Plattformen spricht eine durchaus zulässige Formulierung.
Darüber hinaus ist das "
Zugutekommen wg. IOD" unnötiges Cherry Picking, denn überlege dir mal, wie sehr AMD von Intels Prozessentwicklungsdilemma profitierte, zumal der Partner sowie der Prozess AMDs bewusste Wahl war. Wäre Intel bspw. mit seinem Prozess nicht ganz so spät dran gewesen (
sowie der notwendigen Line-Umstellungen), wäre das bspw. ein höchst unschönes Bild für AMD geworden bei Zen2, wenn man hier auf einen ausgereiften 10nm-Prozess gestoßen wäre oder lasse den noch eine oder zwei Iterationen später gekommen sein und so etwas wie eine "Zen3-Moment" hätte es erst gar nicht gegeben. - Da kann man immer hier und da einzelne Aspekte für oder gegen einen Hersteller herauspicken aber am Ende verzettelt man sich eh nur. Es ist einfach wie es ist. Die 14nm presste Intel in bekannter Art und mit ebenso bekannten Nebenwirkungen bis zum Allerletzten aus, allerdings auch durchaus mit einem gewissen (markttechnischen) Erfolg.
Darauf würde ich aber nicht wetten.

Anhand der bisherigen Infos würde ich eher auf 50%+ mehr Energieeffizienz für Zen 4 tippen. Beide scheinen dann ähnlich performant zu sein. 8 Raptor Cove Kerne werden bei 4,5 GHz aber vermutlich immer noch deutlich über 100W benötigen. Bei Zen 4 würde ich da eher auf maximal 70W tippen.
Zen4 sollte hier auf jeden Fall eine bessere Figur abliefern, alles andere wäre auch schon ein Epic Fail für AMD, wenn man bedenkt, dass die 5nm mit massiver EUV-Nutzung für ihre Kerne verwenden. Entsprechend problematisch ist hier aber auch der Vergleich, weil hier die beiden Prozesse wesentliche Leistungsparameter des Designs bestimmen.
Will man die Verzerrung durch den Prozess deutlich abmildern, schaut man sich in 2023 besser einen Vergleich gegen Meteor Lake an. Der ist dann gleich in doppeltem Sinne interessant, da es sich hier zudem auch um ein massives MCM-Design handelt, was die Vergleichbarkeit noch einmal erhöht.
Zudem darf man bei einem derartig (wie ursprünglich) angestrebten Kernvergleich auch die Praxisrelevanz nicht aus den Augen verlieren. Die E-Kerne gibt es ja auch aus gutem Grund und die werden aktuell von Software typischerweise noch nicht direkt angesteuert sondern nur via best guess über den TD/HGS-Pfad verteilt.
Insbesondere in Spielen
könnte es sich durchaus als Vorteilhaft erweisen von bspw. 8-P-Kernen bspw. fünf oder vier freizuhalten und das gewonnene thermische Budget anderweitig und gewinnbringender zu verwenden wärend die verbleibende Last von den E-Kernen übernommen werden kann. Erst moderne Software wird hier die Möglichkeiten aufzeigen können. Ob Intels Vorzeigetitel Hitman 3 hier nachträglich so weit angepasst wurde um das auch bzgl. der Hybrid Technology zu demonstrieren, würde ich eher nicht erwarten, da ich davon ausgehe, dass derartige Anpassungen vermutlich frühzeitig und grundlegend in der Engine zu hinterlegen sind um einen maximalen Nutzen zu erzielen? So ganz durchschlagen wird das vermutlich erst mit den Next-Gen-Titeln für Ende 2023/2024 wenn dann auch AMD mit "kleinen" Kernen unterwegs ist.
Manche 7950X schaffen nicht mal 220W mit guter AiO, ohne vorher zu verglühen.
War das jetzt ein Sneak Peak von deinen vorläufigen Tests? Mach' mir keine Angst, nicht dass die 3 Jahre nach dem schrägen Zen2-Launch erneut so ein Dingen auf die Straße werfen a la "
huch, erreichen ja gar nicht den beworbenen Takt".
Aber gut, vor den V-Cache-Modellen werde ich da eh nichts evaluieren, also noch etwas Zeit zu "reifen" ...
