Nur P Kerne? E und P ist doch, laut Intel, die perfekte Balance bezüglich Effizienz. Was ist mit HT passiert?
HT sollte bei der Architektur mit an Board sein, bislang war es auch bei allen Xeons an. Mischungen aus E und P gibt es für Edge dagegen nicht (für Server genauso wenig). Wofür auch? Dort gibt es keine gemischten Workloads. Entweder die durchzuführenden Tasks laufen effizient auf Es, dann nimmt man E-only-Modelle, oder sie brauchen die Single-Thread-Leistung von Ps, dann sind E-Cores sinnloser Ballast. Im für Bartlett Lake erwarteten Einsatzgebiet werden auch alle Raptor Lakes mit komplett deaktivierten E-Clustern verkauft.
ist schon lustig, dass mal über Intel sagen zu müssen, dem Marktführer wohlgemerkt, der immer noch mehr verkauft als AMD
man muss auch sagen, dass Intel an sich ja nicht kaputt ist, sondern nur einzelne Teilbereiche der ganzen Firma
wenn man die Grafkkarten und Fertigungsstraßen abklemmt, bleibt ja noch was über, die SSD#s sind weg, Netzwerk gibts noch, wo stecken die sonst noch alle drin?
ich glaube die haben nur so ein großes Muffensausen, weil man dadurch nach unten durchgereicht wird und irgendwann so klein und eher unbedeutend werden könnte wie AMD?
AMD ist ja das LibreOffice der Chipindustrie, alle schwören drauf, gekauft wird in der breiten Masse aber trotzdem meistens NVidia oder Intel
Netzwerk will Intel wohl als nächstes verkaufen. FPGAs sind schon weg, SSDs und NVM sowieso. Automotive ist ziemlich auf dem absteigenden Ast. KI ist quasi tot. Grafikarten sind bislang nicht über die build-up-Phase hinausgekommen. Intel ist zwar weiterhin Marktführer bei x86-CPUs, aber auch nur weil sie zunehmend über den Preis verkaufen und das ist kein dauerhaftes Konzept für einen bereits angeschlagenen Konzern. Bei einem kleinen Fehlschlag hätte niemand was gesagt, aber Intel hat von 2017 bis 2021 ein Fettnäpchen nach dem anderen erwischt, seit 2022 hinkt man wieder hinterher und das vollkommene Verpennen von KI hilft ihnen auch nicht gerade weiter. Die Chancen stehen nicht schlecht, dass AMD nächstes oder übernächstes Quartal mehr Umsatz macht, als Intel nach Abzug der Foundry-Sparte.
Das wäre jetzt für sich noch keine Katastrophe, sondern halt einfach nur Platz 2 am Markt, wenn wir von einem kleinen, in dieses Format gewachsenen Unternehmen sprechen würden. Aber als Absturz von dem Niveau, von dem Intel kommt, ist es ein massives strukturelles Problem, weil der Laden eben wahnsinnig groß ist, um große Umsätze wie in der Vergangenheit generieren und umsetzen zu können. Binnen 10 Jahren derart abzustürzen würde Unternehmen in allen Branchen in Probleme bringen. Im Sonderfall Halbleiter kommen noch die extremen Skaleneffekte hinzu – eine Foundry braucht eine gewisse Größe, die auch ausgelastet sein muss, um konkurrenzfähig zu sein. Wenn Intel diesen Punkt nicht verdammt schnell erreicht, ergeht es dem Kern der Firma (ja: Intel ist originär ein Chiphersteller, RAM um genau zu sein, CPU-Entwicklung kam später) wie Globalfoundries und IBM in der Vergangenheit oder aktuell Samsung.
Das ist etwas, das fasziniert mich auch bis heute, da wusste man wohl tatsächlich ewig nicht, dass die Fertigung (10nm) nicht hinhauen wird und hatte offenbar auch nicht den Plan B bereit.
Die Architekturen für Ice Lake, Tiger Lake und Co waren schon 2015 fertig, aber man hat dann fast 5 Jahre auf die Prozesse dafür gewartet und am Ende ist "Rocket Lake" ja dennoch im alten 14nm Prozess gekommen, weil man 2021 immer noch nicht weit genug war mit der 10nm Fertigung die schon 2016 im Desktop hätte kommen sollen
ICL wird 2015 in der Entwicklung gewesen sein, aber selbst damals war ein Release erst 2018/2019 zu erwarten. Entsprechend dürfte die Architektur noch lange nicht fertig gewesen sein. Für 2017 (an 2016 haben anno 2015 selbst externe Beobachter nicht mehr geglaubt) stand erstmal Cannon Lake in gleicher Fertigung, aber weitestgehend mit der Architektur von Skylake an.
Plan B hätte man trotzdem haben können und ich glaube ehrlich gesagt nicht, dass man nicht wusste, dass die Probleme noch länger anhalten werden. Aber es ist typisch für Intel, die Dimensionen zu unterschätzen respektive allgemein zu träge zu sein, um etwas auf die Schnelle ändern zu können und zu arrogant, um es wollen. Anfang 2017 wähnte man sich noch gut genug aufgestellt. Als Reaktion auf Ryzen erachtete man dann den vorgezogenen Coffee-Lake-Start und den zu dem Zeitpunkt schon eingeplanten Achtkerner-Refresh für ausreichend. So ausreichend, dass man Aufrüstern eins vor den Latz knallen und griffbereite Optionen wie Crystalwell (L4-Cache gab es auch bei Skylake – aber nur mobile) links liegen gelassen hat. Die komplette LGA1200-Palette hat man dann vermutlich erst etwas später angeschoben, aber auch hier hat man an den Mainboards gesehen, dass Rocket Lake schon lange vor dem Comet-Lake-Start in trockenen Tüchern war. Aber auch hier: Keine Motivation, die PCI-E-Erweiterung schon bei ersteren einzufügen, die günstigeren Mainboards zu letzterem kompatibel zu machen und natürlich erst recht nicht irgendwelche Kompatibilität zur vorherigen Generation herzustellen. Parallel eine anhaltend absurde Preispolitik im professionellen Segment, so als hätte man gar keine Konkurrenz.
Erst ab 2021 setzt Intel weitestgehend und zeitnah das um, was ihnen möglich ist und erst dieses Jahr haben sie angefangen, sowas wie einen Preiskampf zu führen. Beides kommt offensichtlich Jahre zu spät, denn "ist möglich" bedeutet bei Intel nicht mehr wirklich viel und in der Marge stecken auch nicht mehr sonderlich viele Reserven. Was mich interessieren würde: Haben die Buchhalter den Laden an die Wand gefahren, um den Aktionären noch ein paar Jahre länger das blaue vom Himmel versprechen zu können, oder in absolutem Unwissen über den Halbleitermarkt? Also unter Ignoranz darüber, was es für das eigene Entwicklungsbudget und das der Konkurrenz bedeutet, wenn man selbige erstmal 20-30 Prozent Marktanteil gewinnen lässt, ehe man sie einer Reaktion für würdig erachtet?
BTW zu dieser CPU:
Sagen wir mal das kommt tatsächlich für den Privatanwende (eher nicht).
Dann haben wir 12 Kerne für Sockel 1700 in einer kleinserie. Was würde das kosten?
Wen würde es interessieren - Nachrüster, aber keine Neukäufer.
Nächstes Jahr kommt Nova Lake mit bis zu 16P Kernen (evtl kommt die Variante auch erst 2027)
Das macht einen solchen Chip an und für sich tatsächlich nur für Nachrüster interessant.
Wenn das Ding jetzt aber 300 Euro kostet (angesichts von Chipgröße und Kleinserie wird es wohl nicht seeeehr viel kleiner gehen): kauft man sich um das GEld nicht lieber eine neue Plattform?
Die Chipgröße müsste sogar ein paar Prozent (bei Einsparungen an der IGP durchaus auch 10-20 Prozent) kleiner als der normale Raptor Lake sein, denn vier E-Cluster sind geringfügig größer als vier P-Kerne. Somit wird das Ding also ab Werk nicht mehr kosten als 14600K bis 14900K und das ist operativ nicht viel, denn die 10-nm-Fabs sind ja langsam mal abbezahlt respektive sie untätig rumstehen zu lassen spart auch nicht so viele Ausgaben ein. Ob Intel diese CPUs billig oder überhaupt an Aufrüster verkauft, steht auf einem anderen Blatt, siehe oben. Aber in Anbetracht der Erfolge in der ersten 1851-Generation und dem damals sehr fortschrittlichen, also auch in ein paar Jahren noch nicht veralteten Unterbaus, würde sich ein Upgrade für viele Besitzer kleinerer CPUs (1x500, ggf. 12600K) lohnen.
Das gilt aber in gleichem Maße auch für den 14900K, unabhängig von Bartlett Lake. Mehrleistung für Endanwender sollte man von dem sowieso nicht erwarten. Die E-Kerne lassen sich im Desktop in der Regel nutzen und diesen, trotz allem Werks-OC, effizienteren Teil in einer Power limitierten CPU auszutauschen wird die Multi-Thread-Leistung ebenso wenig steigern, wie zusätzliche P-Kerne etwas an der Single-Thread-Performance verbessern können.
Damit wäre INTEL endlich mal wieder auf dem Stand von 2019 ...
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Etwas besser ist er schon. Abgesehen von modernerer Architektur und Fertigung nutzt BTL einen Ringbus statt Mesh, was für Gamer einen großen Unterschied macht. Also wenn dann eher
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