Scholdarr
Volt-Modder(in)
Das überzeugt mich jetzt aber auch nicht. Schlicht weil man das auf praktisch jeden Forenbeitrag hier und anderswo anwenden könnte. Wenn du mich kritisieren willst, dann geht auch wirklich auf den Text bzw. Argumente (oder auch Meinungen) ein. Meinen Beitrag zu kritisieren, weil er "schön geschrieben" ist, macht wenig Sinn, sorry...Wow. Elaboriert. Überzeugt mich aber garnicht. Aus zwei Gründen:
- Zum einen weil für eine clevere Rhetorik erst mal nicht mehr und nicht weniger ist, als eben das. Geschickte, eingängige Worte. Nur leider gibt es auch Leute die mit ähnlich gedrechselten Sätzen (Props!) die Atomkraft verteidigen.
Cherry-Picking par excellence. Dir gefällt mein Beitrag insgesamt nicht (bzw. er überzeugt dich nicht) wegen einem Post Scriptum? Jemand, der hier mit rhetorischer Theorie aufwartet, sollte doch eigentlich wissen, dass ein Post Scriptum kaum der Kern eines Beitrages ist, sondern eben nur eine Ergänzung. Und falls du mein Post Scriptum sorgfältig gelesen hast, sollte dir eigentlich der kurze Absatz aufgefallen sein, in dem ich eben auf die von dir erwähnte mangelhafte Studienlage zu Videospielen in diesem Kontext hingewiesen habe.- Zum zweiten weil Dein P.S.: genau den eben von mir geschliderten Eindruck stützt: In schönen Worten verkürzt Du Zusammenhänge zu Deinen Gunsten (und die Recherche "generell zur psychologischen Theorie" über die lach ich jetzt einfach mal - hast Du von Kierkegaard bie heute alles gelesen?). Wenn man sich nämlich auch nur ein bißchen mit der Katharsis-Theorie auseinandersetzt, dann kann man feststellen, dass sich dieser Effekt sich eben nicht so einfach von einer körperlichen Betätigung auf eine virtuelle Beschäftigung übertragen läßt. Und zwar weil man im einen Fall tatsächlich körperlich Dampf ablassen kann und (besonders bei Kampfsportarten) unmittelbar mit den Auswirkungen der eigenen Aggression konfrontiert wird (oder auch einfach selbst eine auf die Nase bekommt) und im anderen nicht. Im Gegenteil scheint es - obwohl es noch keine umfassenden Studien gibt - so als würde der Konsum gewalthaltiger Medien kurzfristig eher die Gewaltbereitschaft erhöhen: Debatte: Verbotene Spiele? - Bundeszentrale für politische Bildung
Und noch kurz zur "kurzfristigen Erhöhung der Gewaltbereitschaft". Denselben Effekt kann praktisch alles haben, was uns emotional mitnimmt bzw. Adrenalin ausstößt. Dasselbe trifft auch z.B. auf Stress im Straßenverkehr zu. Sollen wir deshalb Autofahren verbieten, weil es zu einer kurzfristigen Erhöhung der Aggressionsbereitschaft kommen könnte? Zumal es in meinem Hauptteil (sprich dem Kern meines Beitrags) gar nicht um kurzfristige Effekte geht sondern um eine kulturelle Verfestigung von negativen gesellschaftlichen Werten durch Kulturgüter bzw. deren langfristige Auswirkungen auf das Individuum und die Gesellschaft geht. Darum geht es übrigens auch den angesprochenen sozialen Aktivisten. Im Grunde kräht kein Hahn danach ob jemand, der ein gewalttätiges Videospiel zockt, 10 Minuten oder 30 Minuten danach noch ein bisschen aggressiver ist oder gewaltbereiter. Das ist natürlich ein schönes Studienfeld für die Psychologie (gerade weil kurzfristige Effekte auf das einzelne Individuum so viel schöner zu messen und nachzuweisen sind), aber gleichzeitig auch von wenig gesellschaftlichem Belang. Es geht sprichwörtlich an der Diskussion bzw. am Problem vorbei...

Was genau soll ich da checken? Willst du mehr Argumente (was wenig mit Rhetorik zu tun hat) oder willst du, dass ich verständlicher schreibe? Ist mir jetzt nicht so ganz klar, was du hier kritisieren willst...Also check mal die Rhetorik.



