cryon1c
Lötkolbengott/-göttin
Würde das gar nicht so sagen. Früher hatten wir mehr Spieleschmieden UND viel kürzere Entwicklungszeiten. Je nach Genre haben wir aktuell wesentlich weniger Spiele als vorher. Bei anderen haben wir etwa gleich viel, dafür spielen auch Millionen diese Genres.Das liegt wohl auch daran, dass der Markt vollkommen übersättigt ist. Die Leute waren geduldiger weil sie es sein mussten. Performt Spiel A nicht so wie erwartet gibt es ja noch Spiel B, C und D im gleichen Genre....
Früher hatten wir mehr Optionen, schlechte Spiele wurden eher links liegen gelassen und hatten eine kleine Fanbase. Aber ohne Hate. Mit viel Support, Mods, Community-Events usw. Und wenn etwas gut wurde, hat sich das dann nach und nach entwickelt und verkauft. Entwickler haben keine 100k Spieler am Release-Tag erwartet. Selbst die Großen wie Valve oder Westwood nicht.
Für mich sollen Spiele reifen, durch Devs und Community verbessert werden. Alle guten Multiplayer-Spiele haben eine ähnliche Geschichte, was das angeht. Entweder sind es erfolgreiche Mods (CS, DOTA etc) und/oder die sind über eine lange Zeit auf dem Markt gewachsen. Auch originale Spiele die keine starke IP hatten wie League of Legends - fingen recht klein an. Regionale Server kamen da nach Jahren. Slow&steady gewinnt hart. Releasen, Content nachschieben, langsam wachsen. Dann kann man daraus eine Cashcow machen die ewig laufen (wenn man es nicht komplett vermasselt).
Hier ist aber Folgendes passiert:
Nicht mal eine Woche nach Release - Hate, Reviewbombing, für tot erklärt. YouTuber zerlegen das Spiel noch eher, als der erste Content-Patch gelandet ist. 2 Wochen nach Release - Studio feuert fast alle, es gibt Drama überall.
Bei Projekten, die mir liegen, kaufe ich diese und warte, bis die Spiele besser werden. Stabiler, mehr Content, mehr Server, Matchmaking, einfach mehr Mitspieler.
Egal was - DayZ, Rust, LoL in den ersten Monaten mit nur US Servern, die Liste ist endlos.
Dabei haben die Entwickler mein Geld, teils auch meinen Input (Bedarf abschätzen oder Bugreports).
Und ich bekomme meistens ein gutes Game nach Monaten oder Jahren. Ich spiele sehr gerne Release, verstehe aber das Problem: 1.0 ist oft unfertig. Muss aber irgendwann raus. Nur in ganz wenigen Fällen sind die Spiele schlechter geworden oder verreckt eher ich die richtig spielen konnte.
Wenn man Concord oder Highguard 1-2 Jahre gibt und die Community richtig mit den Devs zusammenkommt, können solche Spiele zu Klassikern werden - eventuell keine Cashcows, aber gut genug, um über Jahre dem Studio Gewinne zu sichern. Damit das Studio weiter produzieren kann.
Einfach nach 20Minuten sagen: das ist doch Kacke, gib Refund. Und dann erstmal haten, negatives Review reinklatschen und die Devs auf Social Media beleidigen gehen - das ist nicht der Weg. Damit ist keinem geholfen. Nix wird fertig, Kunden werden verschreckt, brauchbare Spiele gehen unter einfach, weil die nicht genug Zeit bekommen, um in dem Genre zu wachsen.
Resultat: Wir kriegen danach das drölfzigste COD Aufguss. Ohne Ideen, ohne Risiko, so sicher, wie es nur geht - Hauptsache so langweilig, wie der Kunde es verträgt.
Stagnation. Neue IP erscheinen gar nicht oder werden erwürgt wie hier.