Geschichte wiederholt sich?

Keine Binnengrenzen, aber Außengrenzen hat sie sehr wohl. Die Griechen verteidigen sie diesmal ja auch anständig.

Die Griechen verteidigen gar nichts, denn sie werden nicht angegriffen. Sie schützen ihren Teil der EU-Außengrenze.
Und das machen sie zwar gründlich, aber ganz sicher nicht anständig - es sei denn natürlich, es wäre inzwischen anständig, Grenzüberschreiter abzuziehen und/oder diese unter Umgehung von EU-Recht in Nacht-und-Nebel-Aktionen auf die andere Seite der Grenze zu verfrachten.

Ich habe dabei durchaus Verständnis für die Situation Griechenlands, die gemessen an ihrer geographischen Bedeutung viel zu wenig Unterstützung von der EU als Ganzes bekommen. Allerdings bringt es wenig, die Grenzen einer EU zu schützen, deren Recht man im gleichen Zug mit Füßen tritt. Da bleibt mit zunehmender Eskalation wenig Schützenswertes übrig ...
 
Die Griechen verteidigen gar nichts, denn sie werden nicht angegriffen. Sie schützen ihren Teil der EU-Außengrenze.
Und das machen sie zwar gründlich, aber ganz sicher nicht anständig - es sei denn natürlich, es wäre inzwischen anständig, Grenzüberschreiter abzuziehen und/oder diese unter Umgehung von EU-Recht in Nacht-und-Nebel-Aktionen auf die andere Seite der Grenze zu verfrachten.


Push-Backs - Grundsatzurteil erlaubt direkte Abschiebung nach Grenzuebertritt
 
Und? Wo sind denn die Strafen für Merkel? Wieso ist dann jede Klage gescheitert? Weil Merkel die Gerichte gekauft hat?

Wie gesagt, die Frage ist umstritten, ich habe dir die Quellen verlinkt. Wenn du die weiterhin ignorierst, kann ich dir nicht helfen.

Österreich hat die Flüchtlinge weiter geleitet.

Weil Frau Merkel sie eingeladen hat. Ansonsten hätte Österreich – zu Recht – zurückgewiesen.

Darüber hinaus welche „Flüchtlinge“? Vor welchen Zuständen „flüchtet“ man aus Österreich? Zu wenig soziale Hängematte?

Wo ist denn die Grenze zwischen Österreich und Deutschland, die geschlossen war? Ich kann mich an keine erinnern.

Genau das ist doch der Knackpunkt. Die Grenze war nicht geschlossen, obwohl sie es hätte sein müssen. Das ist doch das Problem gewesen 2015. Die illegalen Einwanderer hätte zurückgewiesen werden müssen.

Verstößt das nicht gegen das Dublin Abkommen?

Natürlich nicht.

Ach ja. Ein Staat kann ja selbst entscheiden. Er kann eine Grenze schließen oder er kann menschen aufnehmen.

Nur Bedarf es dafür einer Grundlage. Wie der EUGH 2017 richtigerweise festgestellt hat, gilt Dublin auch in Notsituationen. Man kann allerdings von seinem Selbsteintrittsrecht Gebrauch machen.

Und das ist der Knackpunkt. Ich habe dir eine Quelle verlinkt, dass die genaue Rechtslange gerade nicht benannt worden ist.

Du denkst dir dein Szenario zurecht. Mehr machst du nicht.

Ich verlinke Quellen, du stellst Behauptungen ohne Quellen auf. Soviel dazu, wer sich hier Szenerien ausdenkt.

Wir leben doch in einem Rechtsstaat. Du kannst also Merkel oder wen auch immer anzeigen. Das steht dir frei.

Rechtsstaat laut Urteil „ausser Kraft gesetzt“: Das Geheimnis der Grenzoeffnung - Politik - Stuttgarter Zeitung

Der Betroffene habe sich zwar eindeutig durch seine „unerlaubte Einreise in die Bundesrepublik“ strafbar gemacht. „Die rechtsstaatliche Ordnung in der Bundesrepublik ist in diesem Bereich jedoch seit rund eineinhalb Jahren außer Kraft gesetzt“, befanden die Richter, „und die illegale Einreise ins Bundesgebiet wird momentan de facto nicht mehr strafrechtlich verfolgt.“ Aktenzeichen: 13 UF 32 / 17.

Der Rechtsstaat hat bereits deutlich gesagt, was Sache ist.

Mach das doch mal anstatt dich immer nur in einem Forum auszuheulen.

Ich erinnere dich daran, wenn du mal wieder über Cum-Ex Geschäfte oder die Dieselaffäre rumheulst, ok?

Die Griechen verteidigen gar nichts, denn sie werden nicht angegriffen.

Sie werden angegriffen und verteidigen sich dagegen. Es gibt genug Videos, wie die sogenannten „Flüchtlinge“ an der Grenze agieren.

Sie schützen ihren Teil der EU-Außengrenze.

Und dabei brauchen sie jetzt die volle Unterstützung der EU.

Und das machen sie zwar gründlich, aber ganz sicher nicht anständig - es sei denn natürlich, es wäre inzwischen anständig, Grenzüberschreiter abzuziehen und/oder diese unter Umgehung von EU-Recht in Nacht-und-Nebel-Aktionen auf die andere Seite der Grenze zu verfrachten.

Es ist nicht bloß anständig, es ist dringend geboten. Zum Glück steht die Mehrheit der Griechen hinter dem harten Kurs. Scheinbar haben die Griechen in den letzten 5 Jahren dazugelernt. Jetzt gehen sie mit der Masseneinwanderung richtig um.

Ich habe dabei durchaus Verständnis für die Situation Griechenlands, die gemessen an ihrer geographischen Bedeutung viel zu wenig Unterstützung von der EU als Ganzes bekommen. Allerdings bringt es wenig, die Grenzen einer EU zu schützen, deren Recht man im gleichen Zug mit Füßen tritt. Da bleibt mit zunehmender Eskalation wenig Schützenswertes übrig ...

Australien schützt seine Grenzen auch konsequent und gründlich und ist immer noch eine stabile Demokratie.
 
Weil Frau Merkel sie eingeladen hat. Ansonsten hätte Österreich – zu Recht – zurückgewiesen.

Darüber hinaus welche „Flüchtlinge“? Vor welchen Zuständen „flüchtet“ man aus Österreich? Zu wenig soziale Hängematte?
Du bist so ein zynischer Scherzkeks. Die Rechten in Östereich hätte einfach nicht reingelassen, es geht nicht um die Frage, ob Östereich oder Deutschland sondern um die Frage, Türkei oder EU.

Die Türkei ist heute wie damals Kriegspartei. Das ist kein sicheres Land. Stell Dir die Juden vor, die 1939 aus Polen fliehen wollten und z.B. an der Grezen zu Dänemark abgewiesen wurden. In Deutschland war es doch sicher, da war doch kein Krieg. Wie zynisch kann man sein?

Du bist so menschenfeindlich. Warum wurden in diesem Fall aus der Geschichte gelernt, als nach dem Krieg Asylrecht und Genfer Konventionen für Flüchtlingen geschrieben wurden? Und heute, 70 Jahre später verschwinden Humanistische Konzepte aus den egoistischen Köpfen der Neokapitalisten.
 

Das ist ein Urteil zu einer spezifischen Klage Zurückgewiesener im Falle der spanischen Enklave in Marokko. Ganz davon zu schweigen, dass es womöglich auf falschen Voraussetzungen beruht, denn laut RA Kaleck ist "die Behauptung, dass die Beschwerdeführer im August 2014 legale Möglichkeiten zur Einreise und zur Stellung eventueller Gesuche in Spanien gehabt hätten, [...] schlicht und einfach falsch".

Und nebenbei ist es tatsächlich weltfremd, denn die Vorstellung, man könne ordentlich einreisen und um Asyl ersuchen, widerspricht dem Grundgedanken von Asyl als Hilfe, wenn *keine* geordneten Verhältnisse mehr herrschen. Das ist ungefähr so, als müsste sich ein Schwerverletzter erst einmal einen Termin holen und den Anamnesebogen (in einer Fremdsprache) ausfüllen, bevor er in die Notaufnahme darf.

Aber selbst wenn es ein Grundsatzurteil wäre, würde dieses sicherlich nicht einschließen, dass solcherart "Abgeschobene" im Zuge des Verfahrens malträtiert und ausgeraubt werden.

Das Adjektiv "anständig" kommt übrigens von "Anstand", falls das nicht allgemein bekannt sein sollte ... Anstand und formales Recht gehen im Idealfall Hand in Hand, aber sie sind nicht untereinander austauschbar.
 
Du bist so ein zynischer Scherzkeks. Die Rechten in Östereich hätte einfach nicht reingelassen, es geht nicht um die Frage, ob Östereich oder Deutschland sondern um die Frage, Türkei oder EU.

Welche „Rechten“ haben 2015 in Österreich noch gleich regiert? Btw. hat 2015 in der Türkei kein Krieg geherrscht. Man war in der Türkei also sicher. Klar, es ist im Vergleich zur sozialen Hängematte in Deutschland kein Zuckerschlecken, aber sicher waren und sind die Menschen dort.

Was ja auch die Tatsache beweist, dass die Leute seit dem Deal mit der Türkei 4 Jahre lang dort ohne Probleme gelebt haben.

Also wovor genau „flüchtet“ man?

Die Türkei ist heute wie damals Kriegspartei. Das ist kein sicheres Land. Stell Dir die Juden vor, die 1939 aus Polen fliehen wollten und z.B. an der Grezen zu Dänemark abgewiesen wurden. In Deutschland war es doch sicher, da war doch kein Krieg. Wie zynisch kann man sein?

Deutschland hat die Juden verfolgt, bis hin zu ihrer industriellen Ermordung. Mir ist nicht mal im Ansatz bekannt, dass Erdogan – so schlimm er auch ist – Syrer auch nur ansatzweise derartigen Repressalien aussetzt.

Ganz im Gegenteil, die sogenannten „Flüchtlinge“ lebten die letzten 4 Jahre seit dem Abschluss des Türkei Deals ohne Probleme in der Türkei.

Ich frage mich eher, wie zynisch man sein muss, um das mit der Situation der Juden damals zu vergleichen.

Du bist so menschenfeindlich. Warum wurden in diesem Fall aus der Geschichte gelernt, als nach dem Krieg Asylrecht und Genfer Konventionen für Flüchtlingen geschrieben wurden? Und heute, 70 Jahre später verschwinden Humanistische Konzepte aus den egoistischen Köpfen der Neokapitalisten.

Die Leute fliehen vor dem Krieg in Syrien, habe ich nie bestritten. Nur ist diese Flucht schon hunderte, tausende Kilometer vor Deutschland abgeschlossen. Also sind es keine Flüchtlinge mehr. Ganz einfach.
 
Das ist ein Urteil zu einer spezifischen Klage Zurückgewiesener im Falle der spanischen Enklave in Marokko. Ganz davon zu schweigen, dass es womöglich auf falschen Voraussetzungen beruht, denn laut RA Kaleck ist "die Behauptung, dass die Beschwerdeführer im August 2014 legale Möglichkeiten zur Einreise und zur Stellung eventueller Gesuche in Spanien gehabt hätten, [...] schlicht und einfach falsch".

Das Urteil steht bis es revidiert wurde. Das Rechtsanwälte diese nachträglich infrage stellen ist gängige Praxis, was an der aktuellen Lage jedoch nichts ändert.

Und nebenbei ist es tatsächlich weltfremd, denn die Vorstellung, man könne ordentlich einreisen und um Asyl ersuchen, widerspricht dem Grundgedanken von Asyl als Hilfe, wenn *keine* geordneten Verhältnisse mehr herrschen. Das ist ungefähr so, als müsste sich ein Schwerverletzter erst einmal einen Termin holen und den Anamnesebogen (in einer Fremdsprache) ausfüllen, bevor er in die Notaufnahme darf.

Genauso könnte man argumentieren, das als das Asylrecht verfasst wurde, man sicher nicht von einer Massenmigration aktuellen Ausmaßes ausging, sondern das dort ganz anderen Rahmenbedingungen gesetzgebend waren, was eine Anpassung an Gesetzgebung und Verfahren bedingt.

Aber selbst wenn es ein Grundsatzurteil wäre, würde dieses sicherlich nicht einschließen, dass solcherart "Abgeschobene" im Zuge des Verfahrens malträtiert und ausgeraubt werden.
Ich hoffe das dient nicht als Argument gegen geltendes Recht, denn sonst könnte man die Anwendung des Asylrechtes aufgrund von Verirrungen und Verfehlungen vereinzelter Schutzsuchender ebenso infrage stellen und das wollen wir doch nicht.

Das Adjektiv "anständig" kommt übrigens von "Anstand", falls das nicht allgemein bekannt sein sollte ... Anstand und formales Recht gehen im Idealfall Hand in Hand, aber sie sind nicht untereinander austauschbar.
Würde man alle Entscheidungen auf moralischer Ebene treffen, wäre das sicher sehr ehrbar, aber leider nicht sonderlich praktikabel
 
Das Urteil steht bis es revidiert wurde. Das Rechtsanwälte diese nachträglich infrage stellen ist gängige Praxis, was an der aktuellen Lage jedoch nichts ändert.

Du verkennst nach wie vor, welchen Wirkkreis das Urteil hat. Es bescheinigt nichts anderes, als das diese konkrete Beschwerde dieser konkreten Beschwerdeführer in diesem konkreten Fall nach Ansicht des Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte (nach der für diesen erkennbarer bekannter Sachlage) keine Menschenrechtsverletzung darstellt.
Darüber, ob das Push-Back-Verfahren im Generellen mit EU-Recht vereinbar ist, kann man vor dem EGMR nicht klagen, denn dieser ist dafür nicht zuständig und hat folglich auch nicht darüber zu befinden.

Genauso könnte man argumentieren, das als das Asylrecht verfasst wurde, man sicher nicht von einer Massenmigration aktuellen Ausmaßes ausging, sondern das dort ganz anderen Rahmenbedingungen gesetzgebend waren, was eine Anpassung an Gesetzgebung und Verfahren bedingt.

Der Anspruch auf Asyl bzw. subsidiären Schutz richtet sich nach der Fluchtursache und dem sich daraus ergebenden Status von Asylsuchenden bzw. dessen Anerkennung, nicht nach deren Anzahl. Der Umfang des Schutzes bzw. der Hilfe richtet sich schon immer nach den jeweiligen Möglichkeiten, nicht jedoch der grundsätzliche Anspruch.

Ich möchte anregen, dass du dich mit den internationalen Rechtsgrundlagen auseinandersetzt, bevor wir diesen Aspekt der Diskussion fortführen.

Ich hoffe das dient nicht als Argument gegen geltendes Recht, denn sonst könnte man die Anwendung des Asylrechtes aufgrund von Verirrungen und Verfehlungen vereinzelter Schutzsuchender ebenso infrage stellen und das wollen wir doch nicht.

Das ist eine Nebelkerze, denn es gilt der Grundsatz der Verhältnismäßigkeit und die Anerkennung der Nothandlung; also wenn beispielsweise Flüchtende nicht zurück *können* und nicht vorwärts *dürfen*. Gegen das, was man nicht darf, kann man immerhin noch verstoßen, was nicht geht, geht halt nicht. Wenn du beispielsweise Nahrung stiehlst um nicht zu verhungern, oder zum Schutz vor dem Erfrieren einen Unterschlupf aufbrichst, sind das zwar per se kriminelle Handlungen, bleiben jedoch in aller Regel straffrei.

Welche Notlage hingegen griechische Grenzer zwingt, Flüchtlinge während des (nach wie vor rechtlich zweifelhaften) Push-Backs auszurauben, müsste man mir erklären.
Gut, kann ja sein, dass deren Bezahlung nach zig erzwungenen Sparmaßnahmen gegen Griechenland derart prekär ist, dass sie und/oder deren Familien verhungern und/oder erfrieren ... Das müsste man eventuell untersuchen, ich gehe allerdings erst einmal davon aus, dass dem nicht so ist. Das wird der innere Schweinehund sein, der sich heraustraut, wenn es an Kontrolle fehlt und kaum Konsequenzen zu befürchten sind. Und mit zunehmender Eskalation steht zu erwarten, dass es nicht bei Raub und Schikane bleibt.

Würde man alle Entscheidungen auf moralischer Ebene treffen, wäre das sicher sehr ehrbar, aber leider nicht sonderlich praktikabel

"Praktikabel" bedeutet "durchführbar". Ein paar tausende, zehntausende oder sogar hunderttausende Schutzsuchende auf 27 europäische Länder zu verteilen und mit dem Lebensnotwendigstem zu versorgen, ist logistisch kein unlösbares, ja noch nicht einmal ein besonders anspruchsvolles Problem. Das Problem ist das Fehlen des politischen Willens, der vielbeschworenen europäischen Einheit und der gemeinsamen Werte.
Und wenn das alles fehlt und man nicht einmal so eine relativ einfache Aufgabe gemeinsam gemeistert oder auch nur Einigkeit hergestellt bekommt, ist die EU nichts, was an der griechischen Außengrenze verteidigt werden müsste. Da könnten die Griechen auch sagen "Leckt uns, wir sparen uns die Mühe und lassen der Sache ihren Lauf - bei uns werden ohnehin die Wenigsten bleiben".
 
2. Weltkrieg, unter anderem Griechen auf der Flucht und sicheren Zuflucht in unter anderem Syrien, schaut euch die Bilder an 1942’de Suriye’ye sığınan Yunanlar, şimdi mueltecilere zuluem ediyor
Die griechischen/europäischen Flüchtlinge wurden dort mit allem versorgt in Syrien und heute revanchieren sie sich für diese menschliche Behandlung von damals!
Fluechtlinge im Zweiten Weltkrieg: Von Europa nach Syrien - DER SPIEGEL

Je mehr ein Mensch sich schämt, desto anständiger ist er, nur hier schämt sich kaum einer, ganz im Gegenteil, sie zeigen ihre diabolische Seite...
 
Zuletzt bearbeitet:
Du verkennst nach wie vor, welchen Wirkkreis das Urteil hat. Es bescheinigt nichts anderes, als das diese konkrete Beschwerde dieser konkreten Beschwerdeführer in diesem konkreten Fall nach Ansicht des Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte (nach der für diesen erkennbarer bekannter Sachlage) keine Menschenrechtsverletzung darstellt.
Darüber, ob das Push-Back-Verfahren im Generellen mit EU-Recht vereinbar ist, kann man vor dem EGMR nicht klagen, denn dieser ist dafür nicht zuständig und hat folglich auch nicht darüber zu befinden.

Dennoch wird das Urteil als eines mit Signalwirkung aufgenommen. Für den konkreten Fall hätten die zurückgewiesenen doch ebenso die Möglichkeit in individuelles Klageverfahren abseits der Grundsätzlichkeit einzuleiten.

Der Anspruch auf Asyl bzw. subsidiären Schutz richtet sich nach der Fluchtursache und dem sich daraus ergebenden Status von Asylsuchenden bzw. dessen Anerkennung, nicht nach deren Anzahl. Der Umfang des Schutzes bzw. der Hilfe richtet sich schon immer nach den jeweiligen Möglichkeiten, nicht jedoch der grundsätzliche Anspruch.

Ich möchte anregen, dass du dich mit den internationalen Rechtsgrundlagen auseinandersetzt, bevor wir diesen Aspekt der Diskussion fortführen.

Das halte ich nicht für nötig, denn ich habe nicht geltendes Recht infrage gestellt, sondern einzig dargelegt, das gegen die aktuelle Rechtssprechung stets Kontraargumente aufgebracht werden können.



Das ist eine Nebelkerze, denn es gilt der Grundsatz der Verhältnismäßigkeit und die Anerkennung der Nothandlung; also wenn beispielsweise Flüchtende nicht zurück *können* und nicht vorwärts *dürfen*. Gegen das, was man nicht darf, kann man immerhin noch verstoßen, was nicht geht, geht halt nicht. Wenn du beispielsweise Nahrung stiehlst um nicht zu verhungern, oder zum Schutz vor dem Erfrieren einen Unterschlupf aufbrichst, sind das zwar per se kriminelle Handlungen, bleiben jedoch in aller Regel straffrei.
Welche Notlage hingegen griechische Grenzer zwingt, Flüchtlinge während des (nach wie vor rechtlich zweifelhaften) Push-Backs auszurauben, müsste man mir erklären.
Gut, kann ja sein, dass deren Bezahlung nach zig erzwungenen Sparmaßnahmen gegen Griechenland derart prekär ist, dass sie und/oder deren Familien verhungern und/oder erfrieren ... Das müsste man eventuell untersuchen, ich gehe allerdings erst einmal davon aus, dass dem nicht so ist. Das wird der innere Schweinehund sein, der sich heraustraut, wenn es an Kontrolle fehlt und kaum Konsequenzen zu befürchten sind. Und mit zunehmender Eskalation steht zu erwarten, dass es nicht bei Raub und Schikane bleibt.

Die Nebelkerze wurde leider just in dem Moment gezündet, wo du als Kontraaargument gegen den Richterspruch das ausrauben und malträtieren in kausalen Zusammenhang gebracht hast. Derartige Vorfälle müssen bei der Betrachtung der Sachlage an sich außen vorbleiben, sonst landen wir wieder beim Punkt, das jedes Vergehen eines Asylanten gegen geltendes Recht ebenso das Asylrecht an sich infrage stellen könnte. Idioten lauen in allen Bereichen des täglichen Lebens. Das lässt sich leider nicht vermeiden.



"Praktikabel" bedeutet "durchführbar". Ein paar tausende, zehntausende oder sogar hunderttausende Schutzsuchende auf 27 europäische Länder zu verteilen und mit dem Lebensnotwendigstem zu versorgen, ist logistisch kein unlösbares, ja noch nicht einmal ein besonders anspruchsvolles Problem. Das Problem ist das Fehlen des politischen Willens, der vielbeschworenen europäischen Einheit und der gemeinsamen Werte.
Und wenn das alles fehlt und man nicht einmal so eine relativ einfache Aufgabe gemeinsam gemeistert oder auch nur Einigkeit hergestellt bekommt, ist die EU nichts, was an der griechischen Außengrenze verteidigt werden müsste. Da könnten die Griechen auch sagen "Leckt uns, wir sparen uns die Mühe und lassen der Sache ihren Lauf - bei uns werden ohnehin die Wenigsten bleiben".

In diesem Kontext muss man sich die Frage stellen, ob die anderen Staaten ebenso vorwiegend zum rechtsextremen Sektor zählen, da sie ebenso wie die AfD den politischen Willen vermissen lassen, die Flüchtlinge aufzunehmen. Selbst seitens der EU und innerhalb der CDU gab es klare Verlautbarungen, das der Schutz der Grenzen Priorität genießt, eine Position die man sonst der AfD zugeschrieben hat, womit man dieser einst automatisch den Stempel des Rasssismus und Faschismus aufgedrückt hat. Irgendwie erkenne ich da ziemliche Widersprüche in der grundsätzlichen Logik im Umgang mit der Migrationsproblematik.
Glaubst du denn das es in Zukunft bei ein paar hunderttausend Schutzsuchenden bleibt, in Anbetracht der Sogwirkung, welche eine weitere Aufnahme auslösen würde? Auf wieviel Millionen muss man sich im Zuge zunehmend prekärerer Lebensbedingungen in den Dritteweltstaaten einstellen in Anbetracht der massiven Bevölkerungszunahme. Letztendlich wird man wohl die Probleme der armen Menschen durch Migration nicht lösen, man wird aber weitere schaffen, wenn man an diesem globalen Wirtschafts-und Finanzsystem festhält. Nun könnte man argumentieren, das jedes einzelne Schicksal zählt, dann frage ich mich aber warum täglich mehrere zehntausend Menschen an Hunger sterben müssen, Menschen, die nicht über Ressourcen und Kräfte verfügen. um überhaupt an Flucht zu denken. Diese Schicksale fanden und finden kaum Gehör und warum, weil man Hunger nicht importieren kann, Viren jedoch schon. Würde man das Geld, welche für Krieg gegen den Terror in Waffen investiert, in humanitäre Projekte investieren, täte man sicher einen deutlich größeren Beitrag zur Terrorbekämpfung leisten, als es Waffengewalt je ermöglichen würde und selbst wenn nicht, könnte man mit diesen Mitteln deutlich mehr Menschenleben retten, als jene die durch Terroranschläge ihr Leben verlieren würden. Aber da sind wir wieder beim Grundsatzproblem. Der Hunger ist weit weg und kommt nicht ins Land, der Terror vielleicht schon, wenn zumeist auch nur als diffuse Angst und noch dazu verdient es sich in einigen Kreisen zu gut am Einsatz von Waffen. Und so scheint mir die Pro Migrationseinstellung zumeist nur als eine Art moderner Ablasshandel, um vom eigentlichen Vergehen in Form von Ausbeutung und Unterdrückung anderer Staaten abzulenken. Ich würde es eher begrüßen, wenn man die Wirtschaftsbeziehungen so gestaltet, das man den Menschen in ihrer Heimat ein lebenswürdiges Leben ermöglichen würde und nicht das man Kreditvergaben an wirtschaftliche Bedingungen zum Vorteil der Industriestaaten gestaltet, die es erlauben Rohstoffe unter menschenverachtenden Bedingungen auszuplündern, die Küstengewässer leerzufischen, die Umwelt zu zerstören, den Zugang zu Wasser zu verhindern, da dieses privatisiert wurde und ohne das man per Zöllen und Exporten die dortige Wirtschaft massiv schädigen würde. Und das sage ich nicht, weil ich Angst vor fremden Kulturen habe, sondern weil wohl den meisten Menschen sofern es die Umstände zulassen, eine gewissen Heimatbindung innewohnt. Ebenso würde ich es begrüßen, wenn man ähnlich der Kirchensteuer eine Migrationssteuer auf freiwilliger Basis jedoch in Abhängigkeit des Einkommens einführen würde. Mich würde die Quote zur Bereitschaft auf ganz individuellen Verzicht massiv interessieren und was sich am Ende einzig als Lippenbekenntnisse herausstellen würde, im Anspruchdenken, das die Gesellschaft ohne unmittelbaren Einfluss auf das Individuum die Kosten zu tragen hätte.
 
Immer schön wenn die Leute ihren Humanismus zeigen. Selbst will man natürlich von den Vorteilen des Humanismus profitieren und da verletzen schon Widerworte ihre Menschenrechte. Aber Trünengas auf Leute die von der Türkei gezwungen werden dafür nur hart.
 
Die Bereitschaft wäre selbst unter den Befürwortern der Migration sicher eher gering, genau wie die Menschen nach besseren Bedingungen für Tier und Pflanzenschutz rufen, wobei sie das auch heute schon anhand ihrer Nachfrage steuern könnten, aber nicht bereit sind, den Aufpreis dafür an der Kasse zu entrichten. Wie oben erwähnt, sind das wohl zumeist Lippenbekenntnisse. Da kommt mir automatisch der Bezug zu den sogenannten Stars, welche in ihrem Elfenbeinturm sitzend und dem verschwenderischen Lebensstil frönend, den Pöbel zu Solidarität und Spenden aufrufen, statt mal etwas von ihrem Vermögen locker zu machen. Eher flüchtet man noch vor der Steuerlast während man die moralische Instanz in Sachen Humanität mimt.

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Ein notwendiges System darf nicht quf Spenden beruhen das sagen auch Menschen wie Bill Gates und sind daher auch für höhere Steuern.
 
Ne freiwillige Migrationssteuerwäre wirkluch ne gute Sache...ich beziehe mich auf "freiwillig".

Asyl ist ein Grundrecht, das muss einfach bezahlt werden. Eine Migrationsabgabe zusätzlich zum Soli wäre aber richtig und sollte gleich hoch sein. (Soli ist imho sowieso nicht zu streichen)
 
Ein notwendiges System darf nicht quf Spenden beruhen das sagen auch Menschen wie Bill Gates und sind daher auch für höhere Steuern.
Wenn Spenden bzw eine Steuer auf freiwilliger Basis als Zusatzleistung helfen, künftig steigende Steuerlasten zu vermeiden, welche sicher wieder untere Einkommensschichten besonders belasten werden, spricht imho nichts dagegen

Gesendet von meinem SM-G920F mit Tapatalk
 
Das ist nicht zuverlässig planbar und damit, entschuldige, Müll.

Wir müssen die oberen Schichten stärker belangen.
 
Asyl ist ein Grundrecht, das muss einfach bezahlt werden. Eine Migrationsabgabe zusätzlich zum Soli wäre aber richtig und sollte gleich hoch sein. (Soli ist imho sowieso nicht zu streichen)

Einfach an den dänischen Sozialdemokraten orientieren:

Daenemark: Sozialdemokraten wollen Asylrecht abschaffen

So gewinnt man übrigens Wahlen und schwächt Rechtspopulisten:

Wahl in Daenemark: Sozialdemokraten an die Macht?

Daenische Sozialdemokraten klarer Wahlsieger

Frederiksen setzt auf traditionelle linke Sozialpolitik, hat ihre Partei aber in der Asylpolitik kräftig nach rechts gerückt.

In sozialen Fragen links und in Migrationsfragen rechts. Und zack holt man sich die Wähler zurück. Es könnte so einfach sein.
 
Das ist nicht zuverlässig planbar und damit, entschuldige, Müll.

Wir müssen die oberen Schichten stärker belangen.
Die Kirchensteuer ist auch Müll? Die oberen Schichten dürfen von mir aus gern stärker belangt werden. Treffen wird es aber in guter alter Manier höchstens den besser gestellten Mittelstand

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