Falls es Dir noch nicht aufgefallen ist, darf man auch bedeutend mehr machen, als nur abzustimmen. Schaue
ich auf Hamburg, war aber selbst dieser minimaldemokratische Akt einem Drittel der Wählern zu anstrengend.
Ach du meinst wieder, das man sich selbst in der Politik engagieren sollte, um etwas zu ändern. Dann muss aber auch die Frage gestattet sein, warum das Volk, Volksvertreter wählt, wenn diese nicht das Volk vertreten, sondern unter ihrer Ägide Dinge vorangetrieben werden, welche keinen Konsens im Volk finden. Da muss das grundsätzliche System der parlamentarischen Demokratie hinterfragt werden,
Aber selbst wenn man Willens ist, sich in der Politik zu engagieren, erreicht man entsprechende Posten nur, sofern man sich nicht vom Grundtenor distanziert und auch die Medien als Sprachrohr der Wirtschaft tun ein übriges dazu bei, das mögliche Politiker mit entsprechenden Tendenzen gar nicht erst bestimmte Schlüsselpositionen einnehmen könnten.
Bekommen Menschen Hartz IV und werden davon psychisch krank, oder wurden sie aus vielfältigen Gründen
psychisch weniger belastbar und bekommen in Folge Hartz IV?
Die Koinzidenz gilt in beide Richtungen.
Und ja, die defacto Abschaffung einer Rente
bei Berufsunfähigkeit ist einer der größten Ungerechtigkeiten, weil gerade die Geringverdiener horrende
Zahlungen an Versicherungen leisten müssten, die viele nicht willens und fähig sind, aufzubringen.
Selbst wenn man willens und fähig war, von seinem nicht sonderlich hohen Einkommen eine private Absicherung vorzunehmen, so muss man im Leistungsfall leider viel zu häufig erkennen, das man nicht sich, sondern nur die Provision des Finanzdienstleisters abgesichert hat. Mehr als 80 % Vom Nettokommen sind aus sogenannten Bereicherungsvermeidungsgründen nicht absicherbar. Was das nun für den Mindestlöhner konkret bedeutet, kann man sich leicht ausrechnen. Das diesem aber auch die Restsumme nicht zur Verfügung steht, wird ihm bei Vertragsabschluss natürlich nicht mitgeteilt. Im Fall der ausschließlichen Berufsunfähigkeit darf der Versicherte sich nämlich dann auch noch von den entsprechenden Sozialabgaben trennen, so das man ganz schnell unter den ALG 2 Satz fällt, was dann am Ende in Aufstockung und Offenlegung aller Habseeligkeiten endet. Und selbst das muss noch als Glücksfall betrachtet werden, die vielen gelingt es gar nicht erst, ihren Leistungsanspruch durchzusetzen wenn z.b die Versicherung amtsärztliche Gutachten nicht anerkennt und stattdessen private Gutachten heranzieht, welche weder im Umfang noch von der Art her tauglich zur Beurteilung der Leistungsfähigkeit sind. Auch wird gern mit Vorerkrankungen argumentiert, welche medizinisch nicht statthaft sind, nur um die Leistungsfälligkeit so lang zu verzögern, bis sich das für die Versicherungsgesellschaft finanzielle Problem von allein gelöst hat und sei es auch nur weil dem geschädigten dann die finanziellen Mittel für eine weitere Klage fehlen.
Ja, mit der Sozialgesetzgebung in diesem Staate lief in den letzten zwanzig Jahren seit Einführung von Hartz IV
so ziemlich alles falsch. Und auch wirtschaftlich war ein Niedriglohnsektor in Deutschland, vergleicht man mit
der Entwicklung in der Schweiz, absurd.
Und was macht "der Wähler"? Findet er es gut, weil wieder ordentlich nach unten getreten wird, oder wählt
er entsprechende Parteien um den Weg umzukehren? Nein, als Folge kommt eine rechtsradikale Bewegung
hoch, die noch mehr nach unten treten will. Sauber ....
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Was soll der Wähler denn wählen, damit sich für ihn spürbar etwas bessert. Die Stammwählerschaft verharrt immer noch im GLauben, das ihre einstigen etablierten Volksparteien ihren geliebte Zustände zurückbringen werden, was in anbetracht der sich stetig ändernden Rahmenbedinungen absolut utopisch ist. Die Wechselwählerklienteil hat sicher einiges probiert und musste entweder erkennen, das ihre Stimme keine neue Gewichtung der Elemente hervorbrachte oder das selbst wenn die neuen Personalien anderer Partein sich im neoliberalen Grundkurs abseits von Nichtigkeiten nicht sonderlich von den etablierten differenzieren und da kann dann schon mal der Gedanke aufkeimen, es in eine andere Richtung zu probieren.
Natürlich tritt man somit weiter nach unten, aber die Menschen sind auch nicht dumm. Was wird wohl geschehen, wenn der Finanzhaushalt in diesem Land bei zunehmender Rezession in Schieflage gerät bei weiter steigenden Sozialausgaben bedingt durch die Zuwanderung in die Sozialsysteme? ALG2 ist ein guter Indidkator dafür. Man nimmt Einsparungen genau am unteren Ende vor, während man das Finanzwesen weiter entlastet und das wissen die Menschen, auch wenn sich der wahre Feind eben nicht links, rechts oder unter dir, sondern über dir befindet. Am Ende trifft es diejenigen am unteren Ende der Nahrungskette, aber auch die neigen dazu auch das wenige was sie überhaupt noch besitzen, zu verteidigen in dem Bewußtsein, das bislang niemand in der Poltik den Grundkurs wechselte. Wäre die AfD dann mal in der Regierungsverantwortung, würden nicht wenige erkennen, das auch dann sich an der neoliberalen Auslegung und Umverteilung von unten nach oben nichts ändern würde. Auch die Linke hat sich in Berlin in der Realpolitik für viele Bürger entzaubert, da das Grundprinzip des unendlichen Wachstums im Kapitalismus nach dem Finanzdiktat in seinen Entzügen liegt und nur durch eine massive Finanzmarktmanipulation am Leben gehalten wird.
Will man rechtsextreme Tendenzen unterdrücken, muss man den Menschen Perspektiven bieten, eine Teilhabe an der Gesellschaft auf breiter Front und nicht eine soziale Ausgrenzung auf Basis unterschiedlicher Wirtschaftsleistung und Finanzlage vorantreiben. Das wird aber in diesem System, in welchem wenige profitieren auf Kosten der breiten Masse jedoch nicht geschehen.
Ein von oben diktierter Soziallismus wird das Dillemma natürlich ebenso wenig lösen können. Könten die Menschen sich von ihrem archaischen Egoismuss lösen und erkennen, das es durchaus mehr Freude und Lebensquailiät bieten kann, wenn man gibt, statt zu nehmen oder zu fordern, dann könnte sich für alle etwas zu guten wenden, aber das wird in Anbetracht der Grundsatzauslegung des menschlichen Charakters auf breiter Front eher nicht geschehen.