Vielleicht kann das ein Systemadmin erläutern
Nur nicht schüchtern, auch du wirst noch einer. Dein LTO-Tape Autloader ist schon produziert!
Wirtschaft, Logistik, Militär usw. sind eine Sache, aber digital? Vielleicht kann das ein Systemadmin erläutern, doch ich vermute, die USA haben einen digitalen Killswitch: Windows sperren? Clouddienste abschalten? Bankenwesen? Das können wir ganz schlecht aus Katar importieren.
Was mir spontan einfällt, ohne großen Wert auf Formulierung und Satzbau zu legen:
- SWIFT. Schon jetzt "prüfen" die USA immer.
Zwei Anläufe brauchte es im EU-Parlament, bis das Swift-Abkommen mit den USA durch war. Jetzt tritt die Regelung zur Übermittlung von Bankdaten nach Übersee in Kraft. Kritiker sehen "schwerwiegende Datenschutzmängel": Unbeteiligte würden mitüberwacht, die Daten viel zu lange gespeichert.
www.n-tv.de
https://www.activemind.de/magazin/gutachten-us-ueberwachungsrecht/
Das Gutachten stellt dabei wenig überraschend fest, dass die Befugnisse sogar so weit gehen, dass manche Unternehmen in der EU und dem europäischen Wirtschaftsraum (EWR) zu einem Verstoß gegen die DSGVO durch die Bereitstellung von Daten an US-Geheimdienste gezwungen werden können.
- Visa, Mastercard, Paypal, Apple Pay, Google Pay -> Amerikanische Anbieter. Nutzbarkeit kann von jetzt auf gleich beendet werden.
- Clouddienste wie z.B. Azure, AWS, GCP, OCI ->Zugang und Nutzung kann von jetzt auf gleich untersagt/beendet werden. Was vorallem bei Azure noch mit dazukommt sind im Unternehmens- und leider auch Behördenumfeld genutzte Dienste wie Microsoft 365, Sharepoint Online, Exchange Online, EntraID, Teams,.. Wenn man sich anschaut wie sich da manche Firma in die digitale Abhängigkeit mit Lock-in Garantie begeben hat -> Game Over. Vorallem wenn das Backup der Daten nur ein reines Cloud to Cloud Backup ist und die Sicherungsziele dann bei einem anderen amerikanischen Anbieter liegen. Ebenso wenn man meinte sensible Daten dort speichern zu müssen -> Wirtschaftsspionage für die USA leicht gemacht. Grüße gehen raus an die Sinnlosmeeting-Powerpoint-Anzugsträgerfraktion.
Auch zu beachten: Manche Hostinganbieter, selbst wenn diese aus der EU kommen, haben keine eigenen Ressourcen sondern sind selbst bei Azure und Co.
- Selbst die viel beschworene "Private Cloud" Variante von Azure und GCP helfen hier nicht. Sobald keine Updates mehr geliefert werden, fängt es an zappenduster zu werden. Die Private Cloud Variante von GCP wird u.a. von der Bundeswehr genutzt, weil angeblich so alternativlos. Ebenso zu beachten:
Eine Analyse für das Innenministerium beleuchtet die Reichweite US-amerikanischer Gesetze. Demnach sind auch in der EU gespeicherte Daten nicht sicher.
www.heise.de
- Das im Bildungsbereich genutzte Microsoft 365 Education -> Aus und die hinterlegten Daten der Schüler, Lehrer, etc. gehen gleich noch mit an die Geheimdienste.
-Redhat Linux -> Anmelden an den Geräten auf denen es installiert ist vermutlich noch möglich, Zugang zu Updates vermutlich nicht, da diese einen aktiven Account dort vorraussetzen.
- Weitverbreitete kommerzielle RDBMS wie Oracle Database und MSSQL -> Kommt drauf an. Zugriff auf die Updates für Oracle Database erfordert einen Firmenaccount, könnte also kompliziert werden. Die Updates für MSSQL haben aber keinerlei solcher Beschränkungen, sollten sich also, über Umwege, noch bereitstellen lassen. Denen sollte trotzdem jedweder direkte Kontakt ins Internet untersagt werden.
- VDI Lösungen von Citrix und Omnissa (vormals die VDI Sparte von VMware) -> Aus, u.a. weil Lizenzmodell auf Subscription basiert.
- Nutanix, VMware by Broadcom -> Aus.
- Servertechnik: HPE, Dell, Supermicro -> amerikanische Anbieter
- Netzwerktechnik und Firewalls: Da wird die Auswahl sehr schnell, sehr klein. Die überwiegende Mehrheit sind amerikanische Anbieter, wie z.B. HPE Aruba, Palo Alto, Juniper, Fortinet oder das in der Vergangenheit regelmäßig durch seine Backdoors und Sicherheitslücken aufgefallen Cisco
- E-Commerce dürfte auch sehr viel über amerikanische Anbieter wie Salesforce laufen. Siehe das weiter vorne gebrachte mit dem französischen Richter am IStGH.
- Updates für Windows Client und Server: Zugang zu Updates könnte durch Geoblocking verhindert oder zumindest erschwert werden. Updates selbst sind aber nicht an irgendwas gebunden.
- Dödeliger Endkunde der sein Windows mit Microsoft verknüpft hat und wo z.B. auch der Bitlocker Schlüssel dort liegt: Ausgesperrt.
- Recht viele MDM Lösungen z.B. von Ivanti -> Aus.
- Nicht mit Microsoft Onlinediensten verbundene Windows Geräte: Im Moment vermutlich nicht wirklich betroffen, auch wenn sich das ganze durch die ganze KI und Recall was ausgerollt wird, ändern kann.
- Allgemein muss man sich in so einem Fall über kurz oder lang, vorallem wenn es nicht der ordinäre Endkunde ist, von im Internet hängenden Windowsen (und anderen Microsoft-Produkten) verabschieden. Bei welchen die in komplett separierten und von Internet abgeschotteten Netzen stehen, hätte ich weniger Bedenken, auch weil es hier Alternativtechniken gibt, um die auf Umwege beschafften Updates zentral auszurollen.
- Kritisch ist auch Abhängigkeit hießiger Software von Software amerikanischer Softwarekonzerne. Paradebeispiel u.a. DATEV. Betriebssytemseitig muss Windows, Datenbank MSSQL Server und Office zwingend MSO. Und DATEV ist zumindest auf Deutschland bezogen nicht irgendeine Klitsche am Rinnsal, sondern die Software im Bereich Steuer, FiBu, Lohnbuchhaltung für Unternehmen, Steuerberater, ...
- Landwirtschaftliche Geräte von John Deere ab einem gewissen Baujahr ->
Killswitch. Auch andere Geräte von anderen Herstellern können betroffen sein. Sprich da wird einem ordentlich die Enshittification der vergangenen Jahrzehnte auf die Füße fallen.