Geschichte wiederholt sich, diesmal die USA

Xi wagt es weiterhin nicht, Taiwan militärisch einzunehmen, obwohl das schneller gehen würde, als die USA oder andere intervenieren könnten, weil er ein Nachspiel zu erwarten hätte, das sich nicht rechnet;
Das halte ich für völlig falsch. Die Insel mit ihrer Topographie einzunehmen und seine Ziele zu erreichen, halte ich für militärisch fast unmöglich.
Was will denn China?
Du glaubst doch nicht wirklich an das nationalistische Märchen von "Ein China"?
Taiwan ist abseits von Folklore nur aus einem einzigen Grund interessant und zwar den Weltmarkt in Sachen Halbleiter (Chips und Mainboards) zu kontrollieren.
Das geht aber gründlich schief, wenn man die Insel in die Steinzeit bombt, abgesehen davon ist das kein "kommando Unternehmen", sondern man muss an der eigenen Küste mobilisieren. Damit hätten wichtige Leute, Zeit auszureisen, nach Europa oder die USA. Mit kaputten Maschinen, ohne/kaputten Produktionsstädten und den nötigen menschlichen Köpfen dahinter, hat man 25 Millionen hasserfüllte Feinde, hauptsächlich die Jüngeren, einen Haufen Probleme in der Welt und absolut nichts gewonnen.
Bombt man die Insel nicht in Schutt und Asche, sondern versucht es mit einer Invasion, sind die Taiwaner ziemlich gut bewaffnet, um einen Haufen chinesische Tote zu produzieren, ihre Produktionsanlagen wenn nötiig trotzdem zu zerstören und die Chinesen in einen Abnutzungslrieg zu verwickeln.
Taiwan bereitet sich seit Jahrzehnten vor, und seit mind. 4 Jahren intensivst. Das ist alles andere als eine einfache miliitärische und politische Aktion, wenn China es darauf anlegt.

Signifikant an der Venezuela-Situation ist meiner Einschätzung aber, dass die USA Maduro einkassieren konnten, ohne dabei einen Krieg hervorzurufen und ziemlich unbeschadet aus der Sache herausgehen werden
Absolut richtig, aber abseits von Maduro und seiinem Sturz hat er nichts gewonnen. Man kann kein Land regieren ohne Soldaten vor Ort und auch an das Öl kommt er noch lange nicht, ausser er macht Geschäfte von beidersammen Nutzen miit Venezuela und das erfordert eine Menge Geld von den USA.

Trump hat gar nicht erst sein Militär im großen Maßstab antreten lassen, weil er keine militärische Gegenwehr zu erwarten hatte und obendrein den diplomatischen Schaden mit seiner 'Mastercard' deckeln kann.
Wie lange das der Fall ist, bis sich einer oder mehrere mit Krieg wehren werden, ist nur eiine Frage der Zeit bei dieser Politik.
 
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Wem würdest du das in welchen Fällen zutrauen?
Dort wo Regierungen Rückhalt in der Bevölkerung haben und "Hilfe" aus der Welt möglich erscheint.
Von Mexiko und Grönland/Dänemark sollte Trump m.A. nach unbedingt militärisch die Finger lassen.
Bei den Kubanern bin ich nicht tief genug drinne, aber ob dort die Bevölkerung kämpfen würde, eher unwahrscheinlich.
 
Dort wo Regierungen Rückhalt in der Bevölkerung haben und "Hilfe" aus der Welt möglich erscheint.
Von Mexiko und Grönland/Dänemark sollte Trump m.A. nach unbedingt militärisch die Finger lassen.
Trump will Grönland. Die Begründung mit Bezug auf chinesische und russische Schiffe um Grönland, wüsste ich nicht zu belegen - jedoch ist Trump resolut, wenn es um China geht. China hat sich in Venezuela besonders im Energiesektor (ca. 5% der Ölimporte stammen aus Venzuela, beachtliche Investitionen, Quelle) engagiert, was Trump nun zu revidieren versucht. Auch die Panama-Kanal-Situation wurde mit Verweis auf China ausgetragen.
Mag sein, dass die USA mit Grönland einen subtileren Weg einschlagen, allerdings habe ich meine Zweifel, dass einzelne Kooperationen mit Grönland ohne Hoheitsrechte für Trump ausreichen. Die Bevölkerung Grönlands verweigert sich einer Angliederung an die USA als Bundesstaat. Mit Soft-Power wird Trump das nicht in wenigen Jahren ändern können. Aber falls die USA militärisch vorgehen, müsste Europa sich nicht nur rhetorisch, wirthscaftlich und technologisch verändern, sondern sich politisch von den USA emanzipieren (harte Krise!) und militärisch in Übersee gegen die USA vorgehen (keine Aussicht auf Erfolg). Außerhalb Europas würde niemand für Grönland kämpfen - Russland kann es nicht und China ist noch nicht soweit.

Wenn Trump also keinen friedlichen oder hybriden Weg findet, könnte er Grönland militärisch einnehmen. Klingt krass, besonders wenn man über das resultierende Verhalten Europas nachdenkt, aber leider muss man ihm das zutrauen. Das einzige, was ihn davon abhalten dürfte, wären die noch stabilen wirtschaftlichen und technologischen Beziehungen zu Europa, auf welche die USA nicht einfach so verzichten könnten; dieser 'Preis' ist ziemlich hoch für Grönland. Auch wäre fraglich, inwiefern die USA eine diplomatische Möglichkeit fänden, um ihre doch recht kostbare militärische Präsenz in Europa zu halten - bzw. wie flexibel Europa sich hierbei zeigt, um weiterhin durch die USA geschützt zu werden. Könnte mir vorstellen, dass Europa, wenn es hart auf hart kommt, kuscht und den 'Preis' für Grönland ebenfalls nicht bezahlen will.
 
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Wenn Trump also keinen friedlichen oder hybriden Weg findet, könnte er Grönland militärisch einnehmen. Klingt krass, besonders wenn man über das resultierende Verhalten Europas nachdenkt, aber leider muss man ihm das zutrauen. Das einzige, was ihn davon abhalten dürfte, wären die noch stabilen wirtschaftlichen und technologischen Beziehungen zu Europa, auf welche die USA nicht einfach so verzichten könnten;
Trump will ja am Liebsten die EU auflösen. Er hat ja von Wirtschaftsbeziehungen keine Ahnung..
Daher gehe ich davon aus, dass er Grönland militärisch einnehmen wird und niemand wird das verhindern können.
Damit wäre die Nato beendet..

 
"Dänemark wird das nicht schaffen, das kann ich Ihnen sagen", sagte Trump. Auch für die Europäische Union sei klar, dass die USA Grönland "haben" sollten, behauptete Trump. "Wir werden uns in rund zwei Monaten um Grönland kümmern", sagte Trump und fügte hinzu: "Lassen sie uns in 20 Tagen über Grönland sprechen."
https://www.dw.com/de/annexion-groe...ndinavien-nato-arktis-voelkerrecht/a-75390865

Jon Rahbek-Clemmensen, Arktis-Forscher von der dänischen Verteidigungsakademie, hält im dänischen Rundfunk zwei Szenarien für realistisch: Eine Möglichkeit sei, dass der Konflikt die nächsten Jahre so weitergeht, mit immer wieder neuen Drohungen der USA und Empörung auf der Seite Grönlands und Dänemarks.
"Eine andere Möglichkeit ist, Trump eine Art Ausstiegsszenario zu bieten. Die dänische Regierung hat vor Kurzem mehr Investitionen in Grönlands Verteidigung beschlossen. Trump könnte sagen, genau das wollte ich erreichen, ich habe gewonnen."
https://www.tagesschau.de/ausland/europa/daenemark-warnung-100.html

Zudem: In dieser Sache sitzt Trump am deutlich längeren Hebel. Europa - Mensch, das sind ja dann wirklich wir - hat zu viel zu verlieren und ist fragiler als die USA. Wirtschaft, Logistik, Militär usw. sind eine Sache, aber digital? Vielleicht kann das ein Systemadmin erläutern, doch ich vermute, die USA haben einen digitalen Killswitch: Windows sperren? Clouddienste abschalten? Bankenwesen? Das können wir ganz schlecht aus Katar importieren.

Mit diesem Hebel unter dem Verhandlungstisch sollte eine 'diplomatische' Lösung, welche die Interessen der Amerikanischen Föderation beachtet, gewiss möglich sein. :fresse:
 
Vielleicht kann das ein Systemadmin erläutern
Nur nicht schüchtern, auch du wirst noch einer. Dein LTO-Tape Autloader ist schon produziert! :ugly:

Wirtschaft, Logistik, Militär usw. sind eine Sache, aber digital? Vielleicht kann das ein Systemadmin erläutern, doch ich vermute, die USA haben einen digitalen Killswitch: Windows sperren? Clouddienste abschalten? Bankenwesen? Das können wir ganz schlecht aus Katar importieren.
Was mir spontan einfällt, ohne großen Wert auf Formulierung und Satzbau zu legen:
- SWIFT. Schon jetzt "prüfen" die USA immer.
https://www.activemind.de/magazin/gutachten-us-ueberwachungsrecht/
Das Gutachten stellt dabei wenig überraschend fest, dass die Befugnisse sogar so weit gehen, dass manche Unternehmen in der EU und dem europäischen Wirtschaftsraum (EWR) zu einem Verstoß gegen die DSGVO durch die Bereitstellung von Daten an US-Geheimdienste gezwungen werden können.
- Visa, Mastercard, Paypal, Apple Pay, Google Pay -> Amerikanische Anbieter. Nutzbarkeit kann von jetzt auf gleich beendet werden.
- Clouddienste wie z.B. Azure, AWS, GCP, OCI ->Zugang und Nutzung kann von jetzt auf gleich untersagt/beendet werden. Was vorallem bei Azure noch mit dazukommt sind im Unternehmens- und leider auch Behördenumfeld genutzte Dienste wie Microsoft 365, Sharepoint Online, Exchange Online, EntraID, Teams,.. Wenn man sich anschaut wie sich da manche Firma in die digitale Abhängigkeit mit Lock-in Garantie begeben hat -> Game Over. Vorallem wenn das Backup der Daten nur ein reines Cloud to Cloud Backup ist und die Sicherungsziele dann bei einem anderen amerikanischen Anbieter liegen. Ebenso wenn man meinte sensible Daten dort speichern zu müssen -> Wirtschaftsspionage für die USA leicht gemacht. Grüße gehen raus an die Sinnlosmeeting-Powerpoint-Anzugsträgerfraktion.
Auch zu beachten: Manche Hostinganbieter, selbst wenn diese aus der EU kommen, haben keine eigenen Ressourcen sondern sind selbst bei Azure und Co.
- Selbst die viel beschworene "Private Cloud" Variante von Azure und GCP helfen hier nicht. Sobald keine Updates mehr geliefert werden, fängt es an zappenduster zu werden. Die Private Cloud Variante von GCP wird u.a. von der Bundeswehr genutzt, weil angeblich so alternativlos. Ebenso zu beachten:
- Das im Bildungsbereich genutzte Microsoft 365 Education -> Aus und die hinterlegten Daten der Schüler, Lehrer, etc. gehen gleich noch mit an die Geheimdienste.
-Redhat Linux -> Anmelden an den Geräten auf denen es installiert ist vermutlich noch möglich, Zugang zu Updates vermutlich nicht, da diese einen aktiven Account dort vorraussetzen.
- Weitverbreitete kommerzielle RDBMS wie Oracle Database und MSSQL -> Kommt drauf an. Zugriff auf die Updates für Oracle Database erfordert einen Firmenaccount, könnte also kompliziert werden. Die Updates für MSSQL haben aber keinerlei solcher Beschränkungen, sollten sich also, über Umwege, noch bereitstellen lassen. Denen sollte trotzdem jedweder direkte Kontakt ins Internet untersagt werden.
- VDI Lösungen von Citrix und Omnissa (vormals die VDI Sparte von VMware) -> Aus, u.a. weil Lizenzmodell auf Subscription basiert.
- Nutanix, VMware by Broadcom -> Aus.
- Servertechnik: HPE, Dell, Supermicro -> amerikanische Anbieter
- Netzwerktechnik und Firewalls: Da wird die Auswahl sehr schnell, sehr klein. Die überwiegende Mehrheit sind amerikanische Anbieter, wie z.B. HPE Aruba, Palo Alto, Juniper, Fortinet oder das in der Vergangenheit regelmäßig durch seine Backdoors und Sicherheitslücken aufgefallen Cisco
- E-Commerce dürfte auch sehr viel über amerikanische Anbieter wie Salesforce laufen. Siehe das weiter vorne gebrachte mit dem französischen Richter am IStGH.
- Updates für Windows Client und Server: Zugang zu Updates könnte durch Geoblocking verhindert oder zumindest erschwert werden. Updates selbst sind aber nicht an irgendwas gebunden.
- Dödeliger Endkunde der sein Windows mit Microsoft verknüpft hat und wo z.B. auch der Bitlocker Schlüssel dort liegt: Ausgesperrt.
- Recht viele MDM Lösungen z.B. von Ivanti -> Aus.
- Nicht mit Microsoft Onlinediensten verbundene Windows Geräte: Im Moment vermutlich nicht wirklich betroffen, auch wenn sich das ganze durch die ganze KI und Recall was ausgerollt wird, ändern kann.
- Allgemein muss man sich in so einem Fall über kurz oder lang, vorallem wenn es nicht der ordinäre Endkunde ist, von im Internet hängenden Windowsen (und anderen Microsoft-Produkten) verabschieden. Bei welchen die in komplett separierten und von Internet abgeschotteten Netzen stehen, hätte ich weniger Bedenken, auch weil es hier Alternativtechniken gibt, um die auf Umwege beschafften Updates zentral auszurollen.
- Kritisch ist auch Abhängigkeit hießiger Software von Software amerikanischer Softwarekonzerne. Paradebeispiel u.a. DATEV. Betriebssytemseitig muss Windows, Datenbank MSSQL Server und Office zwingend MSO. Und DATEV ist zumindest auf Deutschland bezogen nicht irgendeine Klitsche am Rinnsal, sondern die Software im Bereich Steuer, FiBu, Lohnbuchhaltung für Unternehmen, Steuerberater, ...
- Landwirtschaftliche Geräte von John Deere ab einem gewissen Baujahr -> Killswitch. Auch andere Geräte von anderen Herstellern können betroffen sein. Sprich da wird einem ordentlich die Enshittification der vergangenen Jahrzehnte auf die Füße fallen.
 
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Na, das hab ich doch direkt in dem Beitrag geschrieben. :ka:
Schau, was Guillous passiert ist, als er die Privilegien US-amerikanischer Technologie verloren hat. Anschaulich ist es, wenn du dir vorstellst, MS würde Windows nicht nur für dich sondern alle Europäer sperren. Allein dieser Schritt würde Chaos verbreiten und unser digitales System ruinieren. Trump muss das nichtmals drohend aussprechen, damit es politisch wirksam ist. Wir können uns gegenüber den USA keine große Klappe erlauben oder gar gegen sie agieren, weil wir fundamental abhängig von ihnen sind. Deswegen machen unsere Politiker auch einen Eiertanz um die "komplexe" Situation und bleiben hinsichtlich Grönland auf einer bloß diplomatischen Ebene.

Edit: Vielen Dank, @Poulton! Da ist ja einiges dabei, das wir nicht spontan ersetzen oder kompensieren könnten.
 
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@Poulton

Orwell lässt Grüßen :-D

Bin schon gespannt wie das bei Trump weitergeht.
Zum einen spricht er über Venezuela mittlerweile von gestohlenem Öl das sich jetzt US Amerikanische Unternehmen zurückholen sollen,


und zu Grönland hat er ja auch schon verlauten lassen das er da in 20 Tagen darüber sprechen wird.


Und das Land Kolumbien ist mittlerweile auch schon in Trumps Überlegung aufgetaucht.

Echt erschreckend der Typ und seine Vorhaben.
Ich hab langsam das Gefühl Trump setzt gerade das um was Putin nicht gelungen war, die Weltordnung zu seinen Gunsten zu Verändern.
 
Edit: Vielen Dank, @Poulton! Da ist ja einiges dabei, das wir nicht spontan ersetzen oder kompensieren könnten.
In so manche Abhängigkeit ist man auch sehenden Auges und mit "Alternativlos" auf den Lippen gelaufen.
- Google Cloud für Bundeswehr kam erst 2025 in trockene Tücher, trotz entsprechender Kritik.
- Einsatz von Palantir in Bayern -> auch entsprechende Kritik und mittlerweile auch eine Verfassungsbeschwerde am laufen
- ebenfalls Bayern, was 2025 beschloss in die Microsoft Cloud zu gehen, trotz entsprechender Kritik bzgl. Digitaler Souveränität, etc.
- Tagesaktuell: Das BSI Portal für Schwachstellenmeldung läuft bei AWS. Macht natürlich Sinn solch ein Portal bei einem Anbieter laufen zu lassen, die ein anderer Staat per Order auslesen und, nach besten Wissen und Gewissen versteht sich, vorab nutzen kann.
 
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Paradebeispiel u.a. DATEV. Betriebssytemseitig muss Windows, Datenbank MSSQL Server und Office zwingend MSO. Und DATEV ist zumindest auf Deutschland bezogen nicht irgendeine Klitsche am Rinnsal, sondern die Software im Bereich Steuer, FiBu, Lohnbuchhaltung für Unternehmen, Steuerberater, ...
Bei denen ist das echt übel. Allerdings haben die zumindest schon einen Teil webbasiert laufen. Wobei ich nicht weiß, ob die da im Hintergrund MS zwingend brauchen/nutzen.
 
Behaupten wir nicht eigentlich das Gleiche?

Ich hatte bislang den Eindruck, dass du aus Selenskis Verhalten irgendetwas von Bedeutung über die US-Politik ableiten möchtest. Wenn du es auch für komplett irrelevant und selbstzentriert hälst, sagen wir tatsächlich das Gleiche.

Signifikant an der Venezuela-Situation ist meiner Einschätzung aber, dass die USA Maduro einkassieren konnten, ohne dabei einen Krieg hervorzurufen und ziemlich unbeschadet aus der Sache herausgehen werden. Putin musste sich militärisch anstrengen, um überhaupt in die Ukraine einzumaschieren; Xi wagt es weiterhin nicht, Taiwan militärisch einzunehmen, obwohl das schneller gehen würde, als die USA oder andere intervenieren könnten, weil er ein Nachspiel zu erwarten hätte, das sich nicht rechnet; Trump hat gar nicht erst sein Militär im großen Maßstab antreten lassen, weil er keine militärische Gegenwehr zu erwarten hatte und obendrein den diplomatischen Schaden mit seiner 'Mastercard' deckeln kann.
Dieser Fakt findet keine vergleichbaren Umstände.

Militärisch sind die USA definitiv singulär auf dem Globus, aber man sollte die Aktion nicht überbewerten:
Relativ wenig venezuelanische Soldaten wurden ermordert, kaum Gerät zerstört und es gibt weiterhin eine voll funktionsfähige politische Führung. Trump hat de facto einen Anti-Demokraten und eine Zivilisten gekidnappt, thats it. Er hat nicht die Kontrolle über das Land übernommen, nicht einmal ein Bruchteil dessen erreicht (oder auch nur versucht), was Putin (trotz allem) geschafft hat oder Xi gerne schaffen würde. Und eine Bodenoffensive könnte er zwar mit recht hoher Sicherheit militärisch gewinnen, aber mit ebenso hoher Sicherheit würde er die einhergehenden Verluste auf eigener Seite innenpolitisch nicht überleben.

Ich schätze mal, dass ganze wird jetzt auf ein Angebot hinauslaufen, dass zu gut ist um es abzulehnen. Resultat: Die Männer hinter dem Paten im Weißen Haus bekommen ihr Ölgeschäft, das venezuelanische Regime tauscht eine Führungsfigur gegen einen ordentlichen Geldfluss (schon ein relativ kleiner Teil der US-Öl-Budgets dürfte mehr Geld ins Land bringen, als unter US-Sanktionen bislang mit dem Verkauf auf eigene Rechnung möglich war) und die Venezuelaner können jetzt noch effektiver mit US-Technik unterdrückt werden.


Das halte ich für völlig falsch. Die Insel mit ihrer Topographie einzunehmen und seine Ziele zu erreichen, halte ich für militärisch fast unmöglich.
Was will denn China?
Du glaubst doch nicht wirklich an das nationalistische Märchen von "Ein China"?

Es zählt nicht, was "China" will, sondern was Xi will. Und der will, ähnlich wie Putin, als der große (An-)Führer in die Geschichtsbücher eingehen, der das Reich wieder zu voller Blüte geführt hat. Und ihm bleibt rein biologisch nicht mehr viel Zeit dafür. Von daher steht durchaus zu befürchten, dass er auch ein zerbombtes Taiwan als Gewinn betrachten würde. Zumal es rein wirtschaftlich auch reicht, eine Nummer 1 zu zerstören, anstatt sie zu übernehmen, wenn die Kunden irgendwas kaufen müssen.


Zudem: In dieser Sache sitzt Trump am deutlich längeren Hebel. Europa - Mensch, das sind ja dann wirklich wir - hat zu viel zu verlieren und ist fragiler als die USA. Wirtschaft, Logistik, Militär usw. sind eine Sache, aber digital? Vielleicht kann das ein Systemadmin erläutern, doch ich vermute, die USA haben einen digitalen Killswitch: Windows sperren? Clouddienste abschalten? Bankenwesen? Das können wir ganz schlecht aus Katar importieren.

Banken wären noch das kleinste Problem. Die wichtigsten Knotenpunkte sind sogar europäisch (Stichwort Swift) und die Abläufe wurden schon lange vor irgendwelchen Cloudkonzepten digitalisiert, dürften bis heute aus Sicherheits- und Stabilitätsgründen auf unabhängigen Mainframes laufen. Microsoft wäre auch noch vergleichsweise gut ersetzbar, die Alternativen existieren ja und scheitern im wesentlichen nur daran, dass M$ bevorzugt wird. Aber "Cloud" ist DAS große Problem. Alphabet, AWS, Azure - selbst hinter dem, was aus der EU heraus gehostet wird, dürften zu 99% US-Konzerne stecken. Und sowohl Wirtschaft als auch Privatleute stürzen sich mit einer unglaublichen Begeisterung in die Cloud-Abhängigkeit. Es hebe der die Hand, der beruflich und privat auch nur 10 Minuten ohne Internet unverändert fortfahren könnte.

ABER:
An der Stelle sollte man nicht direkt aus-den-USA-Konzern und US-Regierung gleichsetzen. Besagte Konzerne machen auch gerne, oft und gute Geschäfte mit China, in Vietnam, sicherlich auch bis vor kurzem in Venezuela, etc.. Die sind nicht zwingend US-Schoßhunde, sondern globale Megakonzerne, die in vielerlei Hinsicht über Trump stehen. (Was die Sache nicht zwingend besser, aber schwerer vorhersehbar macht. )
 
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