Seit Jahren regen sich die Leute darüber auf, dass die netto Produktionskosten nur einige zig $ sind, das Produkt dann aber für $800 im Laden steht. Nicht nur bei NVidia.
Als ob der Kunde ein Anrecht darauf hätte, ein Produkt zu den reinen Produktionskosten kaufen zu können.
Wer fordert das denn tatsächlich? Kommt mir wie ein Strohmann vor.
Du als Controller solltest das besser wissen. U.a. muss ja auch DEIN Gehalt irgendwoher kommen. Wenn Deine Fa. ihre Produkte nur zum Produktionspreis verkaufen würde, ginge das sicher nicht, selbst wenn es keine Steuern und Handelsmargen geben würde ...
Was soll ich denn besser wissen? Ich habe doch mit keiner Silbe hier eine Position bezogen.
Ich habe lediglich gesagt, dass ich persönlich nicht weiß, wie die Kostenstruktur eines fremden Unternehmens ist und ich deshalb keine feist formulierten Aussagen dazu tätigen würde.
Da ich davon ausgehe, dass du genauso viel/wenig weißt wie ich, bzw. wir anderen, kommt mir dein latent aggressiver Verteidigungsmodus einfach ein wenig befremdlich vor.
Ich möchte die Firma sehen, die Unterhaltungselektronik in der Preisregion anbietet, bei der der UVP bei einem neu auf dem Markt platzierten Gerät nicht locker das Drei- bis Vierfache und mehr der reinen netto Produktionskosten sind. Es mag andere Produkte geben, bei denen das funktioniert (Milch bei Aldi z.B.), aber für die Elektronikbranche sicher nicht.
Nicht meine Branche, aber woher nimmst du die Behauptung, dass in der Unterhaltungsindustrie die UVP das 3-4 fache der Produktionskosten ist? Und vor allem so pauschal.
Das würde ja rechnerisch bedeuten, dass Vertrieb, Logistik und Entwicklung (sofern nicht Bestandteil der Produktionskosten) erheblich mehr Kosten verursachen, als die reine materielle Produktion inkl. der dazugehörigen Strukturkosten (Löhne+Gehälter, Maschinen & Co.). Dieses Verhältnis kommt mir jetzt -wie gesagt ohne Branchenkenntnisse- als allgemeine Feststellung doch recht hoch vor.
Da die kalkulierte Nettomarge ja auch in der verdrei- bis vierfachten UVP (ggü. Produktionskosten) steckt und deine These ist, dass die Nettomarge gar nicht so "unverschämt hoch" ist, wie von einigen Preiskritikern unterstellt, kann das dann ja deiner Meinung nach auch nicht der Treiber sein, womit die o.g. Punkte (Vertrieb & Co) ins Gewicht fallen.
Was wir, glaube ich, aber durchaus sagen können und in der Preissetzung eben auch eine nicht zu kleine Rolle spielt, ist die marktbeherrschende Stellung des Unternehmens NVIDIA, welches sich nicht nur an seinen Selbstkosten, sondern auch den erzielbaren Preisen auf dem Markt orientiert.
Ich tue mich im Übrigen grundsätzlich schwer damit, die Preispolitik von marktbeherrschenden Unternehmen aus Konsumentensicht zu verteidigen.
Sicher eine Endlos-Diskussion, was genau ein "fairer Preis" ist, aber ich denke, dass ich ein Unternehmen sicherlich für gute Produkte und gerne auch eine gute Unternehmenspolitik durch den Produktkauf honorieren kann.
Es hört (für mich) aber dort auf, wo man mehr als nur den Eindruck hat, dass ein nicht unerheblicher Anteil des Produktpreises nur der (naturgemäß grenzenlosen) Shareholder-Befriedigung dient.
Diese tragen schlicht nicht entsprechend zur Wertschöpfung und Produkterstellung bei, womit ich das auch nicht bezahlen möchte.