News Gaming: Sind offene Welten ein Story-Killer?

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Sind offene Welten ein Story-Killer? Kann man die Freiheit des Spielers mit einem guten Narrativ verknüpfen? Sorgen gab es diesbezüglich auch mit The Witcher 3, wie ein ehemaliger Quest-Designer berichtet.

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Die Frage ist auch immer, was man alles als offene Welt begreift. Auch Witcher I und II hatten schon weitläufige Hubs, nur eben eine wesentlich dichtere Handlung. Alle drei Spiele sind ja sehr unterschiedlich, Witcher II fand ich in Punkto packend-reaktiver Geschichte deutlich herausragender als die anderen.

So oder so gibt es ja einige RPG-Klassiker wie BetrayalAtKrondor, die mittels einer offenen Welt früh einen besonderen erzählerischen Fokus geschaffen haben. Dabei ging es schon damals stets um Immersion, die die Welt erzeugen sollte. Immersion war in Witcher III an vielen Stellen absolut groß geschrieben, an anderen (Levelscaling, Ausrüstungsprogression, Reaktionen von NPCs) dafür kaum vorhanden. Das war sehr schade und hätte meiner Meinung nach auch offiziell nochmals überarbeitet werden sollen.
 
Naja...wenn die "Open World" hauptsächlich das nur dürftige Storytelling mit viel "generischem" Content (Hol- und Bringedienste, Sammelquests,...) kaschieren soll, dann ist ja faktisch keine oder nur eine sehr dünne Story vorhanden, die "gekillt" werden könnte...Bei "The Witcher 3" indes hatte ich wiederum keine Probleme mit den narrativen Hintergründen, da gab es für mein Empfinden sowohl qualitativ als auch quantitativ Genug Motivierendes, um bis zum Ende dranzubleiben, ich bin aber auch kein "Completionist" oder "100%-Achievement-Hunter" und kann problemlos bestimmte narrativ unrelevante Stellen in einer "Open World" ohne viel "FoMo" unbesucht links liegen lassen... Es gibt aber genug andere Open-World-Spiele, wo ich auch trotz oder gerade wegen offener, grenzenloser Welt schnell "angeödet" bin, weil es halt an glaubwürdigem und etwas "führendem" Narrativ fehlt und statt dessen nur generischer "Platinierungs-Content" als Motivationsquelle herhalten soll und der Spieler weitgehend selbst herausfinden muss, was er wann besuchen oder erledigen kann...
 
Zuletzt bearbeitet:
Ist auch von Zeit und Spielweise des Spielers abhängig.

Offene Welten und mengen an Content sind toll, können aber Gelegenheitsspieler auch erschlagen. Wenn ich ein paar Stunden zusammenkratze um Ghost of Tsushima zu spielen oder ähnliche Spiele und dann feststelle, dass ich gefühlte 3% der Karte aufgedeckt und 2% des Spiels gesehen habe ist es schwer für mich noch die Motivation zu halten da ich weiß, dass ein durchspielen mich bei der Spielzeit die mir im Alltag bleibt Jahre kosten würde und da fasst mans dann oft nicht mehr an. Witcher 3 hab ich zweieinhalb mal durchgespielt so grob, und dafür hab ich viele Jahre gebraucht...
 
Es muss sich die Waage halten:
Eine riesige Spielwelt und eine Story mit 20 Stunden Spielzeit, wovon man 50% laufen muss, ist keine Freude. Wenn mich die Story aber elegant durch die ganze Spielwelt führt und ich so irgendwann ohne auf die Map zu schauen mich zurecht finde, ist das super. Das setzt eben voraus das Story- und Map-Designer gut zusammen arbeiten. Was ich noch unattraktiv finde, ist, wenn ich mit Nebenaufgaben bombardiert werde und sie mich ablenken. Auch hier muss ein gesundes Maß vorhanden sein oder vielleicht kein Druck das sofort erledigen zu müssen.
 
Ich finde das hängt einfach vom Spieler selbst ab.

Da ich Gothic liebe hatte ich früher diese 100% Mentalität, das hat mir auch echt Spaß gemacht und ist bei einem Spiel was man sehr mag auch wirklich genial.

Aber die heutigen Spiele erfordern einfach mehr das Prinzip: Was will ich in dem Spiel, Will ich erkunden und endecken? Will ich die Geschichte erleben? Will ich meine Ausrüstung verbessern? Wenn man sich einfach vor dem Spielen klar wird was man machen möchte dann spielt man halt auch nur die Hauptgeschichte eine Zeitlang und lässt die Nebenquests und extra Schatztruhen ein wenig ruhen.

Es ist also wichtiger als jemals zuvor das man sich das Spiel auch nach seinen Bedürfnissen einteilt, explizit bei einer Open World!
 
Was ich noch unattraktiv finde, ist, wenn ich mit Nebenaufgaben bombardiert werde und sie mich ablenken.
Vor allem wenn diese Nebenaufgaben absolut künstlich zum Verlängern des Spiels dienen ohne jeden Mehrwert.

Ich hasse nichts mehr als Spiele wo man irgendne Aufgabe erfüllen muss und es dann bei NPC1 heißt "ja nö da brauche ich noch x von NPC2" der dann sagt "dafür musste noch y töten und dann NPC3 zu mir bringen", welcher dann auf dem Weg noch 3x überfallen wird und sich 5x verläuft und so weiter... ihr kennt das.
Aufgabe "besorg mir nen Heiltrank" der im normalen Leben in wenigen Minuten erledigt wäre künstlich und ohne jede storybehaftete Not auf 3 Stunden gestreckt wird.
 
Für mich hat Witcher 3 wegen der Open World nicht funktioniert. Wenn das Spiel eine geschichte Erzählt, die einem suggeriert, es kommt auf jede Sekunde an, aber man dabei fröhlich und entspannt die Welt erkunden soll, funktioniert das für mich nicht.
Da finde ich Skyrim einfach besser. Die geben nur grob die Richtung vor und dann ab hinaus in die Welt.
Ein weiteres positives Beispiel würde ich z.B. auch noch FF7 nennen. Erst geht es ziemlich geradeaus durch die Geschichte, und ab einen Punkt hat man erstmal Zeit die Welt zu erkunden etc.
Ich würde also nicht per se Open World als Story-Killer bezeichnen, aber der Entwickler muss da schon mit Fingerspitzengefühl rangehen und die Welt Sinnvoll implementieren.
 
Diese teils großen Unterbrechungen können Gift für eine dichte Story sein, weil das Timing leidet und die Anknüpfpunkte mitunter komisch werden können

Ja das ist auch so, aber als Gamer hat man sich über all die Jahre daran gewöhnt.
Klar sollte man eigentlich seine Frau, seine Ziehtochter, oder manchmal auch die Welt (in Mass Effect sogar die Galaxie) retten, aber man holt nebenher erst mal die Katze vom Baum, sucht eine verlorengegangene Schöpfkelle, und was weis ich nicht alles.
Wer kennt das mittlerweile nicht.
Man weis einfach, die Story ruht so lange ich mich nicht um sie kümmere. Im letzten Moment hing meine entführte Frau noch am seidenen Faden bevor sie kilometer tief in den Abgrund stürzt, aber da hängt sie auch noch 30 Stunden später. So lange ich mich nicht um sie kümmere, ist sie sicher.
Was willst da groß machen.:ugly:
 
Ich habe um Weihnachten herum Warhammer 40k Space Marine 2 gekauft und gespielt. Es war erfrischend strikte Schlauchlevel zu haben die immer in eine klare Richtung gewiesen haben. Das Spiel hat auch dadurch wirklich viel Spaß gemacht. Eine Open World schreckt mich in Spielen immer öfter ab da sie entweder lieblos ist oder mich mit der Menge an Aufgaben und Optionen überfordert. Ich renne halt auch gerne jeder Pflanze hinterher die man pflücken kann :D
 
Für mich hat Witcher 3 wegen der Open World nicht funktioniert. [...]
Sakrileg! Für mich ist The Witcher 3 (Wild Hunt) immer noch einer der besten ARPGs überhaupt, mag aber auch am Setting liegen. Wenn man dann noch HD Texturen (Reworked Project NextGen Edition) nutzt, kriegt man auch was für's Auge geboten (geht halt nicht mit einer 4070/5070).
 
Vor allem wenn diese Nebenaufgaben absolut künstlich zum Verlängern des Spiels dienen ohne jeden Mehrwert.

Ich hasse nichts mehr als Spiele wo man irgendne Aufgabe erfüllen muss und es dann bei NPC1 heißt "ja nö da brauche ich noch x von NPC2" der dann sagt "dafür musste noch y töten und dann NPC3 zu mir bringen", welcher dann auf dem Weg noch 3x überfallen wird und sich 5x verläuft und so weiter... ihr kennt das.
Aufgabe "besorg mir nen Heiltrank" der im normalen Leben in wenigen Minuten erledigt wäre künstlich und ohne jede storybehaftete Not auf 3 Stunden gestreckt wird.
Da kriege ich ja schon Aggressionen wenn ich das lese. :wall:
Auch geil: Hole mir 6x Kräuter des gewedelten Wendelkrautes aus dem Norden der Karte, 62km von hier, 3x Federn einer roten Wanderamsel, die es nur im Süden, 55km von hier gibt, und einen Zahn eines graugefleckten, im Vollmond schlafenden Sonnen-Wolfes, in den Höhlen des Hochgebirges, 70km westlich. Dann kann ich mir den Trunk machen damit mein Kind einschläft... Alter: 1. Ich kann noch keine Schnellreise, 2. Mich interessiert es nicht ob dein Kind schläft, 3. das Thema Verhältnismäßigkeit sollte deutlich besser gelehrt werden.
 
Ich würde behaupten, es kommt auf den Spieler und sein Spiel an.
Ich bin eher der Open World Fan. Die ersten Stalker Teile waren schön, Stalker 2 hat mich noch nicht abgeholt.
Metro Serie mit dem Schlauchleveln ging garnicht, keine 10 Stunden in mehreren Anläufen verbracht.
X3 Teile alle über 1000 Stunden verbracht und spiele sie immernoch.
X4 nur Wenige stunden im 2stelligen Bereich, Hält mich nicht.

So muss ich wohl sagen, das ich ein Spieler der alten stunde bin. Die neuen Spiele holen mich nicht ab.
Grundlegend ziehe ich Open World den Schlauchleveln vor. Ein Spiel mit Geplanten 8h spielzeit gibt mir wenig wiederspielwert.
 
Also wenn ich ehrlich bin, ist mir meistens die Hauptstory Latte, die spiele ich meistens nur dann wenn sie gerade aufm Weg liegen oder gemacht werden müssen. Die bleiben bei mir bis ich nichts mehr zu tun habe liegen.
Meistens wird's dann auch Enttäuschend, weil das nichts mehr ins Gesamtkonzept passt.
Von mir aus könnte die Hauptquest auch nur sein, Finde X und mach Y, wie du das machst, ist dir selber überlassen.

Also Akut finde ich die Stalker 2 Story sogar mehr nervend und komisch, da viele Orte schon weit vor der Story von mir besucht wurden. Und dann wird die Story wirklich dämlich.
 
So lange ich mich nicht um sie kümmere, ist sie sicher.
Das ist das Funktionsprinzip fast aller Quests; nichts entwickelt sich zu Ungunsten weiter, wenn man keine Quests startet oder vorantreibt.

Man kann also 10 Jahre draußen im dunkeln Wolf und Monster verseuchten Wald Pilze sammeln, denn die NPC stehen derweil bis in alle Ewigkeit dumm wie stroh im Hubgebiet und warten darauf bis ihr "!" aktiviert wird.
 
Open World muss halt gut gemacht und behutsam eingesetzt werden. Sie soll ja die Immersion fördern und den Spieler nicht überfordern. Dazu muss sie spannend umgesetzt sein und nicht wie bei Ubisoft ein immer gleicher Hub zum Abarbeiten von Aufgaben sein.

Als ein Mensch mit überschaubarer Freizeit bin ich schnell abgeturnt, wenn sich ein Spiel wie Arbeit anfühlt. Bei Witcher oder RDR war die Open World aber spannend und hat mich zum Erkunden angehalten.
 
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