Gab es überhaupt mal ein Jahrhundert ohne Kriege in der menschlichen Geschichte?

RyzA

PCGH-Community-Veteran(in)
Hallo!


Das der Mensch keine friedliche Art ist das ist ja allgemein bekannt. Gab es überhaupt mal ein Jahrhundert wo es weltweit keine Kriege gab? Mir würde auf Anhieb keins einfallen. Aber meine Geschichtskenntnisse sind auch nicht besonders detailliert.
Zyniker sehen darin ja noch etwas positives: der technische Fortschritt soll dadurch beschleunigt worden sein.
Auch für die zivile Nutzung.
Nur der Preis ist sehr hoch: sehr viele Opfer und zerstörte Umwelt.
Außerdem steht der Mensch, durch die Erfindung und den Besitz von Atomwaffen, kurz vor der kompletten Auslöschung.
Stephen Hawking hat früher schon immer vor der menschlichen Aggression gewarnt.
Aber scheinbar kann der Mensch nicht anders? :ka:
 
Ich habe deine Frage mal bei Google eingegeben.

das ist die Antwort:

Historisch gesehen gab es kaum jemals eine Zeit ohne Kriege, so dass es fraglich erscheint, ob und mit welchen Mitteln weltweit ein dauerhafter Friede geschaffen werden kann. Als wesentliche Voraussetzungen für Weltfrieden gelten: die universale Anerkennung und der wirksame Schutz der Menschenrechte.

ich sehe als neue Gefahr auch die KI und was der Mensch damit anstellt.
 
Cyberwars gibt es ja schon länger.
Angriffe auf IT-Systeme gibt es vermutlich, seit es IT-Systeme gibt. So wie bei jeder Technik. Neu ist, dass man die halt heute mit den Mitteln machen kann, die jeder daheim im Büro hat.
Durch die KIs werden die aber nochmal eine andere Dimension erreichen.
Nein, daran glaube ich nicht. KI ist momentan ein großer Hype und da kommt viel, viel Bullshit raus. IT-Angriffe kann man heute schon ohne KI halbwegs automatisiert durchführen, wenn es Allerweltszeug ist.
 
Eingangsfrage:
Nein, und das letzte Jahrhundert war sogar eines der Blutigsten.
Irgendwas um die 70 offiziellen Kriege und der bei uns kaum beachtete Kongokrieg war wohl nach WK I und II, Korea- und Vietnamkrieg einer der Blutigsten Kriege überhaupt - mehrere Mio. Tote.
Additiv überlagert von nie dagewesenen Genoziden:

Und da man bis in die Bronzezeit Konflikte findet:

dürfte das gegenseitige und nie aufhörende Umbringen ein "Kulturmerkmal" des Sapiens sein.
 
Zuletzt bearbeitet:
Was auch daran liegen könnte, dass die Zahl der Menschen da massiv angestiegen ist und die Entwicklung der Waffen auch rasant voranging.
Ja, oder aber, dass früher größere Reiche sich grundsätzlich blutig ausgedehnt haben, dann aber über mehrere Jahrzehnte oder gar Jahrhunderte nur niederschwellige Konflikte in diesen Reichen herrschten.
Ob damals dann all diese Sklaven oder Fronarbeiter glücklich(er) waren, sei mal dahingestellt.

Grundsätzlich einhergehend, ist diese - ich nenne es mal Diversifikation - bis zur kleinsten Volksgruppe hinunter jedesmal ein Konflikt.
Und ja, mehr Menschen, mehr Konflikte:
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Quelle (Schnellschuss):
 
Und ja, mehr Menschen, mehr Konflikte:
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Das ist halt auch nicht zuletzt das Ergebnis einer besseren allgemein gesicherteren Grundversorgung (weniger Nahrungsmangel, ect.) und weit besserer medizinischer Versorgung und dadurch drastisch rückläufigen Sterberaten durch Krankheiten und Unterernährung, in den letzten 150 Jahren.

Früher hast du als Frau halt im Schnitt 4 bis 6 Kinder bekommen, wobei wir da nur von denen reden die halt auch die Geburt und das Babyalter überlebt haben und war es dann noch nicht ungewöhnlich davon diesen 4 bis 6 Kindern 2 bis 4 nicht einmal das Erwachsenenalter erreicht haben, weil vorher durch Krankheiten, Kriege und Hungersnöte verstorben.

Das führte halt dazu dass das Bevölkerungswachstum entsprechend auch vergleichsweise flach ausgefallen ist, da die Geburtenrate nur geringfügig über der Sterberate lag.

Heute hingegen, man denke doch alleine nur mal an die Generation seiner Oma zurück, Kriege da mal ausgeklammert, wer hat den noch Geschichten wo bei bei 3 bis 6 Geschwistern 1 bis 4 davon im Kindesalter, oder als Baby, verstorben sind?

Sowas war halt schon ehr eine Ausnahme.

Diese Entwicklung führte dann auch die letzten 150 Jahre zu einer Explosion des Bevölkerungswachstums, gepart mit dem Umstand das bei wirtschaftlicher Armut und schlechter Altersversorgung halt Kinder die beste Altersvorsorge dastellen und wird auch genau solange anhalten wie noch Puffer ist, der irgendwie versorgt werden kann, oder es Landstriche auf der Welt gibt, wo Kinder im Alter für die Eltern sorgen müssen.

Etwas vergleichbares kann man, nebenbei, übrigens auch in der Natur beobachten.
Wenn einer Art in Gebiet mit wenigen / keinen natürlichen Fressfeinden und reichhaltigen Nahrungsangebot kommt explodiert die Population in vergleichbar kurzer Zeit.
Wird das Nahrungsangebot dann irgendwann, auf Grund des Populationsanstiegs, knapp kommt es auch zu verstärkten Konflikten innerhalb der selben Art (Kampf um Nahrung).
 
@RyzA Ich würde davon ausgehen, dass aufgrund des sehr weit gewählten Rahmens Deiner Eingangsfrage die Wahrscheinlichkeit gen null tendiert. Das war mein erster Gedanke. Anhand der langen Historie und der Definitionsfrage, was als Krieg gilt - so der Kriegsbegriff - nicht zu eng gefasst ist - wäre aber eventuell in der Zeit des ersten Auftretens des Homo Sapiens (vor 300.000 Jahren) die Existenz von Friedenszeiten denkbar. Würde mensch bspw. für die Definition Krieg die Bedingung anführen, dass die Bildung eines "Volkes" Voraussetzung ist, das gegen ein anderes kämpft, dann wären Auseinandersetzungen zur Anfangszeit Menschen eher als bewaffnete Konflikte anstatt Krieg einzuordnen, da Menschen wohl noch in kleineren Gruppen umherzogen, oder nicht?

Würdest Du an den Stellschrauben Zeit (Richtung jüngere Vergangenheit)und Raum (weg von global Richtung Regionen) drehen, kämest Du wohl eher zu einem belegbaren positiven Ergebnis, denke ich.
 
Zuletzt bearbeitet:
Naja. Auch wenn es in der Anfangszeit des Menschen, noch keine so großen Volksgruppen gab, hat er sich da auch schon gegenseitig den Schädel eingeschlagen. Dann waren das per Definition vielleicht keine Kriege.
Aber trotzdem gewaltsame Auseinandersetzungen.
 
Wahrscheinlich nicht.

Aber Eines ist sicher, in den Zeiten wo die Ressourcen knapp werden und die Weltbevölkerung wächst,
werden die Konflikte nicht abnehmen.
 
Arnie hat's doch in Terminator 2 schon gesagt: es liegt in eurer Natur euch selbst zu zerstören. Oder so ähnlich...;)

Und damit hat er nicht Unrecht, der T800. Leben ist immer auch ein Kampf um Ressourcen. Und wenn man sich irgendwann nicht mehr aus dem Weg gehn kann/will oder der andere etwas hat worauf man scharf ist... gibt's halt auf die Fresse.

Keiner ist auf Dauer zufrieden, jeder will mehr. Schneller, höher, weiter:rollen: Nur geht das halt nicht endlos weiter. Irgendwann wird's auf der Erde zu eng, die Rohstoffe sind verbraucht und wir sind zu viele.

Ohne Mist, meine Großväter hätten beide gesagt, es muss mal wieder ein Krieg her:ugly:

Gruß
 
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