Achtung Spoiler!!!
Ich geb hier mal meinen Senf dazu als jemand, dessen erstes Game der Fallout-Reihe dies ist. Abgelaufen ist es mit Fallout 4 bei mir genauso wie bei Skyrim. Vorher nie etwas von der Serie gespielt, aber nach dem Release die weitestgehend positiven Meinungen gelesen und gehört. Irgendwann hab ichs dann ausprobiert und Skyrim hat mich damals dann sofort in den Bann gezogen. Bei Fallout 4 habe ich irgendwann einen Kommentar gelesen, dass Fallout 4 so sei, wie Skyrim nur in einem anderen Szenario. Also her damit. Jetzt, 2 Wochen und 84 Ingame-Stunden später bin ich Level 42 und wollte mal als Neuling mein Feedback zu dem Game abgeben:
Main-Storyline:
Die ersten paar Stunden der Storyline waren absolut fesselnd für mich. Ich konnte gar nicht aufhören zu zocken und habe allein innerhalb der ersten 3 Tage schon 21 Stunden gezockt.
Aber nach diesen 3 Tagen kam die erste Ernüchterung: Ich hatte mir die Mainquest erstmal bei Seite gelegt um immer etwas spannendes auf Lager zu haben falls mir die Sidequests ausgehen. Ich wollte mein Interesse am Spiel über längere Zeit aufrecht erhalten um Dinge ausprobieren zu können. Irgendwann nach der 11. oder 12. immer gleich ablaufenden Minutemen Quest wurde ich dann stutzig und habe nachgelesen was ich schon vermutet hatte und zwar, dass diese Quests automatisch generiert werden und absolut ohne Ende sein würden. Also habe ich mich dann erstmal auf meine Base und meine Power Armor fokussiert und leicht an der Main Quest weiter gemacht. Hierdurch kamen zu meiner Freude immer wieder neue Möglichkeiten hervor, wie zum Beispiel die Brotherhood of Steel und die Railroad. Auf Grund meines gesamten, sehr "gutherzigen" Spielstils war für mich klar, dass ich auf der Seite der Railroad landen würde und habe die BoS erstmal bei Seite gelassen und die Railroad Missionen gemacht. Nachdem ich dann 4 oder 5 mal Gebäude gecleart und irgendwelche Gegenstände zurück geholt hatte gings schon mit einem vollen Set T60f Armor und Laserwaffen zum Institute (Keine 12 Stunden vorher hatte ich noch eine T-45d und schoss ausschließlich mit .38er Munition. Alles sehr schnell auf einmal). Aber nicht mit der Railroad sondern den Minutemen, die den Rest der Mainquest meine treuen Gefährten waren. Das Interessante an der ganzen Situation ist nämlich, dass entgegen meiner ganzen Vorarbeit mit der Railroad, diese aber auf einmal mir nicht mehr helfen wollten, was ich für den gescripteten Ablauf hielt. Jetzt im Nachhinein weiß ich, dass es durchaus einen Railroad Pfad dieses Teils der Story gegeben hätte. Aber man speiste mich, als ich zum finalen Schlag ausholen wollte einfach nach dem Motto ab "Hey danke für alles, aber wir schaffen das nicht alleine. Hol dir Hilfe bei den Minutemen". Ende jeder Diskussionen. Und entgegen meiner Vermutung ich würde diesen Part der Story mit Railroad und Minutemen zusammen erledigen, habe ich von der Railroad für die ganze restliche Main Quest nichts mehr gehört.
Und ab hier wurde meine Spielerfahrung sehr getrübt. Ab diesem Punkt überschlagen sich die Ereignisse. Ich treffe meinen Sohn, nach einem Auftragsmord kämpft plötzlich jeder gegen jeden bei Bunker Hill, ich muss mich bei meinem Sohn entschuldigen, dass ich doch nicht auf seiner Seite bin und keine Stunde später sprenge ich meinen eigenen Sohn, der auf einmal im Sterben liegt, in einer einzigen Atomexplosion in die Luft und verstrahle und zerstöre eine ganze Gegend.
Und was habe ich jetzt? Einen Krater, Minutemen die mir immernoch die selben Missionen geben, Eine Railroad für die ich nur noch Wetterstationen und Synth Verstecke bereit mache und eine Brotherhood die mich nicht mehr leiden kann weil ich sie enttäuscht habe und ohne sie gegangen bin und deren Schiff jetzt auch nur noch zum Handeln und Beklauen da oben im Himmel schwebt.
Ansonsten nur noch kleinere Nebenquests deren Inhalt nicht all zu viel mit der Main Quest zu tun hat. Meiner Meinung nach ein zu abrubtes Ende, einer am Anfang sehr vielversprechenden Story.
Crafting und Siedlungsbau:
Die Möglichkeit des Craftings war mir bereits aus Skyrim zu Genüge bekannt. Die Möglichkeit eine eigene Base zu bauen und das in diesem Fall vollkommen nach eigenen Vorstellungen (im Gegensatz zum Skyrim Hearthfire DLC) finde ich immernoch super, allerdings ist die Umsetzung nicht optimal. Dass man die größe dieser sogenannten Workshops begrenzen muss ist klar, aber die Menge an baubaren Gegenständen ist meiner Meinung nach viel zu klein. In meiner Mainbase, dem Red Rocket Truck Stop, war ich innerhalb kürzester Zeit an der Grenze des Baubaren angekommen, obwohl die Möglichkeiten noch schier grenzenlos gewesen wären.
Bugs, Performance:
Die Performance ist derzeit eher nicht der Wahnsinn. SLI ist derzeit überhaupt nicht verfügbar, was die Performance bei einer GTX770 schon deutlich mindert. Mit erzwungenem SLI nehme ich zwar einen Grafikbug in Kauf, der allerdings verkraftbar ist und beschränke die allgemeine Gültigkeit meiner Erfahrungen, habe dafür deutlich öfter die 60 im FPS Counter stehen. Hier ist im Übrigens auch schon die Grenze. Ohne Spieldateien zu modifizieren lässt sich das VSync nicht abstellen. Und bei Kleinigkeiten wie dem Benutzen eines Scopes fällt die Framrate spontan auf Werte nahe der 15FPS ab. Auch bestimmte Orte können schon im Vorbeilaufen massive Frameratedrops mit sich bringen.
Bugs sind überall zu finden, ich hatte hauptsächlich Probleme damit, dass Modifikationen gecraftet wurden die ich weder angeklickt, noch anschließend bestätigt hatte.
Am schlimmsten sind allerdings die spontanen Crashs die ohne jede Vorwarnung und Fehlermeldung von Statten gehen und meistens nach längerer Spielzeit auftreten. Mit einem Mal ist man wie nach Alt+Tab auf dem Desktop, nur das Spiel ist geschlossen und der gesamte nicht gespeicherte Fortschritt weg. Sehr ärgerlich.
AI:
Den NPCs wittme ich eine eigene Sektion. Endlos buggy und immer für Überraschungen gut, durfte ich heute Bemerken, dass sie sogar ganze Quests ruinieren können.
Ich soll NPC A der NPC C als Geisel hat, mit einer Tat die er begangen hat konfrontieren. NPC B steht allerdings schon vor der Tür hinter der A sich eingeschlossen hat und flucht und beleidigt ihn. Öffne ich diese Tür, was Ziel der Quest ist, fangen A und B an sich sofort zu beschießen, was nicht Ziel der Quest ist und eine Konversation ist nur noch mit C möglich, die nur um Hilfe schreit. Neu laden in 2 Stelligen Zahlen hat mir keinen Erfolg gebracht. Lediglich das Töten von A bringt Erfolg, was aber nicht zu meinem Spielstil passt, aber durchaus eine Option der Quest ist. Nehme ich diese Option bedankt sich die Geisel C bei mir, wird auf einmal feindlich und fängt an auf NPC B und mich zu schießen.

Töten ich oder B nun C, hat das zwar keine direkten Folgen für die Quest, aber auf einmal wird NPC B , der Gleichzeitig auch Begleiter des Spielers sein kann, ohne jedwede Vorwarnung feindlich und fängt an auf mich zu schießen. Dafuq


Des Weiteren können Begleiter auch gerne mal verschwinden und sind an ganz anderen Orten auf einmal anzutreffen als wäre nie etwas geschehen.
Die Siedler sind genauso gut. Die meiste Zeit steht der Großteil von ihnen nur auf einem Fleck rum und rührt sich nicht. Ansonsten spawnen sie auch gerne mal unter Treppenstufen, sodass sie sich bis zum neuen Besuch der Siedlung sowieso nicht bewegen können. Sehr eintönig.
So ein endlos langer Beitrag mit ein paar der signifikantesten Eindrücke die ich bisher hatte, die vielleicht ja sogar die Erfahrungen wiedergeben die einige von euch hatten.
MfG Verteidiger Terras