AW: Eure Meinung - sollten die roten Centstücke abgeschafft werden?
Viele illegale Geschäfte werden auch über Konten bei N26 und anderen Banken abgewickelt.
Das kann man also nicht pauschalisieren.
Würde mich nicht einmal wundern, wenn die Mehrheit des illegalen Handels darüber läuft. Kryptowährungen waren zwar auch mal beliebt, sind aber leicht nachvollziehbar und instabil, Edelmetalle auffällig. Und Bargeld? Hat sich mal einer überlegt, wie lange es dauert, die Echtheit von 1 Million in 20ern nachzuprüfen? Kriminelle machen zwangsläufig Geschäfte mit Leuten, denen sie nicht trauen können und es gäbe kaum eine günstigere Gelegenheit, gefälschte oder als Diebesgut registrierte Scheine loszuwerden, als die Konkurrenz damit zu bezahlen
Gründe für die Abschaffung von Bargeld liegen eher in der (Finanz-)Wirtschaft:
- Man hat spätestens seit der Eurokrise große Angst vor Bank-Runs. Keine Bank mit Auszahlungsmöglichkeit? Keine Möglichkeit mehr, Ersparnisse zu retten.
- Bargeld kostet. Nicht die Kleinhändler, da Banken es (noch) annehmen müssen, aber die Banken selbst, die es teuer transportieren und kontrollieren. Umgekehrt bringen digitale Zahlungssysteme Einnahmen. Also nicht den Kleinhändlern, die zahlen Gebühren drauf. Aber den Banken, die die Systeme anbieten.
- Bargeld kann nur einem gehören. Banken leben davon, dass sie mit deinem Giralgeld Gewinne erwirtschaften. Wenn du dein Vermögen teilweise zu Hause haben kannst, reduziert sich das Gewinnpotenzial.
- Fehlende Kontrolle internationaler Verfplechtungen: In Europa mittlerweile von geringerer Bedeutung, aber man kann nicht nur heimische Währungen in physischer Form bunkern. So kann man sich selbst etwas gegen Kursverluste absichern und bei Bedarf doch irgendwo direkt bezahlen. Aber Finanzminister und Bänker können nicht mehr kontrollieren, wann wie und wo man das macht, sodass ihre Möglichkeiten zur gezielten Auf- und Abwertung einer Währung beschränkt werden. Dein digitales Guthaben ist dagegen immer genau das wert, das man dir gerade zuspricht.
@Kleinstgeld: Ich persönliche habe nie verstanden, warum man den Eurocent überhaupt so tief eingeführt hat. Ich glaube in Italien war zu seiner Zeit das 100-Lire-Stück im Gegenwert von 10 Pfennig/5 Cent die kleinste gebräuchliche Einheit, in Frankreich 50 Centimes (circa 8 Cent) und die Wirtschaft lief genauso gut wie in Deutschland, wo 1 und 2 Pfennig auch nur noch wegen dem x,99-Schwachsinn benötigt wurden. Zur Vereinfachung hätte ich die kleinste Münze einfach beim Wert des heutigen 5-Cent-Stücks oder gar des 10-Cent-Stücks starten lassen, außer Bäcker hätte das niemand gestört. Ob man dann auch "10 Cent" drauf druckt, oder die Währung einfach 10 mal so hoch ansetzt um weiter von "1 Cent" zu sprechen oder diesen Wert auch einfach umgekehrt "1 Euro" nennt und die Kommapreise ganz weglässt (funfact: Italiener hatten meiner Beobachtung nach keine x999-Lirepreise, sondern haben auf 000 enden lassen), ist Geschmacksfrage. Ich persönlich mag Währungen, die nur mit einer Einheit auskommen.
Aber wenn man jetzt nochmal alles ändern möchte, sollte man direkt bei der Preisgestaltung anfangen und nur noch Preise mit x,x0 und x,x5 erlauben. Münzen abzuschaffen, für die es noch Bedarf gibt, und dadurch alle zum Runden zu zwingen, finde ich sehr merkwürdig. Und das alles nur, weil die Leute zu blöd zum kopfrechnen geworden sind - sonst hat man nämlich nie mehr als 0-15 Cent in Kupfer im Portmonaie, weil man sie schlicht bei nächster Gelegenheit zum Bezahlen nimmt.
Was umgekehrt aber imho verboten gehört:
Automaten, die keine 50er annehmen. Wenn ich den letzten Einkauf passend bezahlt habe, kommt es nun einmal vor, dass ich keinen 5er mehr in der Tasche habe, um einen Fahrkarte zu kaufen. Da bleibt mir im Moment nur betteln oder schwarzfahren
