Einige Tracks und deren versteckter Inhalt
Geld essen (Ausgestopfte Rapper)
Der Song ist die erste Singleauskopplung des Albums, welche am selben Tag wie das Album erschien. Im Video, welches unter der Regie von Joern Heitmann gedreht wurde, inszenierten K.I.Z. einen Hahnenkampf zwischen Black-Metal-Fans, die Corpsepaint tragen, und den Droogs aus Stanley Kubricks Film Uhrwerk Orange. Ein schwules Hip-Hop-Paar beim Zungenkuss zeigt die gewollte Provokation der Band, womit sich das Video stark von üblichen Hip-Hop-Videos unterscheidet und die eigene Zielgruppe vor den Kopf stößt.
„[…] wir dachten uns bloß, dass man mit so etwas banalem wahrscheinlich viele Leute schocken kann, da Homophobie ja ein wichtiger Bestandteil des Deutschseins ist.[1]“
Die Textzeile („Ich bin unbeliebt, seit dem ich beim Bunker unterschrieb, mach ich menschenverachtende Untergrundmusik“) ist eine Anspielung auf Funny van Dannens Lied „Menschenverachtende Untergrundmusik“.
Klassenfahrt
Das Lied stellt anhand einer Klassenfahrt die Probleme der Jugendgewalt dar und spielt gezielt auf die Geschehnisse der Rütli-Schule sowie Columbine an. Des Weiteren wird der Unterschied zwischen der Großstadt und dem Land überspitzt dargestellt („Wir aus der Hauptstadt haben euch das Feuer gebracht, nachts in deiner Scheune hast du's mit den Schweinen gemacht“). Auf dem Album existieren zwei Versionen, die sich nur im Beat (dem Flashgordon Remix) unterscheiden.
Spasst
Der Song soll die zweite Singleauskopplung des Albums und ebenfalls mit einem Video von Regisseur Joern Heitmann versehen werden.[4] Die Textstelle in Nicos Part „Schubs mich nicht, weil ich am Abgrund stehe […]“ ist eine Referenz zum Lied The Message von Grandmaster Flash & the Furious Five, in dem es heißt „Don't push me, cause I'm close to the edge!“. Das eingespielte Sample stammt aus dem Chorus des Liedes Whoomp! (There It Is) der Hip-Hop-Band Tag Team. Der Song wurde von Biztram produziert.
Böhses Mädchen
Das Lied thematisiert die zunehmende Jugendgewalt unter Mädchen. Dabei bringen die Mitglieder von K.I.Z. zum Ausdruck, dass sie Beziehungen zu „bösen Mädchen“, welche sich über die Verhaltensweisen „normaler“ Frauen lustig machen, anstreben. Die unkorrekte Schreibweise des Titels ist an dem Namen der Band Böhse Onkelz angelehnt und wurde von K.I.Z. bereits bei dem Titel ihres Mixtapes Böhse Enkelz aufgegriffen. Als Feature ist der Rapper Massimo auf dem Lied vertreten. Eine Textstelle endet mit dem Sample „Wenn ich sterbe, dann zumindest mit dem Puller in 'ner *****“, welches aus dem Lied Pimplegionär von Kool Savas stammt.
Hahnenkampf
Der Song ist das Titellied des Albums. Die Textstelle „Guten Tag, guten Tag, wir haben dein Leben gefickt“ ist eine Persiflage des Liedes Guten Tag der Band Wir sind Helden. Das Lied selbst sollte auch erst Guten Tag heißen, wurde dann aber geändert, da ein Song mit dem Albumtitel noch fehlte.
Pauch It
Ein Song über das Rauchen welcher mit einem Zitat aus dem Film xXx – Triple X beginnt. Dabei werden die Folgen des Tabakkonsums in ironischer Weise dargestellt („Guck wie ich Kippenstummel aufhebe, ich spare für die Lungenprothese“). Besonders auf die Problematik des Kettenrauchens wird angespielt („Ich rauche beim Sport, rauche beim Sex, natürlich beim Kacken auch“). Der Refrain beinhaltet unter anderem die Zeile: „Ich rauche gerne - bis ich sterbe“.
Der Schöne Und Das Biest
In Der Schöne und das Biest, geht es um eher ungewöhnliche Beziehungen. Dabei wird im erstem Part die Beziehung zu einer obdachlosen Alkoholikerin dargestellt, wobei die Beziehung jedoch lediglich auf den sexuellen Aspekt reduziert wird („Denn ein Mann muss tun, was sein Schwanz tun will“). Der zweite Part beschreibt die Beziehung zu einer 80jährigen Rentnerin. Auch hierbei wird das Thema mit schwarzem Humor angegangen („Der Krankenwagen hat eine Reifenpanne - Und du kommst langsam in die Leichenstarre“). Der letzte Part behandelt, in Anlehnung an die ersten beiden Parts, in denen es um Beziehungen zu als eher abstoßend empfundenen Frauen ging, die Beziehung zu einem weiblichen Nazi. Gespickt mit Anspielungen („Das totale Glied“) und dem Umdeuten von faschistischer Rassenideologie („Ich erfülle das Klischee – schwarzer Riesenschwanz“), stellt dieser Part die sexuell motivierte Beziehung zwischen einer NPD-Wählerin und einem autonomen Antifaschisten dar.
Walpurgisnacht
Der Song „Walpurgisnacht“ handelt von einer Person, die in der Walpurgisnacht ihr Unwesen treibt. Besonders fallen die Textpassagen „Die Sonne scheint mir aus dem Arsch“ und „…setze meine Schweinekopfmaske auf“ auf, welche den Rapper Sido parodieren, der meist mit einer Totenkopfmaske auftritt und in seinem Lied „Mein Block“ den Satz: „…doch im MV scheint mir die Sonne aus'm Arsch“ rappt. Außerdem kann sich die Textpassage auf die Filmreihe Saw beziehen, wo sich der Kidnapper vor seiner Tat eine Schweinekopfmaske aufzieht.
11. Plage
Der Titel ist eine Anspielung an die Zehn Plagen, welche laut der Bibel über Ägypten kamen. Die Textstelle „Ich hänge mit Torch an der Bar, wir langen Mädels an den Arsch“ ist eine Hommage an Torchs Lied Wir waren mal Stars.
Wenn es brennt
Der Song ist sozialkritisch und thematisiert in ironischer Weise Probleme wie das Ghetto („Im Ghetto mag dich jeder: Ein Euro Straßenfeger“), Migrationshintergründe („Schmeiß deine Lehre fort, begeh nen Ehrenmord“), Gleichberechtigung („Mädchen, du musst keine Ausbildung machen, du kannst dein Leben lang für einen Mann Kochen und Waschen“), Gewalt in der Familie („Fernsehen, Bier trinken, seine Frau schlagen“), Selbstmord („Spring aus dem Zehnten ins Glück, Bruder ich bete für dich“), Gewalt an Schulen („Rache für die 6 in Mathe liegt in Papas Waffenschrank“), Drogen („Für jeden gibt es Arbeit hier, Bruder du kannst Koks ticken“), Arbeitslosigkeit („Du kannst dich langsam auf deinem Schuldenberg ausruhen“), Chancenlosigkeit („Glaub an dich, du wirst es schon nicht schaffen“), Homophobie („Brich die Schule ab, stich ein Schwulen ab“) und Antisemitismus („Auch du kannst ein Künstler sein, bemal ein Judengrab“). Der Track sollte erst Bleib liegen heißen, wurde dann aber zu Wenn es brennt umbenannt.
Ellenbogengesellschaft (Pogen)
Der Song erschien am 29. Juni 2007 als eSingle und ist somit nicht in den Geschäften, sondern nur als Download erhältlich. Der Refrain des Liedes thematisiert den Pogo-Tanz der seine Ursprünge in der Punkszene hat und in der Hip-Hop-Szene auch beim Crunk üblich ist. Die einzelnen Strophen setzen sich jedoch hauptsächlich aus humorvollen Wortspielen zusammen („Ich finde dich doch ******* - Wo is' mein Finderlohn?“).
Herbstzeitblätter
Der Song parodiert flowmäßig wie auch textlich andere deutsche Rapper. Der Flow erinnert sehr an Kool Savas, Sentino und Snaga & Pillath und viele Textstellen sind von Ercandize („Es wird Zeit, dass ihr English learned“), Saad und Bushido („Guck dir diesen Jungen an“), Kollegah („Ich hab jetzt ein Batmobil“), Fler („Das Game in der Hand“) und Samy Deluxe („Der Unfickbare…“) direkt übernommen. Zudem ist die Passage („Wir strecken unsere Hände in Richtung der aufgehenden lila Sonne“ eine Anspielung auf das Video der Rap-Combo Die Fantastischen Vier zu ihren Song Ernten was wir säen. Das Lied endet mit verschiedenen Sample-Ausschnitten von Songs der Headliners, Sentino, Massive Töne, Ercandize, sowie Toni L. Darin werden bewusst unterdurchschnittliche Reime ("Und jeder Satz trifft dich hart wie 'ne Kampfmaschine") der genannten Künstler zitiert.
Der gesamte Text ist eine Parodie und setzt sich bewusst aus schlechten oder sinnlosen Vergleichen zusammen („Ich bin hart wie ein hartes Brot“; „Wir sind back so als wärn wir grad wiedergekommen“; „Und das Game brennt wie wenn wir’s angezündet hätten“; „Ihr seid wie Schwule, ihr seht so wie Gays aus“). Des Weiteren finden sich Parodien z. B. auf die Schwulenfeindlichkeit („Es wird Zeit sich auch mal unter Männern an die Schwänze zu greifen“).
Neuruppin
Das Lied ist eine Coverversion der The House of the Rising Sun-Version von The Animals und Gunter Gabriels "Es steht ein Haus im Kosovo". Der Titel wurde in „ein Haus in Neuruppin“ abgewandelt. Es handelt von einem abgestumpften Ich-Erzähler, welcher am Wochenende Frauen umbringt. Der Liedtext enthält Parallelen zu den Taten Carl Großmanns, die jedoch nicht absichtlich entstanden sind. Vielmehr wurde die Band erst im Nachhinein auf die Geschichte Großmanns aufmerksam gemacht.[5] Das Lied wurde als eSingle ausgekoppelt und ein interaktives Musikvideo dazu erstellt.[6] Im Video selbst wird ein Bezug zu Großmann hergestellt. Kuba und Cannibal Rob haben an dem Lied mitgewirkt.
„Nico sagt, das sei die beste Melodie, die je geschrieben worden ist, er wollte schon immer einen Beat daraus machen. Also hat er sich mit Grzegorz hingesetzt und das getan. Außer Grzegorz’ Klampfe gibt es übrigens noch eine von unserem ehemaligen Crewmitglied MTK eingespielte Geige auf dem Song.[1]“
Der durch die Tür Geher
Der Song ist der einzige Solotrack des Albums. Nico, der Interpret des Liedes, hat neben dem Text auch den Beat selbst gemacht. Der Refrain des Liedes besteht aus Samples des Songs Los geht’s, welcher zuvor auf dem Mixtape Böhse Enkelz erschienen ist. Der durch die Tür Geher, wurde in diesem Song mit den Zeilen: „Ne du kommst nicht rein, ich bin der Türsteher - Was meinste wer ick bin? Der durch die Tür Geher!“ geschaffen. In Anlehnung daran, wurde diesem Charakter, mit seinem berlinerischem Dialekt, auf Hahnenkampf ein Track gewidmet. Der „Durch die Tür Geher“ rappt auf beiden Songs aus der Sicht eines ungepflegten pöbelnden Alkoholikers.
„Sexismus gegen Rechts“. Das Album kritisiert, meist ironisierend, Missstände in Gesellschaft, Politik und Wirtschaft