gut, wollte zwar nix mehr schreiben, da ich die debatte im grunde verstehe und sie selbst kritisch sehe, aber solche texte laden ja geradezu zum diskutieren und zerpflücken ein
erstmal fängts an mit
Da ich kein Experte in Sicherheitsfragen bin, nutze ich dafür vor allem medienvermitteltes Wissen. Meine Interpretation ist spekulativ und keine gesicherte Wissenschaft.
auf deutsch: dumm schwafeln kann ich auch >< er vertritt also seine meinung, so wie das halt viele tun. gut, er benutzt einen hochtrabenden sprachstil um kompetent zu wirken, was er aber ja laut eigener aussage schwerlich sein kann.
gut, dann gehts also los...
Die Aussage "Wer nichts zu verbergen hat ..." beschreibt also zwischen den Zeilen das Verhältnis von Staat und Bürger. Es sind die Bürger, die dem Staat gegenüber etwas geheim halten könnten, und es ist der Staat, der einen Aufklärungsbedarf hat. Und: Es ist richtig, dass der Staat diese Aufklärung unternimmt.
Die Aussage "Wer nichts zu verbergen hat, ..." stellt nur in einer Richtung den Zusammenhang zwischen Geheimhaltung und Sanktionswürdigkeit her: Nur der Bürger muss etwas befürchten, wenn er etwas verbirgt. Die staatliche Geheimhaltung ihrerseits wird von den Nutzern des "Killerarguments" keiner besonderen Erwähnung für Wert befunden.
es geht ihm jetzt also darum, dass der bürger sich ausspionieren lassen muss und ggf zur rechenschaft gezogen wird, während das im umkehrschluss nicht auf den staat zutrifft. gut, ok. argumentationsschiene 1: klar brauch sich der staat nich selber ausspionieren, er kennt ja seine geheimnisse ^^ das geheimnisse irgendwo dazu gehören, is für mich auch klar. wird ja auch zum bsp im text schon beispielhaft angeschnitten. wer das geheimnis, das er ausspioniert wird, nicht kennt, verhält sich ungezwungen bla. nur so lassen sich ggf lebenswichtige dinge erfahren. der staat muss also die pflicht wahrnehmen, seine bürger zu schützen und hat dafür auch so seine mittelchen. dass das eine verantwortungsvolle aufgabe ist, sollte klar sein. und da wir in einer demokratie leben, dürfen wir die kompetenzträger sogar selber bestimmen. laut wahlergebnis trauen die meisten menschen also den leuten, die da ihrer geheimnistuerischen arbeit zum wohle des staates und des einzelnen bürgers nachgehen. ihr selbst habt diese leute bestimmt

und wenn ihr jetzt leute gewählt habt, denen ihr nen verantwortungsbewussten umgang mit sowas nicht zutraut... tjoa.
gut, argumentationsschiene 2: er hat mit seiner kritik recht. aber ist die schlussfolgerung daraus richtig? der dieb stiehlt und darf das, ich hingegen darfs nicht. ungerechtigkeit! ich will auch stehlen. is ne schwachsinnsforderung oder? bevor man den mantel des schweigens über alles wirft und es somit kriminellen nur noch mehr erleichtert, sollte man eher dafür stimmen, dass auch der staat transparenter handeln solle. ob das nun überhaupt durchführbar und gut wäre... is ja schon im ersten argument da nich unbedingt bestätigt worden ^^ aber zum bsp könnte man es transparent gestalten, was mit den daten denn überhaupt geschieht.
und ganz generell gilt doch: wir menschen leben in einer (sozialen) gemeinschaft. was zeichnet denn eine gemeinschaft aus? das individuum nimmt sich selbst in seinen rechten zum wohle der gemeinschaft zurück. also man gibt individuelle rechte auf, damit eine gemeinschaft überhaupt funktionieren kann. ist man nur sich selbst rechenschaft schuldig, so kann man ja mordend und brandschatzend durch die gegend ziehen. will man in einer gesellschaft leben, so geht dies sicher nicht ^^ würde es gehn, wäre es keine gemeinschaft/gesellschaft mehr.
mir kommt das halt auch nen bischen so vor, als würde folgende metapher zutreffen: ein polizist sucht nen dieb in derm enge, und fordert nun die menge auf, sich umzusehen, und den dieb zu entlarven. doch statt dem polizist zu helfen, wird dem dieb geholfen, da der polizist sich ja die eigene stimme merken könnte ><