600 KM sind geschätzt für 95% der Autofahrer mehr als ausreichend.
Im Jahr 2021 gab es in der deutschsprachigen Bevölkerung ab 14 Jahren rund *****Millionen Personen, die pro Jahr mehr als 20.000 Kilometer mit ihrem PKW fuhren.
de.statista.com
Selbst bei 30.000 KM jährlicher Fahrleistung würde das die ganze Arbeitswoche (Mo-Fr) halten. Und theoretisch kann man das Auto ja täglich zu Hause nach Feierabend laden.
Gibt es auch Fälle wo es nicht reicht? Klar gibt es die, die wird es immer geben. Aber sollte man sich primär nicht auf die absolute Mehrheit konzentrieren wo es ausreichend ist?
Für Mo-Fr reicht das Fahrrad, wenn man sein Leben wenigstens ein Bisschen bewusst ökologisch ausrichtet. Das Problem ist "Anfang Juli bis Ende Juli".
Für min. 600 KM muss ich schon ein Diesel haben, sonst wird es eng. Habe aber jetzt die letzten 10 Jahre kein Benziner mehr gehabt. Daher ist mir nicht bekannt, was die heute so verbrauchen.
Es gibt und gab natürlich immer Benziner mit kleinem Tank, aber 450 km ist entweder ziemlich wenig oder eine ziemlich flotte Fahrweise. Mit letzterer wirst du dann auch beim Batterieauto nichts von den 600 km WLTP sehen. Bei zahmer Fahrweise kann man die mit 450-500 km gleich setzen, aber so gefahren schaffte auch (m)ein 99er Passat 600 km plus Reserve. Heute hole ich mit etwas Glück 700 km aus einem Tank raus und es gibt sparsamere Motoren. Was BMW da anstrebt ist also immer noch eine Verschlechterung um 25 bis 30% gegenüber einem Benziner, 40-50% gegenüber einem Diesel.
Mein Tiguan 1.4 braucht 7-9l/100 km mit 65l-Tank, auf der Autobahn noch 2l mehr.
WTF? Ich wusste ja, dass SUVs am besten in der Scheune stehen bleiben, bis der obligatorische Pferdeanhänger bewegt werden muss, aber 11 l/100 km?? Ich hab den 1,4 TSI im Golf probegefahren (125 PS Version) und kam bei einem Schnitt von knapp 120 auf einen Verbrauch von knapp 6 l/ 100 km.
Es gibt ganz andere Baustellen in der deutschen E-Mobilität als die immer wieder gewälzte Akkudiskussion.
Stimmt. Z.B. haben wir keine grüne Ladeenergie, sondern bis 2038 und damit länger, als die heute verkauften Autos im Schnitt leben werden, noch Kohlestrom im Netz, mit dem Batterieautos (deutlich) mehr CO2 pro km verursachen als Benziner.
weiß man eigentlich wie lange so eine batterie hält?
suche ergibt 5-10 jahre. durch das schnelllade wohl näher an der 5 als an der10
Für kleine Batterien bei täglicher, intensiver Nutzung mag das gelten. Aber das sind dann schon ordentlich km, 1000 bis 3000 Vollladezyklen erlaubt die Chemie normalerweise. Bei einem 600-km-WLTP-Akku also wenigstens 400000-500000 km - in fünf Jahren?? Die meisten Autos werden bei 200000-250000 km auf der Uhr aussortiert, also wenn dieser Akku nicht einmal zur Hälfte verschlissen wäre.
Kalendarische Alterung ist schwerer abzuschätzen, weil man die am Tag 0 vorhandenen Reserven nicht kennt. Die meisten Teslas (andere Marken sind noch nicht lang genug in großer Zahl am Markt) melden wohl nach 10 Jahren immer noch nahe 100% Kapazität. Nach 15 Jahren fehlen dann bis zu 10%, nach 20 Jahren auch mal 20%. Das kann je nach Reichweitenwunsch und Reichweite an Tag 1 der funktionale KO sein, wenn man maximal Mittelstrecke fährt und trotzdem einen 600-km-Akku kauft, ist sind möglicherweise sogar 25-30 Nutzung drin.
apropos schnellladen. wird man genug strom erzeugen können, damit alle ihre autos über nacht laden können?
Wenn man die Kohlekraftwerke weiterlaufen lässt: Ja.
Will man sie abschalten, hat man (angeblich) schon heute, ohne Batterieautos, eine Versorgungslücke, weswegen die Politik Milliarden für den Weiterbetrieb zahlt.
wie sieht es im winter aus? heizen muss man doch elektrisch.
Gute Elektroautos haben mittlerweile eine Wärmepumpe und die Elektrik produziert auch etwas an Abwärme. Wichtiger ist, ob/wie der Akku temperiert wird. In billigen Autos mit ausgekühltem Akku und ohne Wärmepumpe kann der Reichweitenverlust erheblich sein.
(Was ich persönlich als weniger problematisch erachte, denn die Alpen im Winter sind näher als das Mittelmeer im Sommer. Und eigentlich kann man da auch mit der Bahn hinfahren, denn die meisten Winter-Touristen sind vor Ort eh nicht fahrfähig und bewegen sich nur mit der Ski-Infrastruktur fort.)
was macht man mit dem ganzen batteriemüll?
Bislang: Weiterverwenden. Stationär, wo das Gewicht egal und der Platz nicht sonderlich wichtig sind, ist auch ein auf halbe Kapazität ausgenudelter Akku noch nützlich.