Die Todesstrafe - eine grausame Praxis welche abgeschafft gehört

@blautemple :
Es ist generell ein mit starken Emotionen behaftetes Thema.
Der Gedankenaustausch hierüber ist wichtig, auch für die Weiterentwicklung unserer Gesellschaft.
Insofern bedarf es kein Sorry von Dir sondern ein Danke an Dich, dass Du dich hier einbringst.
 
@blautemple :
Es ist generell ein mit starken Emotionen behaftetes Thema.
Der Gedankenaustausch hierüber ist wichtig, auch für die Weiterentwicklung unserer Gesellschaft.
Insofern bedarf es kein Sorry von Dir sondern ein Danke an Dich, dass Du dich hier einbringst.
Ich denke gerade bei dem Thema sind Emotionen ein großes Problem und genau deswegen gibt es hierzulande ja unabhängige Gerichte, bzw. ich gehe zumindest davon aus das dem so ist, die diese Entscheidungen emotionslos und neutral beurteilen können.

Angenommen jemand würde meiner Familie schlimmes Leid zufügen, würde ich den Tod dieser Person wohl auch als "gerecht" empfinden. Allerdings steht es absolut keiner Person zu darüber zu entscheiden wer leben darf und wer nicht. Genau das entscheidet uns auch von Terror Regimen und da bin ich so froh drum.

Ich hoffe man versteht so einigermaßen was ich sagen möchte.
 
Die Aussage zeigt eigentlich nur dass du die Menschenrechte nicht verstanden hast.
Die Frage habe ich offen im Raum gelassen.

Und hier ganz klar meine Antwort:
Todesstrafe für die Punkte? Nein! Es macht alles nur Schlimmer und es hilft dem Opfer und Angehörige nicht weiter.
Ich bin gegen die Todesstrafe aber für ein härteres Strafmaß gegenüber Opfern von Mord und jeglicher Gewalt.

Bei meiner Aussage:
Seien wir bei einem Punkt ehrlich... Keiner wüsste, wie er Handeln würde, wenn es den jenigen selbst betrifft oder es vor seinen Augen geschieht.
Hier gibt es kein Allheilmittel wenn es passieren würde.
 
Das ist der Punkt.
Ich wüsste ehrlich gesagt auch nicht wirklich, ob ich in der Lage wäre ruhig zu bleiben und dem System zu vertrauen, wenn z. B. meiner Tochter was passieren würde.
Das erfährt man nur dann, wenn man in selbst in diese unsäglichen Lage ist.
Als Nicht-Betroffener ist es leicht zu sagen, man verurteilt so was.
Als Betroffener nimmt man vermutlich nur noch den eigenen Schmerz wahr, der durchaus blind werden lässt.
Ich persönlich verstehe überhaupt nicht wie man sagen kann man wüsste nicht wie man reagiert. Definitiv gehöre ich zu den Menschen die sich wirklich extrem gut unter Kontrolle haben. In mich reinhören kann ich gut. So gut sogar, dass ich vorher weiß wie ich reagiere wenn mir bei üblen Regen auf der Autobahn bei 190 ein reifen platzt und sich das Fahrzeug dreht. So gut, dass ich beim plötzlichen Tod eines Verwandten entspannt und gefasst bleibe. Einfach weil ich über viele Situationen Vorab nachdenke, sie mir vorstelle. Ich kann mir Bilder und Geschichten über ferne Länder ansehen und anhören und stelle beim ersten Tag dort fest, dass es sich anfühlt als wäre ich schon tausend Mal dort gewesen. Es überrascht mich nicht und langweilt mich, eben weil ich es mir vorher genau so ausgemalt habe. Ich kenne mich und mein Empfinden ja. Bungeejumping, rafting, paragliding, ein simulierter Helikopterabsturz, alles zwar Puls treibend, aber total unspektakulär für mich, wenn ich es mal irgendwo gesehen habe, oder vorher darüber nachgedacht habe.
Wenn mich also jemand fragen würde wie ich reagieren täte, wenn meinen Töchtern Leid angetan würde, dann kenne ich die Antwort genau. Einfach weil ich gar nicht versuchen würde ruhig zu bleiben.
Für mich sind Regeln im Leben extrem wichtig. Ich war schon als Kind sehr groß und in der Schule hatten viele Respekt vor mir. Ausgenutzt habe ich das niemals. Ganz im Gegenteil. Ich habe immer Verständnis dafür gehabt wie mein Gegenüber sich wohl fühlen möchte. Warum habe ich andere nicht unterdrückt? Weil ich mal gesagt bekommen habe, das gehört sich nicht. Mach das nicht. Ich fahre unglaublich gern sehr schnell, also über 250 und wo? Nur dort wo ich darf. Komme ich an einem Schild vorbei das plötzlich 130 vorschreibt, dann qualmt die Bremse und ich fahre 130 bis 140. Zehn mehr, wegen den anderen die damit vielleicht nicht rechnen. Um ihnen etwas entgegen zu kommen.
Nachts ein Stoppschild, alles einsehbar, ich bin allein und habe es sehr sehr eilig, ich bleibe drei Sekunden stehen. Sehr spät zu einem Bewerbungsgespräch, zusammen mit noch jemandem der älter als ich ist, der Personaler meint es wäre nur noch Zeit für einen. Ich lasse den Mann aus Höflichkeit vor, obwohl ich den Job unbedingt brauche. Ein Arzttermin auf den ich schon über ein Jahr warte und ich merke dass ich es nur schaffe wenn ich ein paar Minuten früher von der Arbeit verschwinde, aber mein Kollege hat bereits Stress... Ich bleibe und muss nochmal ein paar Monate warten, mit der Gewissheit dass meine Frau mich lynchen will deswegen. Kein Thema. Was wäre ich für ein Mensch wenn ich wegen meinen Problemen, meinem Kollegen den Tag erschweren würde? Nein. In all solchen Situationen helfen mir Regeln. Sie helfen es zu akzeptieren, ruhig zu bleiben und weiter zu machen. Das Leben als Spiel zu sehen.
Ob Gesetze, oder Regeln der Höflichkeit, ist mir egal. Jeder und davon bin ich fest überzeugt, kann das ebenso. Nur wollen viele nicht. Für mich stellt sich dann die Frage nach dem: Wo fängt es an und wo hörts auf? Wer diese Regeln nicht einhält, der hat meiner Auffassung nach unterzeichnet dass er raus ist. Raus aus dem Spiel, raus aus dem sozialen Konstrukt in dem wir leben. Der hat von mir absolut nichts mehr zu erwarten. Wer das freiwillig anders handhabt kann von mir ihm gegenüber nichts mehr einfordern. Ich behandle ihn nicht direkt, aktiv anders. Ich reagiere aber anders. Solch ein Mensch trifft mich irgendwo und meint: "Hi, schön dich zu sehen." ich antworte mit Hallo. Er geht und sagt "Auf Wiedersehen". Ich sage tschüss.
Jemand hat einen schlechten Tag und mault deshalb wegen Nichtigkeiten andere an. Für mich gestorben. Habe ich kein Verständnis für und zukünftig meide ich diese Person, oder behandle ausschließlich nur sie auf ähnliche Weise. In der Hoffnung sie fragt mich warum und ich kann es erklären.

Geht es nach mir, ist das bewusste brechen von Gesetzen also der Ausstieg aus der Gesellschaft und der Ordnung und nicht rückgängig zu machen. Es findet ja bewusst statt. Es ist eine freiwillige Entscheidung des einzelnen. Jemand bedroht dich und meint du müsstest dies und das tun, sonst schießt er? Dann lass ihn doch schießen. Nur wenn er das tut, setze ich mich mit voller Härte zur Wehr.

Sind wir ehrlich, könnten wohl die meisten, wenn nicht gar jeder von uns klar sagen wie er reagieren würde. Man müsste darüber aber sehr bewusst nachdenken und viele wollen sich bestimmte Situationen ja gar nicht vorstellen.
Weg gucken , oder verdrängen, tun viele deutlich lieber.

In meinem Beispiel würde ich den Menschen zur Rechenschaft ziehen wollen der meiner Tochter etwas antäte, ganz klar. Bin mir aber ebenso bewusst dass ich dann dafür weggesperrt würde. Das ist halt die Konsequenz die erfolgen muss.
 
Geht es nach mir, ist das bewusste brechen von Gesetzen also der Ausstieg aus der Gesellschaft und der Ordnung und nicht rückgängig zu machen.
Das kannst du gerne so sehen, allerdings stehen die Menschenrechte über dem Gesetz. Sie bilden die Grundlage der zivilisierten Welt und dürfen unter absolut gar keinen Umständen ausgesetzt werden. Alleine die Möglichkeit sie auszusetzen schafft eben die Grundlage für viel Schlimmeres.
 
Jupp, da bin ich bei dir. Ich hab in Afrika und Asien bereits Bekanntschaft mit solchen Systemen gemacht.

Ich bitte dich den post vorher auch nicht falsch zu deuten. Trotz dass ich so verbissen bei diesem Thema bin, halte ich Menschenrechte für wichtig und unser System auch nicht für verkehrt. Es müsste mMn aber deutlich härtere Strafen geben. Beispielsweise im Knast zu bleiben, auch wenn man 150 wird.
 
Gibt es dazu seriöse zahlen oder haust du einfach mal was raus?

Scheinbar ist die wichtigste Erkenntniss der Wissenschaft, dass es viel zu wenig brauchbare Studien zu dem Thema gibt. Aber zumindest die Rückfallquoten sind einigermaßen erfassbar und in den wenigen Fällen, wo es gemacht wird, kommt ein komplett anderes Ergebnis heraus, als hier behauptet wurde.

1989: 22% einschlägiger Rückfall binnen 6 Jahren
2009: 7% ohne Angabe eines Zeitraums

Ist natürlich noch lange nicht gut, spricht aber klar dafür, dass der Strafvollzug bei der Mehrheit der Täter sein Ziel erreicht. Je nachdem, welche Zahlen man annimmt, würden eine lebenslange Haft oder gar Todesstrafe als Rückfallschutz drei bis neunmal mehr Menschen schaden, als sie helfen würden.


...in der öffentlichen Wahrnehmung...
Ist eine Beobachtung aus meinem Umfeld.

..augenscheinlich...
Ist eine übliche Formulierung, wenn man was wahrnimmt, aber keine Datenlage zur Verifizierung kennt.

Und natürlich ist es eine Suggestivaussage, um anderslautende Meinungen einzufordern.

Weißst du, was das ist: "?"
Man nennt es Fragezeichen. Das kann man hinter sogenannte "Fragen" stellen, wenn man sich Informationen von anderen hofft. Anstatt Märchen zu verbreiten die einen Teil der Mitleser fehlinformieren, einen Teil provozieren und nur bei sehr wenigen die gewünschte Informationspreisgabe auslösen dürften.

Als nächste Lektion können wir uns dann über Suchmaschinen unterhalten, obige beide Links habe ich binnen einer Minute gefunden.
 
Laut dem National Institute of Justice kehren fast 44% der freigelassenen Kriminellen vor dem Ende ihres ersten Jahres aus dem Gefängnis zurück., Im Jahr 2005 wurden etwa 68% der 405.000 freigelassenen Gefangenen innerhalb von drei Jahren wegen eines neuen Verbrechens festgenommen, und 77% wurden innerhalb von fünf Jahren festgenommen.

Das war der erste Treffer den ich gefunden habe Bein googeln und betrifft eine amerikanische Statistik.

Das hier ist Deutsch...


Ich muss zugeben, ich bin etwas schockiert. Mit 15 bis 20 Prozent hätte ich so gerechnet. Bald die Hälfte aller Straftäter... das ist dann doch ziemlich heftig.

Interessant ist für mich, dass die USA und Deutschland sich hier so ähnlich sind. Trotz ganz anderer Mentalität stellenweise und anderem Verhältnis zu Waffen.
 
Zuletzt bearbeitet:
Könnten die Opfer aber ganz anders sehen.
Es geht um Statistik.
Und man wird immer wieder einen Fall haben, wo jemand frei gelassen wird, weil Psychologen das befürworten, der aber dann ein Verbrechen begeht.
Nichtsdestotrotz geht es um Vertrauen, das die Gesellschaft mit auf den Weg gibt und deswegen sieht bei uns das Gefängnissystem anders aus als in anderen Ländern.
 
Das war der erste Treffer den ich gefunden habe Bein googeln und betrifft eine amerikanische Statistik.

Das hier ist Deutsch...


Ich muss zugeben, ich bin etwas schockiert. Mit 15 bis 20 Prozent hätte ich so gerechnet. Bald die Hälfte aller Straftäter... das ist dann doch ziemlich heftig.

Nicht den ersten Absatz mit dem zweiten vermischen:
Kriminelle betätigen sich häufiger wieder kriminell, ja. Aber sie werden in der großen Mehrheit nicht einschlägig rückfällig, begehen also nicht die gleiche Tat nochmal. Das Strafsystem hat also sehr wohl eine gewisse positive Wirkung, aber man kann bei der Ausgangslage einfach kein 100% sauberes Ergebnis erwarten:
Man betrachtet gezielt eine Gruppe von Leuten, die eine stark reduzierte moralische Hemmschwelle hat, Verbrechen zu begehen. Leute mit einer zertrümmerten Lebenslaufbahn, die keinen Zugang mehr zu guten (teils überhaupt irgendwelchen) Jobs und damit auch nicht zu einem guten Leben und oft auch kein oder auf Knastgenossen beschränktes Sozialleben haben. Das heißt also eine Demographie, in der man eigentlich 100% kriminelle Betätigung erwarten würde. Als Bonus kämen noch Ex-Knacki-spezifische Straftaten wie "Nicht Einhaltung von Bewährungsauflagen" hinzu, die jemand anders gar nicht begehen könnte. (Vergl. Flüchtlinge, die ebenfalls in der Kriminalitätsstatistik landen, wenn sie zu einem Termin nicht erscheinen oder einen Ausflug in die falsche Stadt machen.)

Interessant ist für mich, dass die USA und Deutschland sich hier so ähnlich sind. Trotz ganz anderer Mentalität stellenweise und anderem Verhältnis zu Waffen.

Häh? Hast du deine eigenen Quellen gelesen? In den USA sitzen 77% binnen 5 Jahren wieder im Knast. Wenn man die Zahlen für 1, 3 und 5 Jahre extrapoliert, kommt man auf saubere 90% für 9 Jahre. In Deutschland dagegen sind es nach 9 Jahren nur 48%, die straffällig geworden sind und das zählt noch diejenigen mit, deren Taten nicht schwer genug für eine erneute Haftstrafe waren. Trotzdem bleiben in Deutschland mehr als FÜNFMAL so viele Ex-Knackis clean, wie in den USA. Das ist wohl alles anderes als "ähnlich", sondern zeigt deutlich, dass die USA ein Problem pflegen.


Die augenscheinlich im Widerspruch zu den von @Cleriker gefunden Infos stehen.
Und nun?

Nun könntest du mal Clerikers Links auch lesen und feststellen, dass sie meinen überhaupt nicht widersprechen, oder du kannst weiterhin Blödsinn verbreiten. :wall:


Könnten die Opfer aber ganz anders sehen.

Sicherlich haben die eine andere, nämlich eine nicht-objektive Sichtweise. Das sei ihnen auch gegönnt, aber es kann nicht die Grundlage einer sachlichen Diskussion geschweige denn Politik sein.
 
Häh? Hast du deine eigenen Quellen gelesen?
Scheinbar nicht richtig. Vielleicht war ich da auch einfach schon zu müde. Zu meiner, wenn auch dürftigen Entschuldigung sei gesagt, dass ich zu diesem Zeitpunkt über 50 Stunden nicht geschlafen habe (Ich lasse mich schnell ablenken und vergesse dann das schlafen und merke es erst deutlich wenn ich auf Arbeit Schwierigkeiten habe das Datum richtig zu bestimmen).
 
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