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Es gibt weltweit so viele Verstrickungen, gerade von Nationen und Wirtschaft, aber eben nicht nur, und unsere Welt ist inzwischen so komplex geworden, dass ich gut verstehen kann, das jemand nach einfachen Antworten sucht. Ein großer "Verschwörer" steht hinter allem. Muss einfach. Anders kann es einfach nicht sein. Weil alles andere zu komplex wäre, um es zu verstehen. Und wer gibt gerne zu, dass er etwas nicht verstanden hat? Das wäre ja ein Zeichen von Schwäche. Man könnte ja behaupten, man wäre nicht intelligent genug. Wer mag das schon über sich hören oder lesen? Und damit sucht man sich eine einfach, verständliche Geschichte. Die Geburtsstunde einer Verschwörungstheorie. Alternative Geschichtserzählung. Postfaktisch. Das ist Psychologie.
Nehmen wir eine andere Verschwörungstheorie als Beispiel:
Der Flug zum Mond.
Fakt ist: Fast 50 Jahre nach der Mondlandung wissen wir kaum noch, wie die das damals bewerkstelligt haben. Die Blaupausen für die Saturn 5 sind verschwunden, die Rakete bestand aus über 1.000.000 Einzelteilen, gilt noch heute als eines der kompliziertesten und komplexesten Geräte, die der Mensch wohl je gebaut hat. Wir können heute keine Saturn 5 mehr bauen.
Andere sagen, die Wahrscheinlichkeit, jemanden von hier aus zum Mond zu schicken, und anschließen wieder zurück (und gerade das Letztere ist das kompliziertere) und das derjenige dann tatsächlich die Erde erreicht, wäre so gering, gerade wenn man zur Berechnung eines Kurses, des genauen Zeitpunkts für den Schub (vom Mond zurück zur Erde) und der Dauer des Schubs nur einen Taschenrechner zur Verfügung hat, dass man es kaum wagen würde, jemanden hoch zu schicken, weil die Chance auf ein Desaster, eine Katastrophe, viel zu groß wäre. Man würde mit den technischen Mitteln von heute keinen mehr zum Mond schicken. Man möchte wohl, aber ist man dazu wirklich in der Lage, gewillt das Risiko auf sich zu nehmen?
Das ist schon gefundenes Fressen für alle Verschwörungstheoretiker, und dann komm noch andere "Merkwürdigkeiten", wie die Fotos, der fehlende Sternenhimmel darauf, etc dazu.
Dennoch können wir uns sicher sein, das die Mondlandung wirklich stattgefunden hat, denn durch Triangulation konnte man feststellen, das die Funksignale wirklich vom Mond kamen und nicht nur von einem Satelliten. Und wäre dem nicht so gewesen: Was hätte den Klassenfeind der USA, die UDSSR, selbst interessiert an der Eroberung des Weltraums, davon abgehalten, der ganzen Welt zu zeigen, das das Signal nicht vom Mond kam?
Und nur weil wir heute die Saturn 5 nicht mehr bauen können....naja, wir können heute auch keine Pyramiden mehr bauen, zumindest wohl nicht so, wie es die Ägypter taten. Es gibt Theorien, mit Rampen aus Sand und so. Wüstensand. Damit lassen sich ja auch so gut Rampen bauen, weil der Sand ja bei jedem Windstoß wegfliegt. Das entzieht sich einfach unserer Vorstellungskraft. Und unserem Verständnis.
Zurück zum 11. September 2001:
Es gibt genügend Beweise, das wirklich Flugzeuge in die Türme geflogen sind. Die Menschen, die an Bord waren, sind wirklich dabei gestorben. Da waren keine "Angriffsflugzeuge" gefüllt mit Sprengstoff, die gegen die echten Flüge ausgetauscht wurden und die echten Flugzeuge sind auch nirgends sicher und geheim gelandet. Das würde so viele Menschen zur Planung und zum Stillschweigen verdonnern, es wäre einfach extrem unwahrscheinlich, das alles geheim zu halten.
Wenn also da wirklich 2 Flugzeuge in die Türme gerast sind, warum sollte man dann annehmen, das alle Folgen nicht auf diese beiden Einschläge zurück gehen? Warum sollte man noch extra sprengen? Wie lange vorher hätte man das planen müssen? Wie viele Menschen bräuchte man zur Vorbereitung so einer Sprengung? Wie lange hätte die daran gearbeitet? Unbemerkt von allen Büroangestellten?
Da kommt dann so ein Professor, ein Theoretiker, und behauptet anhand einer Simulation, es müsse eine Sprengung gewesen sein.
Komisch nur, dass echte Experten, von Beruf Sprengmeister, professionelle Häusereinreißer, alle sagen, das da mehrer dutzend Menschen mit Fachkenntnis mehrer Wochen lang hätte dran arbeiten müssen, was einiges an Krach bedeutet hätte, da man die Stahlträger erstmal mit Presslufthämmern vom Beton befreien und anschließend anschneiden oder anbohren hätte müssen, um dann den Sprengstoff zu befestigen, das alles zu verkabeln etcpp. Unbemerkt machbar? Kaum bis gar nicht.
Das Risiko einer Entdeckung wäre viel zu groß, als das man das dann noch als Begründung für einen Krieg hätte nehmen können. Oder anders: all der Aufwand für einen Krieg? Man braucht viel weniger, um einen Krieg zu beginnen: der Dreißigjährige Krieg begann mit dem Fenstersturz von genau DREI Personen, der erste Weltkrieg mit dem Mord an EINEM Menschen.
Ich möchte nicht sagen, das einzelne Aspekte, die Verschwörungstheoretiker hervorbringen nicht auch wahr sein könnten, aber meist lassen sie mehr Fragen unbeantwortet als sie beantworten.
Ich verweise daher einfach mal auf Ockhams Rasiermesser: Ja, man kann sich auch andere Ereignisabläufe vorstellen, aber je mehr man dazu hypothetisieren muss, desto unwahrscheinlicher wird es.
Und wenn man alle Aspekte einer Theorie zusammen nimmt und gegeneinander aufwiegt, dann ist eben jene am wahrscheinlichsten, die am wenigsten Lücken offen lässt.
Es gab keine Sprengung. Zwei Flugzeuge, Kerosin und die Architektur hat vollkommen gereicht. Leider. Es wäre so schön einfach und befriedigender, wenn man jemanden zur Verantwortung ziehen könnte, der noch lebt.
Und damit nimmt die Sprengung des World Trade Centers den selben Stellenwert ein wie Chemtrails oder die flache Erde.