Die Ãra Merkel geht zu Ende

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Umbau der NS-Gesellschaft (Archiv)
Schwerpunktthema: 80 Jahre "Tag der Arbeit" (Archiv)

Außerdem bezeichne etwas nicht als Schwachsinn nur weil du kognitiv nicht in der Lage bist komplexe Sachverhalte zu erfassen.
Über den persönlichen Rest deiner Ausführungen musste ich herzlich lachen, das kommt genau vom richtigen!
Ihr beide erinnert mich immer mehr an ein seit 60 Jahren glücklich verheiratetes Ehepaar.
 
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Zerstört heißt ja auch nicht, dass man es nicht wieder aufbauen kann. Oder war Berlin für dich 1945 auch nicht zerstört, ich meine es steht ja wieder.
 
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Das eine hat Jahrzehnte gedauert, das andere nur Monate, ist schon ein deutlicher Unterschied.
Z.B. wurde das Bundesland Hessen am 19.09.1945 gegründet inklusiver demokratischer Verfassung.

Es ist auch eher eine Mähr und Propaganda Mythos, ähnlich des Marshallplans, das die Alliierten in großen Teilen für das GG und die staatliche Organisation der Bundesrepublik verantwortlich sind.
Es ist eigentlich das genaue Gegenteil, die Alliierten haben punktuell eingegriffen, das Gerüst und 80-90% der Strukturen für die Staatsorganisation inklusiver Verfassung waren praktisch 1945 vorhanden.
 
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Also punktuell ist deutlich untertrieben, aber ja, die BRD ist ganz eindeutig vom vergangenen deutschen Staatswesen geprägt und nicht von dem der Alliierten Staaten. Aber ich hab ja auch nie behauptet, dass die Alliierten für das GG bzw den Inhalt verantwortlich sind.
Meine Aussage war, dass das Personal noch am Leben war und man die BRD deswegen so schnell aufbauen konnte. Die, die nach der Machtergreifung ins Privatleben sind und die, die ins Ausland sind konnten ja relativ sicher leben.
 
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Das solltest du vielleicht weiter ausführen und belegen. Faschistische oder vergleichbar rechtsautoritäre Regime haben sich bisher eigentlich immer durch sehr wirtschaftsfreundliche Politik ausgezeichnet. Das zieht sich von Mussolinis Italien bis zu Orbans Ungarn.

Im Gegensatz zum Sozialismus und Kapitalismus gibt es zum Faschismus kein grundlegendes Standardwerk, dass man für Definitionen heranziehen kann. Aber sowohl bei Hitler als auch Mussolini und erst recht bei Franco gehörte die Ausrichtung der Industrie auf vom Staat vorgegebene Interessen dazu. Es gab zwar keine ideologischen Vorgaben zu den Besitzverhältnissen und insbesondere in Deutschland waren die Interessen von NSDAP und dem (bis heute amtierenden) Industrie-/Geldadel in weiten Teilen deckungsgleich, so dass keine konkreten Maßnahmen nötig war. Aber der starke Staat, der alles unter Kontrolle hat gehört eben so zur Ideologie wie die Enteignung allderjenigen, die nicht im Interesse der Führung handeln. Von einer freien Martkwirtschaft oder Kapitalismus kann im Faschismus also auch nicht die Rede sein, auch wenn kleinmaßstäblich klassisch kapitalistische Ordnungsmethoden benutzt wurden (d.h.: Im wesentlichen gar keine) und nicht beispielsweise Planwirtschaft.


Macht es wirklich einen Unterschied ob die Fabrik vom alten Geldadel Krupp oder vom Parteifunktionär Xy geführt wird?

Wenn man die ideologischen Begriffe assoziativ oder diffamierend auf die heutige Zeit anwenden möchte (und das machen einige hier -nicht du- und haben damit diese Diskussion überhaupt erst losgetreten), dann macht es einen sehr großen Unterschied, ja. Denn die Krupps waren zwar Fans der Ideologie, aber sie sind kein theoretischer Bestandteil des Konzepts "Faschismus". Zum Sozialismus gehört es dagegen per Definition dazu, dass Produktionsanlagen unter der Kontrolle politischer Akteure stehen. Umgekehrt ist die miese Behandlung von Arbeitern respektive eine starke Hierarchie in der nach unten getreten wird fester Bestandteil des Faschismus, während der theoretische Sozialismus eigentlich möglicht gute Lebensbedingungen für Arbeiter (inkl. solchen in der Landwirtschaft) anstrebt, diese sogar formell über alle anderen stellt.

tl;dr: Die praktischen Umsetzung waren in Bezug auf arbeitende beide *******, aber beim Faschismus gehörte es zum Konzept und somit auch zu den Zielen heutiger Faschisten, beim real existierende Sozialismus war es ein mehr-oder-minder Unfall und (heutige) Sozialisten streben eigentlich das genaue Gegenteil an. Großer Unterschied, wenn man irgendwem/irgendwas als "...istisch" bezeichnet.
 
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Generell sollte man mal die Herrschaft auf max. 2 Amtsperioden beschränken.

Nicht ohne Grund sagt man:

"Neue Besen kehren gut". :D
 
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Generell finde ich sollte man auch in Deutschland die Amtsperiode bei höchsten Ämtern wie Bundeskanzler auf 2 Amtsperioden beschränken. Ist selten gut wenn sich Menschen zu lange an Machtpositionen gewöhnen.

Bei Merkel bin ich auch etwas zwiegespalten. Einerseits schätze ich ihre sehr nüchterne und ego-lose Art sehr, das hat man in der Politik sehr selten, wo normal jeder versucht möglichst viel Getöse zu machen und seine Person in den Mittelpunkt zu rücken. Auch finde ich dass sie außenpolitisch exzellente Arbeit geleistet hat und in den aktuell unruhigen letzten 10 Jahren sehr viel dafür getan hat, das Deutschland außenpolitisch gut dasteht und Europa einigermaßen zusammengeblieben ist.

Innenpolitisch allerdings gehen von ihr keinerlei Impulse aus. Dringend nötige große Projekte werden nicht angegangen (Rentenreform, Abschaffung Soli etc), viele Dinge einfach nur verschleppt. Bestes Beispiel der "Diesel-Gate". Da die Wirtschaft super gelaufen ist, sieht man halt aktuell noch keine Konsequenzen dieses Stillstands. Allerdings gibt es gerade sehr viele Indikatoren dafür, dass sich die Wirtschaftslage stark abflachen wird und da treten dann halt die Defizite wieder zutage.
 
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Was ist denn langfristig von Helmut Schmidt geblieben?
Kohl hatte Glück mit der Wiedervereinigung und Schröder hatte durch eine Mega Krise die Agenda 2010, Merkel ist ohne so etwas ausgekommen, nach 2008!
 
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Von Kohl haben wir Reformstau, Schwarze Kassen und ein System voller gegenseitiger Begünstigungen in der Politik, das bis heute immer weiter ausgebaut wird.
Von Schröder haben wir Hedge Fonds, Agenda 2010, den Riesterunsinn und einen untersetzen Polizieapparat.
Und von Angela Merkel können wir zwei gescheiterte Bundespräsidenten, Euro- und Finanzkrise (die sie natürlich nicht ausschließlich selbst verschuldet, aber mit ihrer rigorosen Austeritätspolitik teils sogar verschlimmert hat), eine kaputtgesparte Infrastruktur und natürlich die allumspannende Flüchtlingskrise festhalten, die uns auch in den nächsten Jahrzehnten noch weitestgehend ungelöst in Form von hunderttausender, nicht-integrierter Migranten begleiten wird.

Nicht mal Schröders Mist wollte sie ausbügeln, stattdessen hat sie die Lorbeeren aus der Wirtschaft dafür geerntet.:schief:
Naja, immerhin wurde die Praxisgebühr abgeschafft.:ugly:
 
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Was ist denn langfristig von Helmut Schmidt geblieben?
2 Universitäten gegründet, die europäische Zusammenarbeit deutlich vertieft, NATO Doppelbeschluss etc

Klar keine Großerignisse wie Adenauer oder Willy, aber er war ein Arbeitstier.
 
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Dann müßte man alle Parlamentarier auf 8 Jahre begrenzen, anders ist es juristisch nicht möglich, da der Bundeskanzler aus dem Parlament gewählt wird.

Wenn du schreibst machbar ist es trotzdem, dann verfasse doch mal ein juristisches Gutachten, wie du meinst das es angestellt werden könnte und auch nicht anfechtbar ist, denn jeder Parlamentarier hat das Recht sich zur Kanzlerwahl aufzutellen.
 
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Art 63 II GG regelt, dass der Gewählte vom Bundespräsidenten zum Kanzler zu ernennen ist.
Art 79 I GG regelt was man ändern darf und wie man es ergänzen darf. Art 79 II GG nennt eine 2/3 Mehrheit von Bundesrat und Bundestag als Bedingung.

Also das ist in kürze mein juristisches Gutachten, jetzt bist du am Zug. Aber bitte mit Paragraphen ;)
Und nein, länger als x Jahre Kanzler zu sein ist kein Grundrecht.
 
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Das ist ja egal.;)

Ich denke schon das man das gesetzlich anders regeln kann.

Regeln kannst du alles -- siehe Türkei.
Die Frage ist aber, ob du dafür eine Mehrheit im Parlament bekommst und das bezweifel ich stark.
Aktuell ist es eben so, dass du eine Partei wählst und diese dann im Bundestag vertreten ist, sofern sie mehr als 5% der abgegebenen Stimmen hat.
Die stärkste Fraktion wird dann eine Mehrheit im Parlament schmieden wollen und den Kanzler stellen.
Wer der Kanzler aber wird, bestimmt eben die Partei aber selbst.
Es wird logischer Weise mit den Köpfen geworben, wie man an Merkel und Schulz sehen konnte.
Aber es gibt eben keinen Zwang, auch diese Köpfe dann zu nehmen.
Merkel hätte ja -- als die Jamaica Koalition gescheitert war -- sagen können, dass sie als Kanzler nicht mehr zur Verfügung steht und dann hätte die Union einen neuen bestimmen müssen.
 
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