Deutschland - Die Wirtschaftsmacht von gestern?

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PC-Selbstbauer(in)
Hallo liebe Forengemeinde,

Wie der Titel schon sagt geht es um die wirtschaftliche Stellung Deutschlands.

Deutschland hat viel Industrie mit Beispielsweise Schwerpunkt Automobilindustrie oder Chemieindustrie. Auch was den Maschinenbau betrifft glänzt Deutschland.

Wenn man allerdings den Zukunftsmarkt betrachtet steht Deutschland nicht mehr so besonders gut da. Natürlich werden die oben genannten Industriezweige immer eine gewisse Bedeutung haben - allerdings wird diese mit der Zeit abnehmen. In Sachen High-Tech Industrie hinkt Deutschland ganz schön hinterher was die IT-Branche oder die Biotechnologie Branche angeht. Hier sind auch erste Anzeichen sichtbar wenn man sich überlegt, dass ein Konzern wie Apple bald doppelt soviel Gewinn erwirtschaftet wie beispielsweise die BASF, obwohl diese essenziell für ein Leben mit derartig vielen Menschen auf der Erde ist.

Beim Thema erneuerbare Energien ist es beispielsweise so geschehen wie mit vielem - alles wichtige wurde in Deutschland entwickelt und wo Solarpanele heutzutage gebaut werden (zumindest die meisten) wissen wir wohl alle.

Mich würde eure Meinung hierzu interessieren. Ich selbst denke eigentlich das Deutschland im Moment noch einen ganz guten Stand hat - was die Zukunft bringt weiß ja so oder so niemand.

Gruß
 
Meiner Meinung nach wird Deutschland wirklich das Zeichen als Wirtschaftsmacht verlieren, denn zudem machen immer mehr Firmen zu in Deutschland und verlegen ihre Standorte ins Ausland da dort die Kosten geringer sind. Das einzige von was wir Deutschen wirklich leben sind unsere "Erfindungen", aber ohne stehen wir ganz dumm da. Wenn wir jetzt schon hinterherhinken in verschiedenen Dingen wird dies in Zukunft wahrscheinlich nicht besser werden, eher schlimmer.

LG Counted911
 
Mir fiel des öfteren auf dass man eine gewisse Statustrennung zwischen Ober- und Untermenschen vornehmen will - am häufigsten sehe ich das bei den Automobilen.

Das ganze geschieht dann mit Hilfe des Geldes, nur wer ständigen gehobenen Geldfluss aufweisen kann erhält gewisse Dinge.
Das müssen nicht Luxusgüter sein sondern auch Sachen die man vielleicht als normal sehen könnte, dadurch könnten arme Menschen ziemlich übel dastehen wenn man ihnen nur Ramschniveau lässt.


Ob das jetzt ein Zeichen für wirtschaftliche Probleme des Staates ist oder nur ein ganz normaler Vorgang innerhalb einer Marktwirtschaft kann ich leider nur erraten ...
 
Also ich seh das Problem zweigeteilt.


Zunächst Deutschland:

Die Bundesregierungen seit 94, egal welcher Coleur, haben es ums Verrecken nicht auf die Reihe gekriegt einheitliche, sinnvolle Regelungen zu schaffen, wie mit dem Internet umzugehen ist. Das liegt mitunter daran, dass uns die Generation 50+ regiert, die momentan die Bevölkerungsstärkste Gruppe darstellt. Ich will damit nicht sagen, dass diese Generation keine Ahnung von IT hat -es gibt wahnsinnig gute Leute in dieser Altersklasse -; nur leider treffen diese nicht die Entscheidungen.
Der Internetausbau in Deutschland ist eine Katastrophe, es gibt immer noch Käffer in denen nicht mal DSL 1000 angeboten wird....da brauchen wir uns über 200 MBit/s im Jahr 2017 als Standard überhaupt nicht unterhalten.
Betrachtet man auf der Informationsplattform zum Netzausbau des Bundesminiteriums für Verkehr und digitale Infrastruktur im Breitbandatlas beispielsweise die Netzabdeckung in Bayern mit >=30 MBit/s Leitungen, fällt sofort auf, dass es außerhalb Münchens mit vereinzelten Außnahmen ziemlich Zappenduster wird. Und wir reden hier nicht von dem 600 Seelenkaff in dem mehr Kühe als Menschen leben, sondern von großen Städten und wichtigen Industriestandorten wie Nürnberg oder Augsburg. Während das einem als Privatmensch vielleicht nicht so auffällt, da man alleine an seiner 50 MBit/s Leitung sitzt, kann das in einem mittelständischen Unternehmen schnell zur Katastrophe werden, wenn der Datenverkehr so limitiert ist.
Das kann aber auch ganz anders gehen, wie der IT-Vorreiter Estland eindrucksvoll beweist.

Nachdem ich jetzt einiges zu den Leitungen gesagt habe möchte ich zum Thema Datenschutz einfach nur auf diesen genialen Vortrag von Linus Neumann vom Chaos Computer Club verweisen, der mehr als eindrucksvoll zusammenfasst, was unter Bullshit made in Germany zu verstehen ist.

-Ich editier meinen Post nachher mal noch zum Thema Exportweltmeister/Binnenkonsum, da hab ich jetzt keine Zeit dafür.-

Ein anderer großer limitierender Faktor ist meiner Meinung nach die Kleinstaaterei innerhalb der EU. Die Seehofers, Le Pens und Orbans hanen es geschafft mit ihrem ständigen Nationalismus in der großen Masse der Menschen ein Bild der EU zu schaffen, dass durchwegs negativ geprägt ist. Bedient hat dies die EU noch mit Dingen wie der sogenannten Gurkenverordnung, die seit 2009 allerdings außer Kraft ist.
Durch dieses Nationaldenken der einzelnen Teilstaaten der EU wurde es verpasst dringend nötige Reformen durchzuführen, die der gesamten Wirtschaft (und damit mein ich auch die Finanzkraft der Bürger und nicht nur die der Unternehmen und Investoren!!!) gut getan hätten. Ich denke da gar nicht an aus momentaner Sicht utopisch erscheinende Dinge wie die Einführung eines einheitlichen europäischen Schuld- und Sachenrechts, sondern an "relativ" einfache Dinge wie eine wirkliche Vereinheitlichung von Formularen und Dokumenten. Die Realität sieht aber leider so aus, dass man nicht mal bei sowas simplem wie der Größe der Passbilder auf Ausweisen und Reisepässen europaweit einheitliche Regeln hat. Da besteht dringend Nachholbedarf, gerade auch für die Wirtschaft.
Allerdings möcht ich nicht nur motzen, die Einführung eines Standards für Handykabel war ein Schritt in die richtige Richtung.
 
Wir haben hier in Österreich so ziemlich die selben Probleme wie ihr.
Die ältere Bevölkerung trifft Entscheidungen, der Netzausbau ist ein Witz und die Politiker ruhen sich auf dem Erreichten aus und verwalten den Stillstand.

Weiters sehe ich die Gewerkschaften als Problem:
Ich weiß ja nicht, wie es bei euch läuft, aber bei uns gibt es Betriebsräte, die Gewerkschaften und die Arbeiterkammer.
Drei Gruppen von Personen, die eigentlich für die selben Sachen zuständig sind.

Betriebsräte und die Gewerkschaften könnte man abschaffen und alles über die AK laufen lassen und bei den Lohnverhandlungen könnte man einen fixen jährlichen Inflationsausgleich (bei genauerer Berechnung dieser) +0,01% Erhöhung in die Kollektivverträge packen.
Damit verdient man zwar nur ein bisschen mehr, aber die Arbeitskosten steigen nicht unnötig und es werden auch solche schwachsinnigen Aktionen wie in der Wirtschaftskrise verhindert, wo die Opel-Werke fast vor der Schließung standen und die IG Metall 8% mehr Lohn gefordert haben.

Weiters sollte mit der Förderung der Neidgesellschaft aufgehört werden.
Es gibt immer wieder Sozialisten, die das Geld von den Reichen holen wollen, weil die es ja haben, dabei zählen bei uns Gut-, Besser- und Spitzenverdiener den Großteil der Lohnsteuern, aber die mit Negativsteuer jammern am meisten.
Wenn man denen mehr auf die Pelle rückt, werden sie weiter abwandern und was bringt einem Arbeiter ein gut bezahlter Job, den er nicht mehr hat?

Dass Manager und Politiker einfach mehr verdienen als normale Arbeiter ist nunmal so und würde man jetzt z.B. Politikern weniger bezahlen, würden den Job nur noch die größten Flaschen machen, denn wenn man etwas kann, verdient man in der freien Wirtschaft mehr.
Deswegen sollten viele mal aus ihrer Traumwelt aufwachen und akzeptieren, dass man sich eben nicht alles leisten kann, aber bei vielen muss es ja immer die neuste Technik und das fetteste Auto sein, damit man jemand ist.
Ob man es braucht, ist gar nicht entscheidend und zur Not wird alles auf Kredit finanziert.

Dann sollten wir uns mal klar machen, dass unser Modell des Sozialstaats langfristig nicht funktionieren kann.
Wieso sollten Besserverdiener Kindergeld bekommen?
Wieso wird bei uns im Urlaub und Krankenstand der Überstundenschnitt weiter bezahlt, obwohl man nichts leistet?
Wieso gibt es bei normalen Arbeitern nach 25 Jahren in der selben Firma eine sechste Woche Urlaub, obwohl man keine schwere körperliche Arbeit verrichtet?

Den Generationenvertrag muss man dann auch noch abschaffen, da er nicht funktioniert, weil er auf ständiges Bevölkerungswachstum setzt.
Dafür muss man, da die Geburtenrate zu niedrig ist, ständig neue Leute ins Land holen, während die eigene Bevölkerung immer älter wird.
Es bringt aber nichts, wenn man mehr Rentner und mehr jugendliche Arbeitslose hat, da dann zu wenige einzahlen.

Hier und bei vielen anderen Sachen läuft es in der Schweiz wesentlich besser, denn dort bekommt, soweit ich es weiß, jeder vom Staat die selbe Rente in Form von einer Mindestsicherung, egal wie viel man verdient.
Wer mehr will, muss es selbst anlegen, zahlt dafür aber generell weniger Steuern.
Das muss aber natürlich stufenweise geändert werden.


Ach, ja, ich bin ein normaler Arbeiter.
 
Weiters sollte mit der Förderung der Neidgesellschaft aufgehört werden.
Es gibt immer wieder Sozialisten, die das Geld von den Reichen holen wollen, weil die es ja haben, dabei zählen bei uns Gut-, Besser- und Spitzenverdiener den Großteil der Lohnsteuern, aber die mit Negativsteuer jammern am meisten.
Wenn man denen mehr auf die Pelle rückt, werden sie weiter abwandern und was bringt einem Arbeiter ein gut bezahlter Job, den er nicht mehr hat?

Das ist in Deutschland geringfügig anders. Hier trägt vor allem die Mittelschicht einen großen Teil der Abgaben. Die Steuern die Spitzenverdiener zahlen kann man schon gelegentlich als lächerlich im Verhältnis zum Einkommen bezeichnen und erst recht im Verhältnis zu dem was ein durchschnittlicher Arbeitnehmer zahlt.

Letztlich will denke ich auch niemand das jemand der eine gute Idee hat, oder hart für sein Vermögen gearbeitet hat nichts davon hat. Aber es kann auch nicht sein das ein Spitzenmanager in einem Konzern 1-X Millionen Euro verdient aber seine bei ihm beschäftigte Haushaltshilfe, oder die Putzfrau im Unternehmen, nur mit 400-800 Euro Lohn nach Hause geht.
Oder aber der Vorstand eines großen Unternehmens jährlich sein Gehalt erhöht, oft unabhängig vom Erfolg des Unternehmens, oder Millionen Abfindungen, trotz fragwürdiger Entscheidungen, bekommt während die Angestellten jedes Jahr eine 0 Runde nach der anderen schieben.

In Deutschland nimmt die Armut nicht um sonst seid jahren spürbar zu und es nimmt zwar das allgemeine Vermögen zu, aber nur bei den 10% die sowieso schon Geld hatten. Beim Rest der Bevölkerung stagniert das Vermögen, oder nimmt es sogar ab.

Wir haben hier in Deutschland eine soziale Schieflage die bedenklich ist. Das Verständnis für sozial gerechte Entlohnung ist nahezu völlig flöten gegangen. Es wird als völlig legitim von Wirtschaft und Politik angesehen wenn ein Arbeiter mit weniger als Arbeitslosengeld/Sozialhilfe am Ende des Monats in der Geldbörse nach Hause geht, gleichzeitig aber das Unternehmen gut läuft und die Unternehmensführung/Vorstand sich jährlich das Gehalt erhöhen.
 
Estland als Beispiel für Netzausbau und den Über-IT-Standort zu bringen, finde ich schwierig.
Technisch gesehen --> wieviele Einwohner hat Estland? 1,3 Mio. Das ist nichts.
IT organisatorisch gesehen sind wir (gottseidank!) demnächst auch nicht mehr "allzufern", E-Government-Gesetze sind im kommen.....zum Teil beschlossen, dass merke ich beruflich direkt da ich entsprechende Lösungen IT-mäßig bearbeite.

Apple mit BASF zu vergleichen, ist ebenfalls schwierig.
Wie lange macht Apple denn schon riesen Gewinne, und wird das auch in 10 Jahren noch so sein? IT ist sehr schnellebig.:D
 
Das ist in Deutschland geringfügig anders. Hier trägt vor allem die Mittelschicht einen großen Teil der Abgaben. Die Steuern die Spitzenverdiener zahlen kann man schon gelegentlich als lächerlich im Verhältnis zum Einkommen bezeichnen und erst recht im Verhältnis zu dem was ein durchschnittlicher Arbeitnehmer zahlt.

Letztlich will denke ich auch niemand das jemand der eine gute Idee hat, oder hart für sein Vermögen gearbeitet hat nichts davon hat. Aber es kann auch nicht sein das ein Spitzenmanager in einem Konzern 1-X Millionen Euro verdient aber seine bei ihm beschäftigte Haushaltshilfe, oder die Putzfrau im Unternehmen, nur mit 400-800 Euro Lohn nach Hause geht.
Oder aber der Vorstand eines großen Unternehmens jährlich sein Gehalt erhöht, oft unabhängig vom Erfolg des Unternehmens, oder Millionen Abfindungen, trotz fragwürdiger Entscheidungen, bekommt während die Angestellten jedes Jahr eine 0 Runde nach der anderen schieben.

In Deutschland nimmt die Armut nicht um sonst seid jahren spürbar zu und es nimmt zwar das allgemeine Vermögen zu, aber nur bei den 10% die sowieso schon Geld hatten. Beim Rest der Bevölkerung stagniert das Vermögen, oder nimmt es sogar ab.

Wir haben hier in Deutschland eine soziale Schieflage die bedenklich ist. Das Verständnis für sozial gerechte Entlohnung ist nahezu völlig flöten gegangen. Es wird als völlig legitim von Wirtschaft und Politik angesehen wenn ein Arbeiter mit weniger als Arbeitslosengeld/Sozialhilfe am Ende des Monats in der Geldbörse nach Hause geht, gleichzeitig aber das Unternehmen gut läuft und die Unternehmensführung/Vorstand sich jährlich das Gehalt erhöhen.
Dass viele Dinge bei Managern falsch laufen, will ich auch gar nicht bestreiten, aber eine Menge Leute haben ja schon mit deren Gehältern ein Problem.
Und dass eine Putzfrau nicht gut verdient, hat jetzt nichts mit ihrem Arbeitgeber zu tun. Das ist einfach ein schlecht bezahlter Job, der keine Ausbildung verlangt, da bekommt man eben nicht mehr.
Ich gehe mal davon aus, dass sie nicht 400€ bekommt und 40h die Woche arbeitet.

Bei uns zahlt auch den Großteil die Mittelschicht, weil wir nicht so viele Spitzenverdiener haben. :ugly:
 
Zukunftsprognosen sind imo nicht allzu ernst zu nehmen.

Es gibt einen seriösen Bericht, nach dem soll Deutschland 2050 kein großes Licht am Wirtschaftshimmel mehr sein.

Wirtschaftsmächte 2050: Experten prognostizieren Deutschlands Abstieg - SPIEGEL ONLINE

Es gibt sogar einen seriösen Bericht, nach dem wird die globale moderne Gesellschaft untergehen.

Studie: Die moderne Gesellschaft wird untergehen

Das sind in meinen Augen aber alles nicht mehr als pessimistische Spekulationen. Ich betrachte die Zukunft lieber als etwas, das noch nicht in Stein gemeißelt ist. Konkret zum Topic würde ich sagen, dass die deutsche Mentalität von vielversprechenden Eigenschaften bestimmt wird, nämlich Innovation, Effizienz, Fleiß und Sachverstand und dass unsere wirtschaftliche Zukunft so schlecht daher nicht sein kann. ;)
 
Apple mit BASF zu vergleichen, ist ebenfalls schwierig.
Wie lange macht Apple denn schon riesen Gewinne, und wird das auch in 10 Jahren noch so sein? IT ist sehr schnellebig.:D


Apple baut sich ein Büro-Raumschiff und die großen IT-Firmen züchten sich eigene Arbeiter heran (soweit ich weiss mit eigener Kirche nebst evtl. noch Dorfkönig oder sowas).
Die häufen sämtliche Top-Kräfte an, es wird keine große Konkurrenz geben.
Apple hat sich zur Ewigkeit gemauert fürchte ich :D


Edit: ist das offtopic ? ... tut mir leid
 
Dass viele Dinge bei Managern falsch laufen, will ich auch gar nicht bestreiten, aber eine Menge Leute haben ja schon mit deren Gehältern ein Problem.
Und dass eine Putzfrau nicht gut verdient, hat jetzt nichts mit ihrem Arbeitgeber zu tun. Das ist einfach ein schlecht bezahlter Job, der keine Ausbildung verlangt, da bekommt man eben nicht mehr.
Ich gehe mal davon aus, dass sie nicht 400€ bekommt und 40h die Woche arbeitet.

Bei uns zahlt auch den Großteil die Mittelschicht, weil wir nicht so viele Spitzenverdiener haben. :ugly:

Jobs, von denen man nicht leben kann, mit "das ist einfach ein schlecht bezahlter Job" zu rechtfertigen ist doch komplett absurd. Ob Ausbildung oder nicht, man kann Menschen nicht so wenig zahlen, dass sie am Ende nicht genug Geld haben um sich selbst zu ernähren. Gibt ja genug Aufstocker.
Mir kann doch keiner erklären, dass der ehemalige Chef unseres allseits beliebten Projekts BER die 1 Millionen verdient, die er gerade zugesprochen bekam, nachdem er einen millionenfach höheren Schaden angerichtet hat, als die Putzfrau es je können wird. Die Putzfrau macht wenigstens ihren Job und hält ihre Klos sauber, anstatt das Geld anderer Leute zu verbrennen.
Und wenn es nicht die Putzfrau ist ist es eben der Altenpfleger, die Kindergärtnerin oder irgendeiner der anderen Berufe, die nichts bekommen aber trotzdem einen riesengroßen Teil zur Gesellschaft beitragen. Mehr als viele der Banker usw., die anderer Leute Geld vernichten, dafür pervers viel verdienen und wenn sie für ihre Fehler bezahlen müssen auch noch Millionenabfindungen kassieren.

Zum Thema: wenn man effektiv die eine Hälfte der Gesellschaft vom Konsum ausschließt und dann der Export auch nicht mehr so läuft wie er soll (wie auch, bei den Sanktionen gegen Russland und dem Kaputtsparen des restlichen Europa) dann ist das wohl die Konsequenz. Und wenn man dann auf der anderen Seite immer weiter an der absurden Vorstellung festhält, dass es ohne Wachstum nicht geht, muss einem doch auffallen, dass das irgendwie nicht zusammenpasst. Den Konsum in Deutschland durch die Niedrigpolitik ruinieren, nur damit einige wenige noch mehr zum auf der Bank bunkern haben passt da nicht besonders gut ins Bild.
Mir persönlich ist es egal, die Wirtschaft trägt absolut Null zu meiner persönlichen Lebensqualität bei. Bei Menschen, die Glück über materiellen Reichtum definieren mag das vielleicht anders aussehen, aber wenn das System dann irgendwann zusammenbricht haben die es sich ja selbst zuzuschreiben, wenn immer wieder CDU, SPD, Grüne oder FDP gewählt wurden bzw. werden.
 
Es gibt immer wieder Sozialisten, die das Geld von den Reichen holen wollen, weil die es ja haben, dabei zählen bei uns Gut-, Besser- und Spitzenverdiener den Großteil der Lohnsteuern, aber die mit Negativsteuer jammern am meisten.
Wenn man denen mehr auf die Pelle rückt, werden sie weiter abwandern und was bringt einem Arbeiter ein gut bezahlter Job, den er nicht mehr hat?

Es geht ja nicht um Lohnsteuer.
Es geht um die Sozialabgaben.
Ein einfacher Arbeiter gibt 20% seines Einkommens in die Sozialkassen ab.
Jemand der 20.000 im Monat verdient gibt aber keine 20% mehr ab sondern nur einen maximalsatz der bei 1000€ im Monat liegt -- wenn ich nicht irre.
Nennt sich Beitragsbemessungsgrenze.
Das System ist völlig ungerecht.

Da sollte man sich die Schweiz zum Vorbild nehmen. Die haben keine solche Maximalgrenze. Jeder bezahlt den gleichen Prozentsatz ein. Der, der mehr verdient dann natürlich mehr.
Dafür ist die Rente gedeckelt. Es gibt nur eine bestimmte Maximalrente und nicht mehr.
Halte ich für viel gerechter denn schließlich sollen die starken Schultern ja die Schwachen tragen.
Abgesehen davon dass sich die Großverdiener sowieso aus diesem Sozialsystem verabschiedet haben. Die zahlen nichts in das Sozialsystem ein profitieren aber davon durch Bildung und z.B. seit neuestem auch durch die neue Mütterrente.
Eine Zahnarztfrau oder Anwaltsfrau -- die nie in die Sozialsysteme eingezahlt haben -- kriegen jetzt Mütterrente aus den Sozialkassen.
 
Klar, 1000€ Mindestlohn für alle. :ugly:
Sorry, aber wenn man es im Leben nicht weiter bringt, muss man eben mit weniger auskommen.

Das Problem liegt hier aber auch nicht beim Lohn, sondern bei den Kosten für Wohnen, Heizen,...
Würde man nämlich die Löhne für ungelernte Arbeiter anheben, müsste man es bei den anderen auch machen, denn wofür sollten Etliche dann überhaupt noch etwas lernen?
Blöderweise sind viele Löhne aber jetzt schon zu hoch.

Um die Lebenshaltungskosten aber zu senken, muss man eben mit den Ansprüchen runter.
Dann sucht man sich eben eine Einzimmerwohnung und beschränkt sich auf die notwendigen Sachen.
Das ist eben die Utopie von Vielen, dass man alles Mögliche haben muss, nur weil es sich andere auch leisten können, nur haben die auch etwas dafür getan.

Über die Missstände bei etlichen Managern brauchen wir nicht zu diskutieren, denn da gebe ich dir Recht.
Das ist aber ein Problem, dass der Staat regeln muss.
 
Der Staat hat doch eine Menge Sozialwohnungen an Hedge Fonds verkauft und die verschwerbeln sie weiter und am Ende steigen die Mieten so stark dass sich nicht mal ein Standard Arbeiter eine Wohnung leisten kann.
Ich weiß nicht wie das in Österreich ist aber in Deutschland sind die Mieten in den letzten Jahren sehr stark gestiegen.
Aber wieso?
Doch nur damit mehr Profit gemacht wird denn es geht nur noch um Profit.
Ich denke dass wir eine Kapitalismuskrise haben. Nichts anderes.
 
Also da kann ich jetzt nicht so recht zustimmen von wegen die die viel verdienen haben auch viel dafür getan bzw. tun auch viel dafür...

Ich habe studiert weil ich da Lust drauf hatte und verdiene jetzt meiner Meinung nach sehr viel... Ich bin immernoch auf meine 600€ getrimmt und weiß daher garnicht was ich mit dem ganzen Geld anfangen soll...

Mein Studium war stellenweise nicht einfach aber im Grunde war ich viel unterwegs und gelernt habe ich, dafür das ich sechs Jahre zum lernen dort war recht wenig - es war ne geile Zeit!

Für das was ich jetzt mache habe ich während meiner Uni zeit einen einzigen Kurs besucht... Der Rest ist für meine jetzige Arbeit mehr oder minder irrelevant...

Jetzt kann man sagen gut, der Herr hat studiert - das habe ich aber nur gemacht weil ich noch keine Lust auf arbeiten hatte und nicht weil ich darin in erster Linie den Mehrwert gesehen hatte... Kurz gesagt als Kind gut betuchter Eltern konnte ich es mir einfach leisten zu machen was ich will...

Sehe ich jetzt einige andere Uni Absolventen, beispielsweise bwler (welche ich so oder so hasse) dann muss ich sagen ist es in kleinster Weise gerechtfertigt das so jemand aufgrund des Studiums mal viel Geld verdient... Das Studium ist lächerlich einfach und ich wette wenn diejenigen die später mal die Toilette putzen die Chance dazu hätten auch bwler zu werden, würden die das sofort tun... Ich meine vor allem das jemand der Toiletten putzt mehr leistet als die meisten BWLer....


Ich hoffe man versteht meine Intension, ist vom Handy aus geschrieben :/
 
Für dein "Geldproblem" hätte ich schonmal eine Lösung --> meine Kontodaten!:D
Ob man nun alle BWLer über einen Kamm scheren sollte.....ich denke eher nicht, gibt halt solche und solche.
Das Bildung leider etwas mit Geld zu tun hat, war immer so, und ist heute immer noch so.
 
Kurz gesagt als Kind gut betuchter Eltern konnte ich es mir einfach leisten zu machen was ich will...

Und das ist der Knackpunkt in Deutschland.
Sind die Eltern vermögend können sie sich Nachhilfeunterricht für die Kinder leisten die damit ein besseres Abitur schaffen als andere und dadurch mehr Chancen haben.

Sehe ich jetzt einige andere Uni Absolventen, beispielsweise bwler (welche ich so oder so hasse) dann muss ich sagen ist es in kleinster Weise gerechtfertigt das so jemand aufgrund des Studiums mal viel Geld verdient... Das Studium ist lächerlich einfach und ich wette wenn diejenigen die später mal die Toilette putzen die Chance dazu hätten auch bwler zu werden, würden die das sofort tun... Ich meine vor allem das jemand der Toiletten putzt mehr leistet als die meisten BWLer....

Jede Krankenschwester leistet mehr für die Gesellschaft als alle Investmentbanker zusammen.
 
Dass viele Dinge bei Managern falsch laufen, will ich auch gar nicht bestreiten, aber eine Menge Leute haben ja schon mit deren Gehältern ein Problem.
Und dass eine Putzfrau nicht gut verdient, hat jetzt nichts mit ihrem Arbeitgeber zu tun. Das ist einfach ein schlecht bezahlter Job, der keine Ausbildung verlangt, da bekommt man eben nicht mehr.
Ich gehe mal davon aus, dass sie nicht 400€ bekommt und 40h die Woche arbeitet.

Bei uns zahlt auch den Großteil die Mittelschicht, weil wir nicht so viele Spitzenverdiener haben. :ugly:

Keine Ahnung wie du darauf kommst das eine ausgebildete Reinigungskraft keine Ausbildung benötigen würde. Auch bei der Reinigung gibt es genügend Dinge die es zu beachten gibt. Der Ausbildungsberuf nennt sich dann "Ausbildung zum Gebäudereiniger". Viele von denen verdienen aber in der Tat nicht mehr als 800 Euro im Monat.

Was das Gehalt der Manager angeht, so muss man damit auch ein Problem haben wenn man schaut wie viel den Herrn für ihre Aufgaben gezahlt wird und wie hoch die Abfindungen am Ende noch sind obwohl das Unternehmen nach ihrem Abgang schlechter dasteht als beim Antritt, Hartmut Mehdorn ist ein Paradebeispiel von einem unfähigen Manager mit dicken Gehalt.
Genauso ist es halt absolut fragwürdig ob es für ein Unternehmen angemessen ist seiner Führung Millionen zu bezahlen aber der Belegschaft über Jahre keine Gehaltserhöhung zu zu gestehen. Kein Manager ist am Ende soviel wert wenn kein anständig bezahltes, motiviertes Personal da wäre das die Aufträge und Vorteile aus dem Management umsetzt.
 
Der Staat hat doch eine Menge Sozialwohnungen an Hedge Fonds verkauft und die verschwerbeln sie weiter und am Ende steigen die Mieten so stark dass sich nicht mal ein Standard Arbeiter eine Wohnung leisten kann.
Ich weiß nicht wie das in Österreich ist aber in Deutschland sind die Mieten in den letzten Jahren sehr stark gestiegen.
Aber wieso?
Doch nur damit mehr Profit gemacht wird denn es geht nur noch um Profit.
Ich denke dass wir eine Kapitalismuskrise haben. Nichts anderes.
Die Mieten sind auch bei uns gestiegen, nur weiß ich nicht, ob das mit euch vergleichbar ist. Ich zahle ja keine.
Das Problem muss aber der Staat lösen, also im Endeffekt die Wähler und das ist das Problem bei der Demokratie, denn die Meisten wählen nur die Partei, die einem am meisten bringt und nicht die, die dem Land am meisten bringt.

Bei der Kapitalismuskrise stimme ich dir aber zu, nur dass ich den Punkt wohl etwas anders sehe.
Ich finde es eher problematisch, dass jeder alles haben will und viele das Wort 'Verzicht' nicht mal kennen.

Also da kann ich jetzt nicht so recht zustimmen von wegen die die viel verdienen haben auch viel dafür getan bzw. tun auch viel dafür...
Ich habe mich nicht auf Studenten im speziellen bezogen, sondern auf gelernte Kräfte.
Wenn man nichts lernt, braucht man sich nicht wundern, dass man kaum was bekommt.

Und ja, BWLer sollten Toiletten putzen. :ugly:
Und das ist der Knackpunkt in Deutschland.
Sind die Eltern vermögend können sie sich Nachhilfeunterricht für die Kinder leisten die damit ein besseres Abitur schaffen als andere und dadurch mehr Chancen haben.
Und wie viele mit Abitur oder Studium braucht man?
Bei uns gab es mal eine Zeit, wo viele Taxifahrer einen Doktortitel hatten.
Da haben zu viele studiert, statt einfach eine Lehre zu machen.
Keine Ahnung wie du darauf kommst das eine ausgebildete Reinigungskraft keine Ausbildung benötigen würde. Auch bei der Reinigung gibt es genügend Dinge die es zu beachten gibt. Der Ausbildungsberuf nennt sich dann "Ausbildung zum Gebäudereiniger". Viele von denen verdienen aber in der Tat nicht mehr als 800 Euro im Monat.

Was das Gehalt der Manager angeht, so muss man damit auch ein Problem haben wenn man schaut wie viel den Herrn für ihre Aufgaben gezahlt wird und wie hoch die Abfindungen am Ende noch sind obwohl das Unternehmen nach ihrem Abgang schlechter dasteht als beim Antritt, Hartmut Mehdorn ist ein Paradebeispiel von einem unfähigen Manager mit dicken Gehalt.
Genauso ist es halt absolut fragwürdig ob es für ein Unternehmen angemessen ist seiner Führung Millionen zu bezahlen aber der Belegschaft über Jahre keine Gehaltserhöhung zu zu gestehen. Kein Manager ist am Ende soviel wert wenn kein anständig bezahltes, motiviertes Personal da wäre das die Aufträge und Vorteile aus dem Management umsetzt.
Ich bezog mich ja auf ungelernte Kräfte und wenn ich einen Beruf lerne, bei dem ich nur 800€ bekomme, habe ich definitiv eine falsche Entscheidung getroffen.

Bei den Managern habe ich nur mit den Bonuszahlungen und Abfindungen bei schlechter Leistung ein Problem, aber hier fehlt einfach die gesetzliche Regelung dafür.
Deren Gehälter stören mich nicht, da ich so einen Job nie machen würde.

Deine Aussagen sind aber ein schönes Beispiel dafür, dass man sich ständig über die Gehälter von anderen beschwert und gleich mal alle in einen Topf wirft.
Wieso sollte man denn auch nicht mit einer normalen Arbeit reich werden können, wenn es diese unfähigen Manager doch auch schaffen?
Sorry, aber wenn dich das stört, musst du eben Manager werden.
 
Ich finde es eher problematisch, dass jeder alles haben will und viele das Wort 'Verzicht' nicht mal kennen.

Darum gehts doch garnicht. Wenn man sich beschwert, weil man der Meinung ist, dass man normalerweise von seinem Lohn auch leben können muss, hat das doch nichts damit zu tun, dass "jeder alles haben will". Es gibt einen nicht ganz kleinen Teil der Gesellschaft, der davon träumt, "genug" zu haben.

Das Problem ist auch nicht, dass jeder alles haben will. Das Problem ist, dass die, die eh schon zuviel haben, noch mehr wollen und das auf Kosten derer, die zu wenig haben. Aber das wurde hier ja schon mehrfach geschrieben.

Eigentlich müssten diejenigen, die eh schon zuviel haben, auch daran interessiert sein, dass es mehr Gerechtigkeit gibt. Wenn die aktuelle Entwicklung weitergeht sind wir irgendwann an dem Punkt, an dem die sich hinter hohen Mauern verschanzen und hinter Stacheldraht verstecken, wie es in manchen Ländern schon der Fall ist, verbunden mit der ständigen Angst, das Opfer von Verbrechen zu werden.

Um nochmal zum Thema zurück zu kommen: das ganze betrifft ja nicht nur den Niedriglohnsektor. Wenn deutsche Fachkräfte zu teuer sind wird der Lohn eben zuerst mit einem angeblichen Fachkräftemangel gedrückt und wenn das nicht reicht, nimmt man eben den Südeuropäer, der ähnlich gut ausgebildet ist und nur einen Bruchteil des Gehalts kostet. Wie soll man denn auf dieser Basis Schüler motivieren, Fächer zu studieren, die dem Standort Deutschland wirklich helfen? Stattdessen zieht man sich immer weiter BWL-Amöben heran, die dann mit so nützlichen Jobs wie Investmentbanker oder Unternehmensberater weiter daran arbeiten, die Gesellschaft nachhaltig zu zerstören...:ugly:
 
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