Der "Naturwissenschaften" Thread

Ich glaube nicht das dann hier Leben enstanden wäre. Die Temperaturunterschiede und Schwankungen wären zu krass.

Leben entstanden würde ich zu 100% annehmen. Aber ob auch komplexes Leben länger überdauert hätte, ist eine andere Frage.
Es gibt vermutlich Millionen Planeten, auf denen es Einzeller gibt, aber eben nicht mehr.
 
Ich glaube nicht das dann hier Leben enstanden wäre. Die Temperaturunterschiede und Schwankungen wären zu krass.

Bei einer schnelleren Rotation wären die Bedingungen für die Entstehung von Leben sogar günstiger weil stabiler. Nicht zwingend an der Oberfläche, weil die stärkere Corioliskraft möglicherweise für ungünstigere Windsysteme gesorgt hätten, aber das Leben ist ja auch nicht an der Oberfläche entstanden. Und wenige mm unter der Erd- respektive wenige dutzend Zentimeter und der Wasseroberfläche ist die Windwirkung in vielen Teilen der Welt sowieso nahe null, aber es gibt weiterhin Temperatur- und vor allem Lichtunterschiede zwischen Tag und Nacht. Je kürzer die beiden sind, desto leichter lassen sich diese Wechsel anorganisch oder im weiteren Verlauf auch biologisch abpuffern und desto geringer sind die Belastungen für entstehendes Leben/die Gefahr, dass es gleich wieder zerstört wird.

Bezüglich Venus: Afaik ist CO2 nach heutigem Wissensstand kein bedeutender Bestandteil protoplanetarer Scheiben und die Venus liegt in einem Bereich, in dem Wasser ohne Treibhauseffekt flüssig wäre. Genaugenommen müsste sie da sogar leicht bessere Bedingungen bieten als die Erde selbst. Aber irgendwann im Laufe ihrer Entwicklung hat sich das CO2 eben gebildet und einen durchgehenden Treibhauseffekt ausgelöst; die vermutete Kollision mit einem anderen Planeten respektive die heutige Rotations-nicht-geschwindigkeit gelten als gute Kandidaten. Und danach war es essig mit Bedingungen für Leben, wie wir es kennen, denn eine ausreichend dicke/druckausübende Athmosphäre für flüssiges Wasser bei DEN Temperaturen müsste die Venus eine vielfach größere Masse haben und afaik kennen wir keine ähnlich polaren Verbindungen, die einen höheren Schmelzpunkt als Wasser haben. (Weiß nicht, ob überhaupt jemand danach gesucht hat. In Gegenrichtung gibt es aber eine ganze Menge bekannter Kandidaten.)
 
Es gibt zum derzeitigen zustand der Venus eine recht interessante Theorie.
Dass nämlich bei dem gemutmaßten Erde-Mond-Szenario, eine Art Proto-marsgroßer Körper trifft auf eine Proto-Erde mit ca. 20 % weniger Masse als heute und daraus entstehen Erde und Mond, eigentlich Masse übrig geblieben ist.
Immerhin so viel, dass sie ca. der Masse von Io entsprechen würde.
Computersimulationen haben mit immerhin 70% Trefferwahrscheinlichkeit ein Szenario ergeben, dass eine solcher übrig gebliebener Körper auf die Venus getroffen war und aus einem erfreulichen 12-15 h Tag die quasi Nichtrotation und und letztlich auch den Ausstoß von CO2 generiert hat.

Des einen Freud, des anderen Leid...
 
Es gibt ja auch die Theorie, dass der Jupiter ins Innere des Sonnensystems gewandert ist, die Venus umgedreht hat und vom Saturn wieder herausgezogen wurde.
Interessant ist ja die Tatsache, dass inzwischen schon einige Planetensysteme gefunden wurden, bei denen ein Gasriese nah den Stern umkreist.
Entstanden kann der Gasriese dort aber nicht. Er muss dahin gewandert sein. Das wäre auch bei uns so passiert, wenn der Saturn den Jupiter nicht wieder herausgezogen hätte.
 
Yepp, kenne ich, trifft auch auf den Saturn zu - soweit die Annahme.
Man versucht m. E. die Häufung von sog. Supererden im habitablen Bereich eines Sternes zu erklären.
Derzeitige Indizien deuten darauf hin, dass die Erde für ihre relative Umlaufbahn zu klein ist und hier bei extrasolaren Systemen primär eben Supererden beobachtet werden.
 
Das größte Problem ist aber eigentlich der Mars. Den dürfte es gar nicht geben.
Zumindest nach gängigen Computer Modellen. Dabei ist nie ein so kleiner Planet entstanden.
Tja, unser Sonnensystem hat so seine Eigenheiten und erklären kann man das alles noch nicht so genau.
Ist ja auch das Problem -- es ist nur 1x passiert und niemand war dabei. :D :ugly:
 
Zur Zeit der Entstehung unseres Sonnensystems waren wohl auch mal "vagabundierende" Objekte

relativ nah unterwegs,

welche das damals noch nicht stabile System gestört haben.
 
da versagen unsere Computermodelle total. :D

Ich glaube, da gibt es noch gar keine Computermodelle.
Ein Stern kann nur dann entstehen, wenn das Gas sehr kalt ist. Heißes Gas verdichtet sich nicht zu einem Stern.
Und Gas kann nur dann abkühlen, wenn es elektromagnetisch wechselwirken kann.
 
Bei einer schnelleren Rotation wären die Bedingungen für die Entstehung von Leben sogar günstiger weil stabiler. Nicht zwingend an der Oberfläche, weil die stärkere Corioliskraft möglicherweise für ungünstigere Windsysteme gesorgt hätten, aber das Leben ist ja auch nicht an der Oberfläche entstanden. Und wenige mm unter der Erd- respektive wenige dutzend Zentimeter und der Wasseroberfläche ist die Windwirkung in vielen Teilen der Welt sowieso nahe null, aber es gibt weiterhin Temperatur- und vor allem Lichtunterschiede zwischen Tag und Nacht. Je kürzer die beiden sind, desto leichter lassen sich diese Wechsel anorganisch oder im weiteren Verlauf auch biologisch abpuffern und desto geringer sind die Belastungen für entstehendes Leben/die Gefahr, dass es gleich wieder zerstört wird.
Es geht um die Stabilisierung der Erdachse durch den Mond. Die Erde würde sonst rum "eiern" und das würde zu krasse Temperaturunterschieden innerhalb kürzester Zeiträume führen. Ich glaube nicht das dabei Leben hätte entstehen können. Auch nicht im Wasser.
 
Es gibt ja auch die Theorie, dass der Jupiter ins Innere des Sonnensystems gewandert ist, die Venus umgedreht hat und vom Saturn wieder herausgezogen wurde.
Interessant ist ja die Tatsache, dass inzwischen schon einige Planetensysteme gefunden wurden, bei denen ein Gasriese nah den Stern umkreist.
Entstanden kann der Gasriese dort aber nicht. Er muss dahin gewandert sein. Das wäre auch bei uns so passiert, wenn der Saturn den Jupiter nicht wieder herausgezogen hätte.

Nennen diese Theorien auch irgend einen Anlass, dass respektive eine Erklärung wie ein Planet zweimal rasch seine Umlaufbahn ändern und danach wieder eine stabile einnehmen soll??


Das größte Problem ist aber eigentlich der Mars. Den dürfte es gar nicht geben.
Zumindest nach gängigen Computer Modellen. Dabei ist nie ein so kleiner Planet entstanden.
Tja, unser Sonnensystem hat so seine Eigenheiten und erklären kann man das alles noch nicht so genau.
Ist ja auch das Problem -- es ist nur 1x passiert und niemand war dabei. :D :ugly:

Naja. Der Mars hat halt seinen großen Bruder eingeschaltet. Eigentlich ist er so klein, dass er von einem anderen Planeten mit Umlaufbahn z.B. auf Höhe des Asteroidengürtels hätte fertig gemacht werden müssen. Nur hatte besagter Bully eine unschöne Begenung mit Mr. Jupiter...


Es geht um die Stabilisierung der Erdachse durch den Mond. Die Erde würde sonst rum "eiern" und das würde zu krasse Temperaturunterschieden innerhalb kürzester Zeiträume führen. Ich glaube nicht das dabei Leben hätte entstehen können. Auch nicht im Wasser.

Achso. Da habe ich "schneller" missverstanden. Starke Änderungen der Bahnneigung wären in der Tat ein Problem gewesen und hätten die Entstehung von Leben außerhalb tiefliegender Gebiete mit vulkanisch-chemischer Energiequelle unmöglich machen können. Allerdings frage ich mich immer, was für eine Torkelei da erwartet wird. Der Mars hat praktisch gar keinen Mond und trotzdem ausreichend stabile Klimazonen und Merkur schlägt meines Wissens nach auch keine Salti.
 
Allerdings frage ich mich immer, was für eine Torkelei da erwartet wird. Der Mars hat praktisch gar keinen Mond und trotzdem ausreichend stabile Klimazonen und Merkur schlägt meines Wissens nach auch keine Salti.
Ich habe mal eine Computeranimation dazu gesehen in einer Wissenschaftssendung. Das sah schon heftig aus.
 
Ein Stern kann nur dann entstehen, wenn das Gas sehr kalt ist. Heißes Gas verdichtet sich nicht zu einem Stern.
Und Gas kann nur dann abkühlen, wenn es elektromagnetisch wechselwirken kann.

Richtig,

und gigantisch große Staubwolken sind notwendig,

damit ein zukünftiger Stern überhaupt erst mal die benötigte Masse zur Zündung der Kernfusion erreicht.

Vorsichtigen Schätzungen zufolge,

haben diese eine Ausdehnung von rund 300 Lj. :what:
 
Nennen diese Theorien auch irgend einen Anlass, dass respektive eine Erklärung wie ein Planet zweimal rasch seine Umlaufbahn ändern und danach wieder eine stabile einnehmen soll??

Zuerst entstanden im Sonnensystem die Gasplaneten. Das hat rund 20 Millionen Jahre gedauert. Da das System aber noch voll von Gasen, Partikeln und alles mögliche war, verlor Jupiter Bahndrehimpuls und wanderten näher zum Stern hin. Dabei hat Jupiter alles weggefegt, was in seinem Weg lag. Durch Bahnresonanz hingehen gelangt es Saturn, den Jupiter wieder von der Sonne wegzuziehen, sodass sie ihre heutige Position einnehmen konnten. Die Gesteinsplaneten sind während der Wanderung Jupiters entstanden. Bei anderen Planetensystemen zeigt sich, dass dort nur ein großer Gasriese ist. Es war also kein zweiter großer Gasriese dabei, der durch Bahnresonanz des ersten wieder vom Stern hätte wegziehen können. Daher ist der Gasriese so nah an seinen Stern geraten. Daher gibt es viele Planetensysteme, wo ein Gasriese seinen Stern sehr nah umkreist. Wir hatten schlicht Glück gehabt, da wir den Saturn haben.

Naja. Der Mars hat halt seinen großen Bruder eingeschaltet. Eigentlich ist er so klein, dass er von einem anderen Planeten mit Umlaufbahn z.B. auf Höhe des Asteroidengürtels hätte fertig gemacht werden müssen. Nur hatte besagter Bully eine unschöne Begenung mit Mr. Jupiter...

Der Mars ist deswegen entstanden, weil Jupiter nach innen gewandert ist. So zumindest die Theorie, auch wenn die Computermodelle das bisher noch nicht im Detail gezeigt haben. Man muss halt noch mehr forschen um sagen zu können, wie die Anfangsbedingungen genau waren.
Der Asteroidengürtel jedenfalls ist viel zu klein. Das sind nicht mal die Reste eines Planeten, höchstens eines Mondes.

Achso. Da habe ich "schneller" missverstanden. Starke Änderungen der Bahnneigung wären in der Tat ein Problem gewesen und hätten die Entstehung von Leben außerhalb tiefliegender Gebiete mit vulkanisch-chemischer Energiequelle unmöglich machen können. Allerdings frage ich mich immer, was für eine Torkelei da erwartet wird. Der Mars hat praktisch gar keinen Mond und trotzdem ausreichend stabile Klimazonen und Merkur schlägt meines Wissens nach auch keine Salti.

Der Mars torkelt deutlich stärker als die Erde. die Achse des Mars verändert sich ständig. Aktuell ist sie um 25 Grad geneigt. Sie war aber auch schon mal um über 60 Grad geneigt.
Der Merkur ist deutlich näher an der Sonne. Es ist schon abzusehen, wann der Merkur eine gebundene Rotation einnehmen wird. Da spielt es keine Rolle, ob sich die Achse mal mehr oder weniger neigt.
 
Ihr diskutiert einfach zuviel,

wie das alles entstanden sein könnte.

Seht Euch das erstmal in Natura an,

das ist schon atemberaubend. :daumen:
 
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