Mir ist sehr wohl bewusst, dass Europa mit dem Christentum im Mittelalter eine sehr dunkle Epoche hinter sich hat. Und ich weiß auch, dass es ein langer Kampf war, sich aus dem parasitären Griff von Kirche und Adel zu befreien.
Ich werde nur allergisch, wenn dieses Narrativ als Deckmantel für die eigene Abneigung ggü. Muslim/Innen und dem Islam benutzt wird.
Die Muslime waren im Gegenzug im Mittelalter sehr viel fortgeschrittener als Europa, und erst durch die Tradierung großer Wissensbereiche aus der Antike und ihrer eigenen Weiterentwicklung verschiedener Bereiche (u.a. Algebra, die 0 als mathematische Zahl, Avicennas Buch der Medizin) konnte Europa zur Renaissance finden, und dadurch quasi auch zur modernen Entwicklung. Und stellt dir mal vor, diese wissenschaftlichen Erfolge, konnten die Muslime des Mittelalters trotz ihrer Religiosität, trotz Kopftuch, trotz Fasten, Beten etc. erreichen, denn der Islam stand und steht nicht konträr zur Forschung, ganz im Gegenteil, der erste offenbarte Vers im Qur'an ist ein Imperativ und lautet "Lies!"...whatever, ich schweife vielleicht gerade zu weit ab.
Was ich damit sagen will, die Beziehung zur Religion ist für uns Muslime eine ganz andere als für viele europäische Menschen - sie ist nämlich sinn- und identitätsstiftend, und wenn man das nicht begriffen hat, wird man auch nie begreifen, wie frustrierend es für eine Muslima ist, dass sie aufgrund ihres Glaubens ihren Berufswunsch nicht verfolgen kann.