Der Gedanke dahinter ist doch, daß es irgendwann mal (in 2-3Jahren) wirklich schnelleren DDR5-Speicher (sagen wir DDR5 -10000 oder sowas) für "mein" 1000,-Euro-Board gibt und ich dann evt. zuschlagen würde. Solange nutze ich meinen alten Speicher. Und dann ist da auch noch die Verfügbarkeit von DDR5. Ich lese immer noch die Schlagzeilen der letzten Wochen: "Kein DDR5-RAM auf dem Markt verfügbar zu den neuen Boards."
Die Frage ist: Wozu brauchst du jetzt schon ein 1.000-Euro-Mainboard? Selbst 400-Euro-Platinen buhlen in der Regel mit zwei wesentlichen Argumenten um Kunden; nämlich übersupaduperperfecto Spannungswandler, mit denen man 0,1 MHz weiter übertakten kann und mit vielen schnellen Schnittstellen für die modernsten Erweiterungen. Aber wenn du knapp bei Kasse bist, hast du letztegenannte nicht und wenn dir DDR4 reicht, verzichtest du offensichtlich auf das letzte Fitzelchen Leistung. Also reicht erstmal auch eine einfachere Platine – mit DDR4. Aktuell gibt es die ab 170 Euro, ab 200 Euro hat man etwas Auswahl, aber noch diese Woche soll der B660 erscheinen und dann dürfte der Einstiegspreis auf unter 150 Euro fallen. Klar sind das dann einfach gestrickte Platinen, aber in der Praxis vielleicht sogar für höhere DDR4-Taktraten geeignet als ein DDR5-Mainboard mit Adaptern. Also warum nicht die billige Platine als Übergang kaufen? Selbst wenn man nur ein halbes Jahr wartet und sie dann zum halben Neupreis verramscht, wird man durch den Preisverfall beim eigentlich gewünschten High-End-Board mit ±0 rauskommen, während ein Satz Adapter Geld kostet.
Zudem reden wir von Ausgangssystemen, die schon so alt ist, dass ein CPU-Upgrade Not tut. Also kein 5900X mit scharfem DDR4-4000, sondern bestenfalls von einem Skylake-System, in dem schon einmal zwei weitere 8-GiB-DDR4-3000-Riegel nachgerüstet wurden. Schlimmstenfalls von DDR4-2400 aus einem Haswell E. Das heißt man opfert einiges mehr an Leistung und vor allem: Man braucht gleich vier Adapter. Selbst wenn die inklusive Verpackung, Vertrieb und natürlich ROG-Logo nur 30 Euro kosten, sind diese bereits teurer als der Wertverlust eines Übergangs-DDR4-Mainboards.
Selbst wenn "viele" ihr System nur wechseln wenn es nötig ist.
Nur manche sind Overclocker
Nur manche zahlen Preise am oberen Ende der Tabelle.
Nur manche kaufen DDR5 wegen dem Namen anstatt ihr DDR4 Kit weiter zu benutzen.
Schon sitzt der Händler auf der Ware.
Was bedeutet Z690 sei eine zukunftssicher Plattform? Für Leute die nur alle paar Jahre kaufen ist Z690 genau das nicht. Für diese Leute ist Z690 eine Wegwerfplattform, weil wenn die das nächste Mal in ein paar Jahren ein Upgrade kaufen muss ein neues Mainboard her. Lass es Z890 oder Z990 sein. Wir benutzen noch das Wort "Plattform" aber eigentlich hat das bei Intel jede Bedeutung verloren. AM4-B450 war in der Hinsicht ein Glücksfall. AMD muss mit AM5 beweisen, dass das kein Zufall war.
Egal wie optimistisch man es bei AMD betrachtet: Im Moment ist kein Sockel zukunftstauglicher als der 1700. Dennoch stimme ich dir zu, dass man nicht mehr als einen i3, maximal einen i5-ohne-K kaufen sollte, wenn sich ein späteres Upgrade lohnen soll. (12400 auf Meteor-Lake-i9: Gute Chancen auf spürbare Performance-Gewinne. 12900K auf Meteor-Lake-i9: Vermutlich das Geld nicht wert.) Aber Mainboards nimmt nicht nur CPUs auf und gerade weil sich bei denen so wenig tut, spielt sich die Zukunftsfähigkeit woanders ab: Noch ist guter DDR5 teuer. Aber wenn du in 2-4 Jahren auf 64 oder 128 GiB aufrüsten möchtest, wird das bei DDR5-7000 vermutlich ein billiges 08/15-Dual-Kit sein, während du für Quad-DDR4-4800-Kits Mondpreise an Sammler oder RAM-Rekord-OCler zahlen musst. Grafikkarten könnten bis dahin vielleicht auch leichte Vorteile aus PCI-E 5.0 ziehen, wenn man denn welches hat, USB 3.2 dürfte bei der Daten speicherenden Peripherie zum Standard werden. Wer sein Mainboard lange nutzen will, darf nicht nur auf die CPU achten.
Dann kommt hinzu, dass die CPU die fps nicht so steigert wie eine GPU das macht.
Hängt vom Vergleichssystem ab. Ausgehend von Zen 3 oder Rocket Lake? Nein. Von Zen 2 oder Skylake-basierten CPUs kann es schon stellenweise spürbar werden, gegenüber Haswell oder Zen 1 bringt Alder Lake definitiv einen Fps-Boost.
Zudem sollte man die Preise betrachten: Für 270 Euro bekommt man einen 12600K, für 200 Euro ein Mainboard dazu. Selbst wenn man, ausgehend von einer DDR3-Plattform oder sehr altem DDR4, noch 130 Euro für neuen (DDR4-)RAM drauflegt, sind das maximal 600 Euro und zum Ende dieser Woche dürften einige deutlich billigere Lösungen erschienen sein. Die Fps "so zu steigern, wie eine GPU das macht" ist durchaus zu schaffen, wenn es sich bei besagter GPU um eine RX 6600 (lieferbar ab 600 Euro) handelt oder gar um eine GTX 1050 Ti (lieferbar ab 270 Euro).
