Mit dem Core i5-12400F hat Intel überhaupt die letzte interessante F-CPU am Start gehabt. Alles was danach kam, 13400F, 14400F usw. war und ist überteuert, beschnitten, lässt sich nicht mehr übertakten... geht denen wohl gegen den Strich, man soll ja schließlich das "unlocked" Modell kaufen.
Ob Intel attraktive Preise macht oder, in den meisten Generationen, eher nicht, ist ein eigenes Thema. Aber dass sie ihr Portfolio nicht mehr durch "F"-Versionen verdoppeln kann man wohl nur begrüßen. Auch der 12400F war nur wenige Euro günstiger als der 12400_ und somit praktisch überflüssig neben diesem. Aber braucht es wirklich Rankings mit 13900K, 13900KF, 13900KS, 13900 und 13900F oder kann man das mal vereinfachen?
Was ist denn anders?
Für uns Hardwarefetisischten ganz ganz viel, aber wir dürften gerade marketingtechnisch eher die Randgruppe sein. Der Normalnutzer sieht was? Richtig, ein bigLittle Prinzip mit 8/16 Kernen, so wie beim Vorgänger auch, eine absurd hohe TDP und mal wieder ein neuer Sockel. Wirklich innovativ ist das für den Endkunden nicht. Auch wenn technisch sicherlich ganz viel neues einfließen wird, für 99% der Nutzer ändert sich der Name!
99 Prozent der Nutzer war es auch vollkommen egal, dass sich von 1979 bis 2005 nichts an der Kernanzahl geändert hat. Und 99 Prozent der Nutzer ist es weiterhin egal, dass z.B. AMD seit 2019 immer nur 8+8 Kerne verkauft, "ohne" dass es irgendwelche Innovationen gibt, aber erst brauchte man einen neuen I/O-Hub und dann auch noch einen Sockel und dazu auch noch zwingend neuen Speicher... etc.
Das ist eine Blickweise, die weder etwas mit Hardware-Fetischsten noch mit Normal-Usern zu tun hat. Wer sich für Technik interessiert, der weiß, dass sich innerhalb der Designs viel mehr ändert und kümmert sich nicht um Oberflächlichkeiten wie reine Kernzahlen. Wer sich nicht für Technik interessiert, der sieht nur den Namen und der signalisiert jetzt halt: "Ganz viel neu!" Mit etwas Glück wird vor einem Kauf nochmal in Tests geguckt, um herauszufinden, ob "Neu" auch "besser" ist, aber das ist auch das Maximum des denkbaren Aufwands. Nur in der Mitte zwischen diesen beiden Gruppen jammert eine verschwindend geringe Zahl von Leuten, die eigentlich keine Ahnung haben, aber mit etwas aufgeschnappten Technobabbel angeben wollen. Die haben dann mal was von Kernzahlen gehört, verstehen aber nicht wie wichtig Architekturen und das Zusammenspiel verschiedener Komponenten und Parameter sind, sondern regen sich über neue Namen für CPUs auf, bei denen ein paar Eckdaten (und nur die) gleich geblieben sind.
Das sind die gleiche Leute, für die ein neues Auto "6 Zylinder" oder "8 Zylinder" haben muss (je nach Budget), die aber noch nie etwas Drehmomentverlauf gehört haben und "Leistungsgewicht" für ein Body-Building-Thema halten. Für die ist dann vermutlich auch ein Ryzen 8500 gegenüber einem Pentium D 830 kein Fortschritt, weil beide nur zwei vollwertige Kerne haben.