Was meinst du mit Sicherheiten? Alle Währungen beruhen auf Vertrauen. Entweder man einigt sich auf ein Zahlungsmittel oder eben nicht. Ist selbst bei Gold nichts anderes. Wenn morgen keiner mehr dem Euro vertraut, dann ist der Euro nichts mehr Wert.
Ja und nein.
Ja, alle Währungen basieren in irgendeiner Form auf Vertrauen.
ABER:
Bei den "traditionellen" (nicht Krypto) Währungen ist das Vertrauen auch mit der Wirtschaftsleistung eines Landes verknüpft.
Diese Wirtschaftsleistung steigt seit Jahrhunderten. Entsprechend kann auch die Geldmenge steigen, ohne dass das Vertrauen sinkt.
Das hat auch den Effekt, dass die Reichen zwar dennoch immer mehr Geld bekommen, aber für die weniger reichen auch noch ein Stück vom Kuchen übrig bleibt.
Bei einer festen, endlichen Geldmenge würde sich schon noch mehr von der Gesamtmenge auf die Reichen konzentrieren.
Das kann man noch ganz gut an den Besitzverhältnissen während des Mittelalters sehen. Da stieg die Geldmenge zwar auch, aber sehr langsam und die vielen Leibeigenen / Besitzlosen (meist Bauern) durften nicht mal ihr Stück Land (inklusive Dorf natürlich) verlassen und hatten kaum ene Chance, überhaupt nennenswert etwas von der Gesamtmenge des Geldes abzubekommen.
Kurz und knapp kann man sagen:
Bei sämtlichen Kryptowährungen gibt es absolut nichts anderes als das reine Vertrauen in diese Währungen.
Bei den traditionellen Währungen steht die Arbeitsleistung der Bevölkerung eines Währungsraumes dahinter (Land trifft bei der EU ja nicht zu)
Terry Pratchett hat den Übergang von Goldstandard zum aktuellen Vertrauenssystem von staatlichen Währungen in "Making Money" / "Schöne Scheine" ganz gut auf den Punkt gebracht.
Bei Kryptowährungen steht aktuell nur die in Wärme gewandelte elektrische Energie dahinter.
Beim Mining werden keine Währungseinheiten berechnet, sondern die Durchführung von Berechnungen wird mit Währungseinheiten belohnt. Das Verhältnis zwischen Aufwand und Belohnung ist aber willkürlich beziehungsweise mit Blick auf die Angriffssicherheit des Netzwerkes und die Zahl der Teilnehmer festgelegt und der Anteil der eigentlichen Transaktionsberechnungen daran ist so lächerlich gering, dass die Zahl der durchgeführten Transaktionen keinen Einfluss auf den Gesamtrechenaufwand hat. Die astronomischen Transaktionsgebühren 2018 resultierten aus den Kommunikationsbeschränkungen des dezentralen Netzwerkes – viele Informationen unter vielen Teilnehmern auszutauschen ist technisch schwierig respektive die Gesamtkapazität des Netzwerkes limitiert, unabhängig von der Rechenleistung. 2018 überstieg die Zahl der geforderten Transaktionen zunehmend diese Kapazität, sodass die zu zahlenden Prämien für eine schnelle Transaktionsausführung in Bitcoin relativ hoch waren und der Kurs explodierte, sodass diese Prämien einen hohen realen Wert darstellten.
Bei Bitcoin ist es inherent im System enthalten, dass es eine maximale Menge an BTC gibt.
Das war schon immer die Grundlage des Systems.
Damit wurde und wird auch geworben.
Das Verhältnis zwischen Aufwand und Belohnung ist nur im ersten Schritt willkürlich, denn man kann nach einer erfolgten Verringerung der Belohnung pro aufgewendeter Zeiteinheit nicht plötzlich wieder zurück gehen und alles erleichtern. Das würde das Vertrauen in die Kryptowährung untergraben und damit zu einem Wertverlust führen.
Damit bleibt das Verhältnis zwar noch immer willkürlich, man kann es aber nicht einfach vor und zurück ändern.
Vor allem nicht vor dem Hintergrund einer absolut endlichen Menge an Btc.
Ein paar hundert Mio USD in BTC aind ja auch schon verloren gegangen - sei es auf der Müllkippe in einer achtlos verschrotteten Festplatte, oder weil jemand die Passwörter für die Wallets vergessen bzw. mit ins grab genommen hat.
Damit wurde die Gesamtmenge der real jemals wieder erhältlichen BTC sogar verringert - was das Problem der endlichen Menge an BTC vergrößert.