Berlin: Bürgermeister befürwortet kostenloses WLAN
Mein erster Gedanke: Die Idee ist gut
Mein zweiter Gedanke: Die Idee hinkt
Mir stellen sich einige Fragen:
Bei ~3 Million Einwohner und hunderttausenden Touristen ein gemeinsames Medium zur Verfügungs zu stellen, dass nur Halbduplex und CSMA/CA kann frag ich mich: Wie lange soll meine Funkkarte da warten, bis die "Leitung frei ist"? Würden selbst "nur" 1 Million Leute gleichzeitig auf das shared medium zugreifen, wären doch Verbindungsabbrüche, hohe Latenz und lahme Übertragungsgeschwindigkeiten an der Tagesordnung.(mit IEEE 802.11 g). Mit IEEE 802.11 n wäre es dank MIMO-Technik nicht so schlimm wie befürchtet, wenn mehrere Zugangspunkte mit mehreren Antennen eingerichtet werden würden, jedoch bei angenommenen 1 Million Nutzern pro Tag doch höchstens ISDN-Geschwindigkeit für jeden.
Zweitens: Wer kommt für die Kosten auf?
So eine Infrastruktur rstmal auf die Beine zu stellen wird enorme Summen an Planung und Installation verschlingen, die erstmal aufgebracht werden müssen. Da Berlin aber arm ist, frag ich mich, welch glorreicher Investor dafür in die Bresche springt. Würde Wowereit seine "Touristen-Kurtaxe" durch den Senat bringen sähe ich schon eher Finanzierungsspielraum.
Drittens:
Wird dieser Dienst kostenlos für alle Verfügbar sein, oder gegen ein "geringes" Entgeld (Tagespauschale/Stundenentgeld) vorhanden sein?
Mein Fazit:
Nett gedacht, aber das Projekt wird schwer zu realisieren sein. Zumal schon Konkurrenznetze wie Fon oder Freifunk, sowie die stadtweiten, offenen Netze "sorgloser" Netzbenutzer, als auch die niedrigen Kosten für eine Internetpauschale dem Senatsprojekt die Daseinsberechtigung entziehen werden. Da mit LTE vor 2014 wohl nicht zu rechnen ist und ich bezweifle, dass bei den von mir angenommenen Nutzern / Tag jeder auch nur eine zufriedenstellende Verbindung erhält, bliebt für mich das Projekt ein Luftschloss - und die erdachte Verschwendung von Steuergeldern,