Es werden auch ausländische Arbeiter für Arbeiten eingesetzt die sonst kaum ein Deutscher machen kann oder will.
Es gibt keine Jobs, die kein Deutscher machen kann. (Naja. "Musiker" vielleicht und "Regisseuer". "Schauspieler" scheint auch ein Problem zu sein, wie man jeden Abend sieht.

) Es gibt nur Jobs, die so schlecht entlohnt werden, dass sie selbst einem sanktionierten HartzIVer als Abstieg erscheinen. Das ist aber kein Problem mit den Deutschen oder mit den Jobs, sondern nur mit dem Punkt "Lohn".
Ich wollte nur darlegen, dass ein höherer Mindestlohn nicht zwangsläufig motivierend zur Aufnahme einer Arbeit ist, da eben die Sozialleistungen auch steigen.
Das erwartet auch niemand. Strittig ist nur die Frage, wie ausgeprägt der Effekt in Gegenrichtung ist.
Ich denke jeder sollte seinen Beitrag solidarisch leisten.
Sich nur auszuruhen und Geld kassieren finde ich nicht gut.
Das würde, allen vorliegenden Erkenntnissen nach, vermutlich auch nur ein tollerierbar kleiner Kreis machen. Was mir aber so ein Bisschen in der Debatte fehlt: Ein Blick darauf, was die Leute denn sonst machen werden. Nämlich nicht Müllfrau oder Gurkenpflücker. Sondern "Performance-Künstler", "Baumretter" und "Vogelzähler". Was auch alles Aufgaben mit einer Daseinsberechtigung sind, aber gesamtgesellschaftlich betrachtet auch mit einem beschränkten Bedarf, dem ein sehr großes Potential an Interessenten gegenübersteht. Bislang wird das vor allem in den künstlerischen Berufen durch die miese Bezahlung und den Zwang zum Lebensunterhalt kompensiert - es gibt zwar auch so schon einige Leute, die ganz offensichtlich nicht zum höhrenswerten Musiker/sehenswerten Darsteller taugen und trotzdem stur damit weitermachen, aber die meisten, deren Talent nicht einmal für Kindertheater oder Tatort-Statist ausreicht, sehen das nach ein paar Jahren an der Hungergrenze ein und wechseln auf etwas gesellschaftlich nutzbringendes, um mal wieder etwas anderes als Ramen zu essen. Mit einem hohen BGE würde dieser Effekt wegfallen. Da kann man dann Jahrzehnte als "Waldführer" mit 2 Kunden pro Monat "arbeiten".
Darum bin ich auch schon lange dafür, nicht mehr Arbeit zu besteuern, sondern Energie und Ressourcen. Da kann sich dann keiner rausstehlen. Das würde aber nur europaweit funktionieren und das wird niemals passieren.
In gewissem Maße würde so etwas auch national funktionieren. Natürlich ist es immer ein Problem, wenn man offene Grenzen zwischen zwei komplett unterschiedlichen Abgabensystemen hat, weil viele das ausnutzen wollen, aber man könnte es ja sowieso nicht von heute auf morgen in vollem Umfange einführen und eigentlich wäre es auch erstmal eine Angleichung. Nur wenige andere Länder haben so hohe Sozialabgaben auch auf kleine Einkommen und umgekehrt sind Industriestrom und fossile Brennstoffe in Deutschland ziemlich billig. Die schlimmsten Ressourcenverbraucher sind meiner Meinung nach ohnehin Kohleindustrie und Bauwirtschaft (Flächenverbrauch) und die haben gar keine Ausweichmöglichkeiten.
Davon abgesehen: Wieso gibt es immer nur "national" und "ganz Europa"? Die Probleme in der EU sind Polen und Tschechien bei der Energie, Bulgarien und Rumänien beim allgemeinen Lohnniveau. 70-80% unserer Grenzen zeigen aber in andere Richtungen und Österreich, Dänemark und Niederlande sind uns, wenn sie nicht gerade wieder in einer rechtspopulistischen Phase festhängen, in solchen Punkten weit voraus. Frankreich wäre bei Arbeitnehmeraspekten sowieso ein Vorbild und sucht ebenfalls händeringend nach durchaus weitreichenden Mitteln, seine Energiestruktur in den Griff zu bekommen, Belgien muss sich letztlich mangels Größe nach den genannten richten und bringt 1,5 von 4 Jahren sowieso keinen eigenen politischen Kurs hin. Und die Schweiz ist so oder so einfach nur teurer. Also warum spricht man sich nicht einfach unilateral ab? Steuergesetzgebung wird die nächsten 100 Jahre niemand nach Brüssel abtreten, aber das hindert doch niemanden daran, ähnliche nationale Regeln zu schaffen. Ggf. muss man nicht einmal einen komplett neuen Rahmen schaffen, denn obige Auflistungen trennen sauber zwischen Ländern mit Euro(-bezug) und Ländern mit eigenständiger Währung. Was auch entsprechende Auswirkungen auf die kleinräumigen Austauschprozesse hat.
Nicht ALG2 und Grundsicherung in einen Topf werfen. Letzte bekommt man wenn man gesundheitlich eingeschränkt ist und nicht mehr auf dem ersten Arbeitsmarkt vermittelt werden kann.
Iirc ist auch ALGII eine "Grundsicherung", nur halt nach einem anderen Teil des BGB als die Sozialhilfe. Die Aussage war also auch vom Wortlaut her nicht verkehrt, "Grundsicherung" kann man für alle HartzIV-Zahlungen nutzen, nicht nur die für Arbeitssuchende.
Meine Chefin hat die Perso gebeten diese Frage vorab zu klären, da es des öfteren vorkam, dass Bewerber solche Gehaltsvorstellungen hatten und die Zeit für solche Gespräche natürlich knapp ist. Es ist aber nicht so, dass wir ständig Leute einstellen. Aber wenn, dann will sie sich sich nicht über eine Stunde freischaufeln und am Ende werden utopische Summen verlangt.
Kenne auch Ausschreibungen, in denen ausdrücklich zur Nennung einer Gehaltsvorstellung in der Bewerbung aufgefordert wird. Ist auch eine ganz banale Methode um zu sehen, ob der Bewerbende überhaupt eine Vorstellung vom Berufsbild hat. Wer nicht einmal grob die typischen Gehaltsspannen kennt, der wird auch etwaige Erfahrungen nur vortäuschen.
1.) Mir ist nicht ganz klar, inwiefern ein Grundeinkommen das Bildungssystem undurchlässiger machen würde.
Stell dir vor, arme Studenten und Oberstüfler müssten sich nichts mehr mit billiger Nachhilfe dazuverdienen...
2.) Herr Bsirskes Rechnung geht meines Erachtens von falschen Zahlen bzw. Annahmen aus. Ein Grundeinkommen muss beispielsweise nicht zwingend ein Kopfeinkommen sein, welches beispielsweise auch Säuglinge und Schulkinder erhalten. Es könnte auch ein Einkommen sein, welches lediglich prinzipiell arbeitseinkommensfähigen Personen zukommt, und das sind in Deutschland dann keine 82 Millionen, sondern nur noch 60 bis 65 Millionen bezugsfähige Personen. Man könnte es sogar noch weiter eingrenzen bzw. die Höhe staffeln.
Jein. Man könnte derartige Grundsicherungen konzipieren, aber für die Verfechter des Grundeinkommens ist der Verzicht auf bürokratischen Aufwand meist ein zentraler Bestandteil der Finanzierungsstrategie. Für deinen Vorschlag bräuchte es aber wieder Einzelfallprüfungen.
Außerdem würde ein BGE von 1000 Euro in Großstädten gar nicht ausreichen wenn die Wohnungen so teuer sind.
Wenn z.B. jemand eine 50 qm² Wohnung mietet für ~ 600-700 Euro warm dann bleibt ihn nicht viel Geld zum Leben übrig. Ich kenne die genauen Wohnungspreise nicht. Das ist nur mal eine Schätzung.
Der heutige Anspruch sind 30 m² + 15 m² pro Person, also für einen Alleinlebenden maximal 45 m² und mehr als 350 Euro on top sind auch nicht vorgesehen. Passt also. Da man sich bei einem BGE ohne Abschlag etwas hinzuverdienen könnte, ist das zu heutigen Preisen* durchaus angemessen - es gibt für jemanden, der nicht dort arbeitet, ja auch keinen Zwang in der teuersten Innenstadtlage zu wohnen. Genaugenommen ist da mit BGE sogar eine Landflucht zu erwarten (mit durchaus positiven Wirkungen auf die ländlichen Regionen, einige BGE-Verfechter sprechen so etwas auch an), denn wer als ungelernter in der Stadt sowieso keine Chance auf mehr als 1200 Netto hat, lebt in einer gleichgroßen, 300 € günstigeren Wohnung außerhalb mit 1000 € BGE besser.
*Allgemein darf man bei BGE-Summen nie vergessen, dass einige derartige Umverteilung zu deutlicher Inflation führen wird und die BGE-Höhe somit die ersten Jahre stetig angepasst werden muss, zusammen mit der gesamten restlichen Finanzstruktur. Daraus resultiert erst der soziale Ausgleich, denn auf die Einkommen der oberen 10% wird sich das kaum auswirken. Die bekommen nur die verringerte Kaufkraft zu spüren.
Habe ich nichtbdas Gefühl. Bestraft wird der, mit wenig Angestellten. Hier wird richtig zugelangt. Die Abgaben bei einem oder zwei Angestellten sind zu hoch. Viel zu hoch. Wohingegen VW seine Leiharbeiter absetzen kann und noch fett Almosen einstreicht. Amazon und Co bezahlen gar keine Steuern. Das ist soziale Ungerechtigkeit.
Das ist kein/kaum ein Effekt der Angestelltenzahl. Auch große Konzerne mit deutlich weniger Angestellten als VW kassieren eher vom Staat als das sie zahlen. Umgekehrt blickt die Politik über personalintensive Mittelständler (z.B. Reinigungsbereich) mit einer vergleichbaren Arbeitsplatzzahl hinweg. Kohle für Lobbyisten ist, was zählt.
Davon unabhängig ist aber die Balance Arbeitnehmer - Ressourcenverbrauch. Wer lukrativ ganze Landstriche mit einer Handvoll Leute wegbaggert, wird hoffiert, wer viele kleine Jobs schafft, der wird mit Lohnnebenkosten bestraft. Afaik hatte Quelle z.B. ähnlich viele Mitarbeiter wie die Commerzbank, aber nur einer von beiden wurde auf Steuerzahlerkosten gerettet, als er in eine selbst verschuldete Krise schlitterte. Zufällig war es derjenige mit der um Faktor 50 größeren Bilanzsumme...
Und das bestimmt nicht, weil sie als international Gewinne verschiebender Großkonzern da sonderlich viel Steuern drauf gezahlt hätten, im Gegenteil.