Bedingungsloses Grundeinkommen?

Wozu gibt's Politiker ? Ein kleines bisschen arbeiten sollen die ja auch noch. Nicht die fertige Lösung hier herauskopieren. ;)
 
Das einzige "kleine" Probleme beim BGE sehe ich nach wie vor in der Empfangsberechtigung. Wir haben offene Grenzen und Europäische Rechte. Also wo macht man da die Abgrenzung wer das BGE bekommt. Was ist mit Ausländern die seit Jahrzehnten in Deutschland leben und arbeiten, was ist mit Deutschen die im Ausland leben. Und wie zählt eine doppelte Staatsbürgerschaft?

Wozu gibt's Politiker ? Ein kleines bisschen arbeiten sollen die ja auch noch. Nicht die fertige Lösung hier herauskopieren. ;)
Aber spekulieren können wir schon ein wenig.

Ich würde ja spontan sagen, Anspruch auf das BGE sollten volljährige Personen mit deutscher Staatsbürgerschaft haben, die einem ständigen / hauptsächlichen Wohnsitz in Deutschland unterhalten. Oder einen solchen die meiste Zeit unterhielten - um beispielsweise im Ausland Arbeitende bzw. im Ausland lebende Rentner nicht außen vor zu lassen.

Bei einem GE ohne B davor wären es alle Personen, welche die Bedingungen erfüllen bzw. regulär (Ausnahmen wie Untauglichkeit, Krankheit etc. berücksichtigt) erfüllen könnten.
 
Das einzige "kleine" Probleme beim BGE sehe ich nach wie vor in der Empfangsberechtigung. Wir haben offene Grenzen und Europäische Rechte. Also wo macht man da die Abgrenzung wer das BGE bekommt. Was ist mit Ausländern die seit Jahrzehnten in Deutschland leben und arbeiten, was ist mit Deutschen die im Ausland leben. Und wie zählt eine doppelte Staatsbürgerschaft?

Wie der Name schon sagt: "Bedingungslos". Das kriegt jeder ohne Einschränkungen - sonst wird das nicht mit den viel proklammierten Vereinfachungen, Bürokratieabbau, etc..
 
Wie der Name schon sagt: "Bedingungslos". Das kriegt jeder ohne Einschränkungen - sonst wird das nicht mit den viel proklammierten Vereinfachungen, Bürokratieabbau, etc..
Was absolut realitätsfern ist. Das ist überhaupt nicht finanzierbar. Das hatten wir hier im Thread auch schon vorgerechnet. Das wäre in einen Monat schon fast soviel wie das ganze Jahresetat für Arbeitslosengeld (I+II) und Sozialhilfe.
 
"Bedingungslos" gibt es nicht. Irgendwelche Bedingungen gelten immer, sonst hätte ja jeder (sogar außerirdische) Plattwurm Anspruch auf das von der Bundesrepublik Deutschland ausgezahlte Grundeinkommen. :ugly:

Die Frage ist vielmehr, wie überschaubar man die Bedingungen einerseits hält, um sich nicht erneut in Bürokratie zu verzetteln, und wie präzise sie gleichzeitig sind, um den Zweck (und die Existenz) des Grundeinkommens nicht zu gefährden.

Zu prüfen, ob ein Empfänger deutscher Staatsbürger und hauptsächlich in der Bundeerepublik ansässig ist oder war, generiert beispielsweise keinerlei zusätzlichen bürokratischen Aufwand, da wir uns ohnehin aus zahlreichen anderen Gründen ein - im internationalen Vergleich sehr umfassendes - Meldewesen leisten.
Anders sieht es da schon aus, wenn überlegt würde, ob ein Anspruch auf das Grundeinkommen womöglich (auch) über den bloßen Aufenthalt in der Bundesrepublik ohne Staatsbürgerschaft gegeben sein könnte. An diesen und anderen Punkten würde sich die Debatte entzünden, selbst wenn ein Grundeinkommen an sich beschlossene Sache wäre.

Auf dem anderen Ende stünden Erwägungen, was die Ausweitung von Bedingungen angeht. Ich wäre beispielsweise sehr dafür, dass Empfänger des Grundeinkommens, die nicht gleichzeitig in die Steuer- und/oder Sozialkassen einzahlen, prinzipiell zu gemeinnützigen Tätigkeiten verpflichtet werden können, zu deren Ausübung sie in der Lage sind. Mir ist allerdings auch klar, dass damit weitere Probleme entstehen können, wenn beispielsweise dadurch Stellen entfallen bzw. einfach nicht geschaffen werden, weil man ja einen Pool von Grundeinkommensempfängern hat.

Schon in der Frage nach der Höhe des GE haben selbst wir in unserer kleinen Diskussionsrunde und sogar allein unter den grundsätzlichen Befürwortern, noch keine Einigung erzielt: Soll es das Existenzminimum sein, sich eher am jetzigen durchschnittliche Arbeitseinkommen orientieren oder an ganz anderen Kriterien?

Kurz gesagt, damit ein Grundeinkommen keine Fata Morgana bleibt, aber auch nicht zum Schnellschuss wird, wären etliche Aspekte zu klären.
 
Schon in der Frage nach der Höhe des GE haben selbst wir in unserer kleinen Diskussionsrunde und sogar allein unter den grundsätzlichen Befürwortern, noch keine Einigung erzielt: Soll es das Existenzminimum sein, sich eher am jetzigen durchschnittliche Arbeitseinkommen orientieren oder an ganz anderen Kriterien?
Es sollte aus der Armut verhelfen, aber auch nicht zu hoch sein damit es noch Anreize gibt arbeiten zu gehen.
Aber das wird eh nicht für alle finanzierbar sein. Und bleibt wohl Utopie.

Deswegen bin ich weiterhin für eine deutliche Anhebung des Mindestlohns. Bei gleichzeitiger Lohnnebenkostensenkung für Arbeitnehmer und Arbeitgeber.

Ich wiederhole mich hier irgendwie nur noch. :ugly:
 
Es sollte aus der Armut verhelfen, aber auch nicht zu hoch sein damit es noch Anreize gibt arbeiten zu gehen.
Aber das wird eh nicht für alle finanzierbar sein. Und bleibt wohl Utopie.
Die, die arbeiten wollen, werden immer arbeiten. -Mit dem Unterschied, dass auf ihnen weniger Druck lastet als heute.
Die, die keine Lust zum Arbeiten haben, machen das heute schon genauso wie sie das mit einem Grundeinkommen tun werden.
 
prinzipiell zu gemeinnützigen Tätigkeiten verpflichtet werden können
Da wäre ich absolut dagegen.

Diese "Verpflichtungen" führen schon bei Harz 4 zu endlosen Problemen.
Da werden Leute zu Sachen verpflichtet, die total sinnfrei sind, weil sie gar nicht zu den Leuten passen, oder Sachen verpflichtet werden, nur um irgendwas zu verpflichten.

Was ist wenn der "Verpflichtung" einfach nicht nachgekommen wird ? Geld gestrichen ?
Was würde das bedeuten ? Soll der verhungern, oder aus der Wohnung geschmissen werden, da er die Miete nicht mehr zahlen kann ? Soll er sich Essen klauen, bzw. Kriminell werden, als Obdachloser und Leute ausrauben ?
Gestrichen weil ein Faulpelz, oder weil es jemand mit psychischen Problemen ist, der gar nicht in der Lage ist, diesen Verpflichtungen nachzukommen, oder überhaupt erst einen gesundheitlichen Nachweis zu erbringen(weil das zu viel für ihn ist) ?

Wie wird das nachverfolgt ? Gründe, Begründungen ? Gibt das wieder ohne Ende Bürokratie ? Termine zum Klären, die gefürchtet sind, wegen "Sanktionen" die winken ?
Nein. Das ist keine gute Idee.

Entweder einfach, oder man kann alles total kompliziert lassen, wie's eh schon ist.

Bedingungen, ja sicher.
Staatsbürger ab x Jahren ?

Die Höhe müsste so hoch sein, dass man davon leben und sich eine Miete leisten kann.
Es muss aber nicht bedeuten, dass man sich in Hamburg in bester Lage eine Wohnung leisten kann(die man eh nicht kriegt). Falls man in München City, Hamburg, Köln keine Wohnung für das Geld mieten kann, muss man sich halt woanders was suchen.
Es ist ja nur ein Minimum. Kein Luxus.

Man müsste mal schaun, wie von West nach Ost von Nord nach Süd so die Mieten sind und da was durchschnittliches, für was einfaches rausziehen, dazu dann halt normale Lebenshaltungskosten rechnen, für Essen und die wichtigsten Dinge des täglichen Bedarfs und fertig wäre der Betrag.
Würde praktisch sowas wie Mindestrente, Harz4, Sozialhilfe usw. ersetzen. Einfach für jeden Deutschen.
Dazu müsste geklärt werden, was mit Kindern/Jugendlichen ist. Aber da gibt's ja bisher auch bereits Regelungen zu.

Diese Kosten/Beträge könnte man in bestimmten Intervallen überprüfen, z.B. alle 2 Jahre und neu festlegen.

In die Rentenkasse zahlt doch z.B. eh kaum noch jemand was ein und es bekommen am Ende viele Leute Geld, die da nie was eingezahlt haben. Das funktioniert doch schon lange nicht mehr, wie es mal geplant war.

Is eh alles schon so eine Art Mindestgeld. Gibt's ja schon. Nur total kompliziert in ganz viele verschiedene Bereiche unterteilt mit endloser Bürokratie, welche Aufwand, Zeit und Geld kostet.
 
Da wäre ich absolut dagegen.

Diese "Verpflichtungen" führen schon bei Harz 4 zu endlosen Problemen.
Da werden Leute zu Sachen verpflichtet, die total sinnfrei sind, weil sie gar nicht zu den Leuten passen, oder Sachen verpflichtet werden, nur um irgendwas zu verpflichten.

Die Betonung liegt auf "prinzipiell". Das Hartz-Modell ist "Fördern und Fordern" (sic!), die Leistungen sind also an Folgsamkeit gekoppelt und werden mittels Sanktionen durchgesetzt.

Verpflichtung ist allerdings etwas, was man auch fühlen oder empfinden kann, wenn es im Vorfeld einer solchen Reform angemessen kommuniziert wird.
Es muss also kein Zwang dahinter stehen. Wenn man Leute braucht, wird halt gefragt und da der Pool riesig ist, wird sich immer jemand finden, der es als seine Pflicht empfindet bzw. dem es ein Bedürfnis ist (meinetwegen auch einfach deshalb, weil es doof aussähe, wenn der Nachbar mitmacht und man selbst nicht).

Weiterhin steht und fällt das Vorgehen mit der genauen Ausgestaltung des Grundeinkommens. Es könnte ja beispielsweise auch in eine bedingungslosen und einen an Bedingungen genüpften Teil gestaffelt sein: das Existenzminimum bekommt Jede/r ohne Wenn und Aber, den Bonus nur, wer sich in irgend einer Weise gesellschaftlich einbringt.

Das wird um so wichtiger aufgrund dessen, was hier bereits angesprochen wurde: Es gibt bereits jetzt mehr Menschen als Bedarf an Arbeitskraft und durch Automatisierung sinkt dieser Bedarf sogar noch weiter.
Wenn man also irgendwann dahin will, dass Arbeit und Einkommen entkoppelt sind, aber Menschen nicht einfach nur in den Tag hinein leben und sowohl geistig als auch körperlich verkümmern, müsste man von Anfang an ein Bewusstsein dafür schaffen, dass Teilhabe keine Einbahnstraße ist.

Das ist weit weg von dem, was gerade gemacht wird. Da liegt der Fokus nicht auf innerer Einsicht, sondern auf äußerem Zwang.
 
Wenn man Leute braucht, wird halt gefragt und da der Pool riesig ist, wird sich immer jemand finden, der es als seine Pflicht empfindet bzw. dem es ein Bedürfnis ist (meinetwegen auch einfach deshalb, weil es doof aussähe, wenn der Nachbar mitmacht und man selbst nicht).
Fragen ... ja.

Wenn es besondere Ereignisse sind, wie Katastrophen, wo man etwas helfen könnte, is das ja ok.
Aber nicht Sachen, wo man Anderen einen regelmäßigen Arbeitsplatz mit wegnimmt, bzw. weniger Arbeit für diejenigen übrig lässt.

Bezüglich freiwillige Dienste, Ehrenamt usw. wäre glaube ich mehr geholfen, eben keine Verpflichtung einzufordern, sondern die Leute machen zu lassen.

Wenn man nicht mehr Vollzeit arbeitet, hätte man ja auch mehr Zeit sich um Leute zu kümmern und zu helfen.
Oder manche Tätigkeiten auszuführen.

Aber das kommt nur, falls jemand eh ein netter Mensch ist, der so ist.
Einfach gesagt: Aus einem dummen Arschloch machst du keinen heiligen Helfer, weil er mehr Zeit hat.
Der bleibt ein dummes Arschloch. War er aber vorher auch schon. ;)

Und möchtest du z.B. eine Hilfe, oder einen Dienst, von einem verpflichteten dummen Arschloch haben, der sehr widerwillig, eher schlecht, als recht etwas tut und um den du normalerweise einen großen Bogen machen würdest, oder lieber von jemand der etwas aus freien Stücken macht und das auch noch sehr gut, weil er Freude daran hat ? :)

Also streichen wir besser dieses "verpflichtet" und ersetzen es durch ein "anfragen". :) Wäre das was ?
den Bonus nur, wer sich in irgend einer Weise gesellschaftlich einbringt.
Mäh .... nicht gut.

Was ist mit dem Mann im Erdgeschoss, der ca. 220 kg wiegt und eher nur noch durch die Feuerwehr aus seiner Wohnung gebracht werden kann, da er ein Gesundheitsproblem hat ?
Der wird dadurch bestraft, dass er nicht kann ?

Was ist mit dem Typen, mit der Angststörung, der überall Verschwörungen wittert ? Zack ... Bonus weg.

Ok ... kann man machen. Fänd' ich aber nicht gut, da es für ultraviele verschiedenste Fälle greifen würde, dieses Beispiel.
Und wer legt das fest, wer Bonus bekommt und wer nicht und aufgrund welcher Bedingungen ?
Wer überprüft das ?

Nee. Zu kompliziert und auch teilweise falsch.
Wenn man also irgendwann dahin will, dass Arbeit und Einkommen entkoppelt sind, aber Menschen nicht einfach nur in den Tag hinein leben und sowohl geistig als auch körperlich verkümmern, müsste man von Anfang an ein Bewusstsein dafür schaffen, dass Teilhabe keine Einbahnstraße ist.
Ja, da bin ich absolut dafür. Mit Ratgebern, Tipps und Tricks für ein erfülltes Leben und wie man nützlich sein kann(freiwillig!) und Aufklärung.
Für Leute die das Leben für alle schöner machen möchten.

Aber nicht für das totale Megaarschloch von nebenan, wo du froh bist, wenn der einfach nur nicht das Messer rausholt. ;)
 
Zuletzt bearbeitet:
Was ist mit dem Mann im Erdgeschoss, der ca. 220 kg wiegt und eher nur noch durch die Feuerwehr aus seiner Wohnung gebracht werden kann, da er ein Gesundheitsproblem hat ?
Der wird dadurch bestraft, dass er nicht kann ?
Ich nehme jetzt mal eine fiktive Position ein und bin dafür punktuell mal sehr, sehr fies:

Man kann natürlich jede Charakterschwäche und daraus resultierende bzw. dadurch erworbene Einschränkungen als Krankheit abtun, für die man keine Nachteile erleiden sollte - und womöglich sind sie das auch.
Allerdings dürfte man nach der gleichen Logik beispielsweise auch niemanden bestrafen, der Leute totschlägt, denn dessen Aggressionen haben ihre Ursache ja auch in hormonellen Ungleichgewichten in Zusammenspiel mit unzureichender Sozialisation, also nicht durch eigenes Verschulden.

Der Betreffende wird aber eingesperrt, weil er nicht in der Lage war/ist, seinen Zustand zu beherrschen bzw. diesen abzustellen. Warum also sollte man jemanden keinen zusätzliche Auszahlung vorenthalten können, der nicht in der Lage ist, seine Fresssucht zu beherrschen, auch wenn das nicht unbedingt mit Wollen zu tun hat?
Ich kann mich jeden Tag volllaufen lassen und bin dann aufgrund meiner Alkoholisierung leider auch nicht in der Lage zu arbeiten. Das interessiert allerdings meinen Arbeitgeber nicht. Und wenn ich arbeitslos wäre bzw. deswegen werde, würde es auch das Amt nicht interessieren. Selbst mit diagnostizierter Alkoholsucht bekäme ich nur die Grundsicherung.

Oder Eigenverantwortlichkeit außen vor, die reine Bedarfsargumentation: Wer ohne Hilfe der Feuerwehr nicht aus seiner Wohnung kommt und daher keinen Beitrag für die Gesellschaft leisten kann, kommt auch nicht aus der Wohnung, um mehr Geld auszugeben, als er benötigt, um in den eigenen vier Wänden vor sich hin zu vegetieren. Reine Existenzsicherung genügt also.

Und um noch mal auf den Schlagetot aus dem obigen Beispiel zurückzukommen ... Bekommt der im Knast eigentlich auch das Grundeinkommen wie jeder Andere? Müsste ja, wenn bedingungslos. Und das ist sehr praktisch, denn je nach Haftzeit, in der man kein Geld ausgeben muss/kann, verlässt man die Haft mit einem hübschen angesparten Sümmchen.

Und wenn wir schon bei Benachteiligung sind, funktioniert die natürlich auch in die andere Richtung: Jemand, der sich für seine Mitmenschen ins Zeug legt, wird ja irgendwie auch bestraft, wenn er dafür nicht belohnt werden darf, ohne dass die Belohnung jeder bekommen müsste - nicht nur Kranke, sondern auch Leute, denen ihre Mitmenschen egal sind oder die diese sogar aktiv schädigen.

Diese Fragen stellen sich nicht, wenn es ohne Ausnahmen nur Grundsicherung für alle gäbe. Aber auch dann könnte man wieder argumentieren, dass dein 220-Kg-Mann beispielsweise höhere Kosten durch aufwändigere Ernährung und daher höheren Bedarf hat.

Wie schon geschrieben, es besteht enormer Klärungsbedarf in vielen, vielen Dingen. In unserem konkreten Fall lässt sich viel Reibung umgehen, indem man sich darauf einigt, dass zwar niemand für Unvermögen oder Unwillen bestraft werden, der Eine oder die Andere jedoch für Einsatzfähigkeit und Einsatzwillen belohnt werden kann.

Übrigens: Der 200-Kg-Mann kann vielleicht kein Laub / Schnee fegen oder Senioren beim Spaziergang begleiten, könnte aber beispielsweise telefonisch Senioren gegen die Einsamkeit helfen, andere massiv Übergewichtige beraten oder wenigstens noch als schlechtes Beispiel dienen. Jeder kann irgend etwas beitragen, wenn der Wille da ist, egal wie klein der Beitrag sein oder erscheinen mag. Dagegen, irgend etwas zu tun, spricht nur Unwille, und den muss man zwar tatsächlich nicht bestrafen, aber eben auch nicht belohnen.
 
Selbst mit diagnostizierter Alkoholsucht bekäme ich nur die Grundsicherung.
Oder wenn er einen guten Arbeitgeber mit Verantwortungsgefühl hätte, würde der ihm eine Krankschreibung nahelegen mit anschließender Beratung und Entziehungskur.
Wenn er mitmacht gut, wenn nicht und er meint er hätte gar kein Problem, is der Job halt futsch.
Und dann bleibt eben wieder nur das Minimum.
Bekommt der im Knast eigentlich auch das Grundeinkommen wie jeder Andere?
Natürlich nicht, denn verurteilte Straftäter verwirken ihre Bürgerrechte, unter anderem Freiheit.
Diejenigen haben natürlich keinen Anspruch über das hinaus, was man im "Knast" halt bekommt.
Der 200-Kg-Mann kann vielleicht kein Laub / Schnee fegen oder Senioren beim Spaziergang begleiten, könnte aber beispielsweise telefonisch Senioren gegen die Einsamkeit helfen, andere massiv Übergewichtige beraten oder wenigstens noch als schlechtes Beispiel dienen.
Soll der Suizidgefährdete 200 KG Mann dann Senioren und andere gehandicapte telefonisch beraten ? ;)

Jeder kann irgend etwas beitragen, wenn der Wille da ist
Nein, leider nicht.
Selbst wenn jemand etwas versucht weil der Wille da ist, wozu er aber nicht in der Lage ist, kann er es nicht.

Es gibt tatsächlich Leute, die können nicht, selbst wenn sie wollten, da bestimmte Grundsätzliche Fähigkeiten und Voraussetzungen fehlen.
Senioren beim Spaziergang begleiten beinhaltet auch zuhören zu können und vielleicht noch etwas Einfühlungsvermögen. Auch die Fähigkeit mal etwas runter zu schlucken und nicht persönlich zu nehmen, weil man ja helfen möchte und einen Job macht.
Telefonische "Beratung", bzw. überhaupt mit Menschen kommunizieren ist auch nicht so einfach, wie manche sich das vielleicht vorstellen. Vor allem tag täglich stundenlang. Das kann ganz schön schwierig und belastend sein.

Nicht jeder hat eine bestimmte Intelligenz, oder emphatische Fähigkeiten.
Es ist nicht automatisch jedem sein Ding, bestimmte Sachen zu machen. Vor allem nicht so "mal eben", weil's ja "so einfach" ist.
der Eine oder die Andere jedoch für Einsatzfähigkeit und Einsatzwillen belohnt werden kann.
Wer überprüft denn, wer eine Belohnung verdient ?

Macht er es irgendwie(meinetwegen auch total schlecht) ?
Macht er es gut ?

Was ist wenn jemand seine Sachen nicht gut macht ?
Was heißt überhaupt "gut" ? Reicht es, wenn jemand einfach nur anwesend ist, für eine Belohnung ? Oder z.B. einfach nur telefoniert, wie auch immer ?

Nee ... Extra Belohnungen ... hat nix. Paschal alle das Gleiche. Feddich.
Wer mehr will, kann sich ja n Job suchen. ;)
 
Zuletzt bearbeitet:
Es muss also kein Zwang dahinter stehen. Wenn man Leute braucht, wird halt gefragt
Das ist doch pure Utopie. Wer soll denn klingeln kommen? Die Idee hinter dem BGE ist auch, dass die Bürokratie vereinfacht wird und es deutlich weniger Menschen gibt die sich mit der Berechnung und dem ganzen Gedöns beschäftigen sollen. Die sind dann frei für den Markt und können Geld erwirtschaften.


die Leistungen sind also an Folgsamkeit gekoppelt und werden mittels Sanktionen durchgesetzt
Und das ist das Problem und völlig überflüssig.

Sanktionen bewirken nur, dass der Sanktionierte beschäftigt wird. Er muss zum Arbeitsamt, er muss irgendeine Stelle annehmen, er muss Stempel holen, er muss Bewerbungen schreiben. Das führt einfach zu Gleichgültigkeit und er/sie kann den Kumpels/Kumpelinen erzählen welche Unsinnigkeiten er/sie wieder anstellen muss. Und dann wird sich im Kollektiv darüber aufgeregt. Was bringt es? Nichts.
Ausser dass Leute beim Arbeitsamt sinnfrei dafür bezahlt werden anderen auf den Sack zu gehen.
Jeder kann irgend etwas beitragen, wenn der Wille da ist,
Der Wille muss da sein. Genau. Und wenn der 200kg Mann keine Renter beschäftigen will, dann will er es nicht. Was hat es also dann für einen Sinn?
Jemand der keinen Bock hat, macht die Sache auch nicht gut und kann es sein lassen. Wenn ich keine Lust hab mein Auto sauber zu machen, mach ich es nicht.
 
Natürlich nicht, denn verurteilte Straftäter verwirken ihre Bürgerrechte, unter anderem Freiheit.
Dann wäre allerdinsg auch zu klären, ob das (B)GE ein Bürger- und Freiheitsrecht sein soll, woraus sich wiederum neue Implikationen ergeben.

Soll der Suizidgefährdete 200 KG Mann dann Senioren und andere gehandicapte telefonisch beraten ? ;)
Er könnte meinetwegen auch Socken für frierende Kinder in Afrika stricken, Dodo-Eier ausbrüten oder das Sammeln von Ü-Ei-Figuren organisieren. Der Knackpunkt ist, dass jeder irgend etwas machen kann. Es muss und soll aber selbsterklärend niemand etwas machen, was nicht im Bereich seiner Möglichkeiten oder Interessen liegt.

Übrigens wäre es gerade für Suizidgefährdete absolut hilfreich, wenn sie nicht nur finanziell gut versorgt oder sogar überversorgt zuhause sitzen, sondern etwa zu tun haben, was sie von Selbstmordgedanken abhält und, falls abhanden gekommen, wieder Lebenssinn und -zweck erzeugt.


Nein, leider nicht.
Selbst wenn jemand etwas versucht weil der Wille da ist, wozu er aber nicht in der Lage ist, kann er es nicht.
Dann macht er etwas anderes. Wie schon gesagt, jemand der gar nichts kann, ist ein Gemüse und hätte auch keinen Bedarf oberhalb des Existenzminimums, sondern fühlt sich dadurch am schönsten belohnt, wenn er in Ruhe gelassen wird.

Wer überprüft denn, wer eine Belohnung verdient ?
Was willst du da groß prüfen? Es geht doch nicht um eine überprüfbare Leistung, sondern um sichtbares Engagement.

Grob vereinfachter Ablauf: Grundsicherung kommt sowieso. Darüber hinaus kurze Meldung bei der Ausgabestelle, dass man dieses oder jenes Ehrenamt ausübt.
Dass da auch gemogelt werden kann, wäre egal, wenn man ohnehin schon deiner Ansicht von "Pauschal alle das Gleiche. Feddich." ist. :D
 
Und das soll dann jemand machen der
A: keinen Plan von der Materie hat und
B: keine Lust hat?
Eben nicht. Das wäre doch gerade der wesentliche Unterschied zum jetzigem Modell: Man müsste gar nichts, aber man könnte. Die Existenzsicherung wäre davon komplett unabhängig. Aber Engagement könnte sich lohnen.

Wenn Ehrenamtler den Bonus nicht wollen, müssen sie ihn nicht anfragen oder können ihn spenden oder im Garten abfackeln. Bereits von Natur aus engagierte Menschen müssen auch nicht aktiviert werden, sondern es geht darum, jene zu mobilisieren, die über Jahrzehnte eingetrichtert bekommen haben, dass man nur arbeitet, um seinen Lebensunterhalt zu bestreiten und erst einmal in eine Identitätskrise stürzen, wenn das aufgrund eines Grundeinkommen wegfiele.

Oder glaubt ernstlich jemand, dass sich plötzlich alle musisch und/oder gemeinnützig betätigen würden, die plötzlich nicht mehr für ihr Auskommen arbeiten müssten?
 
Oder glaubt ernstlich jemand, dass sich plötzlich alle musisch und/oder gemeinnützig betätigen würden, die plötzlich nicht mehr für ihr Auskommen arbeiten müssten?
Deswegen würde ich das auch nicht plötzlich von 0 auf 100 einführen, sondern langsam Schrittchenweise zum erst mal bestehenden System zusätzlich.
Z.B. erst mal nur so 20% vom geplanten Betrag, dann 50, dann 70, dann 100%(wo dann die anderen Sachen mit wegfallen würden, wie Harz4 usw.).
Z.B. über 8 Jahre, so alle 2 Jahre n Tick mehr.

Über die Jahre würde dann wohl kaum einer seinen Job kündigen, wenn da auf einmal ein Grundeinkommen kommt und erst mal nur 2 Jahre lang mit 20% dessen erscheint.

Wenn man dann langsam mehr Zeit für andere Sachen hat(vielleicht auf Teilzeit geht, wenn z.B. bereits 50, oder 70% Grundeinkommen da sind), kommt da bestimmt so einiges von selbst.
Manche werden weiter 100% Vollzeit ballern, manche würden ganz kündigen, manche würden mehr machen, manche weniger.

Und von wem gar nichts nie kommt, da kommt auch weiterhin nix.

Ich fände es aber sehr interessant zu beobachten, in wie weit das die Gesellschaft verändern würde.
Wenn Druck und Stress wegfallen, kann man ganz befreit aufleben und machen wozu man gerade Lust hat.
Und manche helfen halt auch gern.
Manche nicht.

Ich werd's mir entspannt anschauen, denn bis das voll eingeführt ist, bin ich eh schon Richtung Ende meiner Berufslaufbahn. Hoffentlich erlebe ich es noch. :D
 
Ich versteh dich glaub ich etwas falsch.
Was wäre dann am Bonus für gemeinnütziges anders als einfach arbeiten zu gehen?

Ehrenamtliche Arbeit ist auch heute nicht für lau. Ein paar Taler gibt es da auch heute.
Unabhängig davon, wäre ein finanziertes "Engagement" wieder nur mit personellem Aufwand möglich. Aufwand der dann wieder staatlich bezahlt werden würde. Und das muss m.E. aufs wesentliche reduziert werden.
hat(vielleicht auf Teilzeit geht
Hab ich meiner Chefin vorgeschlagen...
Da spielt die nicht mit. Sie hat mit Schweigen geantwortet.
 
Ich versteh dich glaub ich etwas falsch.
Was wäre dann am Bonus für gemeinnütziges anders als einfach arbeiten zu gehen?
Es würde, wie ChrisMK72 so schön erklärt hat, den Übergang von einem Erwerbs- zum Kümmerer-Modell erleichtern.

Oder anders ausgedrückt: Das unvergütete Arbeit den gleichen Wert hat wie vergütete, wenn man nicht für sein täglich Brot arbeiten muss, ist ein derart neuer Ansatz, dass man es den meisten Leuten schonend vermitteln sollte. Viele Menschen müssen erst lernen, wie befriedigend es ist, nicht für den eigenen Lebensunterhalt, sondern für das Wohlergehen Aller zu arbeiten. Wenn sich dieser Gedanke erst einmal flächig durchgesetzt hat, kann man solche Bonus-Spielereien bleiben lassen und allen das sachlich größtmögliche Grundeinkommen am Stück zukommen lassen.
 
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