Atomstrom der wahre Ökostrom?

Es ist wie mit der Fusionsbombe. Um sie zu zünden braucht es eine Atombombe.
Das kann man wunderbar übertragen. Als Anlasser eines Fusionskraftwerkes braucht es ein Atomkraftwerk.
Blöd ist halt, dass das Atomkraftwerk immer laufen muss, da das Fusionskraftwerk sofort ausfällt, wenn das Plasma nicht mehr kontrolliert werden kann -- oder wenn die Menge an Heliumkernen zu groß wird oder wenn die Neutronen die Wand beschädigt oder, oder, oder.
 
Ehrlich gesagt kann ich mich überhaupt nicht daran erinnern jemals irgend etwas aus diesem Themengebiet, aus einer verlässlichen Quelle entnommen zu haben.

Das heißt also, du hast uns mit voller Absicht getrollt. Jede Menge Scheiße postuliert in dem vollen Bewusstsein, dass du keine Ahnung hast, sondern dir alles nur aus den Fingern saugst. Und natürlich hast du nicht einmal den Anstand, jetzt eine Korrektur einzufügen, sondern lässt dein Startpost weiter Fake-News verbreiten.
Machts Spaß?


Man könnte das Zeugs auch im Meer versenken und der Wasserdruck macht dann den Rest.

Der Wasserdruck macht da rein gar nichts, Schwermetalle sind nicht sonderlich kompressibel...
Aber das Wasser als solches ist ein gutes Lösungs- und damit Verteilungsmittel.


Und zwischendurch mal ein Erdbeben. ;)

Das wäre, wenn man das Zeug wirklich bis in die Kruste bohrt und nicht nur aufs Sediment stellt, egal. Erdrutsche geschehen in Tiefseegräben hinein, nicht aus diesen heraus, und würden den Müll somit zusätzlich einschließen. Gut - die Bohr- und Versenkungsanlage auch gleich noch mit, die muss dann halt alle paar Jahre komplett neu gebaut werden. Aber weil Atomstrom so verdammt billig ist [competent citation needed but impossible to find], kann man sich das ja leisten :rollen:


Um die Klimaziele zu erreichen setzen z.B. Frankreich und Schweden auf Atomkraft.
Wir sind dabei jede Notversorgung aufzugeben und uns völlig abhängig von anderen Ländern in Sachen Stromversorgung zu machen.
Aber immerhin hat man dann ja ein gutes Gewissen, wenn man den französischen Atomstrom oder den polnischen Kohlestrom einkauft, bis bei uns das Licht ausgeht aus was für Gründen auch immer.

Ja, wenn das passiert, dann kann man das machen. Und wenn Einhornherden auftauchen, kann man Glitzerstaub einsammeln und Regenbogen ernten!

Bis auf weiteres ist letzteres hierbei das realistischere Szenario, denn bislang sind es Franzosen und Polen, die sich ihren Strom in Deutschland produzieren lassen um ihn dazu importieren.

Immerhin wird das Problem gelöst sein sobald in ein paar Jahrzehnten genug Fusionskraftwerke ans Netz gehen.

Man sollte nicht "ein paar" gebrauchen, wenn man "im nächsten Jahrhundert, nach meinem Tod" meint. Einige Leute könnten sonst denken, man würde eine Aussage über mittelbare Zukunft machen, statt sich in Sciene Fiction zu tummeln.


Wenn ein Schwarzes Loch in der Nähe wäre, könnte man eine ganze Menge da hinschicken.

Nein. Auch wenn ein schwarzes Loch in der Nähe wäre, könnte man immer noch nicht die anfallenden Atommüllmengen sicher in dessen Richtung befördern. :rollen:

Ja und ich habe gehört, so ein Raketenstart soll auch nicht grade billig sein. :schief:

EIN Start geht mittlerweile. Aber da wir immer noch Absturzquoten im Prozentbereich haben, können gefährliche Stoffe nur in Behältnissen gestartet werden, die absturzsicher sind. Und zwar in jeder Phase des Fluges - von einer Explosion des gesamten Treibstoffes auf der Startrampe über einen Einschlag einer auf halber Strecke nach unten abbiegenden Rakete jenseits von Mach 40 bis hin zum unkontrollierten Wiedereintritt. Das heißt auf eine Tonne Atommüll kämen locker 100+ Tonnen Ummantelung und man bräuchte jeden !Tag! eine dreistellige Zahl von Starts heutiger Raketen. Aber Atomstrom ist ja sooooo billig™.


Das Problem ist, dass du für alle derzeit existierenden Reaktoren mehr Energie brauchst, um die Dinger anzuschmeißen, als dass die Energie erzeugen.

Noch viel schlimmer: Die Reaktoren überzeugen überhaupt keine Energie. In den bislang besten Experimenten hat das Plasma mehr Energie erzeugt, als es abgeben hat. Aber wenn du den gesamten Reaktor einschließlich Kühlung, etc. betrachtest, waren zumindest die kontinuierlich arbeitenden Reaktoren immer eine Energiesenke. (Bei der Z-Machine sieht es natürlich anders aus, da der Aufwand vollständig vor der Energiefreisetzung anfällt und während deren Millisekunde dann eine insgesamt positive Billanz resultiert, aber das Ding ist nun wirklich kein Reaktor)

Fusionsenergie ist an sich ja gut und recht aber vielleicht sollten wir das Szenario, dass sie nie verwertbar für uns sein wird, in Betracht ziehen.

Wenn man "für uns" als "Teilnehmer dieser Diskussion" bzw. "heute lebende Menschen" interpretiert, ist dass die Standard-Annahme:
- ITER soll nach aktuellem Zeitplan 2035 mit DT-Fusion beginnen, aber bislang wurde JEDER ITER-Zeitplan um wenigstens 50% gestreckt, also wird es eher 2040-2045
- ITER soll 10-15 Jahre daran forschen, also circa bis 2060
- Mit dem Wissen von ITER soll dann ein Forschungsreaktor gebaut werden, der nicht nur mehrere Minuten, sondern kontinuierlich eine Fusionsreaktion aufrechterhalten kann. Wenn dieser mit ähnlicher Geschwindigkeit, wie bisherige Fusionsprojekte dieser Größenordnung umgesetzt wird, würde er 2090 den Betrieb aufnehmen. Wenn wir sehr optimistisch sind und die Konstruktion und Finanzierung schon parallel zu ITER beginnen (LOL!) vielleicht 2070-2080. Dann könnte er bis 2090 die Wissensgrundlage für das erste Experimentalkraftwerk liefern.
- Das würde dann 2100-2120 fertiggestellt werden und erstmalig elektrischen Strom produzieren, ggf. auch schon einspeisen, und in den folgenden 1-2 Jahrzehnten die Forschungsgrundlage für kommerzielle Designs liefern.
- Die ersten für den Regelbetrieb konstruierten Fusionsreaktoren würden dann 2140-2160 den Betrieb aufnehmen. Das entspricht für Fusion dem, was Fukushima und Tschernobyl für Fission waren. Da die Forschungsplanungen nur bis zum vorangegangenen Reaktor reichen, kann man nur mutmaßen, aber ich sage mal: Großserie wird das nicht, sondern nochmal überarbeitet.
- 2170-2200 kann dann massenhaft der Bau von Fusionskraftwerken beginnen. In den Staaten, die sich so etwas leisten können.
- 2250 ist in diesen Nationen dann eine Marktdruchdringung von >80% denkbar, kleinere Länder fangen an, die ehemals teure Technologie zu übernehmen.
- Ab dem Jahr 2300 unserer Zeitrechnung könnte Fusionskraft dann die hauptsächliche Energiequelle der Menschheit sein.

Das ist der Zeitplan für Fusion - unter der Annahme, dass wir weiterhin jedes Jahr Milliarden in diese Technik stecken und nicht in etwas, das uns etwas bringt. Ich weiß nicht, was in den Köpfen von Leuten vorgeht, die in Zusammenhang mit dieser Technik das Wort "Jahrzehnte" in den Mund nehmen, aber scheinbar kapieren die Leute einfach nicht, wo wir aktuell stehen und wie lange es gedauert hat, dahin zu kommen. Vielleicht als banale kleine Fakten für diejenigen, die großes nicht in ihren Schädel bekommen:
- Die Planungen für ITER begannen 1985. Da war die Mehrheit des Forums nicht einmal gebohren.
- Die Fertigstellung der ersten Ausbaustufe wird derzeit für 2028 erwartet. Diese wird nicht einmal alle Heizelemente umfassen, die später für die Fusionsplasma-Erzeugung benötigt werden.
- Danach folgen mehrere Jahre Plasma-Versuche mit normalem Wasserstoff.
- Um Fusion wird es, wie erwähnt, frühestens 2035 gehen.
- Das ultimative Ziel von ITER ist, es nach Jahren weiterer Forschung 500 MW thermische Leistung für etwas mehr als 6 Minuten zu erreichen und eine ausgeglichene Bilanz für eine Stunde. Zum Vergleich: Der jüngst eingeweihte Block 4 des Kohlekraftwerks Datteln ("Energiewende" ala CDU/SPD...) hat 2600 MW thermisch. Fissionsreaktoren liegen bei 4000 MW - und das für deutlich mehr als 6 Minuten.
- Entsprechend der niedrigen zu erwartenden Leistung sind für ITER keinerlei Generatoren oder ähnliches geplant. Es gibt zwar eine Kühlung, aber elektrisch wird das Ding 150 bis über 600 MW verbrauchen. Letzteres müsste dem 400-MW-therm-für-6-Minuten-Szenario entsprechen, aus einer Dauerleistung gleicher Größe ließen sich 150-200 MW Strom erzeugen. ITER verbraucht als 3-4 mal so viel Energie, wie er kurzzeitig liefern könnte. Von Fusionskraftwerken sind wir Jahrhunderte entfernt.
 
zufällig kam diese Woche ein video zu dem Thema auf Youtube

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zufällig kam diese Woche ein video zu dem Thema auf Youtube
Die Argumentation scheint mir etwas lückenhaft. Es wird zwar ausgiebig - und sehr richtig - erklärt, dass die Fortschritte beim Ausbau erneuerbarer Energien bis dato nur ausreichen, um den Abbau von Kernernergie zu kompensieren. Daraus wird jedoch der Schluss gezogen, dass man Kernenergie beibehalten müsse, damit der Abbau bei fossilen Energieerzeugern ansetzt.

Was mich dabei stört ist, dass die derzeitige Ausbaurate erneuerbarer Energien als quasi gottgegeben angenommen und daraus gefolgert wird, dass man Kernkraftwerke erhalten und ggf. sogar ausbauen müsste, damit die benötigte Energie erzeugt werden kann. Das führt direkt zu dem, was ich bereits eingangs schrieb: Kernenergie kann tatsächlich Lücken schließen, aber die kräftige Nutzung dieser Option verringert auch den erforderlichen Leidensdruck zum noch stärkeren Ausbau regenerativer Energieerzeugung.

Gleichzeitig stellt der Beitrag auch den Energiebedarf quasi als feste Größe dar, die es unbedingt zu erreichen gilt und geht zwar auf die erforderlichen Erhöhung des Anteils elektrischer Energie ein, jedoch mit keinem Wort auf die Möglichkeiten (oder eher Notwendigkeiten), den Energiebedarf als Ganzes zu reduzieren.

Um es mal als Gleichnis zu präsentieren: Wenn man möchte, dass sich ein fettleibiges Kind nicht mehr überwiegend von Süßigkeiten ernährt, muss man ihm eine gesunde Ernährung Schritt für Schritt beibringen und es wird kaum Erfolg haben, ihm nur noch Gemüse vorzusetzen. Aber es ist ebenso wenig hilfreich, es neben Gemüse weiterhin größere Anteile Süßigkeiten futtern zu lassen, wie es das Ziel sein kann, seine Fettleibigkeit erhalten zu wollen - nur eben mit Gemüse. :stupid:
 
"Denn die deutschen Atomkraftwerke sind wirklich vorbildlich was ihre Sicherheit angeht."
biosat_lost

Die deutschen AKWs sind auf dem technischen Stand der 60er und 70er Jahre,
haben zumindest ein Containment, aber verglichen mit aktuellen Reaktoren sind sie völlig unzureichend.

"Vor allem wenn man sie mit einem RBMk 1000 Reaktor vergleicht, der 2020 in Planung oder im Bau ist."
biosat_lost

Es wird seit den frühen 90ern kein RBMK Reaktor mehr gebaut - warum wohl :ugly:

Die aktuellen russischen Reaktoren (VVER 1200) sind moderne Druckwasser-Reaktoren samt Containment
und sehr guten Sicherheitseinrichtungen, inklusive passiver Notkühlung und Kernfänger.
Was auch der Grund dafür ist, warum aktuell dutzende davon in Russland
und anderen Ländern im Bau oder geplant sind.

Die verbliebenen RBMK wurden seit 1990 mehrmals nachgerüstet
und die letzten werden bis Mitte der 2030er abgeschaltet.

"Kohlekraftwerke erzeugen mindestens genausoviel Radioaktivität dazu noch Co2."
biosat_lost

Kohlekraftwerke erzeugen Kraftwerksasche und manche Kohlevorkommen enthalten sehr viele Schwermetalle,
inklusive Uran und Thorium. "Dreckige" Kohlekraftwerke ohne Filter blasen das Zeugs in die Umwelt,
unsere in AT und DE z.B. halten die Asche zurück.
Die Asche ist (radioaktiver) Sondermüll und wird i.d.R. in alten Bergwerksstollen eingelagert.

Pro Jahr fallen durch Kohleverbrennung weltweit etwa 10.000 Tonnen Uran und 25.000 Tonnen Thorium an.

Theoretisch könnte man also aus der Asche weltweit sehr viel Uran gewinnen.
Entsprechende Bestrebungen gibt es bereits in einigen Ländern.

"Was kostet denn die Endlagerung des Atommülls?" ;)
Threshold

In Finnland wurden 3 Milliarden veranschlagt,
die teilweise durch die Rücklagen der AKW-Betreiber abgedeckt sind.

Die Kosten liegen bisher nur geringfügig höher, die Anlagen für den hochradioaktiven Müll
sind aktuell in der letzten Bauphase und sollen 2021 in Betrieb gehen.
Das Lager für Mittelaktive Abfälle hingegen ist bereits in Betrieb.

Und im Nachbarland Schweden wurden dieses Jahr erste Bauplanungen gestartet.

"Wir verkaufen sehr viel Strom ins Ausland."
Sparanus

Ja. Und wenn es mal nicht so gut läuft mit den Erneuerbaren,
werdet ihr in Zukunft Strom aus dem Ausland importieren
und im Fall einiger eurer Nachbarländer wird auch Atomstrom darunter sein.

Machen wir hier in Österreich seit Jahrzehnten so, auch wenn das bei uns gerne verdrängt wird.
Und leider kommt bei dem Thema in Österreich eine gewisse Heuchelei und Scheinheiligkeit zum tragen:

Wir brüsten uns einerseits mit einem hohen Ökostromanteil, empören uns moralisch
über unsere bösen östlichen Nachbarn weil diese Atomstrom erzeugen,
aber andererseits importieren wir eben diesen, weil es bei uns leider sonst nicht reicht.

Dazu kommen auch noch "lustige Zivilklagen" gegen unsere Nachbarländer,
weil diese ihre alten AKWs (Sowjet-Bauten, ineffizient, kein Containment)
endlich gegen moderne Anlagen ersetzen wollen.

Natürlich sind bisher alle Klagen gescheitert - was zu erwarten war. Zuletzt gegen das UK:

Ja. Österreich hat tatsächlich gegen ein britisches AKW geklagt... Kann man nicht erfinden.

"Und der radioaktive Abfall, welcher am besten auf den Mond oder in die Sonne geschossen gehört."
RyzA

Mit der aktuellen Raketentechnologie? Bitte nicht!

Schon die kleinen Mengen Plutonium, die die Marsroboter der NASA an Bord haben,
könnten bei einem Raketenunfall mehrere Quadratkilometer verdrecken.

Über Kanada kam einmal ein sowjetischer Militärsatellit mit einer solchen
Plutonium-Radionuklidbatterie runter, aber zum Glück in der Pampa.

"Das Lustigste am Atomstrom sind übrigens bullige SUVs, die in deutschen Innenstädten parken
und einen "Atomstrom, nein danke!"-Aufkleber an der Heckscheibe haben. Realsatire pur."
Mahoy

Ja, sowas habe ich Wien gesehen. Ein Porsche Cayenne Hybrid im Bobo-Viertel hatte den draufpicken.
Das sind die "modernen, urbanen Grün-Wähler" aus der oberen Mittelschicht.
Heuchelei muss man sich halt auch leisten können.

"Es gibt gute Gründe, warum wir in diesem Land keine Kernkraftwerke mehr wollen."
DAU_0815

Wir?
Sorry, aber es gibt weder in Deutschland, noch in der Schweiz und auch nicht in Österreich
100% Ablehnung der Kernenergie in der Bevölkerung.

Und Merkel hat die Aktion nach Fukushima auch nur geliefert,
weil wichtige Landtagswahlen anstanden (BaWü und Hessen)
und die Grünen plötzlich einen Umfrage-Höhenflug hatten.

Denn eigentlich wollte man die Laufzeiten einige Wochen vorher noch verlängern.

Oder um Volker Pispers zu zitieren:
"Die Frau ist promovierte Kernphysikerin.
Die hatte keine Angst vor der Kernschmelze in deutschen AKWs,
die hatte Angst vor der Kernschmelze an der Wahlurne."

"Kurz: Kernkraft bleibt ökologischer und im Falle Deutschlands sogar ökonomischer und strategischer Schwachsinn im Quadrat."
Mahoy

Du weist schon das ihr wegen des Ausstiegs eure Kohlkraftwerke bis in die 2030er Jahre weiterlaufen lassen müsst?
Dazu kommt noch Gas als Backup für alle Fälle.

Wenn schon "Energiewende", dann zuerst die Drecksschleudern abschalten und danach die AKWs.
Denn mit Klimaschutz hat die aktuelle Energiewende bei euch bisher nichts zu tun.

Apropos Backup:
Dieses Wärmekraftwerk steht 12km von mir entfernt und ist offenbar Teil eures Backups.

Wird mit mit Erdgas, Heizöl und zur Not auch mit Kohle befeuert.

"Und die ist wann? Aha in unbestimmter Zukunft."
Sparanus

Wenn es bei ITER in dem Tempo weiter geht, frühestens in den 2040er Jahren.
Diese Anlagen werden Anfangs aber nicht mehr Strom erzeugen, sondern wohl weltweit alle
AKWs, die in Betrieb sind langsam aber sicher ersetzen.
Kommt also zu spät für das 2°C Ziel.

-----------

Meine persönliche Conclusio punkto Kernenergie:
Die deutschsprachigen Länder sind raus - aus diversen Gründen.

Aber andere Länder können, oder wollen nicht darauf verzichten.
Und damit werden wir leben müssen.

In China z.B. geht aktuell, trotz des gigantischen Ausbaus Erneuerbarer Energien,
alle 6 Monate ein neuer Reaktor ans Netz und das wird sich auf absehbare Zeit auch nicht ändern.

Wir hier werden unseren Ökostrom-Überschuss, falls nötig,
in die Nachbarländer exportieren und wenn es mal nicht gut läuft,
werden wir hingegen deren (Atom)Strom importieren.

Trotzdem könnte man meinen, die deutschsprachigen Länder hätten,
aufgrund der teilweise recht ausgeprägten Radiophobie der Bevölkerung,
ihre Atomstromproduktion quasi ins Ausland verlagert...


In Schweden, Finnland hingegen
ist die Bevölkerung der Kernenergie gegenüber
Großteils positiv eingestellt.
 
Theoretisch könnte man also aus der Asche weltweit sehr viel Uran gewinnen.
Entsprechende Bestrebungen gibt es bereits in einigen Ländern.
Viel Uran eher nicht, aber das wäre auch gar nicht nötig. Kleinere Kraftwerke, wie man sie benötigt, um Engpässe zu kompensieren, haben eine viel geringere erwartete (!) Energieausbeute und brauchen daher - je nach Konzept - entweder weniger Uran oder können Brennmaterial verwenden, das in Großkraftwerken als ausgebrannt gilt und derzeit in den Atommüll wandert.


In Finnland wurden 3 Milliarden veranschlagt,
die teilweise durch die Rücklagen der AKW-Betreiber abgedeckt sind.
"Teilweise" ist gut. Nennen wir doch das Kind beim Namen: Es ist der geringste Teil und der große Rest der Kosten wird, wie auch anderswo, vergesellschaftet.

Ja. Und wenn es mal nicht so gut läuft mit den Erneuerbaren,
werdet ihr in Zukunft Strom aus dem Ausland importieren
und im Fall einiger eurer Nachbarländer wird auch Atomstrom darunter sein.
Da meine Kristallkugel gerade etwas trübe ist, kann ich nicht genau sagen, was in Zukunft nicht so gut läuft, aber wie ich schon schrieb: Wenn radioaktives Brennmaterial knapper und teurer wird, scheint die Sonne und weht der Wind noch genauso wie jetzt.

Sogar die bisher eher halbarschig betriebene Energiewende hat den Anteil erneuerbarer Energien in Deutschland von fünf Prozent im Jahre 2000 auf über 42 Prozent heute gebracht. Wo wir heute stehen könnten, wenn man eben nicht parallel so viel Kraft und Ressourcen auf Sackgassenkonzepte wie Kohle oder eben auch Kernkraft verschwendet hätte.
Den überstürzten und politisch motivierten Ausstieg aus der Kernkraft in Deutschland halte ich zwar auch für schwachsinnig, aber eine klare Ansage, bis wann was noch laufen darf, ist zwingend nötig. Energieerzeuger sind flexibler, als sie jemals zugeben würden - wenn sie sicher wissen, bis wann etwas noch rentabel ist, kümmern sie sich von ganz allein um Laufzeiten und darum, ob sie noch neu bauen bzw. nicht. Und die wenigstens sind auf Kernkraft festgelegt - sie fanden diese toll, weil sie subventioniert wurde und Risiken von der Gemeinschaft getragen wurden, würden ihr Geld aber auch anders machen, wenn Kernkraft nicht mehr künstlich rentabel gemacht würde.

Du weist schon das ihr wegen des Ausstiegs eure Kohlkraftwerke bis in die 2030er Jahre weiterlaufen lassen müsst?
Dazu kommt noch Gas als Backup für alle Fälle.
Bitte genau lesen: Die Rede war von "ökonomischem und strategischen Schwachsinn" bezogen auf Kernkraft.
Ökologisch ist Kohlekraft ein Desaster, dass weiß jeder. Aber Deutschland hat noch gewaltige Kohlereserven und wenn diese gebraucht werden, können sie auch wirtschaftlich gefördert werden - ohne jegliche Abhängigkeit vom Weltmarkt und der geostrategischen Großlage. Das ist ausdrücklich nicht, was ich befürworte, aber dass ist die Absurdität, die bei Kernkraft irgendwie ausgeblendet wird, wenn solche Vergleiche gezogen werden.

Aber auch ökologisch ist das Augenwischerei, denn wie viel "sauberer" Kernkraft tatsächlich ist, hat noch niemand ausgerechnet. Den CO²-Fußabdruck kann man diesbezüglich in der Pfeife rauchen, weil die dafür berücksichtigten Faktoren den Weg des Urans gar nicht abdecken. Fakt ist aber: Uran wird weit weg in instabilen Regionen gefördert, um den halben Globus gekutscht und es gibt kein praktikables Konzept, wohin damit, wenn es ausgelutscht ist. Der Gipfel der Absurdität: In renaturierten Kohle-Tagebauen können heutzutage wir Piefkes und ihr Schluchtenscheißer gleichermaßen Urlaub machen, in Uran-Tagebauen könnte man den nächsten Teil von Mad Max drehen, wenn diese (und zumeist auch das Land drumherum) nicht so gefährlich wären.


Wenn schon "Energiewende", dann zuerst die Drecksschleudern abschalten und danach die AKWs.
Wie gesagt: Augenwischerei. Nur weil sich der Dreck der AKW nicht so schön sicht- und spürbar auf Scheiben und Lungenbläschen ablegt, sind sie noch lange nicht sauberer.

In China z.B. geht aktuell, trotz des gigantischen Ausbaus Erneuerbarer Energien,
alle 6 Monate ein neuer Reaktor ans Netz und das wird sich auf absehbare Zeit auch nicht ändern.
Und verschärft die von mir beschriebene Situation, dass Kernkraft nichts ist, auf dass man auch nur mittelfristig setzen sollte. Denn das Uran, was in den alle sechs Monate in China neu gebauten Reaktoren landet, können die Franzosen und Briten bekanntlich nicht importieren und auch nicht an uns weiterverkaufen. Ist so.
 
Zuletzt bearbeitet:
Wie gesagt: Augenwischerei. Nur weil sich der Dreck der AKW nicht auf deinen Scheiben und deinen Lungenbläschen ablegt, sind sie noch lange nicht sauberer.
Ich hätte aber auch erst Kohle abgeschaltet.
Die AKWs sind ja einmal gebaut und im Betrieb ballern sie halt nichts raus, was der Umwelt schadet.
 
Den überstürzten und politisch motivierten Ausstieg aus der Kernkraft in Deutschland halte ich zwar auch für schwachsinnig, aber eine klare Ansage, bis wann was noch laufen darf, ist zwingend nötig.
Die klare Ansage gab es ja.
Dann Merkels Ausstieg vom Ausstieg und danach Merkels Ausstieg vom Ausstieg vom Ausstieg...
 
Dann Merkels Ausstieg vom Ausstieg und danach Merkels Ausstieg vom Ausstieg vom Ausstieg...
Und als Physikerin muss sie ja wissen, wie sicher so ein Kernkraftwerk ist. Seit dem haben wir aber die Klagen der Energiekonzerne an der Backe und ich hab keine Ahnung, was da noch an Geld versenkt wird.
Aber der Lobbyismus funktioniert halt hier in Deutschland perfekt.
 
Die deutschen AKWs sind auf dem technischen Stand der 60er und 70er Jahre,
haben zumindest ein Containment, aber verglichen mit aktuellen Reaktoren sind sie völlig unzureichend.

Nach Meinung derjenigen, die sie gebaut haben, zu dem Zeitpunkt, als sie gebaut wurden, sind sie vollkommen und unter allen Bedingungen sicher.
Also genauso, wie heute beworbenen Modelle...

In Finnland wurden 3 Milliarden veranschlagt,
die teilweise durch die Rücklagen der AKW-Betreiber abgedeckt sind.

Die Kosten liegen bisher nur geringfügig höher,

Nach einem Millionstel der veranschlagten Nutzungszeit liegt man alos "nur" geringfügig über den geplanten Kosten und diejenigen, die sich ein halbes Jahrhundert eine goldene Nase am Verkauf von Atomstrom und dem Einkassieren von Atomsubventionen verdient haben, sind so nett, sogar einen (kleinen) Teil der Kosten zu übernehmen?
Wunderbar, diese Welt ist so toll, ich könnte Regenbogen kotzen!

Ja. Und wenn es mal nicht so gut läuft mit den Erneuerbaren,...

Wieso eigentlich immer diese aus der Luft gegriffenen "wenns"? "Wenn ein AKW mal sicher ist". "Wenn die Sonne mal ausfällt". "Wenn..."
Über diesem Thread steht "Wissenschaft" und die beschäftigt sich, mit Ausnahme der Literaturwissenschaften, nicht mit Märchenwelten. Sondern mit der Realität. Der Realität, in der kein AKW-Betreiber Sicherheit über Profit stellt, der Realität in der es schon hundertausende Tonnen (weltweit) von Atommüll gibt, für die niemand eine erprobte Lösung hat und der Realität, in der erneuerbare Energien mittlerweile zehnmal so viel zur deutschen Stromversorgung beitragen, wie zur Jahrtausendwende von ewig gestrigen als "Maximum, danach kommt es unausweichlich zu Stromausfällen" verschrien wurde wurde und das ohne dass wir einen einzigen größeren neuen Speicher in Betrieb genommen haben oder auch nur die bestehenden von der Grundproduktion-zu-Spitzenlast-Umverteilung für die AKWs abgezogen hätten.

Ja. Österreich hat tatsächlich gegen ein britisches AKW geklagt... Kann man nicht erfinden.

Sie haben dagegen geklagt, dass die britische Regierung einem britischen Kraftwerksbetreiber (der aber afaik eben nicht nur in Großbritannien aktiv ist) Milliarden an Steuergeldern in den Arsch bläst, von denen andere EU-Unternehmen ausgeschlossen sind. Das ist einfach nur Wettbewerbsverzerrung, genauso wie die VW-maßgeschneiderten Automilliarden in Deutschland, nur ohne Feigenblättchen. Mir ist bis heute auch unerklärlich, wie die Österreich die Klage verlieren konnte ohne dass Großbritannien aus der Energieunion rausfliegt. Denn die macht es komplett überflüssig, national einen derartigen Eingriff in den Wettbewerb vorzunehmen, um die eigene Versorgung sicherzustellen und nur damit hat Großbritannien argumentiert.
(Das sie unabhängig davon seitdem aus der ganzen EU ausgetreten sind, ist ein anderes Thema, das dem Urteil nicht zu Grunde lag.)

Schon die kleinen Mengen Plutonium, die die Marsroboter der NASA an Bord haben,
könnten bei einem Raketenunfall mehrere Quadratkilometer verdrecken.

Über Kanada kam einmal ein sowjetischer Militärsatellit mit einer solchen
Plutonium-Radionuklidbatterie runter, aber zum Glück in der Pampa.

Ich glaube, du verwechselst da was: Über Kanada ist mal ein sowjetischer Satellit mit Atomreaktor runtergekommen. Aber einen RTG getriebenen Absturz von der Seite der Welt habe ich nur einen gefunden (dafür zwei amerikanische + Apollo) - der russische Mars 96 aus eben diesem Jahr. Der hat sowenig Strahlung freigesetzt, das man bis heute nicht genau rausfinden konnte, wo er eigentlich abgesoffen ist. Allgemein werden RNBs seit langem so gebaut, dass sie Abstürze aushalten. Ist auch ein vergleichsweise geringer Aufwand, weil der Treibstoff sowieso von relativ viel Metall für die Funktion umgeben werden muss, am Ende hat man dann mindestens 10, teilweise 50-100 mal mehr Gesamtmasse als das enthalten Plutonium. So ein Verhältnis aus Gefahrenquelle und Abschirmung wird für 10000de Tonnen Müll aus Atomkraftwerken aber niemand bezahlen.

Ja, sowas habe ich Wien gesehen. Ein Porsche Cayenne Hybrid im Bobo-Viertel hatte den draufpicken.
Das sind die "modernen, urbanen Grün-Wähler" aus der oberen Mittelschicht.
Heuchelei muss man sich halt auch leisten können.

Zum Teil sind das auch Leute, die sich für herzlich witzig ironisch halten. (Dann allerdings mit einem Cayenne Turbo, nicht einem Hybrid)

Denn eigentlich wollte man die Laufzeiten einige Wochen vorher noch verlängern.

Nein. Man hatte die Laufzeit wenige Monate zuvor verlängert. Sonst wäre Deutschland heute ein paar Milliarden € reicher und ein paar hundert Tonnen Atommüll ärmer, wenn Merkel statt dem Austritt vom Austritt vom Austritt vom Zaun zu brechen einfach den zwischen Rot-Grün und Atomindustrie ausgehandelten Vertrag durchgezogen hätte.
Aber da schwarz-gelb ja noch die deutsche Solarindustrie vernichten musste, brauchten sie ein paar mehr Kraftwerke (oder umgekehrt.)

Du weist schon das ihr wegen des Ausstiegs eure Kohlkraftwerke bis in die 2030er Jahre weiterlaufen lassen müsst?
Dazu kommt noch Gas als Backup für alle Fälle.

Wir könnten einen Teil unserer Kohlekraftwerke schon länger abschalten. Stattdessen zahlen wir die Betreiber dafür, dass sie sie stehen lassen und dafür, dass sie später dann doch abschalten, wo sie eh nicht mehr rentabel sind, und dann zahlen wir noch extra dafür, dass die aus dem durch den Kohleüberschuss ins wertlose getriebene Strompreise und dadurch entfallende Einspeisemöglichkeiten den EE-Betreibern entschädigt werden. Gaskraftwerke dagegen wurden in Deutschland bis vor kurzem noch stillgelegt, weil sie sich nicht gelohnt haben (da hat halt keiner dreifach Steuermilliarden reingesteckt) - während Schwarz-Rot den Weg für Kohlekraftwerke-Neubauten freigemacht hat. (Importkohle als i-Tüpfelchen. Nicht einmal das Arbeitsplätze-Feigenblatt hat man vorgehalten.)

Wenn schon "Energiewende", dann zuerst die Drecksschleudern abschalten und danach die AKWs.
Denn mit Klimaschutz hat die aktuelle Energiewende bei euch bisher nichts zu tun.

"Energiewende" ist nichts weiter als ein Wahlslogan von Merkel. Die Realpolitik in Deutschland konzentriert sich, seit dem man sich doch von der Atomkraft abgewendet hat, auf die Subventionierung und Förderung von Kohlekraftwerksbetreibern. Das geht soweit, dass der Ausbau von Erneuerbaren aller Orten nach Möglichkeiten behindert wird, während gleichzeitig Milliardensubventioen in Batterieautos gesteckt werden, um den Verbrauch von Kohlestrom hochzutreiben.

Wenn es bei ITER in dem Tempo weiter geht, frühestens in den 2040er Jahren.

Wie oben schon dargelegt: Bis dahin hat der ITER selbst frühestens seine Ergebnisse vorgelegt. Aber ITER ist ein Forschungsreaktor, nachdem noch mindestens zwei, eher drei bis vier weitere Generationen geplant sind, ehe die ersten kommerzielen Kraftwerke in Stückzahlen gebaut werden können.

Und damit werden wir leben müssen.

Damit werden unsere Nachkommen bzw. die der Einwohner dieser Länder leben müssen.
 
Wie oben schon dargelegt: Bis dahin hat der ITER selbst frühestens seine Ergebnisse vorgelegt. Aber ITER ist ein Forschungsreaktor, nachdem noch mindestens zwei, eher drei bis vier weitere Generationen geplant sind, ehe die ersten kommerzielen Kraftwerke in Stückzahlen gebaut werden können.
Wenn ich nicht irre, soll ITER nicht vor 2040 mit der Testphase starten. Aktuell ist nicht mal geklärt, wie man das Tritium herstellen weil es ja eine recht geringe Halbwertszeit hat.
Wer also wirklich glaubt, dass man den Klimawandel mit Fusionsenergie stoppen kann, lebt in einer anderen Wirklichkeit.
 
Es ist doch im Grunde ganz einfach. Man muss sich nur die tatsächlichen historischen und aktuellen Verhältnisse ohne irgendwelche Prognosen anschauen:

Kernkraft hat es in Deutschland trotz massiver Unterstützung aus der Politik sowie massiven direkten und indirekten Subventionen und der bis in die 90er oft angeführten strategischen Bedeutung nie geschafft, ihren Anteil am deutschen Energiemix so schnell zu vervielfachen wie regenerative Energien trotz unzähliger Widerstände und mit nur einem Bruchteil der Subventionen bei deutlich geringerem ökologischen Fußabdruck in Aufbau und Betrieb.
Der Anteil der Kernkraft an der bundesdeutschen Stromerzeugung lag 40 Jahre nach Beginn ihres Ausbaus bei etwas über 30 Prozent. Regenerative Energie liegt 20 Jahre nach Beginn ihres Ausbaus bei über 40 Prozent.

Kernkraftwerke wären bei sofortigem Wegfall aller staatlichen Subventionen und Risikoübernahmen mit einem Schlag zu 100% unrentabel und es bleibe ein Haufen Ruinen aus Sondermüll und jahrzehntelang angesammelter Atommüll.
Beim selben Wegfall würde bei regenerativen Energieerzeugern nicht einmal die Hälfte unrentabel werden - und das sogar nur dann, wenn sie weiterhin mit auf (scheinbar) billig subventionierter Kernkraft und Stromerzeugung aus fossilen Quellen konkurrieren müsste. Und selbst wenn Anlagen zurückgebaut werden müssen, sei es aufgrund fehlender Rentabilität oder Ende der technischen Betriebszeit, fällt vergleichsweise bemerkenswert wenig Müll an, auch wenn die Produktion und die Entsorgung (gerade von Solarzellen) keineswegs so sauber ist, wie mancher Enthusiast gerne behauptet. Absolut saubere Energie wird es in absehbarer Zeit und womöglich niemals geben, aber man kann den Ball schon heute ziemlich flach spielen, wenn man nur wollte.

Aber eine die Zukunft der Kernkraft, auch als Lückenfüller, kann man sich nicht schönreden. Sie ist, wie hoffentlich auch Verbrennungsmotoren, irgendwann eine Technologie für bestimmte Nischen, wo sie ihre Stärken ausspielen und kann ihre Schwächen tatsächlich unerheblich bzw. beherrschbar sind.
 
Zuletzt bearbeitet:
Wenn ich nicht irre, soll ITER nicht vor 2040 mit der Testphase starten. Aktuell ist nicht mal geklärt, wie man das Tritium herstellen weil es ja eine recht geringe Halbwertszeit hat.
Wer also wirklich glaubt, dass man den Klimawandel mit Fusionsenergie stoppen kann, lebt in einer anderen Wirklichkeit.

Wie weiter oben schon geschrieben: Aktueller Zeitplan ist Start der DT-Fusionsexperimente 2035. Ich glaube zwar auch eher an 2040, aber da SlaveToTheRave offensichtlich eine arg optimistische Sicht der Dinge hat und über mögliche weitere Verzögerungen nicht diskutieren will (sonst hätte er ja auch mein bestehendes Post eingehen können, anstatt einfach was gegenläufiges zu postulieren), bin ich mir mal offiziellen Stand der Dinge ausgegangen. Ein Abschluss dieser Experimente bis 2040 ist dann extrem optimistisch, ich selbst halte 2060 für wahrscheinlicher als 2050. Aber der wichtigste Punkt ist halt, dass ITER nur ein kleiner Schritt auf dem langen Weg zu Fusionskraftwerken ist. Wie dargelegt: Fusionsenergie wird in diesem Jahrhundert gar keine mehr und im nächsten Jahrhundert keine große Rolle spielen.

Und 2300 braucht die Menschheit keine Fusionskraftwerke mehr gegen den Klimawandel. Entweder hat sie lange vorher andere Lösungen akzeptiert oder die verbliebenen Deutschen werden problemlos mit den Gezeitenkraftwerken in der Wetterau versorgt.
 
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