Am Ende des Tages ist jede Spielekritik subjektiv, da kann ich einigen meiner Vorposter nur zustimmen. Man kann natürlich objektive Bewertungskritierien aufstellen, und diverse Redakteure/Journalisten haben selbstverständlich eine Menge Erfahrung. Aber Videospiele sind, genau wie alle anderen Medien (Filme, Musik, Literatur usw),
Kunst! Und da wird es immer kleine wie größere Diskrepanzen geben, weil viele spielerische Aspekte eben unterschiedlich aufgenommen & entsprechend bewertet werden. Unter den Redakteuren, unter der Spielerschaft sowie zwischen der Presse & eben der Community. Dabei könnte gerade ein polarisierendes Spiel einfach nur bedeuten, dass es manchen eben besonders/mehr zusagt und einigen wiederum weniger/gar nicht.
In diesem Zusammenhang genauso wichtig: Kunst lässt sich nur bedingt in Zahlen wiedergeben. Ich verstehe zwar absolut, warum viele Magazine weiterhin an diesem System festhalten. Einfach weil es eben schnell und auf dem ersten Blick dem Leser etwas sagt. Aber diese Zahl verleitet halt dazu, dass nicht wenige leider sofort auf diese jene zum Ende springen, und dann höchstens noch das Fazit lesen. Nur halt nicht den eigentlichen Test. Dabei ist diese Zahl immer nur eine Tendenz! Nett darauf zu verweisen, gerade wenn es schnell gehen soll, nur die eben sofort nach oben oder unten driften kann, wenn man diverse Kritikpunkte eben anders für sich persönlich wertet. Und das kann dann auch bedeuten, dass man es völlig anders als die Mehrheit (oder eine laute Minderheit?) sieht. Gerade deshalb sollte man sich nicht auf solche Webseiten wie Metacritic versteifen, die sicherlich mit ihrer Durchschnittsberechnung noch einmal etwas mehr aussagen. Nur sollte man nicht Gefahr laufen, sich darauf zu versteifen. Teilweise sehe ich die Verweise auf Metacritic als führendes Argument selbst dann noch, wenn das Game draußen ist und man bereits spielen konnte. Und auf Basis dieser Zahlen lässt sich halt nicht sonderlich gut diskutieren.
Und selbst wenn man erstmal, auf Grund mangelnder Infos, nur die Zahl betrachtet, eine Wertung ala 7/10 ist strenggenommen "gut". Das ist sicherlich kein Schrott, auch wenn man argumentieren kann, ob man so viel Spielstunden wirklich nur mit "solidem" Inhalt verbringen. Aber in jedem Falle bedeutet es: Mit diesem Spiele dürfte man durchaus Spaß haben. Und wenn man eben einige Contras weniger oder gar nicht negativ ansieht und/oder diverse Stärken umso mehr schätzt - dann wird man sogar viel Spaß damit haben. Jetzt gibt es natürlich Leute, welche dann darauf verweisen, dass einige Seiten sowieso selten bis nie das volle Wertungsspektrum nutzen und daher eine solche Note umso schwerwiegender wirkt. Oder dass der Test selbst nicht mit der finalen Wertung "passt" ... und das kann vielleicht alles mal sein. Gleichzeitig gibt es jedoch wieder Tests, wo bei einer zu guten finalen Wertung der Vorwurf fällt, aufgekauft zu sein.

Und am Ende sind wir dann doch wieder bei der genannten Problematik, dass diesen Zahlen zu viel Gewicht geschenkt wird.
Desweiteren sollte man sich vor Augen führen, dass gerade die Großen über mehrere Tester verfügen und selbst bei Franchisen mit mehreren Ableger jene sich stetig abwechseln. Und diese Journalisten werden natürlich auch in ihren Mienungen auseinandergehen, was man in einigen Talks imo gut beobachten kann. Die sind sicherlich keine Einheit, welche nur genau eine Meinung vertritt. Daher sollte man nicht einfach nur hinschauen, welches Portal hat den Test gemacht, sondern viel besser noch: Welcher Redakteur und ob er (im besten Fall) den eigenen Spielgeschmack möglichst gut trifft. Dabei gibt es natürlich Gaming-Seiten, wo man sogar 2-3 Tester pro Spiel dranlässt, um gemeinsam ein Fazit zu ermitteln. Die Kapazitäten hat man nur nicht immer, was bei der Dichte sowie Größe moderner Titel kein Wunder ist.
Jedenfalls um noch einmal auf AC einzugehen: Anscheinend hat Ubisoft an ihrer ARPG-Formel, die man mit Origins etabliert hat, rumgeschraubt. Es gibt neue Elemente (Siedlung), andere wurden reduziert oder geschnitten. Und diese Veränderungen gefallen einigen gar nicht, in diesem Falle vorallem der GS/GP. Für sie fügen sich die viele Elemente von Valhalla eben nicht sonderlich stimmig zusammen, wirken sogar wie ein Rückschritt. Zudem man eben auch mehr mit Bugs zu kämpfen hatte. Und bei dem hier genannten Beispiel 4players wiederum, was dem Vorgänger btw mit der nahezu identischen Wertung (84/85) versehen hat (anderer Tester jedoch!), scheint das Konzept aus den verschiedenen Elementen aufzugehen und man hatte zB weniger technische Probleme. Und während GS die Handlung & Hauptfiguren als langweilig empfindet, sieht man das anderswo eben nicht so. Aus Spoilergründen kann man dabei natürlich noch nicht so detailliert darauf eingehen, also warum man bspw den Protagonisten blass findet oder Writing als schwach empfindet. Jedenfalls lassen sich auf diese Weise halt gut diese Wertungsdifferenzen erklären.
Ich persönlich werde btw bei AC passen. Die Spiele zünden einfach nicht bei mir. Auch wenn ich immer wieder stark finde, was Ubisoft mit ihren Studios für Kulissen zaubern kann. Den Fans von Ubisoft wünsche ich dennoch Spaß mit deren OW Ablegern.
