Mehr interaktion mit der Welt muss nun nicht unbedingt mehr Sammelobjekte bedeuten.
Vielleicht geht es auch mehr in Richtung Witcher 3 wo man auch viele kleine Geschichten erlebt, statt einer großer Story.
Lebendige Geschichte, anstatt auf Schienen zu laufen und einem vorgegebenen Pfad zu erleben.
Geschichte kann auf mehr als eine Art nahe gebracht werden. Wenn es gut gemacht wird, dann kann das sogar richtig gut werden.
Ich glaube das ist nicht der Punkt. Auch so Begriffe wie "lebendige Geschichte" statt "auf Schienen zu laufen" sind nicht hilfreich, da sie nicht viel aussagen. Sie haben auch nicht primär etwas mit Spielmechaniken und Schlauchleveln etc. zu tun. Alle hier diskutierten Unterschiede gibt es bei Büchern auch und dort ist immer alles "technisch gesehen" auf dieselbe Weise linear erzählt.
Bei Videospielen wird hingegen immer so getan, als würde eine "offene und interaktive Welt" eine andere/bessere Art von Geschichte ergeben als ein Schlauchlevelspiel. Das ist meiner Meinung nach ein völliger Trugschluss. Die Möglichkeit die man bei Spielen hat ist die Frage wie viel der Geschichte der Spieler selber entdecken muss und wieviel ihm "erzählt" wird. Da gibt es einfach Präferenzen und ich denke die breite Masse will eine Geschichte erzählt bekommen, während bei Spielen, in denen die Geschichte vom Spieler selbst erschlossen werden muss, die Spielmechanik im Vordergrund steht und Spaß machen muss, da der statistische Anteil an Spielern, die sich selbst die Story "erzählen" eher gering ist.
Ob die Geschichte lebendig ist, packend, mitreißend, ansprechend oder ob sie flach wirkt, wenig Tiefe bietet, die Charakter und Handlungen unglaubwürdig sind usw. hat schlicht damit zu tun, ob es eben eine gute oder schlechte Story ist.
Stellt euch Syndicate nur mal vor, in dem man London so richtig erkunden kann. Ohne einen Ganganführer nach dem anderen abzuhaken. Wo eure Entscheidungen Einfluss auf den fortgang der Geschichte haben.
Wie ein großes Puzzle, wo man überall in der Welt Teile findet, die ein Gesamtbild ergeben, indem man kleine Geschichten erlebt die irgendwie in Zusammenhang stehen.
Wo man Menschen in ihrer Umgebung bei ihrem Tagwerk erlebt und nicht nur NPCs als Kulisse hat.
Eine Umgebung wo sich Aufträge aus Situationen ergeben und nicht nur indem man den nächsten Vogelkäfig abklappert.
Also so ein Assassins Creed würde mir besser gefallen, als das Abarbeiten von Roten Fäden und Abklappern von Symbolen.
Mir nicht. Ein Spiel ohne roten Faden interessiert mich wenig bis gar nicht. Auch habe ich kein Interesse an einer virtuellen Realität. Wenn ich wirklich London erkunden muss, dann lieber im echten Leben. Was ich von einem fiktiven Erlebnis erwarte ist, dass es eine gute Geschichte erzählt. Oder eben Spielmechaniken bietet, die zwar repetitiv sind, aber aufgrund ihres "Geschicklichkeitselements" Spaß (Tetris) bereiten oder zumindest den Sammeltrieb befriedigen (Pokemon). Dieser neue Trend, dass Spiele glauben alles abdecken zu müssen geht mir gegen den Strich und ich weiß schon jetzt, dass ich dieses neue AC nicht kaufen werde. Diese völlig dynamische Welt, in der NPCs glaubwürdig auf meine Figur reagieren und mir ganz spezielle Aufträge nur für mich erteilen, das wird wohl noch lange nur Wunschdenken bleiben.