Ich weiß nicht so ganz, was du zu berechnen versuchst.
Mit Alder Lake stellt Intel eine Architektur aus kleinen und großen Kernen her und bewirbt dies als vorteilhaft.
Diese Behauptung gilt es messtechnisch zu erfassen oder irgendwie zu belegen. Der Umstand dass die neue 10nm Tech den 7nm der Konkurrenz Paroli bietet, nachdem die eigene 14nm Tech Schiffbruch erlitten hat ist kein Beleg für die Überlegenheit eines Designs, das ist erwartbarer Fortschritt durch den Prozess von 14nm auf 10nm gegangen zu sein. Zum messen hab ich noch nix, also Daten beschaffen und analysieren ist angesagt.
Auf dem Dieshot von Alder Lake erkennen wir, dass Intel insgesamt 10 "Slots" für die CPU Kerne hat und im Aufbau Comet Lake und seinen 10 Kernen im i9 sehr ähnlich ist. Tiger Lake hatte sichtbar nur 8 "Slots" für einen CPU Kern.
Alder Lake
Bild Alderlake gehostet auf ImgBB
ibb.co
Intel steht also vor folgender Wahl:
(1) Der neue i9 hat 10 Kerne und 20 Threads und Geschwindigkeit X
(2) Der neue i9 hat 8 Kerne und zwei Cluster dieser Gracemont Kerne und Geschwindigkeit Y
Intel entscheidet sich dafür zwei Cluster der Gracemontkerne einzubauen und die Behauptung aufzustellen Y > X
Intel entscheidet sich im Marketing dafür die Kerne gleichwertig zu zählen. 16 Kerne und 24 Threads beim i9 klingen halt besser wie 10 Kerne 20 Threads.
Für mich als Kunde stellen sich dann weitere Fragen:
(1) Gewinne oder verliere ich Leistung mit dieser Klein-Groß Konfiguration?
(2) Bleibt sich das Resultat gleich und alles was ich habe sind Softwareprobleme wie beim Kopierschutz?
Alder Lake besteht aus:
(1) Golden Cove Kernen die einzeln in Cinebench messbar sind
(2) Gracemont Cores die keiner einzeln im CInebench gemessen hat.
Damit ich jedoch sagen kann, ob 10 Kerne besser sind als 8 große und 8 kleine brauche ich die zweite Spalte. Zu dem Thema gibt es eine Reihe englischer Artikel die Intel paraphrasieren dann landet man hier:
Efficiency Cores can deliver 80% more performance over two Skylake cores.
Die Leistung von Skylake ist bekannt (vgl. PCGH), die Leistung von Golden Cove Kernen ist bekannt (vgl. PCGH), jetzt kann man die Leistung des Alder-Lake auf dem Papier zusammenbauen. Mehr noch, man kann die alternative Konfiguration aus 10 Kernen nachbauen auf dem Papier. Aber wie gesagt, es gibt einen Verlust durch Skalierung bei Intel. Ich hab mich hier für den Best-Case entschieden, man kann diesen Faktor sicherlich nachschärfen, aber es wird dann nur noch nachteiliger für Intel, also wozu?
Methode 1 Intels Behauptung nachzuprüfen 8 Gracemonts wären in der Performance besser als zwei weitere Golden Cove Kerne kommt an den Schluss, dass dem nicht der Fall ist. Hätte man es im vorraus errechnet wäre man sogar bei einem Chip gelandet der noch besser performt als der eigentliche Chip es jetzt tut. Jenseits der Einzel-Leistung der Kerne rennt Intel also in eine große Mauer die einer besseren Skalierung im Weg steht. Das Produkt ist nicht so schnell wie die Summe seiner Teile. Kleine Kerne sind nicht der Weg diese Mauer zu umgehen und würden auch theoretisch zu keiner größeren Summe führen. Die Hitze der CPU ist ein Indikator wo es hängt wenn das Ganze nicht so schnell rechnet wie die Summe seiner Teile, da hat es schon immer gehangen seit "Heatwell". Das ist ok, das ist normal. Das muss man mit einrechnen, das ist alles. Ergebnis, kleinere Kerne sind kein Allheilmittel dagegen.
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Alternativer Rechenweg
Die kleinen Kerne im Alder Lake nennt Intel Gracemont, die gibt es nicht als einzelnes CPU Produkt, wohl aber deren Vorgänger Tremont. Das ist der Intel Silber N6005 eine 4 Kern CPU ohne Multithreading in 10nm gefertigt. In dem Zusammenhang wird folgendes Intel Zitat interessant:
Intel said four Efficient cores offer up to 80% more throughput at less power than 2x Skylake cores running four threads. Or they can deliver the same throughput for 80% less power.
Den Pentuim Silber N6005 kann man kaufen, ist eine 10W CPU
Der i3-6100 ist ausreichend dokumentiert, 51W.
Ist Gracemont also nur der Name wenn man Tremont Kerne als Subsystem verbaut? Sind beides 10nm Designs. Der N6005 verbraucht ziemlich genau 19% des Stroms eines i3-6100 und liefert haargenau die gleiche Leistung in synthetischen Benchmarks. Ich würde Gracemont also nicht unterstellen besser als Tremont zu sein, um nicht zu sagen die e-Cores aus Alder Lake gibt es schon seit Anfang des Jahres als Einzelprodukt. Aber wenn wir in unserer Rechnung auf zu wenig Leistung kommen, können wie später hier suchen und sagen, ok, Tremont ist um so viel Prozent besser als Gracemont, deswegen errechnen wir auf dem Papier zu wenig Leistung. (Spoiler: wird nicht nötig sein auf die beste denkbare Art und Weise)
Neue Rechnung:
N6005: 294 R20 Single Score
N6005: 925 R20 Multi-Score
i9 Golden Cove R20 Single Score: 770
16x Golden Cove = 12320 R20 Score
8x Gracemont (Tremont) = 2352 R20 Score
Macht in der Summe unrealistische 14672 R20 Score für den auf dem Papier zusammengeklebten i9, weil nicht linear skaliert wird. Wir müssen den Verlust einbeziehen der dadurch entsteht, dass so viel Kerne auf so wenig Platz gepackt sind.
Für die Golden Cove Kerne nehmen wir das best Case Szenario früherer Intel Top CPUs beim Skalieren, ein Verlust von nur 38,5%.
16x Golden Cove (korrigiert): 9005
Dank des N6005 wissen wir wie wir die Gracemont Kerne bewerten sollten MultiCore R20
Gracemont (korrigiert): 1850
Summe des neuen Chips auf dem Papier 10855
PCGH Messwert: 10446
Darf ich sagen, dass dieser Wert gespenstisch nahe an der Realität ist, dafür dass wir nur per Rechnung zwei Intel Designs zu einer "24" Kern CPU "zusammengeklebt" haben?
Dann trau ich mir auch zu die Behauptung aufzustellen, dass wenn Intel die kleinen Kerne rauswirft und wieder einen 10 Kern i9 macht, das Ergebnis 11256 Punkte gewesen wäre und ganze 7,1% schneller
So toll ein N6005 Laptop ist für die Verwandtschaft die nur ein wenig surft, den Gaming PC machen diese kleinen Kerne nicht besser. Sie diesen nur dem Marketing, damit man sagen kann, man hätte mehr Kerne.
Wenn AMD das kopiert, dann nur weil es ein Wettrennen gibt, wer die meisten Kerne hat. Wie wir sehen verlieren wir als Kunde ein wenig Leistung bei der Sache und legen unser Geld für Optimierungen aus der Marketing Abteilung auf den Tisch. Das sollte es nicht sein.