Ich habe jetzt endlich mal meinen Rechner (provisorisch ^^) zusammengebastelt
Wurde auch mal Zeit
Das Ding ist nur, ich bin ein absoluter N00b, was Ryzen-OC anbelangt, da ich seit 20 Jahren kein AMD-System mehr hatte und mich anno dazumal als Kind auch nicht mit dem System beschäftigt habe.
Dann gehe erst mal ruhig an die Sache heran. Du hast jetzt eine CPU, die keinen freien Multiplikator mehr hat und fragil auf Tuning reagiert. Der 3D-V-Cache ist empfindlich, gerade, wenn du zu hohe Spannungen anlegst. Das Wichtigste ist, dass du das aktuelle AGESA geflasht hast, also die aktuelle UEFI-Version deines Bretts. Damit ist mehr RAM-OC möglich und die Stabilität ist insgesamt viel höher. Zudem ist die SoC-Spannung bei 1,3 Volt gelockt, was deine CPU vor dem Tod bewahrt.
Ich habe jetzt erst einmal den BCLK wie im Artikel auf 103 MHz gestellt, im BIOS meines Boards PBO & Curve Optimizer mit -20mV auf allen Kernen eingestellt und das EXPO-Profil meines RAMs geladen. Läuft alles soweit, bisher keine Bluescreens und CB-Score ist stetig gestiegen (mit jedem Tuning-Handgriff).
Gleich in die Vollen, was?

Hat dein Board denn überhaupt einen externen Taktgeber? Sonst übertaktest du beim BCLK nämlich alles andere auch mit und das ist nicht so gesund bei AMD-Systemen (bei Intel auch nicht, aber da ist es ja eh bei 103 MHz gelockt, so mein letzter Stand).
Hierzu nun einige Fragen an die Ryzen-Geeks:
1.) Kann man beim BCLK bedenkenlos mehr Takt draufgeben bzw. crasht es irgendwann? Wann weiß man, wann man am Ende der Fahnenstange angekommen ist? Wenn man ins Temperaturlimit rennt? Mit 103 MHz lande ich bei ~5GHz auf allen Kernen und bei 85W Verbrauch unter Last so bei maximal 72 °C im Cinebench R20 und Prime95.
Du kannst auch 110 MHz einstellen, aber das Ende der Fahnenstange ist dann erreicht, wenn dein System nicht mehr stabil ist. Bedenke, dass du mit negativem Curve Tuning nötige Spannung für OC der Kerne wegnimmst. So können 103 MHz mit Curve -20 noch laufen, aber 104 MHz brauchen dann eventuell Curve -10 oder höher.
2.) Ich habe die SoC- Spannung erstmal auf 1.2V festgenagelt, läuft soweit mit 6000 MT/s auch einwandfrei. Woher weiß ich, wie tief ich runtergehen kann? Ich würde gerne meinen idle-Verbrauch reduzieren. Der Verbrauch unter Last ist mir vollkommen egal bei Leistungsaufnahmen <100W.
Auch hier: Zu wenig Spannung = Abstürze, Bluescreens, weniger Leistung in Benchmarks. AMD-Systeme sind da sehr fies, stelle dich im Zweifel auf BSODs ein und suche dann die Ursache. Der Idle-Verbrauch ist mit RAM-OC grundsätzlich etwas höher, weil der SoC/Uncore-OC-Modus aktiv ist, welcher die Stabilität bei OC erhöht, jedoch auch den Sparzustand deaktiviert, was den Verbrauch etwas erhöht. Richtig sparen kannst du im Idle nur, wenn du (m)ein Ultra-Eco-Profil lädst, mit DDR5-4800 und 0,96 SoC-Volt etwa. So habe ich es am Laufen. Wäre dann immer noch schneller als dein alter 10900K mit ultra-max-OC
3.) Wie geht manuelles PBO + Curve Optimizer Tuning und wie verifiziert man die Stabilität? Ich habe im BIOS wie gesagt so ein Auto-Tuning (PBO & -20mV Spannung auf allen Kernen bis 85°C) eingestellt. Da ist noch viel Luft nach oben.
Wenn du es wirklich richtig machen willst, musst du jeden Kern einzeln auf sein Potenzial überprüfen. Da können dir Tools wie Core Cycler helfen, aber der beste Test ist immer eine Mischung aus Teil- und Volllast und "Alltag". Jeder benutzt seinen PC anders und die Kiste muss am Ende immer da stabil sein, wo du unterwegs bist. PBO an sich bringt beim 7800X3D nichts, hier würde ich nur den Curve Optimizer nutzen.
4.) Macht man bei AMD RAM-OC auch erst ganz am Ende, wenn das CPU-OC abgeschlossen ist? So habe ich es bei Intel gehandhabt und dann im Anschluss nur noch leicht die Spannungen angepasst.
Kann man machen, muss man aber nicht. Das Problem ist, dass man nie ausschließen kann, was tatsächlich schuld daran ist, wenn du mit OC XY einen Absturz ist. Wenn du ganz sichergehen willst, dann trenne beide OC-Maßnahmen voneinander und füge am Ende beide wieder zusammen.
5.) Muss ich außer der SoC-Spannung noch andere Spannungen anfassen?
Das sind so die relevanten Spannungen, wenn es um RAM-OC geht, außer die mit 1,8 Volt, die lass mal so. Erst jüngst erfahre ich durch einen sehr geduldigen User, wie man den RAM optimiert. Dazu habe ich SoC, VDD und VDDQ angepasst. Ich würde aber erst mal schauen, dass du die CPU an sich stabil bekommst, beim gewünschten Setting.
VCore nicht anfassen und nicht selbst undervolten, das führt nur zu Clock Stretching und das willst du nicht. Immer den Curve Optimizer nutzen.