Wenn man das Video anschaut und sieht das selbst Kupfer geschmolzen ist, bedeutet es nun das es überhaupt keine Kontrolle gibt wieviel A da fließen? Weder Netzteil noch Mainboard fanden es zuviel und haben fröhlich weiter gepowered bis einfach alles durchgebrannt ist und kein Strom mehr fließen konnte? Wenn man am Ende 1000W über den Sockel ballert, wäre das glaube ich auch in LN2 Mode "etwas" viel.
Würde mich wundern wenn es bei Intel anders ist. Die CPUs müssen von Haus aus "mehr aushalten", aber kann mir vorstellen, das es da auch nen gewissen Punkt gibt, an dem einfach nur noch sinnlos Strom fließt obwohl alles hinüber ist.
Stelle mir das gerade Bildlich vor: "Kurzschluss bei der CPU und Mainboard ruft zum Netzteil: Mehr Strom! wir brauchen mehr Strom!!!"
Wie in dem (wirklich guten) Video erklärt wurde: Man analysiert hier das Endprodukt einer ganzen Fehlerkaskade und einiges davon wird sich in den letzten Mikrosekunden vor/nach Ableben des Prozessors abgespielt haben. Ein naheliegendes Szenario ist zum Beispiel eine übermäßige lokale Wärmeentwicklung im Zuge des primären Fehlers auf dem Chip, die noch weit unter dem zum Schmelzen von Metall nötigen Temperaturen bleibt. Die Hitze reich aber aus, um Teile des Substrats oder der Underfill-Schicht anzukokeln. Letztere wurde in dem Problembereichen auch komplett zerstört. Wenn das dann Materialien sind, die sich beim Wegschmoren ausdehnen oder schlichtweg ausgasen (was sehr viele Kunststoffe machen, ich glaube bei flammgeschützten ist das sogar erwünscht/unvermeidbar), dann sprengt der Druck im dritten Schritt entweder den (noch festgelöteten) Chip oder aber das Substrat, beides ist hier laut Querschnitt geschehen. Erst durch diesen Brüche können dann als vierte Fehlereskalation neue Kontakte entstehen, beispielsweise zwischen einem für die Stromversorgung der CPU-Kerne verantwortlichen und einem auf Masse liegenden Metal-Layer.
Ergebnis: Ein Kurzschluss der Spannungswandler auf Erde.
Erstere sind auf High-End-OC-Boards für teils mehrer 1.000 Ampere
spezifiziert, weit jenseits ihrer Spezifikationen können sie kurzfristig unkontrolliert aber noch mehr liefern. Der limitierende Faktor ist dann eher das Netzteil beziehungsweise die in immer größer werdenden Glättungs-Kondenstoren und -Spulen lokal vorliegenden Energiemengen. Die können extrem schnell freigesetzt werden und für ein paar Mikrosekunden fließen dann Störme, die weit jenseits aller angegebener Dauerleistungen liegen. 5 bis 10 kW würde ich durchaus mal annehmen. Zu dem Zeitpunkt ist die CPU längst tot, aber auch die beste externe Sicherheitsschaltung kann erst reagieren, wenn die Anzeichen außerhalb des Packages messbar werden. Schutzschaltungen in einem Netzteil sollten zum Beispiel in Millisekunden ansprechen, die komplette Ansteuerung von Spannungswandlern arbeitet maximal mit 1 MHz. Selbst wenn binnen weniger Takte die Problemsituation gemessen, das Messergebnis als katastrophal identifiziert und als Reaktion ein Abschaltsignal ausgesendet wird, sind in der Zwischenzeit schon ein paar mikroskopisch kleine Strukturen geschmolzen.
Regulatorisch muss man so etwas schon viel früher verhindern und natürlich will man das auch – erklärtes Ziel muss es sein, dass gar nicht erst die Transistoren im ersten Schritt Schaden nehmen. Über Folgeschäden im Package muss man sich keine Gedanken machen, wenn man entweder nach der Überschreitung bedenklicher Werten in der Logik sofort abschaltet (reaktive Kontrolle mit eher niedrigen Grenzen, vergl. PL3 für Intel-Mainboard-Spannungswandler) oder aber deutlich vor dem möglichen Erreichen kritischer Werte (proaktive Kontrolle bei deutlich höheren Grenzenwerten, siehe PL4).