"Alter weißer Mann" in der Politik

Exakt! Ich habe in der Tat kein Interesse an Gesprächen, in denen unterschwellig gegen Muslime gesprochen wird.
Als Christ sind Muslime für mich Menschen die einen anderen Weg haben an den selben Gott zu glauben.
So what?

Was mich stört ist die gelebte Praxis.
Wir haben 2 Moscheen im Ort, eine türkische und marokkanische. Warum teilt man das wieder nach Nationalitäten auf?
(ja kenne auch polnische christliche Gemeinden hier, finde ich genauso falsch, aber es ist ein anderes Ausmaß)
 
Als Christ sind Muslime für mich Menschen die einen anderen Weg haben an den selben Gott zu glauben.
So what?

Was mich stört ist die gelebte Praxis.
Wir haben 2 Moscheen im Ort, eine türkische und marokkanische. Warum teilt man das wieder nach Nationalitäten auf?
(ja kenne auch polnische christliche Gemeinden hier, finde ich genauso falsch, aber es ist ein anderes Ausmaß)
Vieleicht reicht eine nicht alle Gläubige zu beherbergen?
 
Deswegen trennt man Gotteshäuser nach Herkunftsland?
Nein, baut eine dazu. Im Islam wird nicht getrennt. Jeder Mensch darf da rein und seine Gottesschuldigkeit begleichen.
Aber Araber verstehen kein Türkisch und umgekehrt. Die Gebete sind zwar Arabisch. Aber die Übersetzungen werden in die entsprechende Landessprache übersetzt.
Schau mal bei Dr. google vorbei, wieviele unterschiedliche unter Arabisch geführte Sprachen es gibt die sich zum Teil bis zur Unverständlichkeit voneinander unterscheiden.
Wollen wir mal fragen warum so viele unterschiedliche Kirchen es hier gibt? Ich unterscheide da nicht Ev oder Kath.
Ich zieh mal ein Link hier rein.

Mir ist das eigentlich egal wer was baut. 5G Antennen sind auch nicht willkommen, Windkraft auch nicht, Atomkraftwerke auch nicht, E Autos auch nicht also warum sollen Moscheen willkommen sein?
Irgendjemand stößt sich sowieso an irgendwas. Einfach Tolleranz zeigen, jeder jedem gegenüber.
 
Nein, baut eine dazu. Im Islam wird nicht getrennt. Jeder Mensch darf da rein und seine Gottesschuldigkeit begleichen.
Aber Araber verstehen kein Türkisch und umgekehrt. Die Gebete sind zwar Arabisch. Aber die Übersetzungen werden in die entsprechende Landessprache übersetzt.
Schau mal bei Dr. google vorbei, wieviele unterschiedliche unter Arabisch geführte Sprachen es gibt die sich zum Teil bis zur Unverständlichkeit voneinander unterscheiden.
Wollen wir mal fragen warum so viele unterschiedliche Kirchen es hier gibt? Ich unterscheide da nicht Ev oder Kath.
Ich zieh mal ein Link hier rein.

Mir ist das eigentlich egal wer was baut. 5G Antennen sind auch nicht willkommen, Windkraft auch nicht, Atomkraftwerke auch nicht, E Autos auch nicht also warum sollen Moscheen willkommen sein?
Irgendjemand stößt sich sowieso an irgendwas. Einfach Tolleranz zeigen, jeder jedem gegenüber.
Mach dir keine Mühe. Ich kenne diesen Schlag Menschen. Als nächstes werden sie einwerfen, wieso sie kein Deutsch gelernt haben, sich nicht integrieren und weiter in anderen Sprachen predigen bla bla.
Es geht einfach nur um ihre Abneigung ggü. Muslimen und die 1001 Gründe, wieso sie sie nicht mögen. Muss man nicht verstehen, ich will es auch nicht verstehen. Ist für mich genau so irrational wie Hass auf Juden. Am besten ignorieren.
 
Als nächstes werden sie einwerfen, wieso sie kein Deutsch gelernt haben, sich nicht integrieren und weiter in anderen Sprachen predigen bla bla.
Ach du machst es dir aber wieder sehr einfach.
Es ist wichtig, dass in Gotteshäusern die Landessprache benutzt wird damit es auch alle verstehen was gepredigt wird.
Ich hab ebenfalls gesagt, dass es das im Christentum auch gibt, nur nicht in der Masse.
Welche Sprache spricht man denn in einer Moschee in der Türkei? Arabisch (außer in Teilen) eher nicht oder?
Also hat sich der Islam sich an die Landessprache angepasst, warum soll das nicht in Deutschland gehen?
 
Empirische Forschung spricht eine andere Sprache und steht auch konträr zu deinem subjektiven Eindruck.

Bring doch mal konkrete Beispiele, vielleicht kommen wir mit Inhalten inhaltlich weiter.

Denn sozio-ökonomischer Erfolg ist ganz klar von phänotypischen Merkmalen abhängig. In einfacher Sprache: Schulischer und beruflicher Erfolg ist verknüpft mit Herkunft/Name/Aussehen - zu Gunsten von Weißen Menschen, diese werden im Durchschnitt besser benotet, bekommen eher eine Einladung zu einem Vorstellungsgespräch und zur Wohnungsbesichtigung.

Wohungsbesichtigungen habe ich selbst mehrfach angesprochen, bei Vorstellungsgesprächen hängt es afaik stark vom Arbeitgeber und dem Job ab. Die !!!vollständig für Cofaktoren!!! korrigierenden Studien, die ich bezüglich großer Unternehmen gesehen habe, haben kaum noch etwas gefunden weil entsprechende Kodize hausintern angewandt werden, der öffentliche Dienst bemüht sich sowieso nach Kräften. (Ein leichter Unterschied besteht natürlich immer aufgrund im Schnitt nun einmal vorhandener, leichter Sprachdefizite.) Was bleibt ist eine gewisse Benachteiligung bei (hier schätze ich jetzt erstmal subjektiv, um nicht über Jahre und primär offline angelesenes recherchieren zu müssen) 10% der ausgeschriebenen Stellen. Das passt aber auch relativ gut zu der Zahl der Menschen, die in Umfragen stark rassistische und/oder fremdenfeindliche Positionen beziehen. Natürlich sitzen solche Leute auch in Positionen mit Verantwortung und benachteiligen ihnen unliebsam erscheinende Personen systematisch. Und das absichtlich. Und unliebsam ist da nicht nur die Hutu-Muslima mit Kopftuch - wer als weißer (mäßig alter) Mann lange Jahre auf dem Bewerberfoto hat und ein Soziologie-Studium im Lebenslauf hat, kann auch gleich wieder gehen. Im Gegensatz zum strenggescheitelten (ex-)Russen, Thor-Steinar-Pullie und 6 Monaten Knastaufenthalt wegen körperlicher Gewalt. Das ist also weder der "versteckte, unbemerkte" Rassismus, der hier immer "alten, weißen Männern" vorgeworfen wird, noch ist es etwas, dass systematisch Menschen mit Migrationshintergrund trifft. Das ist ganz offen Diskriminierung entlang politisch definierter Grenzen. Und nein, ich habe auch keine Lösung dafür, nicht einmal eine Lösungsidee, aber ich glaube nicht, dass wir einer näher kommen, solange wir das Problem falsch betrachten.

Bezüglich ungleicher Benotung kenne ich übrigens keine einzige Studie, die unter !!!vollständiger Berücksichtigung von Cofaktoren!!! systematische Unterschiede gefunden hat. Link?

Was ich, und deswegen betone ich den Punkt so oft, zu genüge kenne, sind Studien, die unter Missachtung von Cofaktoren Unterschiede proklammieren und Studien, die unter Berücksichtigung rein sozioökonomischer, aber keiner ethnisch-kulturellen Faktoren, massive Erfolgsunterschiede gefunden haben, die weitaus schwerwiegender als alles sind, was bislang klar auf Rassismus (geschweige denn auf unbemerkten Rassimus) zurück geführt werden konnte. Deutschland hat ein extremes Klassenproblem. Erstbester Link zu Suchbegriffen aus den letzten Wochen: https://www.zdf.de/nachrichten/wirtschaft/datenreport-corona-soziale-ungleichheit-100.html
Ersbeste Links zu Suchbegriffen auch aus dem letzten Monat, zu denen es aber derart viele (immer gleiche) Ergebnisse gibt, dass ich tatsächlich die aktuelle Studie auf die schnelle nicht finde:

In Deutschland bleibt die absolute Mehrheit der Leute in der Klasse festgenagelt, in der auch die Eltern waren. Und das bedeutet natürlich, dass die Nachfahren von Migranten geballt am unteren Ende der Gesellschaft vor sich hin vegetieren. Denn sie rekrutieren sich mehrheitlich aus
- ARMEN italienischen Arbeitssuchenden der 50er/60er
- ARMEN türkischen Arbeitssuchenden der 60/70er
- MITTELLOSEN Flüchtlingen der 90er/00/10er
Es wurden 2-3 Jahrzehnte lang systematisch Leute ohne Ausbildung und Vermögen nach Deutschland geholt und in den folgenden 2-3 Jahrzehnten bis heute kamen fast nur Leute, die gesamtes Vermögen verloren hatten und deren Ausbildung in Deutschland nicht anerkannt wird. Die Handvoll syrischer Hochqualifizierter zu Beginn des Krieges wurden zwar immer hochgehalten, aber Flüchtlinge stellen eben keinen repräsentativen Schnitt durch die Gesellschaft ihrer Heimatländer vor Eintritt der Fluchtgründe dar. Insgesamt sind Menschen ohne Vermögen und ohne verwertbare Ausbildung also der persönliche Hintergrund für 90-95-99% der als mehr oder minder fremd in Deutschland lebenden Personen. Und die leben heute also mehrheitlich wie Leute, deren Eltern arm und formell ohne Bildung waren - Suprise? Anyone? No? Mehrmals monatlich erscheinende Studien zu rassistischer Diskriminierung, die NICHT für sozioökonomische Hintergründe korrigieren, gucke ich mir deswegen schon lange nicht mehr an. Deren Daten sind immer durch dieses eine, riesige, soziökonomische Problem verzerrt.
ABER: Es ist kein rassistisches Problem. Arme, ungebildete, käseweiße Biokartoffeln, die seit 20 Generationen nicht aus ihrem bayrischen Bergkaff herausgekommen sind, stehen 1:1 genauso da. Bzw. 1:0,9, wenn man den oben genannten, bewussten Rassismus abzieht. Das ist ein gesammtgesellschaftliches Problem, dessen Lösung die Unterschiede zwischen mittelfristig Zugezogenen und ewig Ansässigen verkleinern würde, wie keine andere Maßnahme. Aber es ist auch ein Problem, dass man nicht gelöst bekommt, wenn man nur auf Rassismus guckt. Denn der Lehrer, der einem schlechten Schüler eine schlechte Note gibt, der Arbeitgeber, der jemanden mit schlechtem Zeugniss nicht einstellt, der Vermieter der jemandem ohne geregeltes Einkommen keine Wohnung gibt - die sehen sich alle nicht als Rassisten. Die fallen alle nicht als Rassisten auf. Und in 90% der Fälle sind es auch keine Rassisten. Genausowenig wie der Bildungsminister, der ein Schulsystem geschaffen hat, in dem das Elternhaus und nicht die Fähigkeiten des Schülers über den späteren Erfolg entscheiden. Das sind alles nur Arschlöcher, die benachteiligten Mitmenschen (unabhängig von Hautfarbe und Herkunft) noch ein weiteres Mal eins auf den Deckel geben und sie klein halten (z.T. auch unbewusst, meist bewusst ignorierend) und der einzige Grund, warum Menschen mit Migrationshintergrund in der Familie davon häufiger betroffen ist, sind die typischen Migrationsgründe. Die kann man aber nicht ändern. Was man ändern müsste, wäre die Fairness der Gesellschaft für alle - einschließlich "alter, weißer Männer", die 45 Jahre als Pflasterer geschuftet haben und jetzt körperlich kaputt von HartzIV leben und deren Kinder froh sind, wenn sie es schaffen, irgendwann zum Staplerfahrer aufzusteigen.
UND, das ist der wichtigstes Grund warum ich so verdammt viel Wert auf die Unterscheidung zwischen tatsächlichem Rassismus und anderen, bestimmte Ethnien nur zufällig gehäuft treffenden Diskrimnierungen lege: Die Anfangen AfD oder schlimmer zu wählen, wenn sie sehen, dass "Fremde" Hilfsangebote bekommen, während sie selbst auf der Straße stehen gelassen werden, obwohl es ihnen genauso dreckig geht. (Und so etwas kann auch noch verdammt lange nachwirken, wie ich aus meiner eigenen Bekanntschaft weiß. Leider.)


Ich rede erstmal in meinem Namen, dann im Namen meiner Familie, im Namen all meiner Freunde und letztendlich aller POC. Denn das ist eine Selbstbezeichnung, die wir uns gegeben haben ...

Ohne Piesacken zu wollen, aber: Wie viele dieser zunehmend größer werdenden Gruppe hast jemals gefragt, ob du für sie sprechen darfst? Oder mit wie vielen hast du wenigstens längere Debatten über die hier vertretenen Themen geführt, sodass du dir sicher sein kannst, dass deren Meinung identisch zu deiner ist?

Das ist leider ein weiterer Punkt, der viele gute gemeinte Initiativen schwächt: Sie beanspruchen im Namen von sehr vielen Menschen zu sprechen, können diesem Anspruch aber inhaltlich kaum gerecht werden und spätestens wenn dann noch ein paar aus dieser Gruppe prominent sagen, dass sie anderer Meinung sind (und das gibt es immer, sobald man von ein paar tausend Menschen spricht), bricht der Support endgültig zusammen. Weil niemand einen Lügner unterstützt, selbst wenn er dessen Ansinnen teilt.

Wenn Weiße nicht mal bereit sind ihren rassistischen Sprachgebrauch zu ändern, wie können wir dann über den viel tieferliegenderen Rassismus überhaupt sprechen?!
Keiner von uns wird je eine Debatte über Rassismus ernst nehmen können, solange Weiße nicht all die rassistischen Bezeichnungen aus ihrem Vokabular streichen wollen.

Tricky. Mal ganz abgesehen davon, dass ich die uralte linke These "Sprache ändern = Denken ändern = Handeln ändern" weder Teile noch jemals bestädigende Beispiele dafür gesehen habe, klappt es meiner Meinung nach im Bereich Rassismus einfach nicht. Weil es vom falschen Ausgangspunkt ausgeht. Insbesondere -Beispiel- für [Menschen, deren Vorfahren zu großer Mehrheit in Subsahara-Afrika leben] wird ungefähr alle 10 Jahre ein neuer "nichtrassistsicher" Ausdruck geprägt. Moor, ***, Schwarzer, Afrikaner, maximal Pigmentierter, heute Teil von PoC - ich habe vieles kommen und fast genauso viel auch wieder gehen sein. Weil kein einziger diesiger Begriffe je als "rassistisch" erfunden wurde, sondern immer mehr oder minder reskriptiv. Rassistisch wurden die Begriffe, oft binnen kürzester Zeit/sobald der zweite sie ausgesprochen hat, weil damit Rassisten die Leute bezeichnet haben, die sie diskriminieren wollten. Wie hätte sie sie auch sonst nennen sollen? Aber das funktioniert bis heute so: Wir führen mit viel Aufwand einen neuen Begriff ein, den ALLE für [Menschen, deren Vorfahren zu großer Mehrheit in Subsahara-Afrika leben] nutzen sollen. ALLE inklusive der Rassisten. Die motzen zwar etwas länger als alle anderen, aber nach 10 Jahren oder so haben sie den Begriff dann halt doch übernommen (und sei es anfangs nur mit ironischem Unterton im Rahmen wirklich schlechten Humors) und schon ist der ehemals "neutrale" Begriff wieder "rassistisch". Und dem nächsten wird es genauso ergehen. (Was einem eigentlich egal sein könnte, solange man keine ständig umzuschreibenden Kinderbücher verlegt, würden die Begriffe nicht mit jeder Iteration unpräziser.)

Btw, POC ist ein Sammelbegriff für alle Menschen, die nicht weiß sind und kein Ersatzbegriff für Schwarze.

Speaking off: Kennst du zufällig ein aktuell sozial akzeptables Wort für [Menschen, deren Vorfahren zu großer Mehrheit in Subsahara-Afrika leben]? Also die, die früher mit *** betitelt wurden und trotz Zugehörigkeit zu sehr verschiedenen Völkern ein paar recht markante, phänotypische Merkmale sowie eben einen gemeinsamen Herkunftsbereich haben, sodass man sie in manchen Kontexten einfach gerne als "eine" Gruppe nennen möchte, ohne sie immer als [Menschen, deren Vorfahren zu großer Mehrheit in Subsahara-Afrika leben] zu umschreiben.


Was blöderes kann einem eigentlich nicht einfallen, denn die Leute identifizieren sich mit dieser "deutschen" Kultur, die du gleich mal mit germanisch, als Kampfbegriff umschrieben hast.

Deutsche haben "eine" "Kultur"?
 
Mach dir keine Mühe. Ich kenne diesen Schlag Menschen. Als nächstes werden sie einwerfen, wieso sie kein Deutsch gelernt haben, sich nicht integrieren und weiter in anderen Sprachen predigen bla bla.
Es geht einfach nur um ihre Abneigung ggü. Muslimen und die 1001 Gründe, wieso sie sie nicht mögen. Muss man nicht verstehen, ich will es auch nicht verstehen. Ist für mich genau so irrational wie Hass auf Juden. Am besten ignorieren.
Das ist so ein Quatsch, das man sich die Haare raufen kann!.
Es gab hier in Deutschland mit den Arbeitsmigranten der 60er und 70er Jahren aus der Türkei und der Flüchtlingswelle aus den 70er und 80er Jahren aus dem heutigen Iran sehr sehr wenig bis gar keine Probleme, in Bezug auf den Islam
Liegt wohl eher daran das eben viele Arbeitsmigranten zu der Zeit kemalistisch geprägt waren und die Flüchtlinge aus dem Iran, gerade vor ihrer neuen politischen muslimischen Staatsreligion geflohen sind.
 
Erstmal Danke und ein like dafür, dass du den Thread hier inhaltlich und im Niveau wieder steil anhebst. So fällt es mir auch enorm leichter, den anderen Offtopic-Spam, als Inhalt: stupides Muslime-Bashing auf AfD-Stammtisch-Niveau, auszublenden.

Werde aus zeitlichen Gründen jetzt jedoch nicht auf alles eingehen.
Bring doch mal konkrete Beispiele, vielleicht kommen wir mit Inhalten inhaltlich weiter.
Was hattest du konkret an der Max versus Murat Studie auszusetzen?
Bezüglich ungleicher Benotung kenne ich übrigens keine einzige Studie, die unter !!!vollständiger Berücksichtigung von Cofaktoren!!! systematische Unterschiede gefunden hat. Link?
Welche Cofaktoren hätte man denn in einer Studie über ungleiche Noten trotz gleicher Leistung bei türkischen Namen beachten müssen?
. Deutschland hat ein extremes Klassenproblem. Erstbester Link zu Suchbegriffen aus den letzten Wochen: https://www.zdf.de/nachrichten/wirtschaft/datenreport-corona-soziale-ungleichheit-100.html
100% und durch Corona wird es noch deutlicher.
Ersbeste Links zu Suchbegriffen auch aus dem letzten Monat, zu denen es aber derart viele (immer gleiche) Ergebnisse gibt, dass ich tatsächlich die aktuelle Studie auf die schnelle nicht finde:

In Deutschland bleibt die absolute Mehrheit der Leute in der Klasse festgenagelt, in der auch die Eltern waren. Und das bedeutet natürlich, dass die Nachfahren von Migranten geballt am unteren Ende der Gesellschaft vor sich hin vegetieren. Denn sie rekrutieren sich mehrheitlich aus
- ARMEN italienischen Arbeitssuchenden der 50er/60er
- ARMEN türkischen Arbeitssuchenden der 60/70er
- MITTELLOSEN Flüchtlingen der 90er/00/10er
Es wurden 2-3 Jahrzehnte lang systematisch Leute ohne Ausbildung und Vermögen nach Deutschland geholt und in den folgenden 2-3 Jahrzehnten bis heute kamen fast nur Leute, die gesamtes Vermögen verloren hatten und deren Ausbildung in Deutschland nicht anerkannt wird. Die Handvoll syrischer Hochqualifizierter zu Beginn des Krieges wurden zwar immer hochgehalten, aber Flüchtlinge stellen eben keinen repräsentativen Schnitt durch die Gesellschaft ihrer Heimatländer vor Eintritt der Fluchtgründe dar. Insgesamt sind Menschen ohne Vermögen und ohne verwertbare Ausbildung also der persönliche Hintergrund für 90-95-99% der als mehr oder minder fremd in Deutschland lebenden Personen. Und die leben heute also mehrheitlich wie Leute, deren Eltern arm und formell ohne Bildung waren - Suprise? Anyone? No? Mehrmals monatlich erscheinende Studien zu rassistischer Diskriminierung, die NICHT für sozioökonomische Hintergründe korrigieren, gucke ich mir deswegen schon lange nicht mehr an. Deren Daten sind immer durch dieses eine, riesige, soziökonomische Problem verzerrt.
ABER: Es ist kein rassistisches Problem. Arme, ungebildete, käseweiße Biokartoffeln, die seit 20 Generationen nicht aus ihrem bayrischen Bergkaff herausgekommen sind, stehen 1:1 genauso da. Bzw. 1:0,9, wenn man den oben genannten, bewussten Rassismus abzieht. Das ist ein gesammtgesellschaftliches Problem, dessen Lösung die Unterschiede zwischen mittelfristig Zugezogenen und ewig Ansässigen verkleinern würde, wie keine andere Maßnahme. Aber es ist auch ein Problem, dass man nicht gelöst bekommt, wenn man nur auf Rassismus guckt. Denn der Lehrer, der einem schlechten Schüler eine schlechte Note gibt, der Arbeitgeber, der jemanden mit schlechtem Zeugniss nicht einstellt, der Vermieter der jemandem ohne geregeltes Einkommen keine Wohnung gibt - die sehen sich alle nicht als Rassisten. Die fallen alle nicht als Rassisten auf. Und in 90% der Fälle sind es auch keine Rassisten.
Daher finde ich die Max vs. Murat Studie so verblüffend. Die ist nur wenige Jahre alt. Probanden waren junge Lehramts-Studierende. Hätte von diesen Leuten das nicht erwartet, und diese Leute halten sich mit Sicherheit selber auch nicht für Rassisten. Also wie kann es sein, dass sie nach rassistischen Mustern Arbeiten benoten. Ich kann es mir nur durch eine unterbewusste rassistische Sozialisation erklären.
Genausowenig wie der Bildungsminister, der ein Schulsystem geschaffen hat, in dem das Elternhaus und nicht die Fähigkeiten des Schülers über den späteren Erfolg entscheiden. Das sind alles nur Arschlöcher, die benachteiligten Mitmenschen (unabhängig von Hautfarbe und Herkunft) noch ein weiteres Mal eins auf den Deckel geben und sie klein halten (z.T. auch unbewusst, meist bewusst ignorierend) und der einzige Grund, warum Menschen mit Migrationshintergrund in der Familie davon häufiger betroffen ist, sind die typischen Migrationsgründe. Die kann man aber nicht ändern. Was man ändern müsste, wäre die Fairness der Gesellschaft für alle - einschließlich "alter, weißer Männer", die 45 Jahre als Pflasterer geschuftet haben und jetzt körperlich kaputt von HartzIV leben und deren Kinder froh sind, wenn sie es schaffen, irgendwann zum Staplerfahrer aufzusteigen.
UND, das ist der wichtigstes Grund warum ich so verdammt viel Wert auf die Unterscheidung zwischen tatsächlichem Rassismus und anderen, bestimmte Ethnien nur zufällig gehäuft treffenden Diskrimnierungen lege: Die Anfangen AfD oder schlimmer zu wählen, wenn sie sehen, dass "Fremde" Hilfsangebote bekommen, während sie selbst auf der Straße stehen gelassen werden, obwohl es ihnen genauso dreckig geht. (Und so etwas kann auch noch verdammt lange nachwirken, wie ich aus meiner eigenen Bekanntschaft weiß. Leider.)
Zu meiner Verteidigung habe ich auch nicht behauptet, dass nur rassistische Diskriminierung stattfindet. Viele Bevölkerungsgruppen werden natürlich auch diskriminiert.
Ohne Piesacken zu wollen, aber: Wie viele dieser zunehmend größer werdenden Gruppe hast jemals gefragt, ob du für sie sprechen darfst? Oder mit wie vielen hast du wenigstens längere Debatten über die hier vertretenen Themen geführt, sodass du dir sicher sein kannst, dass deren Meinung identisch zu deiner ist?
Naja, wenn ich sage, ich spreche für alle Menschen mit Migrationsgeschichte, wenn ich behaupte, dass diese Gruppe von Menschen nicht diskriminiert werden möchte, dann ist das von mir inhaltlich bewusst so grob gehalten, sodass ich nicht glauben kann, dass jetzt eine Gruppe aufsteht und sagt "Sprich nicht für uns - wir wollen diskriminiert werden!" ^^ aber gut, ich gebe zu, dass es sehr anmaßend klingen mag. Ich entschuldige mich an dieser Stelle bei all den diversen Gruppen mit verschiedenen Migrationsgeschichten, die sich angesprochen fühlten, aber nicht inhaltlich richtig abgebildet sahen.
Das ist leider ein weiterer Punkt, der viele gute gemeinte Initiativen schwächt: Sie beanspruchen im Namen von sehr vielen Menschen zu sprechen, können diesem Anspruch aber inhaltlich kaum gerecht werden und spätestens wenn dann noch ein paar aus dieser Gruppe prominent sagen, dass sie anderer Meinung sind (und das gibt es immer, sobald man von ein paar tausend Menschen spricht), bricht der Support endgültig zusammen. Weil niemand einen Lügner unterstützt, selbst wenn er dessen Ansinnen teilt.
Guter Punkt, wobei es, wie oben erwähnt, beim Themenkomplex Rassismus bei allen Vereinen, Aktivisten, NGOs, usw. im Kontext Migration eine Überschneidung gibt. Alle finden Diskriminierung ihrer Gruppe scheissse. Inhaltlich und in den Methoden mag es dann auseinander gehen, aber dass ist dann auch der Punkt, wo jede Gruppe für sich sprechen soll und ja auch tut.
Tricky. Mal ganz abgesehen davon, dass ich die uralte linke These "Sprache ändern = Denken ändern = Handeln ändern" weder Teile noch jemals bestädigende Beispiele dafür gesehen habe, klappt es meiner Meinung nach im Bereich Rassismus einfach nicht. Weil es vom falschen Ausgangspunkt ausgeht. Insbesondere -Beispiel- für [Menschen, deren Vorfahren zu großer Mehrheit in Subsahara-Afrika leben] wird ungefähr alle 10 Jahre ein neuer "nichtrassistsicher" Ausdruck geprägt. Moor, ***************, Schwarzer, Afrikaner, maximal Pigmentierter, heute Teil von PoC - ich habe vieles kommen und fast genauso viel auch wieder gehen sein.
Weil kein einziger diesiger Begriffe je als "rassistisch" erfunden wurde, sondern immer mehr oder minder reskriptiv. Rassistisch wurden die Begriffe, oft binnen kürzester Zeit/sobald der zweite sie ausgesprochen hat, weil damit Rassisten die Leute bezeichnet haben, die sie diskriminieren wollten. Wie hätte sie sie auch sonst nennen sollen? Aber das funktioniert bis heute so: Wir führen mit viel Aufwand einen neuen Begriff ein, den ALLE für [Menschen, deren Vorfahren zu großer Mehrheit in Subsahara-Afrika leben] nutzen sollen. ALLE inklusive der Rassisten. Die motzen zwar etwas länger als alle anderen, aber nach 10 Jahren oder so haben sie den Begriff dann halt doch übernommen (und sei es anfangs nur mit ironischem Unterton im Rahmen wirklich schlechten Humors) und schon ist der ehemals "neutrale" Begriff wieder "rassistisch". Und dem nächsten wird es genauso ergehen. (Was einem eigentlich egal sein könnte, solange man keine ständig umzuschreibenden Kinderbücher verlegt, würden die Begriffe nicht mit jeder Iteration unpräziser.)
Ne, eigentlich nicht. Wir können es ja mal gerne zusammen aufbröseln, von gröbster zur detaillierter Bezeichnung. Schwarzer, gilt als die Selbstbezeichnung für alle mit einer schwarzen Hautfarbe. Afro-Amerikaner ist der Schwarze in den USA, Afro-Deutscher ist der Schwarze aus Deutschland. Afrikaner sind alle Menschen vom Kontinent Afrika (captain obvious in action) und dann gibt es natürlich die verschiedenen Nationen und dann in den Nationen die zig Bevölkerungsgruppen.
Und je konkreter du wirst in der Ansprache, umso wertschätzender ist es, weil du auf die individuelle Ebene gehst. Ich meine, einem intelligenten Menschen wie dir, ist das doch schon alles bewusst. Es geht eigentlich nur um paar Begriffe, die rassistisch sind; das allen bekannte N-Wort, Mohr und Farbiger. Daher: so kompliziert ist es nicht, wie du es hier dargestellt hast. Die Begriffe ändern sich auch nicht alle paar Jahre. Die Schwarzen in USA nennen sich zum Beispiel seit eh und je Black People und wollen auch so genannt werden, wenn es denn überhaupt nötig ist, die Hautfarbe zu nennen.
Speaking off: Kennst du zufällig ein aktuell sozial akzeptables Wort für [Menschen, deren Vorfahren zu großer Mehrheit in Subsahara-Afrika leben]? Also die, die früher mit *************** betitelt wurden und trotz Zugehörigkeit zu sehr verschiedenen Völkern ein paar recht markante, phänotypische Merkmale sowie eben einen gemeinsamen Herkunftsbereich haben, sodass man sie in manchen Kontexten einfach gerne als "eine" Gruppe nennen möchte, ohne sie immer als [Menschen, deren Vorfahren zu großer Mehrheit in Subsahara-Afrika leben] zu umschreiben.
Ja, Schwarze.
 
Zuletzt bearbeitet:
Allein folgender Absatz, trifft ja wohl zu 100% auf einige hier zu...

DiAngelo: ... Auch der Hinweis, dass ich etwas über sie wissen könnte, nur weil sie weiß sind, verursacht Verärgerung. ...

....

Auf den Druck nicht klar zu kommen, plötzlich als Weißer Mensch im Fokus zu stehen, konnte man bisher deutlich im Thread erkennen.

Da machst du den gleichen Fehler, der zumindest auch in der Anwort von DiAngelo drinsteckt (da ich grad zu faul bin, um den kompletten Kontext zu prüfen, kann ich nicht sagen, ob die ursprüngliche Aussage sinnvoller war und gehe nur auf das zitierte Wording ein). Ihr verwechselt Empörung über Kritik mit Empörung über Vorurteile. Denn genau das ist "wissen über jemand, weil er weiß" ist: Pures Vorurteil. Rassistisches Vorurteil, um genau zu sein. Und wenn man jemandem mit "ich muss dich nur 0,5 Sekunden angucken und weiß mehr über dich als du selbst" kommt, dann reagiert jeder erst einmal ablehnend, vollkommen unabhängig davon, ob die Aussage dann mehr (oder minder) zufällig stimmt. Weil man als Person ignoriert und anhand seines Aussehens verurteilt wird. Im Prinzip wird hier mit den weißen Menschen genau so umgesprungen, wie weißen Menschen vorgeworfen wird, dass sie mit PoCs umspringen. Aber erwartet, dass weiße Menschen positiv darauf reagieren...

Wir müssen sehr aufpassen, dass die Bekämpfung von Rassismus nicht zu einer Ausgrenzung von Migranten führt, weil der Kontakt mit ihnen als potentiell gefährlich angesehen wird. Ich sehe das gerade auf der Arbeit. Es gab eine Handreichung, dass die Frage "Wo kommen Sie her" bei Kolleg*innen mit Migrationshintergrund rassistisch wäre. Das führt eigentlich nur dazu, dass sie mehr ausgegrenzt werden, weil die üblichen Fragen bei jungen Kolleg*innen wie "Wo haben sie studiert?" bereits als gefährlich angesehen wird.

Und bei der Frage mag das nur Smalltalk verhindern (der aber leider in vielen Unternehmen auch schon Karriererelevant ist). Beim Sexismus hat die gleiche Überskandalisierung schon handfeste Folgen, weil männliche Führungskräfte (zu Recht) Angst davor haben, Treffen mit weiblichen Untergebenen ohne anwesende Dritte/Zeugen zu führen. Blöd nur, dass die in Deutschland (erneut: leider) üblichen individuellen Verhandlungen über z.B. Gehalt und Beförderungen in einem Sechsaugengespräch nicht funktionieren...


Ich verstehe, und eine gewisse Ambivalenz ist da auch nicht von der Hand zu weisen. Ich betrachte das ganze allerdings nicht so schwarzweiß. Bei der Herkunftsfrage, kommt es tatsächlich auf den Kontext an. Ich wurde bei einer Wohnungsbesichtigung danach gefragt und habe die Wohnung nicht bekommen - natürlich kann es andere Gründe gegeben haben, als der Migrationshintergrund, aber die Frage war mMn an dieser Stelle verkehrt. Ich denke so geht es vielen, die vielleicht eine Aversion ggü. einer, an sich betrachtet, harmlosen Frage, entwickelt haben. Da es nicht wirklich um die Frage als solche geht, sondern um die vermeintlich daran gekoppelten Benachteiligungen.

Bei meiner letzten Wohnungssuche haben sich fast alle Vermieter/Makler nach meiner Herkunft auch jenseits des direkt vorangehenden Wohnorts erkundigt, obwohl ich keinerlei Migrantenmerkmale aufweise. Ausgenommen war nur eine Bruchbude, die ich das gesamte folgende Jahr nicht vermietet gesehen habe (= die hätten eh jeden genommen) und eine Massenbegehung mit iirc 10-12 Interessetenparteien, bei der überhaupt kein detailliertes Gespräch geführt wurde (und bei der die Maklerin auch mit Fragen wie "es gibt keine Heizungszähler -wie werden da die Nebenkosten abgerechnet?" überfordert war). Als weißer, nicht ganz so alter Mann kann ich natürlich nicht sagen, ob die ""falsche"" Antwort einem die Wohnung gekostet hätte, aber die Frage an sich ist (leider) üblich. Zumindest in einigen Städten - von weiter zurückliegenden Suchen kann ich mich an gar keine derartige Frage erinnern. (Dafür hat zu Studentenzeiten mal zwischen Unterzeichnung des Mietvertrages und Einzug der Vermieter "Eigenbedarf" angemeldet, mir also gekündigt ohne je mehr als meinen Migrationshinweis-freien Namen und meine Tätigkeit gesehen zu haben.)


Meine Frage war halt, wie sie sich auf ihren Standpunkt festlegen kann, wenn wirklich jeder nach einem kurzen Gespräch festellen kann, das Deutsch nicht ihre Muttersprache ist, das empfand sie halt auch diskriminierend.

Was hat die Muttersprache damit zu tun, wo man herkommt? Wer fragt "wo kommst DU wirklich her?" unterstellt nicht nur, dass die erste Antwort falsch war ("wirklich") sondern fragt nun einmal auch nach dem Ursprung der Person selbst. Da die von dir beschriebene Person 25 Jahre ab dem Alter von 5 Jahren (vor dem man normalerweise keine nennenswerten Bezüge zur Welt außerhalb des Elternhauses hat) in Deutschland gelebt hat, kommt sie natürlich "wirklich" aus Deutschland. Sie wurde in Deutschland sozialisiert - nur halt nicht von (kulturell) Deutschen, weswegen sie die Sprache nicht 100%ig gelernt hat. Wer darüber näheres wissen will, müsste mit "und deine Eltern?" nachbohren (was, zu Recht, als unhöflich bei Erstkontakten jeglicher Herkunft gilt).

Und hier liegt eben auch die Krux, und der Punkt auf den Sparanus m.M nach hinaus will, sprechen viele oder die Meisten der hier geborenen Migrantenkinder, oder in sehr frühem Alter immigrierten Kinder aus dem nicht türkischen und arabischen Raum, perfekt Deutsch, was ungemein hilft, bei der Frage nach Diskriminierung!
Und es ist eben auffällig, das es da teilweise bei Migrantenkinder aus dem türkischen und arabischen Raum, eben nicht der Fall ist, selbst bei Kindern mit Migrationshintergrund geboren in der 2. und 3. Generation.
Und das hat rein gar nichts mit antimuslimisches Denken zu tun, sondern mit gemachten Erfahrungen.

Die Beobachtung ist Erfarung, die Assoziation mit "muslimisch", die hier vertreten wurde, ist aber Interpretation und offensichtlich antimuslimisch. Da die Zuwandererfamilien aus Italien mittlerweile auf die 4. Generation zugehen und die Balkanflüchtlinge zu relativ großen Teilen wieder zurückgegangen sind, wäre erstmal festzuhalten, dass Türkischstämmige die mit Abstand größte Gruppe in der 2./3. Generation sind. Frage wäre also erstmal: Fällt euch wirklich ein höherer ANTEIL von schlecht deutsch Sprechenden im Vergleich zum ANTEIL in anderen Gruppen auf oder sind es nur absolut mehr, weil die ganze Gruppe größer ist? Zweite Frage, wenn es Anteile sind: Womit vergleicht ihr und woher wisst ihr überhaupt, die wievielte Generation es ist? Im Gegensatz zu den Nachfahren türkischer Gastarbeiter aus den 80ern kamen die große Welle aus der arabischen Welt nämlich erst in den letzten 10-20 Jahren. Die sehen für viele Europäer ähnlich aus, sind aber in der 1. Generation und sprechen dafür teilweise schon erstaunlich gut, aber selten akzentfrei Deutsch. Umgekehrt kann ich ehrlich gesagt nicht behaupten, dass ich unter [Personen, deren Vorfahren mehrheitlich in Subsaharaafrika gelebt haben] einen besonders hohen Anteil perfekten Deutschs bemerkt habe und auch bei Leuten, deren Muttersprache Russisch ist, gibt es oft Auffälligkeiten. Die einzigen, die positiv hervorstechen, sind 2nd gen Asiaten, welche aber als Migrantengruppe auch überdurchschnittlich hohe Bildungsniveaus haben, und europäische Binnenmigranten, die zusätzlich oft den Vorteil einer des Deutschen viel ähnlicheren Ursprungssprache genießen oder schon als Schüler Deutsch als Fremdsprache hatten.


Nein, baut eine dazu. Im Islam wird nicht getrennt. Jeder Mensch darf da rein und seine Gottesschuldigkeit begleichen.
Aber Araber verstehen kein Türkisch und umgekehrt. Die Gebete sind zwar Arabisch. Aber die Übersetzungen werden in die entsprechende Landessprache übersetzt.

Abgesehen davon, dass die Landessprache hier weder arabisch noch türkisch ist: Ich kenne in den meisten Fällen eher die Unterteilung in "türkische Moschee" und "Moschee für ALLE anderen, ungeachtet der Sprache". Erstere kann man schlicht areligiös mit Ditib/dem türkischen Staat erklären und für letztere gilt, dass das hocharabische im Islam ähnlichen Status wie das Latein im Christentum hat. Man nimmt es halt als gemeinsamen Nenner, obwohl 95% der Betenden es sowieso nicht versteht/schlechter als Deutsch oder Englisch.

Erstmal Danke und ein like dafür, dass du den Thread hier inhaltlich und im Niveau wieder steil anhebst. So fällt es mir auch enorm leichter, den anderen Offtopic-Spam, als Inhalt: stupides Muslime-Bashing auf AfD-Stammtisch-Niveau, auszublenden.

Ich geb zwar gerne hart kontra und kann auch ziemlich fest an Meinungen kleben, die ich mir im Laufe der Jahre aufwendig angeeignet habe, aber prinzipiell mache ich bei solchen Diskussionen immer noch wegen der Inhalte mit und um Wissen auszutauschen :) . Auch wenn das in Anbetracht mancher Zeitgenossen trotz Ignore-Funktion nicht immer ganz einfach ist...

Was hattest du konkret an der Max versus Murat Studie auszusetzen?

*nochmal nachles*
Ich gebe ehrlich zu, dass ich die Modelierungsversuche und daraus gezogenen Schlüsse nur bedingt nachvollziehen kann. Aus naturwissenschaftlicher Sicht riechen sie nach "ich mach soviel statistische Tests, bis irgend einer das gewünschte Ergebnis liefert" (allein, dass sie ausdrücklich etwas anderes als die Null-Hypothese annehmen ist befremdlich, wenn auch menschlich :ugly:), aber ich habe keine Ahung, wie sozialwissenschaftliche Modellierung läuft. Von daher konzentriere ich mich mal auf den experimentellen Teil bis hin zu den direkten Untersuchungsergebnisse. Der leidet eigentlich nur unter zwei Aspekten: Relativ extremes Ausgangsmaterial (ein Diktat fast im 1er Bereich, eins im 5er) und scheinbar mangelnde Selektion der Probanden (es wurden allgemein Lehrer genommen, scheinbar nicht gezielt Grundschul- oder Deutschlehrer). Man hat also eine eher schwierige Benotungsaufgabe an Leute gestellt, die z.T. vermutlich gar keine Ahnung hatten, wie man so etwas benotet. Bezeichnenderweise wurden im Schnitt auch zu lasche Noten vergeben, also weder das sehr gute Diktat sehr gut noch das mangelhafte im Schnitt als mangelhaft bewertet. Die resultierende Unsicherheit der Benotenden lässt eine hohe Streuung erwarten, die Gymnasialsportleherer mussten halt raten, wie man 3. Klasse Diktate wertet. Aus dieser Streuung folgt dann die einzige Kritik am (Zwischen-)Ergebnis: Die einzigen signifikanten (und zwar hoch signifikanten) Unterschiede wurden zwischen den unterschiedlichen Diktaten gefunden. Schlechte Arbeit wurde also schlecht benotet, gute Arbeit gut, was ja Sinne der Sache ist. Aber es gab !keine signifikaten Unterchiede! zwischen "Max" und "Murat".

Die absoluten Unterschiede im Durchschnitt waren einfach zu klein, um mit nur 50 Leuten pro Gruppe eine Aussage zu treffen. 0.16 Punkte beim guten Diktat sind gar nichts, da bekamen Max und Murat beide eine "2", beim schlechten Diktat steht es im Schnitt "4+" zu "4", aber jeweils mit einer Standardabweichung von "3+" bis "5" respektive "3" bis "5". Das heißt es wurden sowohl in der "Max"- als auch der "Murat"-Gruppe sogar "2"er und "6"er für diese Arbeit vergeben.

Nun ist "nichts gefunden" nicht das gleiche wie "belegt, dass es nichts zu finden gab", aber insgesamt belegen die direkten Befunde halt auch keine Diskrimnierung, sondern bestenfalls einen leichten Trend dazu. Zumindest bei dem besseren Diktat wäre ich aber auch damit vorsichtig, denn die Zahl der gefundenen Fehler weicht in gleicher Richtung ab (es wurde also eingermaßen angemessen zur Fehlerzahl benotet) und bei der verwendeten Testgröße reicht es, wenn 2-3 Lehramtsantwärter in der "Max"-Gruppe zufällig selbst zu blöd waren, um die Fehler zu finden, und schon hat man diesen insignifkanten Unterschied im Datensatz. Etwas spannender ist die im Trend größere Notendifferenz bei weiterhin ähnlichen Fehlerzahlen für das schlechte Diktat. Aber das liegt im Grenzbereich zwischen 4 und 5, in dem unterschiedliche Lehrer sehr stark unterschiedliche Hemmungen haben, die versetzungsverhindernde Note zu vergeben, sodass eine noch stärkere Zufallsstreuung zu erwarten ist.

Spannend fände ich eine Wiederholung der Studie nur unter Grundschullehrern und mit einem "3+" vs einem "3-"-Diktat, idealerweise mit doppelter Teilnehmerzahl. Und idealerweise zusätzlich noch eine Mathearbeit. Wenn der "3+ Murat" dann im Schnitt schlechtere Noten als der "3- Max" bekommt, hätte man eine deutlichere Aussage. (Schade, dass man es nicht mit den Namen nochmal machen kann. Kudos an die Autoren, dass sie selbst diese sorgfältig ausgesucht haben.)

Welche Cofaktoren hätte man denn in einer Studie über ungleiche Noten trotz gleicher Leistung bei türkischen Namen beachten müssen?

Bei der Max+Murat-Studie: Keine. Das ist der Vorteil eines experimentellen Setups, da kann man alle Cofaktoren ausschließen, wenn man sauber arbeitet (hier kann ich als Fachfremder keine systematischen Versäumnisse erkennen). Leider bekommen Sozialwissenschaftler derartige Untersuchungen in ausreichender Größe noch seltener finanziert, als Biologen, sodass sie entweder keine signifikanten Unterschiede finden (s.o.) oder auf andere Untersuchungsformen ausweichen. Das meiste, was mir begenet, sind qualitative Untersuchungen über Interviews von Betroffenen, die natürlich extrem leicht subjektiv verfälscht sein können oder statistiche Analysen von ohnehin anfallenden Daten. Zum Beispiel gibt es mehrere, die die tatsächlichen Noten eines Jahrgangs mit dem tatsächlichen Migrationshintergrund abgleichen. Da muss man dann zwangsläufig auch den ökonoischen Status des Haushalts, Lebensbedingungen, Muttersprache und gegebenenfalls noch weitere Faktoren wie Schulweg, Freundeskreis, etc. berücksichtigen und das geschieht (aus offensichtlichen Aufwandsgründen) praktisch nie.

Zu meiner Verteidigung habe ich auch nicht behauptet, dass nur rassistische Diskriminierung stattfindet. Viele Bevölkerungsgruppen werden natürlich auch diskriminiert.

Weiß ich. Du lässt dich auch darauf ein, dass ganze nicht nur als "alte, weiße Männer" vs. "PoC" zu berachten, sondern differnzierter anzugehen :) .

Naja, wenn ich sage, ich spreche für alle Menschen mit Migrationsgeschichte, wenn ich behaupte, dass diese Gruppe von Menschen nicht diskriminiert werden möchte, dann ist das von mir inhaltlich bewusst so grob gehalten, sodass ich nicht glauben kann, dass jetzt eine Gruppe aufsteht und sagt "Sprich nicht für uns - wir wollen diskriminiert werden!" ^^ aber gut, ich gebe zu, dass es sehr anmaßend klingen mag. Ich entschuldige mich an dieser Stelle bei all den diversen Gruppen mit verschiedenen Migrationsgeschichten, die sich angesprochen fühlten, aber nicht inhaltlich richtig abgebildet sahen.

Ich geb zu, dass ich in die diversen migrantischen Gruppen nicht genug Einblicke habe, um einschätzen zu können, wie gut sie sich zu "einer" Vertretung zusammenschließen lassen. (Also rein inhaltlich. Dass sich selbstbezeichnende "Türken" nicht von einem "Kurden" und umgekehrt vertreten lassen, selbst wenn sie beide genau gleich diskriminiert werden, ist klar :ugly:)
Aber im oft ähnlich gelagerten Bereich Sexismus gibt es jede Menge Spannungsfelder, sie so ein vereinnahmendes Auftreten eigentlich unmöglich machen. (Z.B. ist es höflich oder sexistisch, einer Frau den Vortritt zu lassen? Werden TT*I+ angemessen gewürdigt, wenn man sie als drittes Geschlecht ausdrücklich anspricht oder sollte man "postgender" anstreben? Ist die Erwähnung von Aktivitäten einer Transfrau/eines Transmanns unter alter Identität "dead naming" oder ist es eine angemessen Würdigung der Tatsache, dass er/sie eben in fortgeschrittenem Alter kein unbeschriebens Blatt ohne Vorgeschichte ist? Da gibt es massiv unterschiedliche Meinungen, aber trotzdem maßen sich viele hervorstechende Persönlichkeiten an, für alle zu sprechen, teilweise sogar im globalen Sinne. Und international sind sich die Feministinnen der Welt nicht einmal einig, ob Frauen vor Herren genannt werden müssen oder ob Ladies so stark sind, dass auch von zweiter Position aus den Ton angeben.)

Guter Punkt, wobei es, wie oben erwähnt, beim Themenkomplex Rassismus bei allen Vereinen, Aktivisten, NGOs, usw. im Kontext Migration eine Überschneidung gibt. Alle finden Diskriminierung ihrer Gruppe scheissse. Inhaltlich und in den Methoden mag es dann auseinander gehen, aber dass ist dann auch der Punkt, wo jede Gruppe für sich sprechen soll und ja auch tut.

Jein. Viele dieser Gruppen sind so klein, dass sie mehr oder minder zu Recht untergehen würden, würden sie nur für sich sprechen. Aber anstatt sich zu größeren Einheiten mit identischem Interesse zusammenzuschließen, erheben sie oft nur den Anspruch, für viel mehr zu sprechen, weil ja alle diskriminiert werden (stimmt so weit). Wenn ihnen dann tatsächlich jemand unter die Arme greifen will, haben sie (naheliegenderweise) nur auf sich selbst bezogene Vorschläge. Dass das für kritisch eingestellte Beobachter dann wie Vorteilsnahme unter Vortäuschung falscher Tatsachen erscheint, ist offensichtlich. Siehe auch das Eingangsbeispiel dieses Threads: LGBTTI*QA+-Künstler machen darauf aufmerksam, dass es ihnen wegen Corona scheiße geht und dass der Staat Maßnahmen ergreifen soll. Wie das tatsächlich gemeint war, habe ich immer noch nicht herausgefunden (weil der Eklat die ursprüngliche Kampagne komplett verschüttet hat), aber angekommen ist bei den Zuschauern jedenfalls, dass LGBTTI*QA+-Personen gefördert werden sollen, was ja eine relativ kleine Gruppe ist. Die beklagten Probleme resultieren aber daraus, dass es Künstler sind, was eine viel größere Gruppe Hilfsbedürftiger wäre. Bild beim Beobachter: Ein paar very special Snowflakes wollen sich von der Gesellschaft den Arsch vergolden lassen, während Menschen in gleicher Situation, aber mit heterosexueller Orientierung, sehen sollen, wo sie bleiben. Ergebnis: Gemotze, Ablehnung, keine Hilfe für Niemanden und gesteigerter Argwohn für alle künftigen LGBTTI*QA#-Initiativen, auch da wo tatsächlich und zu Recht LGBTTI*QA+-Belange anstehen.

Ne, eigentlich nicht. Wir können es ja mal gerne zusammen aufbröseln, von gröbster zur detaillierter Bezeichnung. Schwarzer, gilt als die Selbstbezeichnung für alle mit einer schwarzen Hautfarbe. Afro-Amerikaner ist der Schwarze in den USA, Afro-Deutscher ist der Schwarze aus Deutschland. Afrikaner sind alle Menschen vom Kontinent Afrika (captain obvious in action) und dann gibt es natürlich die verschiedenen Nationen und dann in den Nationen die zig Bevölkerungsgruppen.
Und je konkreter du wirst in der Ansprache, umso wertschätzender ist es, weil du auf die individuelle Ebene gehst. Ich meine, einem intelligenten Menschen wie dir, ist das doch schon alles bewusst. Es geht eigentlich nur um paar Begriffe, die rassistisch sind; das allen bekannte N-Wort, Mohr und Farbiger. Daher: so kompliziert ist es nicht, wie du es hier dargestellt hast. Die Begriffe ändern sich auch nicht alle paar Jahre. Die Schwarzen in USA nennen sich zum Beispiel seit eh und je Black People und wollen auch so genannt werden, wenn es denn überhaupt nötig ist, die Hautfarbe zu nennen.

Ja, Schwarze.

"Schwarze" und alle Erweiterungen von "Afrikaner" (außer "Afro-Amerikaner" wegen der einheitlichen Sklaverei-Vorgeschichte mit beschränkten Herkunftsregionen) passt leider in vielen Kontexten nicht, weil zum Beispiel Touareg auch Afrikaner sind und weitaus dunklere Haut haben als die Mehrheit der Bevölkerung in Subsahara-Afrika. Aber arabische statt afrikanischer Kultur, komplett andere Lebensweise und im Zuge dessen auch ganz andere (und weitaus unproblematischere) Erfahrungen mit Kolonialismus. "Afrikaner" umfasst auch noch den gesamten restlichen nordafrikanische Raum einschließlich Nachkommen der Kolonialisten und "Schwarze" passt umgekehrt vom Wort her gar nicht auf viele [Personen, deren Vorfahren überwiegend in Subsaharaafrika lebten], da diese Ethnien oft braune Haut haben. Ich habe es in der Übergangsphase nach "***" trotzdem benutzt, weil die meisten Deutschen weder die tatsächlichen Hautfarben in Subsahara-Afrika noch die Touareg kennen und somit trotz sachlich falscher Bezeichnung an den Personenkreis dachten, von dem ich sprechen wollte. Aber heute denken ja alle nur noch "Rassist".
"Mohr" scheidet, abgesehen vom biblischen Alter, sowieso aus, weil die dunklen Mauren ebenfalls Bezug zum arabischen Raum haben und "Farbiger" ist wortwörtlich das (von stramm-)deutsche(n verunstaltete) Wort für "of colour". Umfasst also alle von den Andamanen bis Zulu (und Rassismus obendrein). Von der Bedeutung her treffend war "***", aber weil die englische Verballhornung mit i als reines Schimpfwort geprägt (wenn auch mitlerweile von einem Teil der Beschimpften angenommen und umgedreht) wurde und weil es für sämtliche deutschen Rassissten DER Begriff der Wahl war, kann man nicht einmal mehr Schoko-Schaumspeisen damit bezeichnen, ohne schief angeguckt zu werden. Als Ein-Wort-Habitus-Beschreibung für jemanden, der halt diesen Habitus hat, also auch keine gute Wahl.
 
Die Schwarzen in USA nennen sich zum Beispiel seit eh und je Black People und wollen auch so genannt werden, wenn es denn überhaupt nötig ist, die Hautfarbe zu nennen.
Eben war es noch POC, aber was erwarte ich vom politischen Aktivismus?
die Assoziation mit "muslimisch", die hier vertreten wurde, ist aber Interpretation und offensichtlich antimuslimisch
Wenn wir vom christlichen Abendland sprechen können, kann man auch vom muslimischem Kulturraum sprechen. Wertungsfrei.


Ach ja, Jasin du hast wohl den Arsch offen hier vom AfD Stammtisch zu sprechen,
es gibt solche User hier, aber die haben sich interessanterweise kaum geäußert.
Du musst mal ernsthaft erklären wie du gegen die AfD sein kannst aber alles mögliche tust
um ihre politische Agenda zu unterstützen, argumentativ zu untermauern und ihre Ansichten populär zu machen.
 
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Was hat die Muttersprache damit zu tun, wo man herkommt? Wer fragt "wo kommst DU wirklich her?" unterstellt nicht nur, dass die erste Antwort falsch war ("wirklich") sondern fragt nun einmal auch nach dem Ursprung der Person selbst. Durch eine offensichtlich fremde Muttersprache wäre aber nur die Frage nach der Herkunft der Eltern gerechtfertigt und da die von dir beschriebene Person 25 Jahre ab dem Alter von 5 Jahren (vor dem man normalerweise keine nennenswerten Bezüge zur Welt außerhalb des Elternhauses hat) in Deutschland gelebt hat, kommt sie natürlich "wirklich" aus Deutschland. Sie wurde in Deutschland sozialisiert - nur halt nicht von (kulturell) Deutschen, weswegen sie die Sprache nicht 100%ig gelernt hat.
Die Beobachtung ist Erfarung, die Assoziation mit "muslimisch", die hier vertreten wurde, ist aber Interpretation und offensichtlich antimuslimisch. Da die Zuwandererfamilien aus Italien mittlerweile auf die 4. Generation zugehen und die Balkanflüchtlinge zu relativ großen Teilen wieder zurückgegangen sind, wäre erstmal festzuhalten, dass Türkischstämmige die mit Abstand größte Gruppe in der 2./3. Generation sind. Frage wäre also erstmal: Fällt euch wirklich ein höherer ANTEIL von schlecht deutsch Sprechenden im Vergleich zum ANTEIL in anderen Gruppen auf oder sind es nur absolut mehr, weil die ganze Gruppe größer ist? Zweite Frage, wenn es Anteile sind: Womit vergleicht ihr und woher wisst ihr überhaupt, die wievielte Generation es ist? Im Gegensatz zu den Nachfahren türkischer Gastarbeiter aus den 80ern kamen die große Welle aus der arabischen Welt nämlich erst in den letzten 10 Jahren. Die sehen für viele Europäer ähnlich aus, sind aber in der 1. Generation und sprechen dafür teilweise schon erstaunlich gut Deutsch. Umgekehrt kann ich ehrlich gesagt nicht behaupten, dass ich unter [Personen, deren Vorfahren mehrheitlich in Subsaharaafrika gelebt haben] einen besonders hohen Anteil akzentfreien Deutschs bemerkt habe und auch bei Leuten, deren Muttersprache Russisch ist, gibt es oft Auffälligkeiten. Die einzigen, die positiv hervorstechen, sind Asiaten, welche aber als Migrantengruppe auch überdurchschnittlich hohe Bildungsniveaus haben, und europäische Binnenmigranten, die zusätzlich den Vorteil einer des deutschen viel ähnlicheren Ursprungssprache haben.
Du wirst es kaum glauben, ich kann das aus wirklicher Erfahrung sagen, da ich seit der 8. Klasse bis zu meinem Abitur (1984-1991), in einem damals überregional bekannten Brennpunkt, zur Schule gegenagen bin, mit weit überdurchschnittlichen Migranten Anteil, besonders auch türkischer Migranten. Von der 8. Klasse bis zur 10. Klasse hatte ich selber 10 Migranten (23 Klassenkammeraden) als Klassenkammeraden wovon 5 türkischer Herrkunft waren, im Jahrgang war das Verhältnis gleich. In der Oberstufe waren es immer noch 6-7 Migranten in der Klasse mit 3 türkisch stämmigen Migranten. Wir hatten 10 türkisch Stämmige Abiturienten im Jahrgang und 25 Migranten von insgesammt ungefähr 80 Abiturienten.
Also erzähle du mir nicht was ich für Erfahrungen gemacht habe und von alle denen sprach jeder perfekt deutsch, auch die, die nicht in Deutschland geboren wurden, da in der Gegend Hochdeutsch gesprochen wird. Niemand konnte heraushören, das Deutsch nicht ihre "Muttersprache" war und ich war von der 8-10 Klasse auf einer Realschule und bin mit einem erweiterten Sekundarabschluss I, dann in die Oberstufe gewechselt.
Das was ich hier erzähle kann ich auf mehrere Jahrgänge und 3 Schulen (Schulzentren) erweitern, da man zwangsläufig auf dem Pausenhof und der Freizeit (Vereine) sehr viel Kontakt zu sehr vielen Migranten hatte.
 
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Wow sehr interessant zu lesen und Respekt an die Verfasser der Beiträge.
Es ist nun to much auf die Punkte ein zu gehen und entsprechend zu kommentieren.
Was definitiv falsch ist, sind klare und unverwechselbare Ausgrenzungen, aber auch sich zu weigern, in die Kultur zu integrieren in den man lebt.
Ich verallgemeinere das mal, es gibt das Sprichwort: Eindeutig zweideutig!
Und genauso können manche Fragen auch aufgestellt sein.
Wenn ich auf die Frage: "Woher kommst Du oder wo bist Du geboren"? Mit:
"Aus dem Schwarzwald", antworte, folgt die Frage ja woher kommen deine Eltern oder woher kommst Du ursprünglich?
Also fragt er mich nun weil er mich ausgrenzen will oder fragt er mich aus persönlichem Interesse?
Kommt immer auf die Situation an und auch auf die Vorbelastung des befragten wie er es auffasst.
Ich lebe hier in 2. Gen und meine Kids in der 3. Gen.
Und die Haarspalterei, jetzt jede Frage als rassistisch zu sehen oder zu analysieren ob es rassistisch sein kann, ist in meinen Augen selber rassistisch geprägt zu sein.
Dann könnte man keinen Smaltalk mehr führen.
Da dürfte ich auch in meinen hypothetischen Fall, keine Frau fragen " Hast Du einen Freund"? Weil ich die gleichgeschlechtliche Beziehung somit ausgrenzen würde und mit der Antwort: Hast Du was gegen Lesben mich gegenüber stellen müsste. (Habe ich aber auch nix gegen gleichgeschlechtliche Beziehungen und Konstellationen jeglicher Art).
Ich möchte das mal abkürzen das habe ich leider selber erlebt:
Unser Deutsch deutscher Nachbar (schade das man es so hinschreiben muss), ca. 90 Jahre alt, ist in der Nacht von seiner Haustreppe gestürzt.
Seine Frau die ca. 85J ist, hat ihre Schlafzimmerscheibe eingeschlagen und um Hilfe geschrien.
(Sie ist gehbehindert und an´s Rollstuhl gebunden).
Herübergeeilt um zu helfen aber die Frau konnte uns somit die Tür nicht öffnen weil sie im 1. OG war und ja nicht laufen konnte.
Also Direkt 112 gewählt und Hilfe angefordert.
Ca. 20 Minuten war der RTW da.
Die durften die Tür nicht aufbrechen. OMG
Die mussten auf die Polizei warten, die hatten einen Einsatz, weitere 10 bis 15 Min. vergingen.
Der Mann ist leider nicht mehr unter uns.
Laut Notarzt hat sich der Mann unmittelbar nach seiner Verletzung von der Welt getrennt.

Nun kann es sein, dass wenn es einen meiner Landsleute wiederfahren wäre, die diesen Fall so darlegen könnten, die haben uns absichtlich spät geholfen weil wir keine Deutschen sind, was aber falsch interpretiert und / oder die Situation nicht richtig erkannt wurde. Also es liegt ein Missverständnis vor.

2 Fall:
Meine Tochter, hatte als Baby vor 16 Jahren, Fieber gehabt und wurde beim Hausarzt behandelt.
Als aber der Fieber weiter anstieg und Telefonaten mit dem notärztlichen Dienst mit Temperaturangabe, hieß es
Stirn und Waden wickeln.
Trotz Behandlung, Medikamente und Wadenwickeln , wie sollte es auch sein, stieg der Fieber in der Nacht von Freitag auf Samstag, auf 39,8° C an.
Da nichts geholfen hat, sind wir dann direkt in die Notaufnahme gefahren.
Die Tante im KH hat den Fall aufgenommen und hat gesagt, nehmen Sie Platz der Arzt kommt gleich.
Ich habe Ihr erklärt, das Ihre Lippen und Hände blau anlaufen. Sie sagte ja ich beeile mich.
Meine Frau und ich haben gewartet.
Ein Paar Minuten später ca. 7-10 Minuten, kamen 2 Frauen ins KH gelaufen, beide Sturzbetrunken.
Da ich auf und abging habe ich aufgeschnappt das eine sagte ich oder Sie ist Privatpatientin.
Keine 2 Minuten später war der Arzt da und hat die Betrunkene Frau ins Sprechzimmer genommen.
Weitere 3 bis 5 Min. vergingen und meine Tochter bekam Fieberkrämpfe, sie wurde stocksteif und hat geatmet so was habe ich nie erlebt, sehr sehr kurze stoßweise und flache Atemzüge. (Haben sich wie kleine Rülpser angehört).
Als ich das dann sah, bin ich ins Sprechzimmer gegengen und habe den Arzt gesehen wie er der Frau einen Verband um den Knöchel wickelte, ich habe Ihm dann gesagt, wenn Sie jetzt meine Tochter nicht behandeln, wird sie glaube ich sterben, habe den Arzt am Arm gepackt und raus gezogen.
Sie wurde dann vom Chirurg (dem Arzt den ich raus gezogenn habe), direkt an den Tropf gehangen und hat krampflösendes injiziert bekommen.
(Glaube war Cortison oder Cortisol ich weiß es nicht mehr genau).

Als der Arzt zu meiner Tochter kam, habe ich gehört wie der Arzt der Frau die den Fall aufgenommen hat gesagt hat,
"Sagen Sie mal was haben Sie nicht verstanden"?

Nun zum eigentlichen Thema:
War ich der nicht integrierte böse Migrant, oder waren es die rassistischen Menschen die ein türkischstämmiges Baby nicht behandeln wollten oder hat die Tante in der Notaufnahme die Situation nicht geschnallt?

Klare Aussage von mir, die Frau die den Fall aufgenommen hat, hatte entweder zuviel Stress gehabt oder war mit der Situation überfordert. Es war absolut kein Rassismus im Spiel.

Fazit:
Vieles beruht auf MISSVERSTÄNDNISSEN und deren die diese MISSVERSTÄNDNISSE von beiden SEITEN schamlos ausgenutzt werden um Ihre Interessen zu durch zu setzen.

Toleriert euch und klärt bitte auf.
Es ist schön gemeinsam zu leben und eine Lebensbereicherung von ein ander zu lernen und zu teilen.

Schließlich teilen alle Nationen der Welt nur die eine Welt, die ERDE!
 
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Eben war es noch POC, aber was erwarte ich vom politischen Aktivismus?
7 Seiten Erklärungen und du verstehst immer noch nicht die hier verwendeten Begrifflichkeiten... :klatsch:
Ach ja, Jasin du hast wohl den Arsch offen hier vom AfD Stammtisch zu sprechen,
es gibt solche User hier, aber die haben sich interessanterweise kaum geäußert.
Du musst mal ernsthaft erklären wie du gegen die AfD sein kannst aber alles mögliche tust
um ihre politische Agenda zu unterstützen, argumentativ zu untermauern und ihre Ansichten populär zu machen.
AfD hasst Menschen wie mich und das wofür ich einstehe. Deine persönliche Verleumdung ist demnach so paradox, dass ich ehrlich gesagt nicht mal weiß, ob ich wütend sein soll oder lachen soll. Ich lach mal lieber, is besser für's Herz ?
 
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