"Alter weißer Mann" in der Politik

Ich denke einfach Toleranz fängt an beiden Seiten an und man sollte niemals den Extremisten die Meinungshoheit überlassen. Manche Dinge finde ich halt einfach unlogisch. Migranten definieren ihre Herkunft als Teil ihrer Identität und sagen zurecht, dass diese Vielfalt unsere Gesellschaft gut tut, was ich auch so sehe. Nur kann ich dann auf der anderen Seite einen Teil der eigenen Identität nicht zur Tabuzone für meine Mitmenschen machen. Die eigentliche Frage nach der "echten Herkunft" finde ich nicht schlimm, die Reaktion ist entscheidend. Es wäre imho schade positive Reaktionen auszugrenzen um die negativen zu vermeiden. Ich finde es teilweise schlimm wie die Antirassismusbewegung den Rassisten zuarbeitet indem mal selber die rassistische Bedeutung bestimmter Begriffe zementiert.

Das klassische Beispiel der Mohrenkopf. Praktisch jeder Mensch denkt da heute an einen leckeren Schaumkuss und assoziiert etwas positives, die rassistische Bedeutung war in den Köpfen der Menschen praktisch verschwunden. (außer in den von Rassisten und leider auch den Antirassisten) Jetzt hat man diese beliebte Produkt "weiß gewaschen".
 
Ich denke einfach Toleranz fängt an beiden Seiten an und man sollte niemals den Extremisten die Meinungshoheit überlassen.
Unterschreibe ich sofort.
Manche Dinge finde ich halt einfach unlogisch. Migranten definieren ihre Herkunft als Teil ihrer Identität und sagen zurecht, dass diese Vielfalt unsere Gesellschaft gut tut, was ich auch so sehe. Nur kann ich dann auf der anderen Seite einen Teil der eigenen Identität nicht zur Tabuzone für meine Mitmenschen machen. Die eigentliche Frage nach der "echten Herkunft" finde ich nicht schlimm, die Reaktion ist entscheidend. Es wäre imho schade positive Reaktionen auszugrenzen um die negativen zu vermeiden.
Ich verstehe, und eine gewisse Ambivalenz ist da auch nicht von der Hand zu weisen. Ich betrachte das ganze allerdings nicht so schwarzweiß. Bei der Herkunftsfrage, kommt es tatsächlich auf den Kontext an. Ich wurde bei einer Wohnungsbesichtigung danach gefragt und habe die Wohnung nicht bekommen - natürlich kann es andere Gründe gegeben haben, als der Migrationshintergrund, aber die Frage war mMn an dieser Stelle verkehrt. Ich denke so geht es vielen, die vielleicht eine Aversion ggü. einer, an sich betrachtet, harmlosen Frage, entwickelt haben. Da es nicht wirklich um die Frage als solche geht, sondern um die vermeintlich daran gekoppelten Benachteiligungen.

Aber als positives Gegenbeispiel, finde ich es legitim, und ich kenne keine/n, die/der es nicht in Ordnung findet, wenn in einer angenehmen Kennenlernphase im Gespräch Neugier gezeigt wird. Im Gegenteil sogar.
 
Zuletzt bearbeitet:
Wenn bei einer Wohnungsbesichtigung die Frage fällt, ist sie klar diskriminierend. Ich hoffe Du hast geklagt.
 
Hiesige "Migranten" sind, zum größten Teil, aber keine Migranten mehr, sondern Deutsche mit Eltern, oder sogar Großeltern, mit Migrationsgeschichte.
Unterschied ist:
Migrant vs Migrationshintergrund
Und wenn diese Menschen über ihre Rassismuserfahrungen sprechen, heißt es nicht, dass das ganze Leben in BRD ein Alptraum ist.
Dann soll man sein Buch auch nicht so nennen.
"Ich finde nicht, dass ich dankbar sein muss, dass ich hier leben darf oder die Uni besuchen durfte."
Doch solltest du, sollte ich auch, sollten wir alle die hier leben.
Obwohl gesagt wurde, woher man aus Deutschland kommt, oder dann noch die Anmerkung "Sie haben aber gut deutsch gelernt..." obwohl du hier geboren bist.
Interessante Annekdote:
Ich bin ja mit vielen Menschen mit Migrationshintergrund aufgewachsen und besonders bei jeden mit islamischen Kulturellen Hintergrund hat man es am Deutsch heftigst rausgehört obwohl es schon um die dritte Generation gehandelt hat.
Nun komm ich 2019 auf ne Party von Freunden und ja, es waren Menschen dort, bei denen man das auch rausgehört hatte. Ich hatte meine Verlobte dabei (aus Lateinamerika) und natürlich kam das Thema Migration auf, da sie selbst Deutsch am lernen ist.
Stellt sich heraus: Der mit dem wir uns unterhalten haben ist vor 3 Jahren aus dem Irak gekommen und sein Deutsch war auf dem Level wie ich es von vielen kenne die in der dritten Generation hier sind.
Da fragt man sich doch was bei manchen falsch läuft oder was bei ihm so verdammt richtig gelaufen ist.
 
Unterschied ist:
Migrant vs Migrationshintergrund

Dann soll man sein Buch auch nicht so nennen.
Du reißt mein Zitat aus dem Kontext hier.
"Ich finde nicht, dass ich dankbar sein muss, dass ich hier leben darf oder die Uni besuchen durfte."
Doch solltest du, sollte ich auch, sollten wir alle die hier leben.

Interessante Annekdote:
Ich bin ja mit vielen Menschen mit Migrationshintergrund aufgewachsen und besonders bei jeden mit islamischen Kulturellen Hintergrund hat man es am Deutsch heftigst rausgehört obwohl es schon um die dritte Generation gehandelt hat.
Nun komm ich 2019 auf ne Party von Freunden und ja, es waren Menschen dort, bei denen man das auch rausgehört hatte. Ich hatte meine Verlobte dabei (aus Lateinamerika) und natürlich kam das Thema Migration auf, da sie selbst Deutsch am lernen ist.
Stellt sich heraus: Der mit dem wir uns unterhalten haben ist vor 3 Jahren aus dem Irak gekommen und sein Deutsch war auf dem Level wie ich es von vielen kenne die in der dritten Generation hier sind.
Da fragt man sich doch was bei manchen falsch läuft oder was bei ihm so verdammt richtig gelaufen ist.
Ich bin es langsam müde auf dein und Dons antimuslimisches Denken einzugehen. Sucht euch bitte jemand anderen dafür, oder tauscht euch gerne untereinander aus, wie sehr euch muslimische Mitmenschen stören. Das ist mir zu energieaufzehrend langsam.
 
Ich bin es langsam müde auf dein und Dons antimuslimisches Denken einzugehen. Sucht euch bitte jemand anderen dafür, oder tauscht euch gerne untereinander aus, wie sehr euch muslimische Mitmenschen stören. Das ist mir zu energieaufzehrend langsam.
Ich hab vom islamischen Kulturraum gesprochen (also Geografie), nicht von Moslems. Oder soll ich Araber sagen? Das wäre falsch.
Soll ich über meine Erfahrungen lügen? Oder liest du daraus, dass alle anderen dann perfekt Deutsch konnten, dem ist mitnichten so, aber man hat es eben anders rausgehört.
 
Wenn bei einer Wohnungsbesichtigung die Frage fällt, ist sie klar diskriminierend. Ich hoffe Du hast geklagt.
Ne du, leider nicht. So traurig sich das aber auch anhört, man ist es irgendwann gewöhnt. Ich kenn das ja auch schon seit Schulzeiten damals in den 90er: Sprüche wie "Verhaltet euch mal so, da wo ihr herkommt" oder "Wir sind hier in Deutschland!"

Ich will dir damit nur sagen, wir kennen das zuhauf und rennen dann dummerweise später nicht hin und klagen.
 
Wusstest du, dass man sich als Nordrheinwestfale in Bayern auch anhören muss, dass die Schulen in deiner Heimat nichts taugen und dass der eigene Abschluss nicht so viel Wert sei?
 
Ne du, leider nicht. So traurig sich das aber auch anhört, man ist es irgendwann gewöhnt. Ich kenn das ja auch schon seit Schulzeiten damals in den 90er: Sprüche wie "Verhaltet euch mal so, da wo ihr herkommt" oder "Wir sind hier in Deutschland!"

Ich will dir damit nur sagen, wir kennen das zuhauf und rennen dann dummerweise später nicht hin und klagen.

Das ist das Problem der Antirassismusbewegung. Anstatt den relevanten, alltäglichen und systematischen Rassismus anzugehen, verfällt man in eine Symbolpolitik. Der Mohrenkopf ist nicht rassistisch, der Vermieter aber schon.

Im Endeffekt muss man sich aber immer sagen, dass jeder Mensch anders ist. Jeder Deutsche, jeder Migrant, einfach jeder. Ich glaube das würde viele Vorurteile verschwinden lassen und unser Zusammenleben erleichtern.

Oder wie ich sage "Der Typ Arsch hat keine Rasse."
 
Jeder Deutsche, jeder Migrant, einfach jeder.
Das ist schlicht und einfach falsch :D
Ein Migrant ist jemand der nach Deutschland eingewandert ist. Ich bin schon immer hier, ich bin kein Migrant. Genau so wenig wie das hier geborene Kind von Migranten selbst kein Migrant ist.
 
Mir laufen die Tränen.
Ja du bist halt ein Aktivist der kein bisschen objektiv ist.
Wenn du nicht in Bayern studieren kannst weil dein Abschluss nicht anerkannt wird, wirst du das anders sehen.

Oder um ein paar Jahrzehnte zurück zu gehen:
Frag mal Spätaussiedler oder noch später die Flüchtlinge aus Ostpreußen die man hier aufgenommen hatten.
Da war man hier auch nicht so mega happy.
 
Das ist schlicht und einfach falsch :D
Ein Migrant ist jemand der nach Deutschland eingewandert ist. Ich bin schon immer hier, ich bin kein Migrant. Genau so wenig wie das hier geborene Kind von Migranten selbst kein Migrant ist.

Ändert ja nichts daran, dass jeder Mensch anders ist.
 
Ja du bist halt ein Aktivist der kein bisschen objektiv ist.
Wenn du nicht in Bayern studieren kannst weil dein Abschluss nicht anerkannt wird, wirst du das anders sehen.
Ich bin kein Aktivist, nur weil ich in einem Hardware Forum gegen Rassismus schreibe. Ich bin in Reallife ein normaler Mitbürger, der seit Wochen schon, seine Steuererklärung immer auf morgen verschiebt:ugly:
Oder um ein paar Jahrzehnte zurück zu gehen:
Frag mal Spätaussiedler oder noch später die Flüchtlinge aus Ostpreußen die man hier aufgenommen hatten.
Da war man hier auch nicht so mega happy.
Ja ok, ist alles scheissse. Ich lese es so, als würdest du es rechtfertigen oder relativieren wollen. Oder was möchtest du damit eigentlich sagen?
 
Ich bin es langsam müde auf dein und Dons antimuslimisches Denken einzugehen. Sucht euch bitte jemand anderen dafür, oder tauscht euch gerne untereinander aus, wie sehr euch muslimische Mitmenschen stören. Das ist mir zu energieaufzehrend langsam.
Ich wollte die Anekdote eigentlich nicht schreiben, aber ich muss hier einhaken, auch wenn es dir unangenehm ist, das ist nämlich enscheidend und Sparanus hat völlig recht. Es ist nicht der kulturelle Hintergrund, sondern der Unterschied gegenüber anderen Migranten, hier nur bezogen auf die Sprache, der zu oft auffällt.
Bei einem Assesment der Stadt Hannover im Sommer 2020, ging es in einer freien Diskussion zwischen 8 Teilnehmern (mich inklusive), genau um das Thema. Wahrscheinlich hat mich meine Reaktion auch den Kopf gekostet, aber anderes Thema.
Türkische Migrantin nicht in Deutschland geboren, aber seit 25 Jahren hier lebend, um die mitte Dreißig, hat genau diesen Punkt , nach der Herkunftsfrage herausgestellt und ihn als diskriminierend bezeichnet. Sie kommt aus Berlin punkt.
Nun war es aber so, das man ihr Deutsch zwar als fließend ansehen kann, aber wirklich jeder, wusste nach 2 Sätzen, das es nicht ihre Muttersprache ist, da zu viele grammatikalische Fehler und einfach hier und da Vokabeln fehlten.
Meine Frage war halt, wie sie sich auf ihren Standpunkt festlegen kann, wenn wirklich jeder nach einem kurzen Gespräch festellen kann, das Deutsch nicht ihre Muttersprache ist, das empfand sie halt auch diskriminierend.
Und hier liegt eben auch die Krux, und der Punkt auf den Sparanus m.M nach hinaus will, sprechen viele oder die Meisten der hier geborenen Migrantenkinder, oder in sehr frühem Alter immigrierten Kinder aus dem nicht türkischen und arabischen Raum, perfekt Deutsch, was ungemein hilft, bei der Frage nach Diskriminierung!
Und es ist eben auffällig, das es da teilweise bei Migrantenkinder aus dem türkischen und arabischen Raum, eben nicht der Fall ist, selbst bei Kindern mit Migrationshintergrund geboren in der 2. und 3. Generation.
Und das hat rein gar nichts mit antimuslimisches Denken zu tun, sondern mit gemachten Erfahrungen.
Und die Hemmschwelle für jeden ist ungleich höher nach der "Herkunft" zu fragen, wenn sich Jemand mit dir in "perfekten" Deutsch unterhält oder du nach kurzem Gespräch festsstellst, das Deutsch eher nicht seine "Muttersprache" ist.
 
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