Obscure orientiert sich zum einen stark an den bekannten Teenie-Horrorfilmen a la Scream oder Scary Movie und andererseits am Gameplay von Resident Evil. Dabei begeistert vom ersten Augenblick an die gelungene Inszenierung des Spiels, die uns schon nach kurzer Spielzeit glauben lässt tatsächlich in besagtem Horrorstreifen mitzuspielen. Dabei bedient man sich aller bekannten Klischees und praktisch alle erwarteten Begegnungen und Szenen kommen auch in dem Spiel vor. Von der nicht nur in einem Film bekannten Umkleideraum-Szene bis hin zu den typischen Begegnungen mit dem Schuldirektor und dem Hausmeister ist alles vorhanden.
Da wir im Spiel insgesamt fünf verschiedene Charaktere spielen - genau genommen sind es sogar sechs, den Sechsten aber ereilt das Schicksal aller sprechenden Statisten - die allesamt spezifische Fähigkeiten besitzen, haben sich die Entwickler bei MC2 etwas ganz Besonderes einfallen lassen. Denn in der Praxis bewegt man sich fast immer zu Zweit durch das Schulgebäude, wobei man die eine Person voll kontrolliert und man der jeweils anderen Person ganz einfache Befehle geben kann, wie "Hilf mir", "Warte hier" oder "Folge mir". Bei Bedarf jedoch können wir jederzeit zwischen den Beiden hin- und herschalten. Um nun die anderen Charaktere benutzen zu können, gibt es den sogenannten Sammelplatz, der sich natürlich auf dem Schulhof befindet. Dort warten die momentan nicht benutzen Charaktere und es genügt dorthin zu gehen um einen oder zwei neue Personen auszuwählen. Auf diese Art und Weise kann man die besonderen Fähigkeiten jedes Einzelnen ausnutzen. Damit die Wege durch das recht ausufernde Schulgebäude nicht zu lang werden, ist es zudem möglich per Tastendruck von jedem beliebigen Ort aus zum Sammelplatz zu gelangen.
Was dieses System nun zu etwas Besonderem macht ist das durchdachte und mehr als gelungene Coop-Feature. Denn ohne dafür speziell ein Coop-Game starten zu müssen, kann ein zweiter Spieler jederzeit ins Spiel mit einsteigen und die Kontrolle über den zweiten Schüler übernehmen. Damit das Zusammenspiel der beiden Zocker auch trotz der fest montierten Kameras funktioniert, besteht die Möglichkeit die Kamera quasi zu sich her zu holen. Das bedeutet, dass die Kamera immer an Einem der Beiden festgemacht ist und man die Kamera per Tastenklick auf den eigenen Charakter fixiert. Dies funktioniert besser als man meinen möchte, da man sich meist von Raum zu Raum bewegt und man sich eigentlich nie soweit voneinander entfernen muss, dass man mit der Kamerasteuerung Probleme bekommt. Denn zusätzlich wird der jeweils zweite Charakter automatisch immer in den nächsten Raum mitgenommen wenn sich der erste Charakter dorthin bewegt. Es ist also nicht möglich einen Raum alleine zu betreten, egal wie weit weg der jeweilige Partner ist. Das System komplett macht die Möglichkeit den zweiten Spieler auch jederzeit wieder aussteigen zu lassen, indem er die Kontrolle am Sammelplatz wieder dem Computer übergibt, schon kann man alleine weiterspielen. Demnach gibt es auch keine unterschiedlichen Spielstände für den Coop- und den Singleplayer-Mode.