Das Urteil betrifft nicht nur das Geschäftsmodell von Adblock, sondern auch das von Webseiten.
Überspitzt könnte man sagen:
Adblock nimmt den von Redaktionen erstellten Content und stellt diesen in einem selbst definierten Format dar, wodurch dann Adblock Geld verdient, während die Redaktionen leer ausgehen.
Würde ein Anbieter das Gleiche nicht mit einem Plug-In machen, sondern mit einem Grabber- oder Frame-System die Inhalte (aber keine Werbung) auf eine eigene Webseite spiegelt, so würde er binnen kürzester Zeit zu Recht verurteilt werden. So sehr ich auch den Bedarf an Entlastung von besonders penetranter Werbung verstehe - wie der Richter zu dem Schluss kommt, das eine von Adblock gegen Zahlungen an Adblock definierte Blocking-Liste eine "aktive Handlung des Nutzers" darstellt, ist für mich nicht nachvollziehbar. Wenn ein Virus eine Sicherheitslücke im Flash-Player ausnutzt, würde auch niemand die Verantwortung beim User sehen, der das Flash-Plugin installiert hat.
Naja. Fast niemand
P.S.: Wer penetrante Werbung selektiv blocken möchte, dem steht übrigens immer die Möglichkeit eines selbst angelegten Filters offen. Einige Browser bringen die nötigen Grundlagen sogar von Hause aus mit, da braucht man nicht einmal mehr ein Plug-In - und erst recht keine vorgegebene Filterliste, mit der andere gut Geld verdienen.
Opera 12.XX for ever! Oder zumindest bis Vivaldi fertig ist.