News Accountzwang: Microsoft zieht bei Windows 11 die Daumenschrauben an

Dass der gleiche große Aufschrei bei Smartphones ausbleibt, hat eher damit zu tun, dass Smartphones generell viele Userfreiheiten außer Kraft gesetzt haben
Wenn man mal Blackberrys, Palms, Nokia Communicators und erste Gehversuche von HTC mit Windows Mobile außen vor lässt, kennt der normale Nutzer Smartphones als solche erst seit dem ersten iPhone 2008. Und bereits da waren der Appstore und ein Account dafür nicht nur mitgedacht, sondern zentrales Verkaufsargument.
alles Freiheiten, die man auf den meisten Smartphones nicht hat. Nicht die Aufregung um Microsofts Faxen ist das Problem, sondern dass derlei Einschränkungen bei Smartphones so stillschweigend hingenommen werden. Der PC verkörpert, wie es sein sollte, wenn man einen Computer gekauft und bezahlt hat. Dass wir uns das bei Smartphones haben wegnehmen lassen, ist kein Grund, es beim PC jetzt auch noch zu tun, im Gegenteil.
Weggenommen wurde das nur den Leuten, die schon vor dem iPhone in der Smartphonewelt unterwegs waren, also wenn überhaupt einem Promill der damaligen Bevölkerung, der Rest kennt hat das nur mit Accounts kennengelernt.

Macht aber ohnehin kaum einen Unterschied, je nachdem aus welchen Gründen Leute keinen Account haben wollen:
  • Anonymität: Ohnehin wertlos wegen der Anbieterkennung beim Internetzugriff. Über ein VPN ist dann halt wer anders der Mittelsmann, dem man halt auch Vertrauen muss. Bei Mobilgeräten noch schlimmer wegen des separaten OS in den Netzwerkchips von Broadcom, Qualcom etc. Blackbox ist da gar kein Ausdruck zumal beispielsweise bei Handys auch voller Speicherzugriff auf den gemeinsamen Hauptspeicher, den Android, iOS, Graphene oder wer auch immer nutzt üblich ist. Mit genügend Aufwand und technischer Ausrüstung kann man da den Traffic zurückverfolgen. Das kostet aber eher, als dass es Geld bringt. So etwas ist eher die staatliche Nummer und hoffentlich trotz aller Politiker mit Überwachungsphantasien hierzulande auch in Zukunft nur mit richterlichem Beschluss erlaubt.
  • Vermeidung personalisierter Werbung: Möglich, aber da sollte man dann ohne Account und so "Vanilla" wie möglich bleiben: Keine Browseraddons, Standardbrowser, Verläufe und temporäre Daten löschen. Resultat ist dass hunderte neue Profile angelegt werden, die aber nur schwer zu verknüpfen sind, weil ununterscheidbar von neunen Nutzern. Ist unbequem zu nutzen, da ohne Auto-Logins und entspricht eher der Interneterfahrung der 90er und frühen 00er. Aber verhältnismäßig wirksam. Ein Accountzwang mit nachträglichem Opt-Out(wie in Windows 11) ist nicht sonderlich elegant(vor allem da Spuren im OS zurückbleiben), aber hinreichend.
  • Vermeidung von Identitätsdiebstahl durch Dritte nach Datenverkauf oder nach einem Leak: Hier wird ein möglichst vollständiges Nutzerprofil gebraucht mit einzigartigen Identifikationsmerkmalen(KYC). Klassiker ist die Telefonnummer, die ändert kaum jemand häufig. Das ist auch der Grund warum viele 2FA-Systeme gerne die Telefonnummer hätten. Ein Account ohne 2FA und Telefonnummernzwang alleine ist da weniger problematisch. Das ist der gewichtigste Grund gegen einen(und sei er auch nur temporär) Account. Sobald 2FA und eine Telefonnummer auftaucht, hört der Spaß auf. Ich weiß nicht ob ein MS-Account inzwischen so etwas benötigt, ich könnte mir das aber gut vorstellen, dass die Reise dahin geht.
 
"...sowie Dokumente, Bilder und bei Edge die Favoriten mit dem Konto gesichert werden, das finde ich persönlich gut und zeitgemäß."

Sorry, finde ich so überhaupt nicht gut.
Ich möchte nicht, das meine privaten Bilder, Favoriten, oder sonst was bei M$, oder anderswo gespeichert werden und evtl. beim nächsten "leak" im ganzen Internet zu finden sind. :heul:

Mach regelmäßig ein System-Backup und dann brauchste den Quatsch nicht. ;)
Und was machst Du mit dem Backup wenn deine Bude abfackelt? Das ist mir im Laufe des Lebens schon 2 mal passiert. Ja, man kann das jede Woche in ein Bankschließfach legen oder irgendwo anders lagern, aber wer hält das schon aus.

Mehrmals in meinem Leben hatte ich "weinende" Eltern, die alle Ihre Bilder verloren hatten. Viele von uns hier sind Profis und können das auch so einstellen, wie sie es wollen und auf Microsoft pfeifen. Viele haben da aber auch eine komische Doppelmoral. Microsoft Konto? Nein Danke. Aber die privaten Bilder per Whatsapp teilen, kein Problem. Das die dann erstmal durch die NSA und andere Geheimdienste gesichert werden, wird ausgeblendet, das ist in Ordnung.

Ist jetzt nicht persönlich gegen Dich, aber damit kämpfe ich seit Jahren und ich verstehs nicht.
 
Ja, man kann das jede Woche in ein Bankschließfach legen oder irgendwo anders lagern, aber wer hält das schon aus.
Der "andere Ort" des backups muss ja kein Schließfach sein. Ich habe beispielsweise eine Kopie meines Backups in meinem Büro auffer Arbeit liegen. Der Zugang dahin dürfte weitaus besser geschützt sein als der zu meinem Wohnzimmer, ich bin mehrfach die Woche da um das Backup zu updaten und der Datenträger iust natürlich verschlüsselt falls ein Kollege unerwarteterweise meint den Schrank aufbrechen und was klauen zu müssen.
Das mache ich jetzt seit zig Jahren so, also externen Datenträger A updaten und dann gegen Datenträger B im Büro tauschen und B daheim wieder updaten, funktioniert mit nem Doppelklick auf ein CMD-Skript, der Aufwand dafür ist zumindest was den Ablageort des Backups angeht praktisch gleich Null.

Mehrmals in meinem Leben hatte ich "weinende" Eltern, die alle Ihre Bilder verloren hatten.
Das hatte ich auch schon. Und das waren Leute denen ich jahrelang mehrfach gesagt hatte sie sollen sich ein Backup machen, so etwas könnte passieren. Aber was soll man sagen. "Boomer-Ignoranz" war da wohl zutreffend. Was soll denn passieren, da ist noch nie was kjaputt gegangen, wir gehen ja pfleglich damit um und ähnliche Argumentationen bei denen der geneigte Boomer auch nicht verstehen kann oder will dass all das keine Rolle spielt.

Aber gegen all das ist eine Cloud-Lösung bzw. eine Sicherung über das MS-Konto auch finde ich keine wirklich gute Lösung. Klar, weitaus besser als nichts aber auch hier muss der Benutzer zumindest grob wissen was er tut (beispielsweise seine Bilder in einem Ordner ablegen der auch synchronisiert wird...), und das ist in der genannten Gruppe das zweitgrößte Hindernis (das größte ist "sich nicht dafür interessieren").
 
Punkt 4: Schutz für
Wenn man mal Blackberrys, Palms, Nokia Communicators und erste Gehversuche von HTC mit Windows Mobile außen vor lässt, kennt der normale Nutzer Smartphones als solche erst seit dem ersten iPhone 2008. Und bereits da waren der Appstore und ein Account dafür nicht nur mitgedacht, sondern zentrales Verkaufsargument.

Weggenommen wurde das nur den Leuten, die schon vor dem iPhone in der Smartphonewelt unterwegs waren, also wenn überhaupt einem Promill der damaligen Bevölkerung, der Rest kennt hat das nur mit Accounts kennengelernt.

Macht aber ohnehin kaum einen Unterschied, je nachdem aus welchen Gründen Leute keinen Account haben wollen:
  • Anonymität: Ohnehin wertlos wegen der Anbieterkennung beim Internetzugriff. Über ein VPN ist dann halt wer anders der Mittelsmann, dem man halt auch Vertrauen muss. Bei Mobilgeräten noch schlimmer wegen des separaten OS in den Netzwerkchips von Broadcom, Qualcom etc. Blackbox ist da gar kein Ausdruck zumal beispielsweise bei Handys auch voller Speicherzugriff auf den gemeinsamen Hauptspeicher, den Android, iOS, Graphene oder wer auch immer nutzt üblich ist. Mit genügend Aufwand und technischer Ausrüstung kann man da den Traffic zurückverfolgen. Das kostet aber eher, als dass es Geld bringt. So etwas ist eher die staatliche Nummer und hoffentlich trotz aller Politiker mit Überwachungsphantasien hierzulande auch in Zukunft nur mit richterlichem Beschluss erlaubt.
  • Vermeidung personalisierter Werbung: Möglich, aber da sollte man dann ohne Account und so "Vanilla" wie möglich bleiben: Keine Browseraddons, Standardbrowser, Verläufe und temporäre Daten löschen. Resultat ist dass hunderte neue Profile angelegt werden, die aber nur schwer zu verknüpfen sind, weil ununterscheidbar von neunen Nutzern. Ist unbequem zu nutzen, da ohne Auto-Logins und entspricht eher der Interneterfahrung der 90er und frühen 00er. Aber verhältnismäßig wirksam. Ein Accountzwang mit nachträglichem Opt-Out(wie in Windows 11) ist nicht sonderlich elegant(vor allem da Spuren im OS zurückbleiben), aber hinreichend.
  • Vermeidung von Identitätsdiebstahl durch Dritte nach Datenverkauf oder nach einem Leak: Hier wird ein möglichst vollständiges Nutzerprofil gebraucht mit einzigartigen Identifikationsmerkmalen(KYC). Klassiker ist die Telefonnummer, die ändert kaum jemand häufig. Das ist auch der Grund warum viele 2FA-Systeme gerne die Telefonnummer hätten. Ein Account ohne 2FA und Telefonnummernzwang alleine ist da weniger problematisch. Das ist der gewichtigste Grund gegen einen(und sei er auch nur temporär) Account. Sobald 2FA und eine Telefonnummer auftaucht, hört der Spaß auf. Ich weiß nicht ob ein MS-Account inzwischen so etwas benötigt, ich könnte mir das aber gut vorstellen, dass die Reise dahin geht.

Zwei Punkte hast du übersprungen.
- Kontrolle über das eigene System: Hängt zwar eigentlich nicht zwangsläufig mit einem Account-System zusammen, aber als individuelle Verbindung zwischen Client-Gerät und Anbieter-Server beinhaltet dieses immer auch die Möglichkeit für Eingriffe von letzterem in ersteres. Das ist bei Microsoft auch bislang schon problematisch, da eine sichere Systemnutzung stark an die Einspielung von Updates mit teils schwerwiegenden Änderungen gekoppelt wurde, aber sobald Systembestandteile in Account-gebundene Stores ausgelagert werden, geht gar nichts mehr. Bzw. anbieterseitig alles.
- Boykott zentralisierter Software: Zum Beispiel bei Steam konnte und kann man über Umwege weitestgehende Anonymität, Personalisierung und Datenschutz in (Multi-)Accounts sicherstellen. Ist halt extrem unbequem, aber hätte jeder so handhaben können. Das hätte aber rein gar nichts daran geändert, dass Spiele kaum noch unabhängig bezogen werden können, über Accountssperrungen verloren gehen, etc.. Ein vollständiger Boykott Steams dagegen hätte diese Wirkung gehabt und während Spiele, also Unterhaltung, und Komfort noch Hand in Hand gehen, ist bei Betriebssystemkomponenten dann doch für einige mehr die Grenze des (er-)tragbaren überschritten.
 
Servus miteinander,

ich kann alle, die mit dem Gedanken spielen, zu Linux zu wechseln, darin bestärken.
Auf Notebooks und Mini-Pc (Am TV) habe ich schon länger Linux Mint im Einsatz. Auf diesen Systemen wird außer Browser und VLC Player praktisch nichts genutzt. Einzig die Installation eines USB-Wifi Sticks war nicht Plug and Play, sondern hat mich etwas Sucharbeit gekostet um das gewünschte Ergebnis zu erreichn.

Ich habe auf meinem relativ modernen Gaming Rechner seit ca. 1 Monat Linux Mint am Laufen (7600X + AMD 6700XT / ASRock PG Lighting X670E) und bin sehr zufrieden. Windows ist (aktuell mit W10) mit einer kleinen 500 GB Partition noch vorhanden, aber aktuell nutze ich für meine Games und Produktives ausschließlich Linux Mint.

Epic + Gog direkt in den Heroic Games Launcher eingebunden. Bei älteren Spielen (z.B. Batman Origins aus dem Jahr 2013 oder Titan Quest Anyversary) musste ich eine ältere Proton Version verwenden.

Programme wie Firefox / Thunderbird nutzte ich bereits auf Windows und ich konnte das Profil direkt importieren.
Libreoffice, Teamspeak, Nextcloud, Signal Messenger, Cryptomator laufen alle ohne Probleme auf Linux und sind direkt aus der Anwendungsverwaltung installierbar. Der Veeam Agent (Backup Programm) ist unter Linux etwas umständlicher und unschöner als in der Windows Version, bietet aber die gleiche Funktionalität. Bei meinem Brother Multifunktionsgerät haben Scannen und Drucken per Plug and Play funktioniert. Als Scanprogramm nutze ich Naps2.

Mein geliebter Winamp läuft mit Wine problemlos :-)

Die Anpassbarkeit des Desktops gefällt mir sehr gut.

Linux ist vermutlich für Gamer, die immer die neuesten Titel zocken (inkl. entsprechender Anti-Cheat Techniken) vermutlich weniger geeignet. Für alle anderen wie mich, uneingeschränkt empfehlenswert.

Auf dem PC meiner Mutter (i5-4. Generation) wird demnächst auch Linux Mint installiert.
 
Man kommt bei Samsung ohne Zugangsdaten nicht mehr in den Recovery Modus? Gut zu wissen und ein Grund, einen Bogen drum zu machen. Was für einen Sinn hat so etwas denn, wenn es z.B. bei Verbindungsstörungen gar nicht zugänglich ist?^^
Um bei Samsung das Telefon über den "regulären" Weg zurückzusetzen, wird vorher das nochmalige Anmelden am Google/Samsung-Konto verlangt. Dann wird es Zurückgesetzt, als wäre es gerade aus der Verpackung gefallen.
Geht man den Weg über den Recovery-Modus, muss man sich beim Einrichten des Telefons zunächst mit dem alten Google-Konto anmelden. Ohne das geht es nicht weiter.

Der Windows-Installer weigert sich meinem Wissen nach aber auch, verschlüsselte Partitionen zu überschreiben. Netterweise hat man halt noch einen kompletten Werkzeugkasten an Kommandozeilen-Tools dabei, die ohne Log-In zugänglich sind (noch^^); sowas gibt in der Android-Welt nur als 3rd-Party und somit eher im Bereich "Fortgeschrittener Handy-Doktor". Aber dem DAU nützen die auch nichts und den Bitlocker-Key hat er längst verlegt – wenn er ihn überhaupt notiert. Persönlich würde ich erwarten, dass 4 von 5 Leuten sich einfach weiterklicken und dann genauso hilflos dasitzen wie bei einem Smartphone, dass gar nicht erst nachfragt.
Das Windows die bestehende, verschlüsselte Partition beim einfach "Weiter"-Klicken nicht stumpf überschreibt, sehe ich einfach als Sicherheitsfunktion. Man kann die verschlüsselte Partition aber auch ohne CLI löschen, das geht während des Setups über die GUI, zumindest im erweiterten Setup. ...bzw. ging das bisher immer, hab das neuste Setup nicht getestet.

Eigentlich macht das Setup bzw. Bitlocker es sehr klar, was man mit dem Recovery-Key zu tun hat. Wer das nicht tut (ja, ich weiß, lesen ist schwer), hat selber Schuld. Kein Backup (oder hier Kopie/Ausdruck) -> kein Mitleid.

Aber klar, für DAUs ist das nicht einfach. Aber wie war der Spruch noch: "Idiotensichere Systeme werden auch nur von solchen benutzt". ...oder so ähnlich.:D

Es bleibt natürlich der systematische Vorteil eines PCs, dass man Datenspeicher austauschen, von externen Rettungsmedien booten kann und ähnliches. Aber das sind keine Vorzüge von Microsoft gegenüber Apple oder Google, sondern das sind Features von UEFIs gegenüber Smartphones und Tablets. Zumindest bei den x86-Macs war da meinem Wissen nach auch noch einiges mehr möglich (auch wenn die kein "U" vor 'm EFI hatten) als heute bei den ARM-Windows-Notebooks.
Der Apple T2, oder "Secure Enclave Processor" kam 2017 auch bereits für Intel basierte Macs. Der hat sich als externer Chip darum gekümmert, dass die Macs aus der Ferne vollständig unbrauchbar gemacht werden konnten, hat die nicht exportierbaren Keys der Festplattenverschlüsselung gehalten und die (je anch System) eigentlich austauschbaren SSDs mit dem System verheirtatet. Das ganze ist nicht auf BIOS/EFI/Bootloader beshränkt.

Würde Microsoft keine Recovery-Keys für Bitlocker anbieten, wären zumindest die Daten untrennbar mit der Windows-Installation, der SSD und dem TMP-Modul des Mainboards verbunden. ...so wie bei Apple.

Ich weiß leider nicht mehr, welcher Hersteller das war, aber da war es möglich, die im Notebook aufgelötete SSD über eine Service-Schnittstelle (u.a. mit selbstbau USB-Kabel) an einen anderen PC anzuschließen und auszulesen, auch wenn das Mainboard ansonsten komplett tot war.

So etwas kann Apple auch über den DFU-Mode. Nur lassen sie da niemanden "externen" ran, wäre ja ansnsten auch zu Kundenfreundlich. ;)
 
Linux ich komme.

Aber nicht nur wegen des Accountzwangs, W11 ist einfach auch so Müll. Ich stelle gerade alle Programme des täglichen Lebens Schritt für Schritt auf Open-Source um, und wenn das vollzogen ist, fliegt Windows von der Platte.
Und genau diesen Weg werde ich in Zukunft auch gehen.. angefangen bei meinem Google Pixel mit GrapheneOS. :banane:
 
Servus miteinander,

ich kann alle, die mit dem Gedanken spielen, zu Linux zu wechseln, darin bestärken.
Auf Notebooks und Mini-Pc (Am TV) habe ich schon länger Linux Mint im Einsatz. Auf diesen Systemen wird außer Browser und VLC Player praktisch nichts genutzt. Einzig die Installation eines USB-Wifi Sticks war nicht Plug and Play, sondern hat mich etwas Sucharbeit gekostet um das gewünschte Ergebnis zu erreichn.

Ich habe auf meinem relativ modernen Gaming Rechner seit ca. 1 Monat Linux Mint am Laufen (7600X + AMD 6700XT / ASRock PG Lighting X670E) und bin sehr zufrieden. Windows ist (aktuell mit W10) mit einer kleinen 500 GB Partition noch vorhanden, aber aktuell nutze ich für meine Games und Produktives ausschließlich Linux Mint.

Epic + Gog direkt in den Heroic Games Launcher eingebunden. Bei älteren Spielen (z.B. Batman Origins aus dem Jahr 2013 oder Titan Quest Anyversary) musste ich eine ältere Proton Version verwenden.

Programme wie Firefox / Thunderbird nutzte ich bereits auf Windows und ich konnte das Profil direkt importieren.
Libreoffice, Teamspeak, Nextcloud, Signal Messenger, Cryptomator laufen alle ohne Probleme auf Linux und sind direkt aus der Anwendungsverwaltung installierbar. Der Veeam Agent (Backup Programm) ist unter Linux etwas umständlicher und unschöner als in der Windows Version, bietet aber die gleiche Funktionalität. Bei meinem Brother Multifunktionsgerät haben Scannen und Drucken per Plug and Play funktioniert. Als Scanprogramm nutze ich Naps2.

Mein geliebter Winamp läuft mit Wine problemlos :-)

Die Anpassbarkeit des Desktops gefällt mir sehr gut.

Linux ist vermutlich für Gamer, die immer die neuesten Titel zocken (inkl. entsprechender Anti-Cheat Techniken) vermutlich weniger geeignet. Für alle anderen wie mich, uneingeschränkt empfehlenswert.

Auf dem PC meiner Mutter (i5-4. Generation) wird demnächst auch Linux Mint installiert.

Alles schön und gut. Aber das erzählst du hier Leuten, die das zum größten Teil auch ohne deine Bestätigung verstehen.

Aber erkläre das mal dem normalen "kaufen - anschalten - geht"-User. Hab letzte Woche mal Cachy-OS auf nen Stick installiert. Kannste keinem Normalo zumuten.

Und ist halt so, dass die Mehrheit der Bevölkerung keinen ITler an der Hand hat und selbst wenn; erstmal muss man fragen und dann muss der Bekannte/Verwandte auch noch zustimmen, das nebenbei in der Freizeit zu machen.

Wir sind hier in 'ner tollen Bubble unterwegs. Das spiegelt aber halt nicht die Bevölkerung wider - weder jung noch alt. Wenn selbst der frisch ausgelernte Programmierer-Kollege sagt, er habe von dem ganzen Linux-Kram keine Ahnung, ist das Beweis genug für mich, dass das Interesse an Linux sehr sehr gering ist.
 
Alles schön und gut. Aber das erzählst du hier Leuten, die das zum größten Teil auch ohne deine Bestätigung verstehen.

Aber erkläre das mal dem normalen "kaufen - anschalten - geht"-User. Hab letzte Woche mal Cachy-OS auf nen Stick installiert. Kannste keinem Normalo zumuten.

Und ist halt so, dass die Mehrheit der Bevölkerung keinen ITler an der Hand hat und selbst wenn; erstmal muss man fragen und dann muss der Bekannte/Verwandte auch noch zustimmen, das nebenbei in der Freizeit zu machen.

Wir sind hier in 'ner tollen Bubble unterwegs. Das spiegelt aber halt nicht die Bevölkerung wider - weder jung noch alt. Wenn selbst der frisch ausgelernte Programmierer-Kollege sagt, er habe von dem ganzen Linux-Kram keine Ahnung, ist das Beweis genug für mich, dass das Interesse an Linux sehr sehr gering ist.

Verstehen ist ja gut und schön, aber die wenigsten machen es. Und nach deiner Aussage, bräuchte es diese Kommentarfunktion gar nicht, weil wir in unserer Bubble sowieso alles wissen und jegliche Kommunikation unnötig ist.
 
MS kann den Accountzwang gerne weiter treiben.

Da ich auf dem Firmenlaptop W11 nutzen muss, habe ich W11 privat Hausverbot erteilt.
 
Alles schön und gut. Aber das erzählst du hier Leuten, die das zum größten Teil auch ohne deine Bestätigung verstehen.
Ich denke, es geht nicht nur um das bloße Verstehen, auch um die Präsenz von Linux als normale Alternative nicht als "Exot", "Umständlichkeit" o.ä. und um Inspiration gegenüber quasi Strahlkaft von Bequemlichkeit, Gewöhnung, Vorbehalte.

Aber erkläre das mal dem normalen "kaufen - anschalten - geht"-User. Hab letzte Woche mal Cachy-OS auf nen Stick installiert. Kannste keinem Normalo zumuten.
Naja, es gibt diverse Distros - ZorinOS, Ubuntu, Linux Mint, Linux MX. Und jene sind sogar bei "Auslieferung"/Installation umfangreicher hinsichtlich Software als Windows. Jedenfalls muss die Distro für Anfänger:innen kein eher spartanisch ausgeliefertes Rolling Release wie CachyOS sein. Andererseits kann mensch auch bei CachyOS einiges einfach nachinstallieren - auch anhand klicki-klicki.

Ist da evtl. der Vergleich auch schief? Windows wird auch nicht mit diversen Programmen ausgeliefert.

"Kaufen - anschalten - geht" ginge auch mit dem Kauf eines Computers mit vorinstalliertem Linux.

Und ist halt so, dass die Mehrheit der Bevölkerung keinen ITler an der Hand hat und selbst wenn; erstmal muss man fragen und dann muss der Bekannte/Verwandte auch noch zustimmen, das nebenbei in der Freizeit zu machen.
ITler:innen? Wieso bräuchte es für Linux ITler:innen?

Wir sind hier in 'ner tollen Bubble unterwegs. Das spiegelt aber halt nicht die Bevölkerung wider - weder jung noch alt. Wenn selbst der frisch ausgelernte Programmierer-Kollege sagt, er habe von dem ganzen Linux-Kram keine Ahnung, ist das Beweis genug für mich, dass das Interesse an Linux sehr sehr gering ist.
Klar, gibt es auch Fachleute, die sich nur für Mainstream-Software interessieren und wenig um Software abseits dessen. MS-quasi-Monokultur führt zu vielen quasi-monokulturellen Leuten - auch professionell. Andererseits, gibt es noch andere Bubbels/Szenen als Gaming - welche die sich für Politik, Datenschutz, nachhaltigen Konsum o.ä. interessieren und die haben eine/ihre Kritik an Big Tech wie Microsoft, Google & Co.

Und genau diesen Weg werde ich in Zukunft auch gehen.. angefangen bei meinem Google Pixel mit GrapheneOS.
Als nächsten Schritt Google-Produkt-Konsum vermeiden? ;) Jedenfalls finde ich diese Projektausrichtung von GrapheneOs schräg - mensch entwickelt ein entgoogletes OS für ein Google-Smartphone, so dass sich Leute gar extra ein solches kaufen? Das ergibt für mich wenig Sinn.
 
Zuletzt bearbeitet:
Naja, es gibt diverse Distros - ZorinOS, Ubuntu, Linux Mint, Linux MX. Und jene sind sogar bei "Auslieferung"/Installation umfangreicher hinsichtlich Software als Windows. Jedenfalls muss die Distro für Anfänger:innen kein eher spartanisch ausgeliefertes Rolling Release wie CachyOS sein. Andererseits kann mensch auch bei CachyOS einiges einfach nachinstallieren - auch anhand klicki-klicki.
Ich nutze jetzt schon rund zwei Jahre Manjaro und bin sehr zufrieden. Allerdings gab es ein paar mal Probleme, deren Lösung ich trotz des tollen Manjaro-Forums nicht jedem zumuten wollen würde. Ich würde daher inzwischen Leuten, die sich mit ihrem Betriebssystem nicht viel beschäftigen wollen, auf jeden Fall von Rolling-Release-Distros abraten. Für sehr viele Nutzer dürften sich daraus auch keinerlei Nachteile ergeben.
 
Jedenfalls muss die Distro für Anfänger:innen kein eher spartanisch ausgeliefertes Rolling Release wie CachyOS sein. Andererseits kann mensch auch bei CachyOS einiges einfach nachinstallieren - auch anhand klicki-klicki.

Ist da evtl. der Vergleich auch schief? Windows wird auch nicht mit diversen Programmen ausgeliefert.

Meine Aussage war nicht auf den Umfang der Distri nach Installation bezogen. Sondern allein die nötigen Installationsschritte sind für den Normalo nix. Und vorinstalliert ist ein Linux ja nie. Das heißt, es ist immer eine gewisse Fachkenntnis gefordert, wenn man Linux nutzen möchte (fairerweise auch, wenn man ein Windows auf einen nackigen Rechner packen will).

"Kaufen - anschalten - geht" ginge auch mit dem Kauf eines Computers mit vorinstalliertem Linux.

Theoretisch ja, aber:

Welcher OEM (HP, Dell, Lenovo, Fujitsu, Medion?) sollte sich die Bürde auferlegen, für die Kundschaft eine der zig bestehenden Linux-Distris zu wählen, die nicht einmal eine auf Masse ausgelegte OEM-Installation bieten?

"Linux" würde sich verbreiten, wenn jeder OEM einen auf Google (ChromeOS) oder Valve (SteamOS) machen würde.
Dreimal dürft ihr raten, was die Hersteller dann aber ebenfalls in ihrer jeweiligen Distri implementieren würden.

Desktop-Linux wird eine Randerscheinung bleiben. Dafür sorgt die Community schon von selbst.

ITler:innen? Wieso bräuchte es für Linux ITler:innen?

Gut, war wohl etwas übertrieben ausgedrückt. Ersetze ITler mit "einen, der sich Computern auskennt". Kommt auf das selbe raus.

Für sehr viele Nutzer dürften sich daraus auch keinerlei Nachteile ergeben.

Aber nur solang, wie es LTS gibt.
 
Welcher OEM (HP, Dell, Lenovo, Fujitsu, Medion?) sollte sich die Bürde auferlegen, für die Kundschaft eine der zig bestehenden Linux-Distris zu wählen, die nicht einmal eine auf Masse ausgelegte OEM-Installation bieten?
Tuxedo und System76 gehen direkt einen Schritt weiter und haben ihre eigenen Distros. Ob das wirklich nötig ist, weiß ich auch nicht. Ansonsten bieten beide Ubuntu als allgemeine Option an. Ich behaupte jetzt einfach mal, dass wenn ein Unternehmen mit 50 Leuten das hinbekommt, HP, Dell, Lenovo, Fujitsu und Medion auch dazu in der Lage wären, wenn sie denn wollten.
Aber nur solang, wie es LTS gibt.
Nö, eigentlich nicht. Gibt halt regelmäßig Sicherheitspatches und ab und zu, meist alle halbe Jahr, ein größeres Update auf den neuen Release. Das war aber auch hauptsächlich im Gegensatz zu Rolling-Release gemeint, wo einzelne Paketupdates je nach Distro mehr oder weniger direkt auf die Nutzer losgelassen werden, wenn sie fertig sind. LTS kann man zwar nutzen, ist im Alltagsgebrauch aber meiner Meinung nach Overkill und bei jüngerer Hardware sogar eher kontraproduktiv. LTS ist eher für Umgebungen gedacht, wo sich funktional wirklich nichts ändern darf und ein Upgrade sehr aufwändig ist.
 
Tuxedo und System76 gehen direkt einen Schritt weiter und haben ihre eigenen Distros. Ob das wirklich nötig ist, weiß ich auch nicht.

Meiner Meinung nach geht kein Weg an eigenen Distros der Big Player vorbei, wenn sich Desktop-Linux massiv verbreiten soll, da sich die etablierte Community davor hüten wird, mit den großen OEMs zu kooperieren. Würde ja auch konträr zu deren Philosophie stehen.

Was Tuxedo da mit der Installation des OS per WebFAI-Stick macht, ist ein cooler Ansatz - für den Massenmarkt aber nicht praktikabel (Anwender) oder profitabel (OEM) genug.

Ansonsten bieten beide Ubuntu als allgemeine Option an.

Was diese kleineren OEMs ob ihrer vergleichsweise geringen Absatzzahlen leisten können. Diesen Service bezahlt der Kunde aber durch einen ordentlichen Aufpreis, was auch ok ist. Ein Tuxedo Infinity Book Pro geht z.B. bei 1.229€ los. Ein vergleichbares Lenovo Yoga Pro kostet, Win11-Home inklusive, 1.049€ UVP (aktuell 899€) bei NBB.

Ich behaupte jetzt einfach mal, dass wenn ein Unternehmen mit 50 Leuten das hinbekommt, HP, Dell, Lenovo, Fujitsu und Medion auch dazu in der Lage wären, wenn sie denn wollten.

Joar, wenn sie denn wollten. Rechnet sich aber anscheinend nicht. Die etablierte OEM/MS-Infrastruktur für die massenhafte Auslieferung von PCs mit vorinstalliertem Windows ist unschlagbar, weil ein entsprechendes Pendant zu dieser Infrastruktur für Linux einfach noch nicht existiert (und so auch nie existieren wird, außer die Großen kochen ihren eigenen Linux-HW-Eintopf wie Apple, Google oder Valve es tun).

LTS ist eher für Umgebungen gedacht, wo sich funktional wirklich nichts ändern darf und ein Upgrade sehr aufwändig ist.

Hm... Ubuntu LTS ist 5+5 Jahre. Also so wie Win10 normalo Support auch läuft. Wäre es denn dann nicht schlau, dem geneigten Umsteiger ein möglichst ähnliches Update-System zu bieten, wie er gewohnt ist?
 
Meiner Meinung nach geht kein Weg an eigenen Distros der Big Player vorbei, wenn sich Desktop-Linux massiv verbreiten soll, da sich die etablierte Community davor hüten wird, mit den großen OEMs zu kooperieren. Würde ja auch konträr zu deren Philosophie stehen.
Welche "etablierte Community" denn? Und welche Philosophie soll das sein, die sie daran hindern soll, mit OEMs zu kooperieren?
Was Tuxedo da mit der Installation des OS per WebFAI-Stick macht, ist ein cooler Ansatz - für den Massenmarkt aber nicht praktikabel (Anwender) oder profitabel (OEM) genug.
Der Stick ist quasi ein Factory-Reset-Medium. Das ist ein Goodie und wird nicht benötigt.
Was diese kleineren OEMs ob ihrer vergleichsweise geringen Absatzzahlen leisten können. Diesen Service bezahlt der Kunde aber durch einen ordentlichen Aufpreis, was auch ok ist. Ein Tuxedo Infinity Book Pro geht z.B. bei 1.229€ los. Ein vergleichbares Lenovo Yoga Pro kostet, Win11-Home inklusive, 1.049€ UVP (aktuell 899€) bei NBB.
Was soll daran mehr Aufwand sein, ein Ubuntu statt einem Windows auf ein Notebook zu bügeln? Viele Sachen werden ja grade im großen Maßstab deutlich günstiger.
Joar, wenn sie denn wollten. Rechnet sich aber anscheinend nicht. Die etablierte OEM/MS-Infrastruktur für die massenhafte Auslieferung von PCs mit vorinstalliertem Windows ist unschlagbar, weil ein entsprechendes Pendant zu dieser Infrastruktur für Linux einfach noch nicht existiert (und so auch nie existieren wird, außer die Großen kochen ihren eigenen Linux-HW-Eintopf wie Apple, Google oder Valve es tun).
Welche Infrastruktur meinst du?
Hm... Ubuntu LTS ist 5+5 Jahre. Also so wie Win10 normalo Support auch läuft. Wäre es denn dann nicht schlau, dem geneigten Umsteiger ein möglichst ähnliches Update-System zu bieten, wie er gewohnt ist?
Windows 10 hat sich in der Zeit aber doch auch verändert. An sich sind größere Halbjahresupdates mit Bugfixes und Patches zwischendrin doch genau das, was der Windowsnutzer kennt. Das einzige, was wegfällt ist, dass nach einer Weile eine neue "Voll"-Version rauskommt, die mutwillig alles mögliche auf den Kopf stellt, dem Nutzer neue Software unterjubelt, die er nicht haben will und neue, arbiträre Hardwareanforderungen mitbringt.
 
Meine Aussage war nicht auf den Umfang der Distri nach Installation bezogen. Sondern allein die nötigen Installationsschritte sind für den Normalo nix. Und vorinstalliert ist ein Linux ja nie. Das heißt, es ist immer eine gewisse Fachkenntnis gefordert, wenn man Linux nutzen möchte (fairerweise auch, wenn man ein Windows auf einen nackigen Rechner packen will).
Okay. Auf Installationen bezogen schon - und das gilt auch für Windows - da gebe ich Dir bezüglich Vorkenntnisse recht. Wenn mensch allerdings Erfahrungen bereits mit Windows Installationen hat, traue ich vielen jener Personen zu, dass sie spätestens nach/während dem Schauen von Installationsguides eine GUI-geleitete Installation von Linux Mint o.ä. hinbekommen würden. Im Grunde wird da nichts anderes abgefragt als bei Windows-Installationen auch. Wenn mensch besondere Einrichtungsvorstellungen hat, was Dateisystem/Partitionen angeht, dann muss mensch da ein bisschen mehr recherchieren.
Persönlich finde ich die Installation von CachyOS nicht kompliziert. Die läuft ja auch über GUI. Und falls es zu kompliziert sein sollte, kann mensch ja andere Distros nutzen. CachyOS dürfte auch kaum für "Normalos" empfohlen werden. Den meisten dürfte Linux Mint, Ubuntu o.ä empfohlen werden. So ganz sehe ich da Deinen Punkt bzw. den Realitätsbezug nicht.

Für die Nutzung von einem bereits eingerichteten Linux- System wäre für viele kaum Umgewöhnung nötig. Zumal, wie jemensch hier doch bereits darauf hinwies(?), dass einiges an Software auch auf Windows läuft - Firefox, Thunderbird, Libre Office, VLC-Player. Viele nutzen ja neben Browser, E-Mailclient etc. kaum mehr andere andere Software-Kategorien - evtl. noch Bildbetrachtelungs- und -bearbeitungsprogramme. Außerdem sind Linux-Desktops wie KDE, Cinnemon, XFCe dem von Windows recht ähnlich.

Irre ich mich, oder meinten hier nicht auch Forist:innen, dass sie ihre Verwandten erfolgreich in Linux Mint o.ä. einweisen konnten, so dass diese damit klar kommen und happy sind?

Der Knackpunkt ist, dass Linux kaum verbreitet ist bzw. es kaum Fertigsysteme gibt und gegenüber Linux immer noch das Vorurteil verbreitet ist, dass es kompliziert sei. Aus der Spirale, es nutzen wenige, es ist kaum präsent, wird kaum angeboten, kommt mensch nur sehr langsam heraus. Das sehe ich auch. Deswegen finde ich Erfahrungsberichte wie die von @Schultzie so wichtig. Zeigen, dass es geht und anders gehen kann.

Desktop-Linux wird eine Randerscheinung bleiben. Dafür sorgt die Community schon von selbst.
Du meinst aufgrund dem Gegensatz von FOSS und Kapitalinteressen? Da ist sicher etwas dran. Andererseits ist Linux längst nicht mehr so dogmatisch. Es gibt viele Ansätze, auch die, die das Implementieren von DRM und proprietären Treibern oder Nutzung von auf Windows ausgelegter Software anhand WINE beinhalten.

Ansonsten - die Community ist ja durchaus hilfsbereit.

Welcher OEM (HP, Dell, Lenovo, Fujitsu, Medion?) sollte sich die Bürde auferlegen, für die Kundschaft eine der zig bestehenden Linux-Distris zu wählen, die nicht einmal eine auf Masse ausgelegte OEM-Installation bieten?
Das machen OEMs schon. Bspw. verkauft Dell Computer mit (offenbar installiertem?!) Ubuntu. Siehe hier:

"Linux" würde sich verbreiten, wenn jeder OEM einen auf Google (ChromeOS) oder Valve (SteamOS) machen würde.
Dreimal dürft ihr raten, was die Hersteller dann aber ebenfalls in ihrer jeweiligen Distri implementieren würden.
Also kritisch wäre ich da auch. Grenzen hat so etwas sicher. Ist ja bspw. bereits "nett", was Google bezüglich der Entwicklung von Android abzieht.

Gut, war wohl etwas übertrieben ausgedrückt. Ersetze ITler mit "einen, der sich Computern auskennt". Kommt auf das selbe raus.
Okay. :)

Das bleibt nicht beim Accountzwang, es geht auch darum das man sich gezwungen fühlt, sich mit Linux auseinander zu setzen.....
So gesehen hat der Accountzwang aus Linux-Anhänger:innenperspektive etwas gutes. Auch wenn ich von Motivation, sich nach Alternativen umzusehen und diese ggf. umzusetzen reden würde und nicht von Zwang. Zwang fände ich, je nach Auslegung, was damit gemeint wird, auch nicht unbedingt toll.

Ich nutze jetzt schon rund zwei Jahre Manjaro und bin sehr zufrieden. Allerdings gab es ein paar mal Probleme, deren Lösung ich trotz des tollen Manjaro-Forums nicht jedem zumuten wollen würde. Ich würde daher inzwischen Leuten, die sich mit ihrem Betriebssystem nicht viel beschäftigen wollen, auf jeden Fall von Rolling-Release-Distros abraten. Für sehr viele Nutzer dürften sich daraus auch keinerlei Nachteile ergeben.
Okay. Das verstehe ich und würde dem auch zustimmen. Fragt sich, von wem bei Umstiegswilligen die Rede ist? Inwieweit haben jene übertragbare Vorkenntnisse, Interesse und Motivation? Ist davon bei den Umstiegswilligen wenig vorhanden, würde ich auch Linux Mint o.ä. empfehlen. Und klar, ist da immer Luft nach oben. Auch Windows verärgert, wie Du zuvor erwähntest, seine Nutzer:innen ...
 
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Welche "etablierte Community" denn? Und welche Philosophie soll das sein, die sie daran hindern soll, mit OEMs zu kooperieren?

Na die zig tausend Entwickler der verschiedenen OpenSource-Projekte, z.B. das Debian-Projekt. Die stehen für freie Software, Unabhängigkeit, nicht kommerzielles Handeln, etc.
Das beißt sich doch mit den Interessen der großen Hardwarebuden, oder nicht?
Ich will damit nicht sagen, dass nichts möglich wäre. Ich halte es, ob der "Eigenheiten" der Linux-Gemeinschaft, einfach für unwahrscheinlich.

Der Stick ist quasi ein Factory-Reset-Medium. Das ist ein Goodie und wird nicht benötigt.

Ich meinte damit nicht nur den Stick an sich, sondern auch das System und die User-Experience dahinter.

Was soll daran mehr Aufwand sein, ein Ubuntu statt einem Windows auf ein Notebook zu bügeln? Viele Sachen werden ja grade im großen Maßstab deutlich günstiger.

Viele Distros haben keine OEM-Installation. Klar kann man da auch simpel Images aufsetzen und die auf die Rechner bügeln, dann geht aber die OOBE für den User flöten (u.a. initiales Setup mit Username und Passwort), die wichtig ist, um das "frisch ausgepackt Feeling" zu vermitteln.

Welche Infrastruktur meinst du?

Alles rund um Lizenzierung (ja, würde ggf. wegfallen), MS Treiberdatenbank, Windows Autopilot Registration/Deployment, Windows Deployment Toolkit/Services, gebrandete Images, ihre Bloatware, usw.

Ich sehe nicht, dass diese Infrastruktur für mehrere Linux-Distros abgebildet werden könnte. Für eine eventuell...

An sich sind größere Halbjahresupdates mit Bugfixes und Patches zwischendrin doch genau das, was der Windowsnutzer kennt.

Ja schon, wie der gemeine Windows-Nutzer damit umgeht, ist aber der Knackpunkt. Aus meiner Erfahrung: Würde Windows die Nutzer nicht dazu zwingen, den PC für Updates neu zu starten, würden die gar keine machen. Warum sollten diese dann ein Release-Wechsel bei einem Linux zustimmen, anstatt diese nervige Meldung, die man gar nicht gewohnt ist, einfach wegzuklicken? Da sehe ich ein Rolling-Release mit Aktualisierungen im Hintergrund im Sinne der Nutzererfahrung als viel angenehmer an. Stabilität muss da natürlich gegeben sein.

So ganz sehe ich da Deinen Punkt bzw. den Realitätsbezug nicht.

In der Realität würden die meisten schon bei der Begrifflichkeit "Bootbarer USB-Stick" abwinken. ;)
Wenn man mit Leuten zu tun hat, die das Eingabefeld der Google-Suche (google.de) nicht von Browser-Adresszeile oder PC nicht Monitor auseinanderhalten können, traut man den Menschen nicht mehr all zu viel zu.

Irre ich mich, oder meinten hier nicht auch Forist:innen, dass sie ihre Verwandten erfolgreich in Linux Mint o.ä. einweisen konnten, so dass diese damit klar kommen und happy sind?

Gibt es und es funktioniert, bestreite ich auch keineswegs. Das ist aber auch nicht mein Punkt. Mein Ausgangspunkt ist ein Käufer, der maximal eine Beratung vom Mediamarkt-Mitarbeiter bekommt, wenn nicht grad das Amazon-Angebot verlockender war. Man kann nicht davon ausgehen, dass Personen - egal ob nun ein angehender Azubi, Student, der Kleinunternehmer im mittleren Alter oder der Großvater - jemanden mit entsprechendem Know-How im näheren Umfeld hat.

Das machen OEMs schon. Bspw. verkauft Dell Computer mit (offenbar installiertem?!) Ubuntu. Siehe hier:

Naja komm, homöopathische Dosis würde ich das nennen. :D
5 von 63 angebotenen Laptops können mit Ubuntu konfiguriert und auch nur über deren eigenen Shop gekauft werden (DE). Mit Ubuntu finde ich die ad hoc weder auf NBB, Alternate oder Amazon.
Sieht mir also nicht nach einem ernsthaften Interesse aus, ihre Hardware flächendeckend mit Ubuntu in DE in Umlauf zu bringen. Das sieht bei den anderen Herstellern (HP, Lenovo, Acer) sogar noch schlimmer aus.

Aber immerhin hat Canonical mit der Ubuntu-Zertifizierung und einem eigenen OEM-Kernel da schon mal einen Fuß in der Tür. Nur behaupte ich mal ganz dreist, dass der westliche Consumer-Markt bisher nicht die Zielgruppe darstellt.
 
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Das machen OEMs schon. Bspw. verkauft Dell Computer mit (offenbar installiertem?!) Ubuntu. Siehe hier:
Das ist ja mal wirklich interessant, das wusste ich auch noch nicht. Was mich auch überrascht, sind die wirklich signifikanten Preisnachlässe. Oft sind Geräte ohne vorinstalliertes OS kaum günstiger.

Auch wenn das heute kaum noch ein Problem ist, ist es sicher nicht die schlechteste Idee, bei einem Neukauf auf Linux-Support zu achten oder zumindest mal eine kurze Suche zu starten, ob mit dem Gerät Probleme unter Linux auftreten. Von daher ist jedes Gerät, dass eine offizielle Unterstützung bietet, ein Gewinn.
Okay. Das verstehe ich und würde dem auch zustimmen. Fragt sich, von wem bei Umstiegswilligen die Rede ist? Inwieweit haben jene übertragbare Vorkenntnisse, Interesse und Motivation? Ist davon bei den Umstiegswilligen wenig vorhanden, würde ich auch Linux Mint o.ä. empfehlen. Und klar, ist da immer Luft nach oben. Auch Windows verärgert, wie Du zuvor erwähntest, seine Nutzer:innen ...
Worauf ich im Endeffekt raus wollte ist, dass nur weil man ein OS komplett über die GUI bedienen kann, es nicht zwingend wartungsfrei ist. Auf Nutzerfreundlichkeit getrimmte Arch-Derivate können einen da in falscher Sicherheit wiegen. Es kann sich aber auf jeden Fall auch wirklich lohnen, wenn man etwas abseits von Browser, Mailclient und Office-Suite unterwegs ist und es ist ja ausdrücklich nicht so, dass einem das dann regelmäßig um die Ohren fliegt. Ich habe jetzt in zwei Jahren zwei mal ein Problem gehabt und das eine hätte ich mir vermutlich ersparen können, wenn ich mit dem Wechsel auf den neueren Kernel noch etwas gewartet hätte. Im Zweifel installiert man sich einfach eine stabilere Distro für die kritischeren Dinge und eine aktuellere Distro zum Zocken nebeneinander.
Na die zig tausend Entwickler der verschiedenen OpenSource-Projekte, z.B. das Debian-Projekt. Die stehen für freie Software, Unabhängigkeit, nicht kommerzielles Handeln, etc.
Das beißt sich doch mit den Interessen der großen Hardwarebuden, oder nicht?
Ich will damit nicht sagen, dass nichts möglich wäre. Ich halte es, ob der "Eigenheiten" der Linux-Gemeinschaft, einfach für unwahrscheinlich.
Es gibt ja nicht "die" Linux-Gemeinschaft. Die Projekte existieren und je nach Lizenz kann man sie halt für verschiedene Dinge nutzen. Das meiste läuft unter Lizenzen, die eine kommerzielle Nutzung nicht ausschließen und auch zulassen, dass der Code in proprietären Projekten verwendet wird. Bei den Distros gibt es welche, die stärker oder weniger stark orthodox sind, was ihre "Offenheit" angeht, als ob z.B. Closed-Source-Treiber angeboten werden oder nicht. Meist ist das aber änderbar, indem man in der Paketverwaltung die entsprechenden Repositories an- oder abwählt.

Linux ist auf jeden Fall im Business angekommen. Das sieht halt oft etwas anders aus, weil sich quelloffene Software schlecht hinter eine Paywall packen lässt. Viel basiert auf Spenden von Leuten, die die Software mögen und wollen, dass sie weitergepflegt wird, im Enterprise-Bereich sind es oft Service- und Supportverträge.

Eine Kooperation zwischen einem OEM oder allgemein Hardwarehersteller dürfte in der Regel so aussehen, dass der Hersteller sein Produkt mit Linux testet und wenn es nicht funktioniert, eine Lösung erarbeitet oder erarbeiten lässt und diese dann teilt. Wenn sie solide ist, wird sie in andere Projekte eingebaut.
Ich meinte damit nicht nur den Stick an sich, sondern auch das System und die User-Experience dahinter.
Gut, ich habe ihn jetzt noch nicht ausprobiert. Das System entwickeln die ja auch nicht komplett selbst. Das ist im Endeffekt ein gebrandetes Kubuntu.
Viele Distros haben keine OEM-Installation. Klar kann man da auch simpel Images aufsetzen und die auf die Rechner bügeln, dann geht aber die OOBE für den User flöten (u.a. initiales Setup mit Username und Passwort), die wichtig ist, um das "frisch ausgepackt Feeling" zu vermitteln.
Das kann sein, bin mir aber nicht sicher. Ich kann mich leider nicht mehr erinnern, wie das bei meinem Tuxedo war. Das hatte ich, weil ich eh neu aufsetzen wollte, mal mit TuxedoOS vorinstalliert geordert. Ich kann mir aber nicht vorstellen, dass man da keinen Nutzernamen und vor allem kein Passwort setzen konnte.
Alles rund um Lizenzierung (ja, würde ggf. wegfallen), MS Treiberdatenbank, Windows Autopilot Registration/Deployment, Windows Deployment Toolkit/Services, gebrandete Images, ihre Bloatware, usw.

Ich sehe nicht, dass diese Infrastruktur für mehrere Linux-Distros abgebildet werden könnte. Für eine eventuell...
Gut, die Treiber sind auch schon dabei. Klar, wenn die Daten nicht bei irgendwem in der Cloud sind, kann man sie von da auch nicht runterladen. Netzwerkinstallationen gibt es aber auf jeden Fall und das Branding und eventuelle Bloatware muss man halt in eine eigene Distro einbauen oder eben ein Image erstellen und das dann klonen. Und was man in eine Distro einbauen kann, kann man in aller Regel einfach in alle einbauen. Das ist ja das geniale an freier Software.
Ja schon, wie der gemeine Windows-Nutzer damit umgeht, ist aber der Knackpunkt. Aus meiner Erfahrung: Würde Windows die Nutzer nicht dazu zwingen, den PC für Updates neu zu starten, würden die gar keine machen. Warum sollten diese dann ein Release-Wechsel bei einem Linux zustimmen, anstatt diese nervige Meldung, die man gar nicht gewohnt ist, einfach wegzuklicken? Da sehe ich ein Rolling-Release mit Aktualisierungen im Hintergrund im Sinne der Nutzererfahrung als viel angenehmer an. Stabilität muss da natürlich gegeben sein.
Kann man das nicht auf Updatezwang vs. kein Updatezwang runterbrechen? Rolling-Release-Distros zwingen einen auch nicht. Ich verstehe, was du meinst, aber ich finde trotzdem, dass das eher ein Gewinn ist, nicht gezwungen zu werden. Bei Linux muss man aber auch nicht nach jedem Miniupdate beim nächsten Booten minutenlang warten. Oder ist das bei Windows inzwischen auch besser geworden? Für Firmenumgebungen u.Ä. gibt es da sicher Möglichkeiten.
 
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