Abscam - Das FBI lockte Politiker in die Falle

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Gast1675120202

Guest
Da wir mitten in einem Korruptionsskandal der CDU stecken und überlegen wie sowas in Zukunft verhindert werden kann
ist mir eine Story aus einem Podcast eingefallen.
Die FBI Operation Abscam in der man gezielt versucht hat korrupte Mandatsträger ausfindig zu machen.

Es ist natürlich hart am Rande von dem was man zumindest in den USA machen konnte, aber ich finde es eine interessante Möglichkeit
gegen Korruption vorzugehen.
Die Frage der Effektivität muss natürlich gestellt werden.
 
Hmm....das hätte in der Tat zu einem interessanten Ergebnis geführt, wenn man das vor gut 25Jahren gemacht hätte. Allerdings waren die deutschen Politiker damals schlauer, immerhin wurde der "Bimbes" vergleichsweise gut versteckt im Koffer aufbewahrt und nicht in der eigenen Hosentasche. :ugly:

Aber ich denke, so gut kann man das heute nicht vergleichen.
Einerseits gibt es genügend Gesetzeslücken, die gut bezahlte Anwälte (die sich diverse, der Korruption verdächtige Unions-Abgeordnete natürlich leisten können) vor Gericht gnadenlos ausnutzen.
Andererseits werden gewisse Deals gar nicht mehr auf dem Boden der hiesig zuständigen Behörden eingefädelt, sondern irgendwo in der Schweiz oder sonstwo. Das FBI hat bei dieser ABSCAM-Sache ja nur auf US-amerikanischen Boden operiert, außerhalb hätten sie wohl keine Handlungsbefugnis gehabt, zumindest nicht ohne Zusammenarbeit mit den dortigen Behörden.
 
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Einerseits gibt es genügend Gesetzeslücken, die gut bezahlte Anwälte (die sich diverse, der Korruption verdächtige Unions-Abgeordnete natürlich leisten können) vor Gericht gnadenlos ausnutzen.
Die politische Karriere wäre trotzdem vorbei, wenn es ohne Zweifel rauskommt.
 
Die politische Karriere wäre trotzdem vorbei, wenn es ohne Zweifel rauskommt.
Was tangiert das Politiker, die sich nebenher als Berater und Anwälte sowieso dumm und dusselig verdienen?
Schau' dir den Gauweiler doch an. Schwänzte die meisten Bundestagssitzungen seiner Zeit, weil ihm seine schwerreichen Kanzlei-Klienten wichtiger waren.
Wunderte sich dann aber, dass ihn keiner ernst nahm, wenn er sich dann zu den ganz populären Themen, wie Irak-Krieg, Transrapid oder Krim lautstark profilieren wollte. Inszeniert aber auch natürlich nachwievor als "Mann vom Volk".
Der Typ war schon immer ein veritabler Heuchler, aber eben ein Vermögender...

Das gleiche mit Guttenberg. Verdient sich heute bei diversen US-Firmen als Lobbyist eine goldene Nase.
Dieselben, bei denen auch ein gewisser Philipp Amthor angeheuert hat, wohl weil seine Position als Bundestagsabgeordneter seinen jugendlichen Elan nicht genug strapaziert hat.

Kann man im Prinzip beliebig diversen anderen Politikern (auch SPDler und Grüne, aber immernoch vorwiegend Unionsler) so weiterführen.
Die Sache ist ein Grundsatzproblem. Es ist, wie nunmal unser heutiges, politisches System funktioniert. Mit gnadenlos ehrlicher, und "bürgernnaher" Politik schaffst du es vielleicht bis in den Kreistag. Aber nicht viel weiter...
 
Was tangiert das Politiker, die sich nebenher als Berater und Anwälte sowieso dumm und dusselig verdienen?
Sie sitzen dann halt nicht mehr im Parlament und das wäre für uns sehr wichtig.
Außerdem unterschätze mal nicht den Psychoterror wenn die Medien auf dich einprügeln.
 
Sie sitzen dann halt nicht mehr im Parlament und das wäre für uns sehr wichtig.
Außerdem unterschätze mal nicht den Psychoterror wenn die Medien auf dich einprügeln.
Also erstens mal, welcher Psychoterror?
Wen interessieren denn großartig vermeintlich korrupte Mandatsträger oder einfach nur unfähige Minister?
Ja, es gibt Leute wie du und ich, die sich über sowas aufregen. Aber wann geht denn der gemeine Deutsche groß protestieren oder verschafft seinem Ärger wirklich öffentlichkeitswirksam Luft?
Heutzutage in der Regel nur noch dann, wenn er sich in seinem Lebensstil und seinen Grundrechten beschnitten fühlt, auch wenn dies zum Schutz Grundrechte anderer geschieht (z.B. Recht auf körperliche Unversehrtheit), siehe eben derzeit COVID.
Ja, es gibt Leute, die es überhaupt nicht in Ordnung finden, wenn Aktionäre abkassieren, obwohl Mitarbeiter in Kurzarbeit geschickt werden. Aber die Mehrheit ist froh, wenn sie einigermaßen dicke Karossen unterm Arsch haben.
Wenn sie jedes Jahr für mindestens zwei Wochen in Urlaub fliegen können und sich einen Dreck um die Umweltbelastung, die Strände, die sie zumüllen oder der Ansteckung mit einem, insbesondere für Risikogruppen [zu derer man sich selber nicht zählt], sehr gefährlichem Krankheitserreger, scheren können.
Der typische Deutsche von heute ist so selbstzufrieden und kleingeistig, dass ihn korrupte Politiker doch in etwa so viel tangieren, wie ein beiläufig gelesener Bericht über Coronatote im eigenen Landkreis.
Schau' dir den Scheuer an. Verprasst einfach mal 'ne halbe Milliarde an Steuergelder. Aufgeregt hat sich gefühlt niemand darüber. Das gleiche mit von der Leyen. Wurde für ihren Misserfolg sogar noch befördert. Als Bescherung haben wir nun ein EU-weites Impfchaos (mehr Realsatire geht nicht:fresse:).
Du musst auch immer bedenken, die Medienlandschaft wird vorwiegend von der Boulevardpresse geprägt. Und die hockt immernoch zu großen Teilen in der Tasche von unionsnahen Verlegern (Springer, Bertelsmann...)
Politverdrossenheit war nie etwas, worum sich die deutsche Politik wirklich geschert hat. Wundern tue ich mich darüber schon lange nicht mehr.

Und zweitens, wenn ich doch öffentlich zur Sau gemacht werde, dann gehe ich halt ins Ausland, wie eben Guttenberg.:bier:
Und bleibe halt einfach unter dem Radar, während ich mir mit Beraterhonoraren das Portmonnaie vollstopfe. Nicht das bekannteste, aber doch ein delikates Beispiel; Hans Eichel. War damals Schröders Prügelknabe, hat unter anderem geholfen, die Griechen in die €-Zone zu holen. Hat alle Kritiker dieser Entschiedung öffentlich mundtot gemacht. Ist ihm aber bis heute nie groß nachgetragen worden.
 
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Ich finde sowas gut. Es gibt nichts was ich mehr verachte als käufliche und korrupte Menschen.

(diejenigen, welche ihre Prinzipien und Überzeugungen über Board werfen, wenn nur der Geldbetrag hoch genug ist)
 
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