AW: EU-Kommision: Einzelheiten zum Kartellverfahren gegen Intel veröffentlicht
Möglicher Weise ist sie das aber wir sollten daran denken, dass hier nicht AMD gegen Intel geklagt hat sondern die EU gegen Intel. Nach der Verurteilung durch die EU sollte eigentlich AMD keine Probleme haben Intel auf eine beträchtliche Summe zu verklagen (oder hab ich da was falsch verstanden?).
Nicht falsch verstanden, aber zwei Dinge nicht bedacht:
1. Hat Intel bereits Einspruch eingelegt - und wenn man sich die Sache mal anguckt: Sicherlich nicht ganz ohne Hoffnung.
Denn im Gegensatz zu dem, was in der Zusammenfassung steht, scheint es (große Teile des Dokumentes bestehen aus Lücken) i.d.R. keine erpresserischen Verträge gegeben zu haben. Die Bedingungen für Rabatte, Werbezuschüsse,... (die ja für sich durchaus gängig sind), scheinen i.d.R. rein mündlich abgesprochen zu sein bzw. stellenweise führt die EU soger interne Memos der Unternehmen an, dem zu folge die Unternehmensführung davon ausging, dass ein Ausbau des AMD-Programmes negative Folgen auf die Preise bei Intel hätte.
Mit "da hat wer was angenommen/vermutet" ein Urteil über denjenigen zu fällen, über den vermutet wurde, find ich persönlich recht riskant.
Insgesamt ist die Indizienlast zwar durchaus ausreichend um davon auszugehen, dass das Maßnahmen getroffen wurden, die Einfluss auf den Wettbewerb hatten - aber wärend die EU mit dieser Absichtsfeststellung schon etwas hat, dass sie verurteilen kann, bräuchte AMD für eine Schadensersatzforderung ein genaues Maß des Umfanges derartiger Aktionen.
Klare Zahlen zu Sachen, die nicht einmal schriftlich festgehalten wurden, dürften aber schwer zu bekommen sein.
2. Selbst wenn AMD sie hätte:
Damit wäre erstmal nur bewiesen, wieviel Aufwand Intel zur Festigung der eigenen Position getan hat. Für Schadenersatz muss AMD aber beweisen, wieviel Verluste ihnen dadurch entstanden sind. D.h. man müsste, ausgehend von einem Markt, der der eigenen Klage zu Folge nie repräsentativ war, extrapolieren, welche Verkaufszahlen AMD hätte erreichen sollen.
Mal eben so die Entwicklung des CPU-Marktes über ein halbes Jahrzehnt rechtgskräftig zu erraten... - das wird schwer.
Wer imho deutlich bessere Chancen hätte zu klagen:
Die PC-Hersteller, die nicht mitgemacht haben. Denn bei denen steht klar fest, wer die Konkurrenz war und anhand der Zahlungen zwischen Inteln und den beteiligten Herstellern lässt sich auch ganz genau deren finanzieller Vorteil ausrechnen.
Die beiden letzten Kommentare sind völliger Blödsinn! Ich frage mich ob manche Leute überhaupt noch nachdenken. Aber das ist halt der große Nachteil an Foren, hier kann jeder was schreiben, ob er Ahnung hat oder nicht.
WENN INTEL SO EINFACH AMD DIE LIZENZ ENTZIEHEN KÖNNTE, DANN HÄTTEN SIE DAS SCHON LÄNGST GEMACHT. DIE TÄTEN WAHRSCHEINLICH NICHTS LIEBER. DAS BESTE IST ABER, SIE HÄTTEN SICH DIESE GANZE BESTECHUNGS/ERPRESSUNGSGESCHICHTE SPAREN KÖNNEN!
Erst nachdenken und dann schreiben!
retour.
Beim Nachdenken kommt man dann hoffentlich zu dem Schluß, dass man sich die Brüllerei sparen kann bzw. schlimmstenfalls noch Ärger dafür bekommt.
Wenn man noch länger nachdenkt, wird einem außerdem auffallen, dass Intel im Laufe der Geschichte sehr oft mit AMD kooperiert hat und dass der x86-Markt und damit auch Intel ohne diese Kooperation deutlich schlechter dastehen würden. Denn gegen IBM ist AMD ein Zwerg, den man leicht unter Kontrolle halten kann und der einem nebenbei auch noch jeglichen Ärger mit Kartellbehörden ersparrt.
Kann mich mal jemand aufklären welche Techniken Intel bei AMD lizensiert? Die AMD-64 ist's nicht... das war nur übergangsweise so... inzwischen hat Intel da meines Wissens nach ne eigene Technik nachgelegt.
Genau weiß man nichts, aber EM64-T unterschied sich in der Implementierung von Anfang an von AMD64 und Intel hatte bereits seit Jahren ein eigenes x86-64 Projekt am laufen, bevor Hammer rauskam. Bereits beim Northwood gingen viele Leute von einer vorhandenen, aber aufgrund von Problemen noch deaktivierten Integration aus, der Prescott hatte die entsprechenden Einheiten definitiv schon vor dem Austausch mit AMD, denn es wurde keine Erweiterung des Kerns nötig.
Meine persönliche Vermutung ist, dass Intel und AMD unabhängig voneinander fast identische Techniken entwickelt haben (letztlich ist die Einführung von 64Bit Gegenstücken zu allen 32Bit Elementen ja auch nicht füchterlich kreativ). Nach dem M$ die exklusive Unterstützung von AMD64 (soviel zum Thema Wettbewerbsverzerrung und Monopolmissbrauch

) bekanntgeben hatte, war allerdings der Befehlssatz, mit dem diese neue Technik genutzt werden konnte, auf das System von AMD festgelegt. Intel musste die Kommandos entsprechend abändern und hat das Recht, auf die Verwendung der AMD64-Befehle dann gegen SSE2 (3?) eingetauscht.
Dieser Zustand hält aber in jedem Fall bis heute an, d.h. wenn beide sich gegenseitig die Rechte entziehen, kann Intel keine AMD64-kompatiblen CPUs mehr herzustellen.
(Was aber nicht passieren wird, denn ohne x86-64 kann Intel leichter leben, als AMD ohne SSE1-3 und ggf. sogar ohne x86. Zumal Intel mit der gewonnen Erfahrung in kürzester Zeit die ursprüngliche x86-64 Erweiterung fertigstellen könnte und in der Zwischenzeit immer noch IA64 für Server hat. Unterm Strich wäre AMD definitiv ein Verlierer, gewinnen kann nur IBM und Intel kommt vielleicht auf ±0)