News Ende nach 8 Jahren: Berichte zu Mindfactory-Verkaufszahlen sind Geschichte

PCGH_Sven

PCGH-Autor
Die bekannten Berichte zu den Verkaufszahlen des deutschen Einzelhändlers Mindfactory sind jetzt offiziell Geschichte, da sich der Initiator dieser Aktion, der X-Nutzer @TechEpiphany, aus diesem Bereich zurückgezogen hat.

Was sagt die PCGH-X-Community zu Ende nach 8 Jahren: Berichte zu Mindfactory-Verkaufszahlen sind Geschichte

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Schade fand die Zahlen auch immer sehr aussagekräftig. Die prozentuale Verteilung der verkauften Produkte wird 1zu1 auch bei allen anderen Händlern so der Fall sein.
 
Wobei der Job recht leicht zu kopieren sein sollte.
Einmal die Woche die Differenz der Verkäufe zur Vorwoche sammeln.
Wenn irgendein kleiner Techtuber Reichweite Gewinne will, könnte er das übernehmen.
 
Wobei sehr oft auch von doch einigen Usern hier immer gesagt wurde, das MF nicht die Referenz ist.
Ich habe mich aber echt gerne an die Zahlen gerichtet.

"Die Referenz" sicher nicht aber ein verdammt guter Indikator.
Die Frage ist auch in wie weit man in DLand MF auch z.B. mit Amazon vergleichen könnte.
Als DIY Nutzer seit knapp 30 Jahren und PCGH Leser seit ~25 Jahren (war doch ende 2000 oder? ) war für mich Amazon nie die Anlaufstelle Nr. 1. Wobei wie lange gibt es Amazon in Dland? :crazy:
Meine Überlegung ist das man sich informiert und dann da kauft wo am besten.
Der "08-15" User geht / ging nach MM und kauft da => kommt nicht in die Statistik.

Die Zahlen (von MF) fand ich sehr interesant aber selber habe ich davon nie eine Kaufentscheidung abhänig gemacht.
 
Ob wir das bemerken werden?
Mindfactory wirds bemerken, denn das war eine gute Werbung für sie

Ab 1000 Verkäufen wird bei Amazon dabei auf ganz genau 1.000 Stück gerundet (1.001 und 1.999 Stück ergeben identisch "1.000")
In Mathe gut aufgebasst die Jungs dort, sehr brav!
Ich verkauf also 1999 Stück, also ungefähr 1000.
Noch besser wirds bei 999, das sind dann nämlich 0
 
Interessant waren die Zahlen auf jeden Fall.
Trotzdem muss man für eine richtige Aussagekraft über den Markt auch ein zufälliges Subset aus dem Markt dort kaufen, und das bezweifle ich doch stark. Besonders nach den Insolvenz-Geschichten und dem Löschen der Accounts etc. kommen die für mich nicht mehr infrage (da bin ich bestimmt nicht allein), weshalb ich nicht davon ausgehe, dass man dort noch ein Valides-Random Sample an Kunden hat.
 
Irrelevante Statistik, ohne Anspruch auf Vollständigkeit bzw. realistische Abbildung des Marktes.

Selbst wenn da 100% AMD Hardware verkauft werden würde, null Aussagekraft:

 
Schade fand die Zahlen auch immer sehr aussagekräftig. Die prozentuale Verteilung der verkauften Produkte wird 1zu1 auch bei allen anderen Händlern so der Fall sein.

Leider nicht im geringsten.
Mindfactory hat nicht nur einige großen Marken prinzipiell nicht geführt und so das Bild von vorneherein verzerrt, sondern auch seine Verkaufsstrategie konsequent auf Niedrigpreise optimiert, von der Warenauswahl bis zur Serviceausgestaltung und der Selbstvermarktung. Wenn man Wissen wollte, was Leute kaufen, die in Preisvergleichen "Euro absteigend" und dann das erste Produkt anklicken, dann waren die Mindfactory-Zahlen okay. Aber bei höheren Anforderungen, sei es an Produkte oder an Dienstleistungen des Händlers, war Mindfactory teils gar keine oder nur noch eine zweitrangige Option.

Dieser Prozess ist auch nicht zufällig und somit nicht statistisch rausmittelbar: Hatte Mindfactory eine Rabattaktion oder besonders gute Einkaufskonditionen für ein bestimmtes Produkt, ging dessen Absatz bei Mindfactory natürlich durch die Decke. Bei anderen Händlern konnte er umgekehrt sogar sinken, eben weil danach Suchende zu Mindfactory gegangen sind. Wollte ein Kunde dagegen umgekehrt zum Beispiel ein Asus-Mainboard in seinem Rechner, dann hat er automatisch gar nichts von Mindfactory gekauft, weil er das da nicht bekommen hat. Durch diese PC-typische Bündelung in Systemen erfasst der Mindfactory-Bias sogar allgemein gut und einheitlich verfügbare Produkte. Zum Beispiel hat Mindfactory schon früh hohe AMD-Absatzzahlen gemeldet, als Intel-CPUs durchaus noch konkurrenzfähig waren (ja, lang ists her) und nur mäßig teurer. Die Kundschaft bei sogenannten "Apothekenhändlern" (ich nenn mal keine Namen) hat nicht gejuckt, wenn sie 30 Euro mehr für eine gleich starke CPU ausgeben mussten, erst Recht nicht wenn dieser noch (subjektiv) andere Vorteile (z.B. vermeintliche Stabilität) zugeschrieben wurden. Aber für die "Hauptsache der Preis stimmt"-Zielgruppe von Mindfactory war das ein entscheidender Unterschied, der das Kaufverhalten massiv verschoben hat – und eben nicht für CPUs, sondern z.B. in der Lücke zwischen X570- und Z590-Generation auch bei PCI-Express-4.0-SSDs oder im Bereich RAM hin zu bestimmten Geschwindigkeiten, die dem AMD-Sweetspot entsprechen und bei einem Händler mit höherem Intel-Anteil in der Kundschaft ganz anders nachgefragt werden.

Hinzu kommt, wo ich gerade ein CPU-Beispiel gebracht habe, dass die Mindfactory-Zahlen gerne auf den Gesamtmarkt projiziert wurden. Genauso wenig, wie Mindfactory-Angaben für den allgemeinen Retail-Markt repräsentativ sind, sagen allgemeine Retail-Marktzahlen aber etwas über die Attraktivität von AMD-/Intel-/Nvidia-Produkten bei den großen OEMs und deren Kundschaft aus, die den Löwenanteil des gesamten IT-Absatzes bestreiten. Von daher muss man ganz ehrlich sagen: Der heutige Tag ist ein Fortschritt für die allgemein Informationsvermittlung.
Es war zwar schön, die Mindfactory-Statistiken für deren Marktnische zu haben. Aber diese Angaben zu einem Kreis von schätzungsweise einigen 100.000 Nutzern insgesamt wurden so oft zu Unrecht auf den Gesamtmarkt von mehreren Millionen projiziert, dass sie meiner Meinung nach zu mehr Fake-News denn Wissenserweiterungen geführt haben.

P.S.:
Durchgängig Vergangenheitsform, da ich von Mindfactory im Zuge von Besitzerwechsel und laufendem Insolvenzverfahren dieses Jahr einige Veränderungen erwarte.
 
Zuletzt bearbeitet:
Die Statistik war eh immer unsinnig, da sie nur beschränkt repräsentativ ist.

Wilde These: Leute, welche auf den Preis achten, kaufen bei Mindfactory.
Wilde These: Leute, welche auf den Preis achten, kaufen grundsätzlich günstigere Hardware.

So und somit waren die Zahlen immer nur für die Benutzerschaft dort repräsentativ. Wurde in den Statistiken jedoch nie so verarbeitet und hervorgehoben.

Man könnte sich genau so bei Netto an die Kasse stellen und könnte feststellen, dass die Leute dort eher günstig als hochpreisig einkaufen. Heißt aber nicht, dass man in ganz Deutschland so einkauft.
 
einfach überhaupt nicht, das war schon immer der größte Kritikpunkt von Mindfactory oder "AMDfactory" wie manche es hier genannt haben.
Die Frage ist, woher will man das wissen? Kennt man Zahlen von Alternate? Von NBB? Also woher will man wissen, dass MF AMDfactory ist? Ohne Vergleich bleibt einem nichts anderes übrig als die Zahlen von MF so zu nehmen, wie sie sind.
 
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