Würd ich so nich unterschreiben. Zum einen ist fraglich, ob eine Person wirklich lernt, wenn sie nur nach passenden Inhalten scannt, während sie Unmengen an Texten durcharbeitet. Denn um überhaupt "überflüssige" Recherche identifizieren zu können, muss schon ein profundes Wissen vorhanden sein. Dementsprechend wäre ein Lerneffekt nicht notwendig. Wenn wir allerdings von Lerntheorie ausgehen, is nur nach konstruktivistischen Theorien überhaupt ein Lernen über das Recherchieren an sich möglich. Tatsächlich is es aber so, dass viele Lerntheorien anderer Ausprägungen anerkennen, dass Menschen, die aktiv nach einer bestimmten Sache oder einem bestimmten Aspekt, wenig abseits dieses Aspektes lernt. Was ich allerdings zugestehe (was aber für den Arbeitskontext wenig relevant ist, dafür aber im schulischen sehr): Recherchiert man nich selbstständig, lernt man das selbstregulierte Lernen nicht. Man erarbeitet sich selbst keine Lernstrategien.
Also scannen kann ich persönlich nur nach einzelnen Stichworten, nicht nach Antworten. Wenn ich versuche herauszufinden, wie die Übergänge zwischen den Prozessor-, Speicher- und Erweiterungs-Bus-Bereichen eines IBM-PC ausgestaltet sind und in einem Text zur dessen RAM-Ansteuerung sämtliche erwarteten Keywords auftauchen, sodass er in meiner Recherche landet, dann muss ich diesen auch inhaltlich lesen um herauszufinden, ob da etwas zur Verbindung zwischen RAM- und Prozessor-Bus drin steht. Unabhängig davon, ob es das macht oder nicht (die Antwort lautet natürlich: "Nein" :-/) weiß ich somit danach mehr über die Speicheransteuerung eines 8088-Systems und sollte jemals die Sprache darauf kommen, gelte ich auf einmal als "kompetent". Jemand, der sich von einer KI gezielt die Antwort auf die eigentliche Fragestellung hat vorsetzen lassen, bekommt diese Begleitinformation nie zu Gesicht.
*: Vorausgesetzt, die KI-ermittelte Antwort war richtig.
Ist nicht das dazugewinnen von Wissen automatisch lernen? Es unterscheiden sich doch nur die Quellen.
Natürlich sollte man die immer mit einer gewissen kritischen Grundhaltung lesen.
Sei es Wikipedia oder ein KI Text. Oder auch Fachbücher.
Wer sagt eigentlich, dass die Informationen aus Fachbüchern, immer zeitgemäß und nicht längst überholt sind?
Nehmen wir mal an, dass alle drei Quellenarten aktuell und korrekt sind, auch wenn insbesondere letzteres bei KI ein echtes Problem ist:
Die Fach- und Wikipedia-Texte sind nicht mit dem Anspruch geschrieben worden, eine einzelne, bestimmte Frage zu beantworten. Sondern sie behandeln ein bestimmtes Thema allgemein und insgesamt. Dadurch enthalten sie auch Informationen, nach denen gar nicht gefragt war – die aber für das allgemeine Verständnis oder für verwandte Fragestellungen wichtig sind. Die maßgeschneiderte Replik der KI bietet das nicht. Das ist die explizite Stärke der KI; der Grund warum die Arbeit mit ihr effizienter sein kann: Sie vermeidet Ablenkungen und alles für die vorliegende Fragestellung überflüssige. Damit verhindert sie aber auch jegliche Chance auf Dazulernen abseits der vorliegenden Fragestellung.
Und je nachdem, wie man persönlich lernt, würde ich auch Unterschiede in der spezifischen Wissensaneignung erwarten. Ich persönlich zum Beispiel bin sehr schlecht in auswendig lernen, aber deutlich besser bei komplexen Zusammenhängen. Bei Vokabeln hilft mir das nicht im geringsten, die muss man halt pauken. Aber bei verschiedenen Aspekten eines PCs, die auf ähnliche Anforderungen oder Vorgängertechnologien zurückgehen, kann ich mir die Gründe für Änderungen oder für die Übernahme identischer Lösungen sehr gut merken und so die Gesamteigenschaften eines Produktes herleiten. Dieses effektive Lernen einer ganzen Wissensgruppe funktioniert aber nur, wenn mir auch das Gesamtbild vorliegt.
Frage ich zum Beispiel eine KI nach der Downstream-Ausstattung eines X870, so sollte die 4 PCI-E-4.0-Lanes, 2 USB4-Ports, 4 bis 6 USB 3.1, 1 bis 0 USB 3.2, 0 bis 4 SATA und 4 bis 0 PCI-E 3.0 auflisten. Das kann man sich jetzt alles auswendig merken, einschließlich einer langen Liste welche die möglichen "von bis"-Kombinationen weiter aufschlüsselt. Das wäre "lernen nach fragespezifischer KI-Antwort".
Ich dagegen weiß, dass ein Promontory 21 8 Ports mit PCI-E 4.0 hat (weitere 4 im Upstream), 4 Ports mit 3.0 oder SATA und sechs USB-3.1-Leitungen nebst der Logik für die Verwaltung eines 3.2. Außerdem weiß ich, dass ein ASM4242 einen 4.0-×4-Uplink braucht und zwei USB4 im Downstream anbietet und dass ein USB 3.2 doppelt so viele Datenleitungen wie ein 3.1 hat. In der Summe ist das sogar einen Tick weniger Information als in obiger, hypothetischer KI-Antwort und sie besteht aus drei Häppchen, die ich mir jeden einzelnen gerade noch so merken kann und die bislang gar nichts mit dem X870 zu tun zu haben schein. Bis zu dem Moment, wo ich das Wissen "X870 = Promontory 21 + ASM4242" dazu schmeiße: In der Kombination kann ich die komplette Information der KI durch zusammensetzen dieser Bausteine regenerieren. Soweit nicht wirklich ein Vorteil. Nehme ich aber noch "X870E = X870 + 2. Prom21", "B850 = X870 - ASM4242", "B850 = B650(E) mit 5.0 für Prim. SSD", "B650" = 4.0 überall", "B650E" = 5.0 SSD + GPU", "X670 = B650 + Prom21" und "X670E" = X670 mit B650E-Zuschlag", also weitere Wissenshäppchen von in der Summe vergleichbarem Umfang hinzu, sind mir vergleichbare Herleitungen auch für sämtliche anderen Mittel- und Oberklasse-AM5-I/O-Hubs möglich. Einfach weil ich die Zusammenhänge des gesamten Komplexes verstehe, welche für die ursprüngliche Fragestellung nur nach dem X870 gar nicht nötig waren und deswegen bei "effektiver" KI-Arbeit nie zur Sprache gekommen wären.
Ich dagegen weiß, dass ein Promontory 21 8 Ports mit PCI-E 4.0 hat (weitere 4 im Upstream), 4 Ports mit 3.0 oder SATA und sechs USB-3.1-Leitungen nebst der Logik für die Verwaltung eines 3.2. Außerdem weiß ich, dass ein ASM4242 einen 4.0-×4-Uplink braucht und zwei USB4 im Downstream anbietet und dass ein USB 3.2 doppelt so viele Datenleitungen wie ein 3.1 hat. In der Summe ist das sogar einen Tick weniger Information als in obiger, hypothetischer KI-Antwort und sie besteht aus drei Häppchen, die ich mir jeden einzelnen gerade noch so merken kann und die bislang gar nichts mit dem X870 zu tun zu haben schein. Bis zu dem Moment, wo ich das Wissen "X870 = Promontory 21 + ASM4242" dazu schmeiße: In der Kombination kann ich die komplette Information der KI durch zusammensetzen dieser Bausteine regenerieren. Soweit nicht wirklich ein Vorteil. Nehme ich aber noch "X870E = X870 + 2. Prom21", "B850 = X870 - ASM4242", "B850 = B650(E) mit 5.0 für Prim. SSD", "B650" = 4.0 überall", "B650E" = 5.0 SSD + GPU", "X670 = B650 + Prom21" und "X670E" = X670 mit B650E-Zuschlag", also weitere Wissenshäppchen von in der Summe vergleichbarem Umfang hinzu, sind mir vergleichbare Herleitungen auch für sämtliche anderen Mittel- und Oberklasse-AM5-I/O-Hubs möglich. Einfach weil ich die Zusammenhänge des gesamten Komplexes verstehe, welche für die ursprüngliche Fragestellung nur nach dem X870 gar nicht nötig waren und deswegen bei "effektiver" KI-Arbeit nie zur Sprache gekommen wären.

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