Mit Salz zum Erfolg: Tiktoker experimentiert mit Haushaltsmitteln als Alternative zur Wärmeleitpaste

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Ein Tiktok-Nutzer lässt derweil seine Zuschauer an seinen kuriosen Kreationen von Wärmeleitpasten teilhaben. Sein Ziel dabei ist es, den Einfluss auf die Temperaturen der CPU zu beobachten, indem er gewöhnliche Haushaltsmittel benutzt, darunter unter anderem Puderzucker oder Ahornsirup. Viele Alternativen sind nicht von Erfolg gekrönt, doch mit Salz konnte die Temperatur tatsächlich gesenkt werden.

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"Das ließe sich damit erklären, dass Salz eine höhere Leitfähigkeit haben soll als die meisten auf dem Markt erhältlichen Wärmeleitpasten."

Nein. Einfach nein. Normales Kochsalz liegt irgendwo bei ner Handvoll W/(m·K), gute Wärmeleitpaste beim doppelten bis dreifachen. Aber darauf kommt auch nicht mal wirklich an sondern viel mehr auf die erreichte Schichtdicke (und damit Montage von Paste/Kühler). Die 3 K Differenz sind mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit auf eine nicht wiederholpräzise Testumgebung/Montage zurückzuführen und nicht auf ein paar Krümel Salz in der Paste. Von anderen Problemen die bei sowas auftreten können (insbesondere über längere Zeiträume) ganz zu schweigen - aber warum schreibe ich das eigentlich? Normalerweise sollte man ja ernsthafte Versuche und gute Messungen (und daraus resultierend auch hervorragende Wärmeleitpastenentwicklungen) von ich-will-Klicks-auf-Tiktok-seht-her-ich-mache-Unsinn-Videos unterscheiden können. Oder den Gedanken finden "wenn billiges Salz so eine tolle Idee in WLP wäre hätte das bestimmt schon mal jemand so vermarktet". Meine Hoffnung ist da noch nicht ganz tot. :ugly:


EDIT: Google sagt Wärmeleitfähigkeit NaCl = 6,49 W/(m·K) @289K. So ganz schlecht hab ich mit "ne Handvoll" also gar nicht gelegen^^
 
Ich glaube ich habe vom Netzteil löten gerade zuviel Lot oder Flussmittel geschnuppert. Aber hat schonmal jemand den Heatspreader mit dem Kühler verlötet? Es gibt ja durchaus Lot ,welches bei um 100° schmilzt und damit könnte man doch arbeiten?
 
Merkwürdig. Wenn ich Nudeln koche und Salz in das heisse Wasser streue, habe ich immer den Eindruck, dass es dann schneller kocht. :ugly:
 
Merkwürdig. Wenn ich Nudeln koche und Salz in das heisse Wasser streue, habe ich immer den Eindruck, dass es dann schneller kocht. :ugly:
Das ist reines Wunschdenken - es dauert praktisch gleich lange.
Einerseits erhöht Salz den Siedepunkt von Wasser (in der Konzentration im Nudelwasser aber geschätzt maximal ein halbes Grad^^) so dass es sogar länger dauern würde bis es kocht, andererseits verringert Salz die speziefische Wärmekapazität des Wassers so dass weniger Energie pro Temperaturänderung nötig ist und es schneller kocht - der Effekt ist aber genauso minimalst.

Kurz: Die allermeisten Randeffekte (wie warm ist dein Leitungswasser, wie warm die Küche, wie genau steht der Topf auf der Herdplatte, wie dicht ist der Deckel usw. aber vor allem: wie viel Wasser ist im Topf) haben einen VIEL größeren Einfluss darauf wie schnell es kocht als ob du Salz reintust oder nicht. :haha:

Aber hat schonmal jemand den Heatspreader mit dem Kühler verlötet? Es gibt ja durchaus Lot ,welches bei um 100° schmilzt und damit könnte man doch arbeiten?
Naja... es gibt auch Lot das bei 20°C schmilzt... wenn man das dann als Wärmeleitmittel Flüssigmetall verkauft/benutzt ist das praktisch verlötet - da die Schichtdicke dadurch dass das Zeug flüssig bleibt viel dünner sein kann als echtes fest verlöten dürfte die Verbindung wärmeleittechnisch sogar noch besser sein (ist sie ja auch wie man am Beispiel geköpfter/ehemals verlöteter CPUs sieht die mit Flüssigmetall deutlich kühler bleiben).
 
Kurz: Die allermeisten Randeffekte (wie warm ist dein Leitungswasser, wie warm die Küche, wie genau steht der Topf auf der Herdplatte, wie dicht ist der Deckel usw. aber vor allem: wie viel Wasser ist im Topf) haben einen VIEL größeren Einfluss darauf wie schnell es kocht als ob du Salz reintust oder nicht. :haha:
Ich streue das Salz ja nicht da rein, damit es schneller kocht. Hatte das nur so nebenbei beobachtet.
Aber wenn du meinst das es da keinen Unterschied gibt: :ka::D
 
Es gibt einen (bzw es gibt viele teilweise gegensätzliche Effekte), nur sind die viel zu winzig um in der Praxis nen Unterscheid zu machen.

Das trifft übrigens auf Salz im Nudelwasser sehr wahrscheinlich genauso zu wie auf Salz in Wärmeleitpaste. :haha:
 
Tja woher kommt die Redesart das man mit Alk nur verdummen kann :ka: :D
Wurde wieder einmal widerlegt. :nicken:

@ Wärmeleitpaste hausgemacht.
Glaube das hatte mal als April Witz gestartet.
Aber mittlerweile ist WLP so günstig; bzw. liegt bei den meisten Kühlern bei, das man sich das Suchen nach anderen Methoden / Werkstoffen sparen kann.
 
Seit jahrhunderten wir Türkisch Mokka in heissem Sand aufgekocht.
Da war schon klar das Sand ein guter Wärmeleiter war, speichert aber meines wissens auch länger die Wärme....
 
Mal ein ganz anderer Gedanke: Müsste das Salz dann nicht die WLP leitfähig machen, wenn man genug beimischt? Das wäre mir dann zu gefährlich.
 
Müsste das Salz dann nicht die WLP leitfähig machen, wenn man genug beimischt?
Nur, wenn es dissoziiert. Da Wärmeleitpasten aber auf Öl-/Silikonbasis aufbauen was unpolare Lösungsmittel sind dissoziiert Salz hier im Gegensatz zu wasserbasierten (polaren) Lösungsmitteln nicht und erhöht damit auch nicht nennenswert die elektrische (und auch nicht die Wärme...) Leitfähigkeit.

Ums etwas praxisnäher zu sagen: Salz erhöht nur dann die elektrische Leitfähigkeit wenn es sich auflöst - aber Salz löst sich nicht in Öl. ;-)
 
Das ist reines Wunschdenken - es dauert praktisch gleich lange.
Einerseits erhöht Salz den Siedepunkt von Wasser (in der Konzentration im Nudelwasser aber geschätzt maximal ein halbes Grad^^) so dass es sogar länger dauern würde bis es kocht, andererseits verringert Salz die speziefische Wärmekapazität des Wassers so dass weniger Energie pro Temperaturänderung nötig ist und es schneller kocht - der Effekt ist aber genauso minimalst.

Kurz: Die allermeisten Randeffekte (wie warm ist dein Leitungswasser, wie warm die Küche, wie genau steht der Topf auf der Herdplatte, wie dicht ist der Deckel usw. aber vor allem: wie viel Wasser ist im Topf) haben einen VIEL größeren Einfluss darauf wie schnell es kocht als ob du Salz reintust oder nicht. :haha:


Naja... es gibt auch Lot das bei 20°C schmilzt... wenn man das dann als Wärmeleitmittel Flüssigmetall verkauft/benutzt ist das praktisch verlötet - da die Schichtdicke dadurch dass das Zeug flüssig bleibt viel dünner sein kann als echtes fest verlöten dürfte die Verbindung wärmeleittechnisch sogar noch besser sein (ist sie ja auch wie man am Beispiel geköpfter/ehemals verlöteter CPUs sieht die mit Flüssigmetall deutlich kühler bleiben).

Sogenanntes "eingetrocknetes" Flüssigmetall (eintrocknen ist physikalisch unmöglich; eine Flüssigkeit könnte höchstens verdunsten, aber das dauert bei Flüssigmetall^^) ist letztlich exakt die gewünschte Lötverbindung. In dem Fall nicht durch aufschmelzen und abkühlen, wie bei normalem Löten, sondern durch Einbringen einer Legierung die bei Raumtemperatur flüssig ist und sich dann durch Legierung mit Kupfer-Kontaktflächen in eine bei Raumtemperatur feste umwandelt. Am Ende befindet sich dann zwischen Heatspreader und Kühler eine durchgehende, feste Metallverbindung aus ehemals flüssigem Metall – genau wie beim Löten.


Bezüglich der ewigen Frage nach kochendem Wasser und Salz: Die Siedepunktanhebung von Salzwasser ist weitaus stärker als die Absenkung der spezifischen Wärmekapazität und in einem Kochtopf sollte letztere gar keine Rolle spielen. Schließlich gibt man Salz hinzu[/u] und muss somit eine größere Masse erwärmen. Das dauert dann (nicht messbar) länger und bis es tatsächlich kocht noch einmal (kaum messbar) mehr. Im Prinzip ist aber die ganze Frage ein Intelligenztest, an dem erstaunlich viele Leute scheitern – wollt ihr Wasser zum kochen bringen oder woll ihr Wasser auf 95-100 °C erhitzen um etwas zu kochen? (Je nach Luftdruck)
Na also. Es ist vollkommen egal, wo der Siedepunkt liegt und wann das Wasser kocht. Wichtig ist, wann es heiß wird. Daran ändert das Salz praktisch nichts.


Wer Salz sehr spät hinzu fügt, wenn das Wasser bereits heiß und stellenweise sogar überhitzt ist, kann dadurch übrigens trotzdem ein "kochen auslösen": Siedeverzug in sauberen Gefäßen, die Flüssigkeit ist längst auf Kochtemperatur, aber es fehlt ein Bildungskeim für die ersten Blasen. Salz kann hier als Auslöser wirken, genausogut aber alle anderen Partikel.
[/Physiknachhilfe]
 
Siedeverzug in sauberen Gefäßen, die Flüssigkeit ist längst auf Kochtemperatur, aber es fehlt ein Bildungskeim
Ich habe weder derart perfekt geputzte Töpfe noch partikelfrei sauberes Leitungswasser (im Saarland ist Kalk dein Freund - auch in sichtbaren Partikelgrößen im Leitungswasser), daher hab ich Überhitzung mal außen vor gelassen. :haha:
Aber an der praktischen Relevanz ändert es ohnehin nichts - Nudeln werden bei 98°C genauso weich wie bei 102°C.

Btw - wie wärs denn mit nem Tropfen Olivenöl als WLP Ersatz (für maximal dünne Schicht), wer fancy will noch mit ner Prise Graphitstaub zum Erhöhen der Leitfähigkeit?
Ja ich weiß das hat zig Nachteile gegenüber normalen WLPs aber es würde funktionieren (wenn der Anwender nicht kleckert...) Und ein Video "Grillabend für neues Rig genutzt!!" mit anständigem Clickbait Thumbnail würde bestimmt gut steil gehen in sensationsgeilen sozialen medien. :ugly:
 
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