Bremsenreiniger schon mal verwendet?
Das Problem ist nicht die Wärmeleitpaste anzulösen, wenn wir die CPUs reinigen ist da noch nichts eingetrocknet. Das Problem ist es, in Ecken reinzukommen, wenn die wegen Überdosierung oder, in meinem Fall, wegen vielen Kühlermontagen nacheinander, vollgeschmiert sind. Jede weitere Ecke (geschweige denn deren acht, wie man sie durch vier Nischen erhält), in der sich Dreck fest setzt, stört da nur. Das ist einer der vielen Gründe, warum ich mein Sandy-Bridge-E-Kühlertestsystem eigentlich nie aufgeben möchte.
Du hast bei Reinigungsarbeiten am Board (wo die CPU entweder noch im Sockel sitzt, oder ganz weit weg liegt) die CPU-Pins beschädigt???
Nicht CPU-, sondern Sockel-Pins (LGA) wurden beschädigt. (Und auch schon länger nicht mehr von mir, aber von Kollegen.):
Aus Unachsamkeit halbes Boards inklusisve ILM zugespastet, zur Reinigung den Sockel also zwangsweise geöffnet und CPU entnommen und dann beim Wischen mit einer Ecke des Papiers in den Sockel geraten und hängen geblieben => schon sind 3-4 Pins winschief. Auch beliebt ist "CPU rausnehmen und dabei den Halt verlieren", sodass sie wieder in den Sockel fällt und "mir ist Dreck zwischen die Pins gerutscht, mal mit dem Schraubendreher rausfischen". Alles nichts, was einem normalerweise passieren sollte und was auch uns nur selten unterläuft. Aber wenn einige 100 Mal im Monat CPUs gewechselt werden, dann tritt "selten" halt doch alle paar Quartale mal ein. Aber Ausfälle von LGA-Platinen wurden mir bislang, soweit es rekonstruierbar war (wie Wärmeleitpaste zwischen Pins gerät konnte mangels Identifizierung des Schuldigen nie geklärt werden ^^), immer nur nach Demontage eines Systems vorgelegt. LGA-Beschädigungen beim Zusammenbau, wie sie für Endnutzer und vor allem OEMs von Bedeutung sind, sind dagegen praktisch unbekannt. Die treten sogar eher mal bei PGA auf, wenn CPUs unachtsam gegriffen oder abgelegt werden. (Was auch nur sehr selten passieren sollte, aber siehe oben.)
Das Heatspreaderdesign ist irgendwie sinnfrei. Scheint mir unnötig aufwendig für ne Desktop CPU. Zudem ist das PCB ja schon gekeyt mit den Kerben, wieso dann noch Aussparungen in den Heatspreader fräsen?
Erinnert mich irgendwie an Sockel 2011-3 und 2066 CPUs, wo der Heatspreader auch ausgeklinkt war für Bauteile und weil der Heatspreader 2 Ebenen PCBs überbrücken musste...
Gehe ich aber bei Zen 4, auf Grund von Zen 3 und da keinerlei Bauteil im Render zu sehen sind, erstmal nicht von aus.
BTW: Das Layout der Kontaktpads ist auch irgendwie seltsam, als würden bei den zwei Sockelteilen die Pins sich 180° Winkel gegenüberstehen, quasi spiegelverkehrt. Wüßte nicht sowas schon mal gesehen zu haben...
Ein Doppeldecker-PCB hat Sockel 2066, die 2011er sind alle flach, SMD-Bauteile wiederum haben meinem Wissen nach alle AM4-Packages auf der Oberseite. Bislang aber unterhalb des Heatspreaders – möglich, dass das bei einem flacheren Rand und höheren einwirkenden Kräften zu Kompromissen bei der IHS-Form führt.
In verschiedene Richtungen zeigende Pins, in der Regel 180° verdreht, haben, soweit ich es überblicke, alle LGA-Sockel außer 771 und 775.