[...] Wenn der real bei PL1=TDP gehaltene Takt dem entspricht [...]
Ich wollte ja nicht gleich den Teufel an die Wand malen, da würde es hier im Forum ja gleich wieder hoch hergehen (a la Blasphemie). Insgesamt gemittelt würde ich annehmen, dass eine leichte Gap bleibt, wobei die vermutlich aber nicht übermäßig relevant sein dürfte. (
Wobei mein Gap hier auch Perf/Watt miteinbezieht; in einer reinen Perf-Betrachtung könnte das Pendel gar eher leicht zugunsten von Intel ausschlagen.)
Intel demonstierte bspw. in seiner aktuellen Key Note einen zweifellos cherry-pickten Crysis Remastered-Benchmark zwischen TGL-H 11980HK und Ryzen 5900HX in Verbindung mit einer RTX 3080 (
wenn ich mich recht erinnere) und das Intel-System schnitt hier deutlich besser ab (
+20 % mittlere Fps). Zu beachten ist aber auch, dass die CryEngine eine recht hohe Last auf dem Main-Thread hat, d. h. hier profitiert man natürlich in erhöhtem Maße von einem hohen Takt, unabhängig davon aber dennoch ein durchaus beachtenswertes Ergebnis.
Wie gesagt, ich hoffe, dass du/ihr mal was wie Tiger Lake H oder auch B in die Finger bekommt für einen guten Vergleich gegen eine aktuelle AMD-Zen3-APU, um mal die Architektur und den aktuellen Stand des Prozesses direkt vergleichen zu können.
Offensichtlich konnte man ja bereits auch die aktuellen 10nm SuperFin schon noch ein wenig optimieren, denn nun bietet man reguläre 5,0 GHz in den H- und U-Modellen und konnte die B-Modellte gar bis maximal 5,3 GHz (mit TVB) hochziehen (natürlich bei entspr. Verbrauch), was durchaus beachtlich ist und annehmen lässt, dass ADL voraussichtlich Vergleichbares erreichen wird, d. h. Intel kann nun den 14nm-Takt anscheinend unverändert für das neue Design übernehmen und hier vollumfänglich von den IPC-Zugewinnen profitieren.
[...] Marktstrategisch wäre es für Intel sehr geschickt, solche Prozessoren eben gerade als "Alt-Gen" für Aufrüster rauszubringen. Intel mag von Alder Lake überzeugt sein, aber [...]
Da bin ich mir nicht so sicher. Zweifellos ist es eine mögliche Überlegung und nicht ausschließbare Option, aber mir scheint der Marktdruck hierfür zu gering zu sein und da könnte man umsatztechnisch besser fahren, wenn man die komplett neue Plattform in den Fokus rückt.
Zudem habe ich den Eindruck, dass Intel primär mit ADL-S auf dem Desktop starten wird (
absehbar mit hohem Volumen), denn die mobilen ADL's hatte wohl "
gerade erst" ihr Power-on, d. h. mit deren Vorstellung würde ich erst auf der CES rechnen (
erste Geräteverfügbarkeiten dann voraussichtlich noch im 2Q22?).
Mit einem großen ADL-S-RollOut im 2HJ21 denke ich nicht, dass man da nun die Alt-Desktop-Plattform noch nachträglich aufwerten wird. Aus Kundensicht wäre das sicherlich nice-to-have, die Frage ist aber hier, wie groß Intel den Absatzmarkt tatsächlich einschätzt und wie der negative Effekt auf den ADL-Absatz zu quantifizieren wäre?
Wie gesagt, ich könnte mir vorstellen, dass hier der ein oder andere Bordhersteller eine Nische sieht und ein kleineres Board mit entsprechenden CPUs verkauft, sodass auch Bastler an derartige Hardware kommen könnten, aber selbst hier sehe ich kein übermäßiges Marktpotential, d. h. ich erwarte hier tatsächlich eher fast ausnahmslos kompakte Komplettsysteme ... aber ich lasse mich auch gerne überraschen (
wobei für einen kleinen Home-Server fände ich die ECC-fähige 4-Kern-Variante interessanter, nur bieten dazu nur wenige IoT-Boards an 
).
Eine mögliche Überlegung zum Thema "
Multiplikator": Man kennt Intels Planung bzgl. dem LGA1700 nicht (
LGA1800 ist möglicherweise nur HEDT?), aber es wäre denkbar, dass Intel die Plattform gar bis Meteor Lake nutzen wird. Wenn dem so wäre, dürfte es für Intel interessanter sein, Kunden frühzeitig an die neue Plattform zu "binden". Ein Aufrüster dagegen, würde vielleicht ein oder zwei weitere Jahre überbrücken und sich dann erneut auf die Suche machen und dann schaut man bei der Konkurrenz auf Zen4 und es zeichnet sich bereits Zen5 am Horizont ab.
Hier würde ich dem frühzeitigen Gewinnen neuer Kunden auf der neuen Plattform tatsächlich einen relativ hohen Stellenwert einräumen, wenn es mir nun strategisch gelänge in einer Zeit, in der die Konkurrenzsituation recht genau bekannt und überschaubar ist, direkt relativ viele Kunden für meine neueste Plattform zu gewinnen (
die im besten Falle auch dieses Mal noch eingermaßen "langlebig" sein könnte?).
Darüber hinaus bleibt aber auch zu berücksichtigen, dass die Marktsituation hier für beide Firmen unterschiedlich ist. AMD ist auf Consumer und "Selbstbauer" angewiesen; die beginnen gerade erst bei den OEMs Fuß zu fassen. Relativ gesehen dagegen ist insbesonderer letzterer Anteil bei Intel deutlich kleiner und die machen den Großteil ihres Umsatzes über die OEMs, d. h. hier werden per se Komplettsysteme verkauft, sei es fürs Büro oder für Privatleute als bspw. Medion- oder Saturn-Angebot. Für ein wenig genauere Zahlenspiele bräuchte man Einsicht in Intels intere Statistiken.